Neu mit Migräne: Was in den ersten Wochen ansteht, was die Praxis klärt und was du festhältst
Migräne festgestellt, was jetzt? Was die Praxis als Nächstes klärt, was du in den ersten vier Wochen aufschreibst und welche Fragen du mitbringst.
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Nach der Migräne-Diagnose kannst du ein Kopfschmerztagebuch beginnen und Fragen für den nächsten Termin sammeln. Das geht auf Papier oder in Sam, wo neben deinen Einträgen Schlaf und Herzfrequenzvariabilität aus Apple Health stehen. Was medizinisch als Nächstes ansteht, entscheidet deine Praxis.
Vier Wochen Tagebuch ergeben zwei Zahlen, mit denen das Gespräch konkret wird. Der Text erklärt, welche Angaben ins Tagebuch gehören, was Praxen üblicherweise klären und was die Quellen zu "heilbar" und "vererbt" sagen. Er richtet sich an dich, wenn eine Ärztin oder ein Arzt Migräne bereits festgestellt hat. Wer Migräne nur vermutet, braucht zuerst einen Termin in der Praxis. Die Kriterien stehen im Vergleich von Migräne und Spannungskopfschmerz.
Wann spricht man von Migräne?
Das IQWiG schreibt auf Gesundheitsinformation.de: Migräne ist etwas anderes als gewöhnliche Kopfschmerzen. Der Schmerz setzt plötzlich ein, ist heftig und oft einseitig. Meist kommen weitere Beschwerden dazu, etwa Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit. Ohne Behandlung hält eine Attacke vier Stunden bis drei Tage an. Von Migräne spricht man laut IQWiG erst ab fünf Attacken mit den typischen Symptomen.
Die Kopfschmerzklassifikation ICHD-3 nennt dafür feste Kriterien. Für Migräne ohne Aura sind es mindestens fünf Attacken, die unbehandelt oder ohne Erfolg behandelt 4 bis 72 Stunden dauern. Der Schmerz hat mindestens zwei von vier Merkmalen: einseitig, pulsierend, mittel bis stark, schlimmer bei Alltagsbewegung (oder du meidest sie deshalb). Dazu kommt Übelkeit oder Erbrechen, oder Licht- und Lärmempfindlichkeit zusammen. Eine andere Erklärung darf nicht besser passen. Laut IQWiG sehen manche Menschen vor dem Schmerz Lichtblitze oder spüren Kribbeln, eine Aura.
Mit diesen Kriterien arbeiten Ärztinnen und Ärzte. Ein Selbsttest sind sie nicht. Ob sie auf dich zutreffen, beurteilt deine Praxis. Laut IQWiG haben etwa 14 von 100 Frauen und 7 von 100 Männern wiederkehrende Migräneanfälle.
Was klärt die Praxis als Nächstes?
Laut gesund.bund.de liefert oft schon ein ausführliches Gespräch die wesentlichen Hinweise. Typische Fragen:
- Wie fühlen sich die Kopfschmerzen an?
- Wo treten sie auf, und seit wann?
- Gab es sie früher schon?
- Kommen andere Beschwerden dazu?
- Welche Arzneimittel nimmst du, wie oft und seit wann?
Danach untersucht dich die Ärztin oder der Arzt körperlich. Meist lässt sich damit schon klären, ob es Migräne ist. Bleiben Fragen offen, kommen weitere Untersuchungen infrage, etwa eine MRT des Kopfes. Neurologen und Psychiater im Netz schreibt, weitere Untersuchungen seien nur nötig, wenn der Verdacht besteht, dass die Kopfschmerzen nicht von einer Migräne kommen.
Bei Gesundheitsproblemen ist die Hausarztpraxis laut IQWiG meist die erste Anlaufstelle. Wer dich danach betreut, entscheidest du mit deiner Praxis. Gesetzlich Versicherte können über den Terminservice der 116 117 einen Termin suchen.
Was du in den ersten vier Wochen aufschreibst
Neurologen und Psychiater im Netz hält ein Kopfschmerztagebuch über vier bis sechs Wochen für hilfreich. Das IQWiG bietet einen Vordruck zum Ausdrucken, die DMKG einen Kalender als PDF. Beides kannst du herunterladen und ohne App führen.
Pro Attacke sind diese Angaben ein guter Start:
- Datum und Uhrzeit, wann sie anfing.
- Stärke, auf einer festen Skala, die du nicht wechselst.
- Dauer, in Stunden oder grob in Stufen.
- Begleitbeschwerden: Übelkeit, Licht- oder Lärmempfindlichkeit, einseitiger Schmerz.
- Aura: ja oder nein.
- Akutmedikament: ja oder nein, welches und wie viel.
- Eine Notiz: Schlaf, Essen, Stress, was sonst los war.
In Sam stehen diese Felder im Eintrag: Beginn, Stärke in drei Stufen, Dauer in Stufen, Begleitbeschwerden, Aura und eine Notiz. Ein eigenes Feld für Medikamente gibt es nicht. Wenn du magst, schreibst du es in die Notiz. Ein Eintrag dauert etwa 30 Sekunden. Schlaf der Nacht und Herzfrequenzvariabilität kommen bei Einträgen für heute aus Apple Health dazu, du trägst nur ein, was du selbst weißt.
Trag am selben Tag ein, nicht am Sonntag für die ganze Woche. Notiere auch kopfschmerzfreie Tage. Sonst weißt du später nicht, ob ein leerer Tag "frei" oder "vergessen" heißt. Die vollständige Feldliste steht in Kopfschmerzkalender: Vorlage zum Ausdrucken oder App?. Warum Schlaf und Stress in die Notiz gehören, erklärt Migräne-Trigger im Alltag.
Zwei Zahlen aus deinem Tagebuch
Aus dem Tagebuch lesen sich zwei Zahlen ab: an wie vielen Tagen im Monat du eine Attacke hattest und an wie vielen du ein Akutmedikament genommen hast. Laut IQWiG kannst du im Tagebuch ablesen, wie oft es zu Attacken kommt und wie häufig du Medikamente genommen hast. Nach deinen Arzneimitteln fragt die Praxis laut gesund.bund.de ohnehin: welche, wie oft, seit wann. Im Arztbericht aus Sam steht die erste Zahl für den Zeitraum, den du wählst. Die zweite schreibst du bei Bedarf in die freie Notiz oder zählst sie auf Papier, und die Praxis ordnet sie ein.
Ein Beispiel mit erfundenen Zahlen: Nach vier Wochen steht in deinem Papierkalender "fünf Migränetage, an drei davon ein Akutmedikament". Das sind zwei Sätze, mit denen die Praxis arbeiten kann. Was sie für dich bedeuten, ordnet dein Behandlungsteam ein. Laut IQWiG können Schmerz- und Migränemittel Kopfschmerzen verstärken, wenn sie zu oft genommen werden. Auch deshalb fragt die Praxis nach dieser Zahl.
Wie oft ist normal? Das IQWiG beschreibt eine Spanne: Manche Menschen haben nur gelegentlich einen Anfall, andere fallen jeden Monat mehrere Tage aus. Einen Sollwert nennt es nicht.
Dazu gibt es den Fragebogen MIDAS. Er fragt in fünf Fragen, an wie vielen Tagen dich Migräne in den letzten drei Monaten eingeschränkt hat. Der Punktwert ist keine Diagnose, nur eine Zahl für das Gespräch. Im MIDAS-Migräne-Score füllst du ihn selbst aus und bringst das Ergebnis mit.
Ist Migräne heilbar? Wird sie vererbt?
Diese beiden Fragen stellen viele zuerst.
Zur Heilung: Neurologen und Psychiater im Netz beschreibt Migräne als chronische Erkrankung mit Attacken. IQWiG und gesund.bund.de schreiben, dass sie sich mit der Zeit von selbst bessern kann. Bei vielen Frauen bleiben die Anfälle nach den Wechseljahren ganz aus. Eine Aussage für deinen Verlauf folgt daraus nicht. Die kann nur deine Praxis treffen. "Chronische Erkrankung" meint hier übrigens etwas anderes als die Einstufung "chronische Migräne", die an eine bestimmte Zahl von Kopfschmerztagen geknüpft ist.
Zur Vererbung: Neurologen und Psychiater im Netz schreibt auch, für Migräne bestehe eine erbliche Veranlagung. Die genauen Ursachen sind laut IQWiG nicht bekannt. Schreib dir auf, wer in deiner Familie Migräne hat, und sag es deiner Praxis.
Fragen für den nächsten Termin
Was dir erst im Auto einfällt, fehlt im Gespräch. Schreib die Fragen vor dem Termin auf:
- Welche Form von Migräne wurde festgestellt, mit oder ohne Aura?
- Wurde anderes ausgeschlossen, oder stehen weitere Untersuchungen an?
- Welche Angaben aus meinem Tagebuch brauchen Sie, und wie lange führe ich es?
- Welche Medikamente sind für mich vorgesehen, und was halte ich dazu fest?
- Bei welchen Beschwerden melde ich mich vor dem nächsten Termin?
- Gibt es Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen, die Sie empfehlen?
- Wann ist der nächste Termin?
In die Tasche gehören dein Tagebuch, Befunde und Arztbriefe, eine Liste aller Mittel, die du nimmst, auch aus der Apotheke, und der Hinweis, wer in deiner Familie Migräne hat.
Was die Apple Watch beiträgt
Die Apple Watch kann nachts deinen Schlaf aufzeichnen und erfasst die Herzfrequenzvariabilität (HRV) automatisch. Beides landet in Apple Health und ist Kontext für dein Tagebuch, kein Befund. In Sam stehen beide Werte bei neuen Einträgen neben deiner Attacke. Eine Attacke trägst du selbst ein. Wie du die Apple Watch mit Sam verbindest, steht in Migränetagebuch digital: Apple Watch und Sam nutzen.
Wenn es nicht warten kann
Plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehprobleme sind laut gesund.bund.de und IQWiG typische Anzeichen eines Schlaganfalls, manchmal zusammen mit starken Kopfschmerzen. Das ist ein Notfall für die 112, auch wenn du Migräne mit Aura schon kennst. Auch bei Kopfschmerzen, die plötzlich einsetzen und extrem heftig sind, rät der NHS zum Notruf. Ob es eine Aura ist oder etwas anderes, musst du nicht selbst entscheiden. Für lebensbedrohliche Fälle gilt die 112. Der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 hilft außerhalb der Sprechzeiten bei Beschwerden, die nicht bis zum nächsten Tag warten können. So beschreibt es 116117.de. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Einschätzung.
Migräneattacken in Sam festhalten und als Bericht mitnehmen
Du bringst deine Migränetage als Verlauf zum Termin mit, aus dem Migräne-Programm.
- Statt Zettel oder Notizen-App: Jede Attacke ist ein Eintrag in etwa 30 Sekunden, Schlaf und Herzfrequenzvariabilität kommen automatisch aus Apple Health dazu.
- Statt Erinnerung aus dem Kopf: Der Arztbericht als PDF zählt Migränetage für den Zeitraum, den du wählst.
- Statt Apple Health allein: Die Werte stehen neben deinem eigenen Eintrag.
- Statt MIDAS aus dem Gedächtnis: Einmal im Monat füllst du den MIDAS-Fragebogen als kurzen Check-in aus, und der Verlauf steht im Arztbericht.
Sam hält fest, was du einträgst. Das Programm setzt voraus, dass eine Ärztin oder ein Arzt die Migräne festgestellt hat.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
Quellen
Stand: Oktober 2026
- IQWiG, Gesundheitsinformation.de: Migräne (Seite aktualisiert am 13. Juli 2022, gelesen im Oktober 2026)
- IQWiG, Gesundheitsinformation.de: Migräne-Tagebuch (aktualisiert am 13. Juli 2022)
- gesund.bund.de: Migräne: Symptome, Ursachen und Verlauf (Stand 21.12.2022, in Zusammenarbeit mit dem IQWiG)
- Neurologen und Psychiater im Netz: Migräne, Diagnostik, Ursachen und Auswirkungen und Verlauf (fachliche Unterstützung durch einen Professor, DGN und BDN in Klammern genannt; undatiert; als Quelle nennt die Seite die Patienten-Leitlinie von BDN und DGN, April 2007)
- International Headache Society: ICHD-3, 1.1 Migraine without aura und 1.3 Chronic migraine (Hinweis zum Kopfschmerztagebuch)
- Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft: Kopfschmerzkalender zum Ausdrucken
- Stewart WF et al.: Development and testing of the Migraine Disability Assessment (MIDAS) Questionnaire to assess headache-related disability. Neurology 2001;56(Suppl 1):S20-S28, PubMed 11294956
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: 116117.de, Bereitschaftsdienst und Terminservice
- gesund.bund.de: Schlaganfall (Stand 16.12.2022)
- NHS: Headaches (zuletzt geprüft 17. April 2024)
- IQWiG, Gesundheitsinformation.de: Schlaganfall
Mehr zu Migräne
Häufige Fragen
Migräne-Diagnose: Welcher Arzt ist zuständig?+
Bei Gesundheitsproblemen ist die Hausarztpraxis laut IQWiG meist die erste Anlaufstelle. Laut gesund.bund.de lässt sich Migräne meist schon im Gespräch und bei der körperlichen Untersuchung feststellen oder ausschließen. Bleiben Fragen offen, kommen weitere Untersuchungen infrage. Gesetzlich Versicherte können über die 116 117 einen Termin suchen.
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Was passiert bei der Untersuchung beim Neurologen wegen Migräne?+
Zuerst kommt ein ausführliches Gespräch: Wie fühlen sich die Kopfschmerzen an, wo und seit wann, welche Medikamente nimmst du? Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Meist reicht das laut gesund.bund.de aus. Bleiben Fragen offen, kommen weitere Verfahren wie eine MRT des Kopfes infrage.
Ist Migräne heilbar?+
Eine Heilung beschreiben die hier genutzten Quellen nicht. Neurologen und Psychiater im Netz nennt Migräne eine chronische Erkrankung mit Attacken. Laut IQWiG kann sie mit der Zeit von selbst besser werden, bei vielen Frauen bleiben die Anfälle nach den Wechseljahren aus. Was für deinen Verlauf gilt, sagt dir deine Praxis.
Wird Migräne vererbt?+
Neurologen und Psychiater im Netz schreibt, für Migräne bestehe eine erbliche Veranlagung. Die genauen Ursachen sind laut IQWiG nicht bekannt. Wie groß der Einfluss in deiner Familie ist, kann ein Text nicht sagen. Schreib auf, wer bei dir Migräne hat, und sag es deiner Praxis.
Wie oft ist Migräne normal?+
Einen Normalwert nennen die hier genutzten Quellen nicht. Das IQWiG beschreibt eine Spanne: Manche Menschen haben nur gelegentlich einen Anfall, andere fallen jeden Monat an mehreren Tagen aus. Für dich zählt deine eigene Zahl. Nach vier Wochen Tagebuch hast du eine erste Zahl.
Wie lange sollte ich ein Kopfschmerztagebuch führen?+
Neurologen und Psychiater im Netz nennt vier bis sechs Wochen. Die ICHD-3 nennt für die Einordnung häufig wiederkehrender Kopfschmerzen in der Regel ein Tagebuch, das Tag für Tag mindestens einen Monat lang Schmerz und Begleitsymptome festhält. Wie lange du es führst, besprichst du mit deiner Praxis.
Was kann die Apple Watch bei Migräne?+
Sie kann nachts deinen Schlaf aufzeichnen und erfasst die Herzfrequenzvariabilität automatisch. Beides landet in Apple Health und ist Kontext für dein Kopfschmerztagebuch, in Sam steht es bei neuen Einträgen neben deiner Attacke. Eine Attacke trägst du selbst ein. Wie du die Watch mit Sam verbindest, steht in einem eigenen Beitrag.