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6 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Migräne-Medikamente im Tagebuch: was du bei jeder Einnahme festhältst und wie du die Einnahmetage zählst

Migräne Medikamente Tagebuch: was du bei jeder Einnahme notierst, wie du Einnahmetage im Monat zählst und was Quellen zu 10 und 15 Tagen nennen.

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Du nimmst bei Migräne etwas gegen die Attacke und sollst beim Termin sagen, wie oft. Das fällt aus dem Gedächtnis schwer. Mit einem Papierkalender oder in Sam hältst du jede Einnahme fest, in Sam in der Medikamentenliste neben deinem Migräne-Tagebuch. Dieser Text zeigt, was in die Medikamentenspalte gehört, wie du Einnahmetage zählst und was die Praxis daraus liest.

Warum fragt die Praxis nach deinen Migräne-Medikamenten?

Ein Teil der Antwort steht in den Leitlinien. Die AWMF-S1-Leitlinie zur Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne rät, einen Kopfschmerzkalender zu führen. Er soll die Häufigkeit der Attacken festhalten und den Erfolg oder Misserfolg der jeweiligen Attackenmedikation.

Ein zweiter Teil ist ein Thema der Klassifikation ICHD-3: Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch. Nimmt jemand häufig mehrere Mittel und kann Namen oder Mengen nicht genau angeben, ist laut ICHD-3 fast immer ein Tagebuch nötig. Das IQWiG schreibt, ein Tagebuch zeige, wie oft Attacken auftreten und wie oft du Medikamente genommen hast.

Das ist die Rolle deiner Notizen: Sie geben der Praxis eine Zahl und eine Reihenfolge statt eines Eindrucks. Bewerten musst du nichts.

Was hältst du bei jeder Einnahme fest?

Mindestens diese vier Angaben pro Einnahme, so wie die Vorlagen der Fachgesellschaften sie vorsehen:

  • Datum und Uhrzeit. Das National Migraine Centre in Großbritannien bittet ausdrücklich um die Zeiten, zu denen du etwas nimmst, auch bei einer zweiten Dosis.
  • Name des Mittels, am besten der Wirkstoff und der Name auf der Packung. Der DMKG-Kalender hat dafür oben eine Zeile für deine Akutmedikamente.
  • Wie viele Einheiten. Das IQWiG-Formular fragt, welche Medikamente du genommen hast und wie viele.
  • Wirkung nach deinem Empfinden. Der DMKG-Kalender kennt drei Stufen: gut, mittel, schlecht. Das ist dein Eindruck, keine Messung.

Optional kommt eine Notiz dazu, etwa zu Nebenwirkungen, die du bemerkt hast. Alle anderen Felder einer Attacke, von Stärke bis Aura, stehen im Beitrag Kopfschmerzkalender: was reingehört. Hier geht es nur um die Medikamentenspalte.

Wie zählst du die Einnahmetage im Monat?

Gezählt werden Tage, nicht Tabletten. Ein Einnahmetag ist ein Kalendertag, an dem du mindestens einmal ein Akutmedikament gegen den Kopfschmerz genommen hast. Zwei Einnahmen am selben Tag sind ein Tag. Die AWMF-Leitlinie spricht von Einnahmetagen pro Monat, ICHD-3 von Tagen pro Monat.

So gehst du vor:

  • Schreib am selben Tag auf, nicht am Monatsende. Nach ein paar Wochen weißt du nicht mehr, ob der Dienstag ein Einnahmetag war.
  • Notiere zu jedem Tag das Mittel, nicht nur ein Kreuz. Die Quellen unterscheiden Gruppen von Mitteln, und die Praxis muss sehen, welche es war.
  • Trag auch Tage ohne Einnahme ein, auf Papier reicht ein Strich. Ein leeres Feld lässt sich sonst nicht von einem vergessenen Eintrag unterscheiden.
  • Zähle am Monatsende die Einnahmetage insgesamt und, falls du verschiedene Mittel nimmst, zusätzlich getrennt nach Mittelgruppe.

Wie du Migräne- und Kopfschmerztage zählst, steht im Beitrag Chronische Migräne: ab wann spricht man davon?. Dort ist auch der Tag mit Akutmedikation kurz erklärt, mit derselben Zählweise wie hier.

Was nennen Quellen zu 10 und 15 Tagen im Monat?

Die Quellen nennen die Zahlen nicht einheitlich. Hier steht, was jede einzelne schreibt:

  • ICHD-3 (Klassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft): Bei Ergotamin, Triptanen, Opioiden und Kombinationsanalgetika sind es 10 oder mehr Tage im Monat, bei Nicht-Opioid-Analgetika wie Paracetamol und nichtsteroidalen Antirheumatika 15 oder mehr Tage, jeweils über mehr als drei Monate. Bei Mitteln aus mehreren Gruppen zählt ICHD-3 die Tage zusammen, ab 10 Tagen insgesamt. ICHD-3 selbst schreibt, die Zahlen beruhen auf Expertenmeinung und nicht auf formalen Belegen.
  • AWMF-S1-Leitlinie zur Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne (vollständig überarbeitet im August 2025, gültig bis August 2028): Die Schwelle für Kopfschmerz durch Übergebrauch liegt für Triptane und Kombinationsanalgetika bei mindestens 10 Einnahmetagen im Monat, für Monoanalgetika bei mindestens 15.
  • IQWiG-Gesundheitsinformation: Die Seite zu Migräne nennt für Schmerz- und Migränemittel zehn Tage im Monat, ohne Unterscheidung. Die Seite zu arzneimittelbedingten Kopfschmerzen unterscheidet: 15 oder mehr Tage bei gängigen Schmerzmitteln wie Paracetamol, ASS oder Ibuprofen, zehn Einnahmetage bei Triptanen und Ergotaminen.

Die Zahlen unterscheiden sich also je nach Quelle und Mittelgruppe. Keine davon ist eine Diagnose. Nach ICHD-3 setzt Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch außerdem Kopfschmerz an mindestens 15 Tagen im Monat bei einer bereits bestehenden Kopfschmerzerkrankung voraus, dazu den regelmäßigen Übergebrauch über mehr als drei Monate. Ob das auf dich zutrifft, stellt deine Ärztin oder dein Arzt fest, nicht eine Zahl in deinem Tagebuch.

Die Zahlen sind auch kein Maß, nach dem du deine Einnahme selbst planst. Wenn du dich fragst, was deine Zahl bedeutet, nimm sie als Frage mit zum Termin.

Papier, Kalender-App oder Sam: was ändert sich?

Auf Papier oder in der App der DMKG hast du Spalten für Mittel, Dosis und Wirkung. Das reicht für die Praxis, wenn du jeden Tag dranbleibst. Die DMKG-App fragt an Kopfschmerztagen nach Stärke, Dauer, weiteren Symptomen und der Medikamenteneinnahme (laut eigener Seite).

Gegenüber Papier liegt der Unterschied in der Liste. Deine Medikamente stehen dort einmal in einer Medikamentenliste, die zu dir gehört. Bei einer Attacke wählst du aus ihr aus, statt jedes Mal den Namen neu zu tippen. Wie Sam das genau handhabt, steht im nächsten Abschnitt.

Wie trägst du Migräne-Medikamente in Sam ein?

Zuerst legst du das Mittel in der Medikamentenliste an. Du suchst nach Name oder Wirkstoff oder gibst den Namen als Freitext ein. Mehr zur Liste steht auf der Seite Medikamente in Sam.

Ein Mittel, das du nur bei Bedarf nimmst, legst du als "Bei Bedarf" an. Wenn du es genommen hast, trägst du es über den Medikamente-Chip im Heute-Tab ein. Eine Einblendung zum Rückgängigmachen steht danach kurz bereit. So steht die Einnahme in deiner Medikamentenliste. In den Arztbericht des Programms für Migräne, einem eigenen Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen, kommt sie, wenn du sie im Eintrag zur Attacke angibst.

Im Programm für Migräne ist die Liste mit dem Eintrag für die Attacke verbunden. Dort wählst du das Bedarfsmedikament aus, das du genommen hast, oder eine Mittelgruppe. Wie es gewirkt hat, schreibst du in die Notiz der Attacke. Das Programm startet, nachdem du eine ärztliche Diagnose bestätigt hast. Ohne Programm kannst du die Liste trotzdem nutzen.

Der Arztbericht des Programms zeigt die Tage, an denen du im Eintrag zur Attacke ein Akutmedikament angegeben hast, auch pro Monat.

Was nimmst du zum Termin mit?

  • Eine Liste deiner Akutmedikamente mit Namen, so wie sie auf der Packung stehen.
  • Pro Monat die Zahl deiner Einnahmetage, insgesamt und nach Mittelgruppe, und die Zahl deiner Migränetage.
  • Deinen Eindruck von der Wirkung, in einem Satz pro Mittel.
  • Das Tagebuch selbst, als Ausdruck oder auf dem Telefon.

Frag zwei Dinge: "Wie ordnen Sie meine Einnahmetage ein?" und "Was soll ich bis zum nächsten Termin festhalten?" Mehr zur Vorbereitung steht im Beitrag Migräne-Diagnose: Was jetzt? Die ersten Wochen. Was du pro Attacke außerdem aufschreibst, zeigt Migräne Symptome und Aura: Phasen und was du notierst.

Migräne-Medikamente in Sam festhalten und zum Termin mitnehmen

Du hältst die Einnahme an dem Tag fest, an dem sie passiert, und kommst mit einer Liste statt mit einer Erinnerung.

  • Statt Zettel oder Notiz-App: Im Eintrag zur Attacke wählst du dein Bedarfsmedikament aus deiner Medikamentenliste.
  • Statt Erinnerung aus dem Kopf: Die Einnahme steht neben Beginn, Stärke und Dauer der Attacke in deinem Migräne-Tagebuch.
  • Statt Suchen im Termin: Das Programm für Migräne fasst das Tagebuch im Arztbericht als PDF zusammen und zeigt die Tage mit Akutmedikament, auch pro Monat.

Sam zeigt, was du eingetragen hast. Was die Zahl für dich bedeutet, ordnet deine Praxis ein.

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Quellen

Häufige Fragen

Was gehört in ein Migräne-Medikamenten-Tagebuch?+

Pro Einnahme das Datum, die Uhrzeit, den Namen des Mittels, wie viele Einheiten du genommen hast und wie es nach deinem Empfinden gewirkt hat. Das IQWiG-Formular fragt, ob, welche und wie viele Medikamente du genommen hast. Der DMKG-Kalender hat Felder für Akutmedikament und Dosis und für die Wirkung: gut, mittel oder schlecht. Welche Felder deine Praxis zusätzlich möchte, frag sie direkt.

Was ist ein Einnahmetag?+

Ein Kalendertag, an dem du mindestens einmal ein Akutmedikament gegen den Kopfschmerz genommen hast. Gezählt werden Tage, nicht Tabletten: Zwei Tabletten am selben Tag sind ein Einnahmetag. Die AWMF-Leitlinie spricht von Einnahmetagen pro Monat, ICHD-3 von Tagen pro Monat.

Ab wie vielen Einnahmetagen im Monat ist es für die Praxis ein Thema?+

Die Quellen nennen unterschiedliche Zahlen. ICHD-3 und die AWMF-Leitlinie nennen 10 Tage im Monat für Triptane und Kombinationsanalgetika und 15 Tage für einfache Analgetika. Die IQWiG-Seite zu Migräne nennt pauschal zehn Tage, die IQWiG-Seite zu arzneimittelbedingten Kopfschmerzen unterscheidet ebenfalls nach Mittelgruppe. Keine dieser Zahlen ist eine Diagnose. Was sie für dich bedeuten, klärt deine Ärztin oder dein Arzt.

Warum zählt die Praxis meine Einnahmetage?+

Die AWMF-Leitlinie rät zu einem Kopfschmerzkalender, der die Häufigkeit der Attacken und den Erfolg oder Misserfolg der Attackenmedikation festhält. Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch ist außerdem ein Thema der Klassifikation ICHD-3. Nimmt jemand häufig mehrere Mittel und kann Namen oder Mengen nicht genau angeben, ist laut ICHD-3 fast immer ein Tagebuch nötig.

Gibt es eine Migränetagebuch-App für Medikamente?+

Ja, mehrere. Die DMKG bietet eine App auf Basis ihres Kopfschmerzkalenders an, und es gibt Apps von Kliniken und anderen Anbietern. Auch Sam hält Bedarfsmedikamente im Migräne-Tagebuch fest. Prüf bei jeder App, welche Angaben sie speichert und wie du sie deiner Praxis zeigen kannst.

Kann ich Medikamente in Sam eintragen, auch ohne Programm für Migräne?+

Ja. Die Medikamentenliste in Sam gehört zu dir und ist unabhängig von den Programmen. Ein Programm ist ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen. Das Programm für Migräne startest du, nachdem du eine ärztliche Diagnose bestätigt hast.

Trägt Sam meine Einnahme automatisch ein?+

Nein. Sam hält fest, was du einträgst. Im Eintrag zur Attacke wählst du das Mittel mit wenigen Tippern aus. Über den Medikamente-Chip im Heute-Tab landet eine Einnahme nur in deiner Medikamentenliste, nicht im Arztbericht des Programms.

Soll ich anhand meines Tagebuchs selbst entscheiden, wie oft ich etwas nehme?+

Nein. Das Tagebuch ist eine Grundlage für das Gespräch. Welches Mittel du wie oft nimmst, klärst du mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke, auch anhand des Beipackzettels.