Teil der Reihe: Leben mit Migräne →
3 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Wie du Migräneattacken von Spannungskopfschmerz unterscheidest

Lerne die Unterschiede zwischen Migräne und Spannungskopfschmerz kennen. Echte Symptome, medizinische Trigger und wie du deine Kopfschmerzen systematisch erfasst.

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Kopfschmerzen sind nicht gleich Kopfschmerzen. Sam begleitet dich bei der täglichen Dokumentation deiner Gesundheit. Viele Nutzer:innen berichten, dass regelmäßiges Tracking ihnen hilft, ihre Kopfschmerzen besser zu verstehen. Der Unterschied zwischen einer Migräneattacke und einem Spannungskopfschmerz ist medizinisch präzise definiert, auch wenn sich beide anfühlen können wie "es tut am Kopf weh".

Was macht eine Migräneattacke aus?

Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) definiert in der ICHD-3 genaue Kriterien für eine Migräneattacke. Eine Migräne ist mehr als ein starker Kopfschmerz. Es geht um eine spezifische Kombination von Merkmalen.

Eine Migräneattacke dauert zwischen 4 und 72 Stunden an. Der Schmerz ist typischerweise einseitig (also nur auf einer Kopfseite), pulsierend und in der Intensität moderat bis schwer. Das Charakteristische ist, dass sich die Migräne durch alltägliche körperliche Aktivität verschlimmert. Bereits ein kurzer Spaziergang oder die Treppe hochgehen können den Schmerz verstärken.

Dazu kommen fast immer Begleitsymptome: Übelkeit oder Erbrechen und mindestens eines der Symptome Licht- oder Lärmempfindlichkeit (Photophobie oder Phonophobie). Manche Menschen berichten auch von visuellen Störungen vor oder während der Attacke, den sogenannten Auren. Aber nicht alle Migräne-Patienten erleben diese.

Der Unterschied: Spannungskopfschmerz

Ein Spannungskopfschmerz fühlt sich anders an. Er ist bilateral (beidseitig), drückend oder beengend. Es fühlt sich eher wie ein Schraubstock um den Kopf an als pulsierend. Die Dauer liegt zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden, aber ein einzelner Anfall dauert typischerweise kürzer als eine Migräne.

Das Wichtigste: Ein Spannungskopfschmerz wird nicht durch körperliche Aktivität verschlimmert. Du kannst mit Spannungskopfschmerzen oft noch arbeiten, spazieren gehen oder deine täglichen Aufgaben erledigen. Bei einer Migräne ist das meist unmöglich. Es gibt auch keine Übelkeit oder Erbrechen. Maximal eine milde Licht- oder Lärmempfindlichkeit kann auftreten, aber nicht beide zusammen. Das unterscheidet den Spannungskopfschmerz von der Migräne.

Spannungskopfschmerzen werden oft mit Stress, Muskelverspannungen im Nacken oder schlechter Körperhaltung verbunden. Sie sind häufiger als Migrä­nen, aber insgesamt weniger belastend.

Trigger erkennen und dokumentieren

Sowohl Migrä­nen als auch Spannungskopfschmerzen haben Trigger: Auslöser, die einen Anfall wahrscheinlicher machen. Die Neurologie kennt hier etablierte Zusammenhänge, besonders bei Migrä­nen.

Schlafmangel ist einer der stärksten Migräne-Trigger. Zu viel Schlaf ist ebenfalls problematisch. Eine unregelmäßige Schlaf-Wach-Rhythmus ist ein häufiger Auslöser. Stress führt oft zu Migrä­nen. Auch die "Erholung nach Stress" kann Migrä­nen auslösen. Viele Patienten berichten von Migrä­nen am Wochenende oder im Urlaub nach stressigen Phasen.

Weitere bekannte Trigger sind ausgelassene Mahlzeiten und Dehydration, hormonelle Veränderungen (besonders bei Menschen, die menstruieren), Alkohol (bei manchen Menschen besonders Rotwein) und Wetterveränderungen (wobei der wissenschaftliche Nachweis hier noch läuft).

Schlaf, Ruhepuls und Migräne: was Apple-Health-Daten zeigen können. Diesen Artikel findest du in unserem Blog. Viele Nutzer:innen von Sam berichten, dass das Verfolgen von Schlaf, Herzfrequenzvariabilität und Stresstrends ihnen hilft, ihre persönlichen Muster zu erkennen. Ein Kopfschmerztagebuch bleibt dabei das wichtigste Werkzeug. Es kann in Papier oder digital geführt werden, damit dein Arzt oder deine Ärztin die Muster sehen kann.

So hilft dir Sam

Sam kann dich unterstützen, indem du deine Schlaf-, Stress- und Bewegungsmuster dokumentierst. Das sind Faktoren, die auch Kopfschmerzen beeinflussen. Durch regelmäßiges Tracking erkennst du möglicherweise deine eigenen Trigger und kannst diese Information in ein Kopfschmerztagebuch integrieren, das du mit deinem Behandlungsteam besprechst.

Sam kostenlos ausprobieren

Sam ist ein Wellness-Begleiter, kein Medizinprodukt. Sam diagnostiziert, behandelt oder verhindert keine Erkrankungen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose, Zielwerte und Therapie legt immer dein Behandlungsteam fest. Sam erfasst keine Migräneattacken direkt und sagt keine Anfälle voraus.

Quellen
  • Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS): ICHD-3 Klassifikation (International Classification of Headache Disorders, 3rd edition)
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): S1-Leitlinie Migräne

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Migräne und Spannungskopfschmerz?+

Eine Migräne ist einseitig, pulsierend, dauert 4–72 Stunden und wird durch körperliche Aktivität schlimmer. Sie kommt mit Übelkeit oder Licht-/Lärmempfindlichkeit. Ein Spannungskopfschmerz ist beidseitig, drückend, kürzer und wird nicht durch Aktivität verschlimmert.

Wie lange dauert eine Migräneattacke?+

Nach der medizinischen Definition dauert eine Migräneattacke zwischen 4 und 72 Stunden. Spannungskopfschmerzen sind meist kürzer (30 Minuten bis wenige Stunden).

Was sind häufige Migräne-Trigger?+

Häufige Trigger sind unregelmäßiger Schlaf, Stress und Stressabbau, ausgelassene Mahlzeiten, Dehydration, hormonelle Veränderungen und bei manchen Menschen Alkohol oder Wetterveränderungen.

Wie helfe ich meinem Arzt, meine Kopfschmerzen richtig zu diagnostizieren?+

Führe ein Kopfschmerztagebuch und notiere Dauer, Intensität, Begleitsymptome und mögliche Trigger. Diese Dokumentation ist ein Standardwerkzeug für Neurologen und Hausärzte.

Kann Sam meine Migrä­nen erkennen oder vorhersagen?+

Nein. Sam erfasst keine Migräneattacken direkt und kann sie nicht vorhersagen. Sam kann dir aber helfen, deine Schlaf-, Stress- und Bewegungsmuster zu verfolgen – Faktoren, die mit Kopfschmerzen zusammenhängen – um deine persönlichen Trigger besser zu verstehen.