Medikamentenliste für den Arzt: Was drauf gehört
Welche Angaben auf die Medikamentenliste für den Arzttermin gehören, warum rezeptfreie Mittel dazugehören und was du zusätzlich mitnimmst.
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Der Termin steht an, und im Wartezimmer fällt dir nicht mehr ein, was du genau nimmst. Bring eine aktuelle Liste oder die Packungen mit, und zwar von allem, was du anwendest, auch ohne Rezept. Das geht auf Papier oder in Sam, wo du deine Medikamente mit Einnahmezeiten festhältst und die eines Programms (ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen) im Arztbericht stehen. Dieser Text zeigt, was auf die Liste gehört, warum, und wie du sie im Termin einsetzt.
Was gehört auf die Medikamentenliste für den Arzttermin?
Gesund.bund.de, das Gesundheitsportal des Bundes, rät, alle Medikamente mit der genauen Dosis aufzuschreiben. Der Medikationsplan der Praxis ist ein guter Maßstab dafür, welche Angaben nützlich sind. Auf ihm stehen laut Verbraucherzentrale unter anderem Handelsname, Wirkstoff, Stärke, Darreichungsform, Einnahme und der Grund. Für deine eigene Liste reicht ein Blatt mit diesen Angaben:
- Name des Mittels, so wie auf der Packung, und der Wirkstoff, falls er dort steht.
- Stärke, zum Beispiel 5 mg pro Tablette.
- Wie viel du wann anwendest, so wie du es tatsächlich machst.
- Wofür du es nimmst. Mit dem Grund kann die Praxis ein Mittel zuordnen, auch wenn jemand anderes es verordnet hat.
- Seit wann du es nimmst und welche Praxis es verordnet hat.
- Allergien und Unverträglichkeiten, die du kennst.
Seit wann, Grund und verordnende Praxis schreibst du selbst dazu. Sie sind Angaben für deine Liste auf Papier oder in einer Notiz, nicht für ein bestimmtes Feld in einer App.
Eine unvollständige Liste ist besser als keine. Fehlt dir etwas, bring die Packung mit oder ergänze es im Gespräch.
Warum gehören rezeptfreie Mittel und Nahrungsergänzung dazu?
Weil die Praxis sonst nur einen Teil dessen sieht, was in deinem Körper ankommt. Gesund.bund.de rät, regelmäßig angewendete Mittel aufzuschreiben, auch frei verkäufliche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel. Laut dem Portal steigt das Risiko unerwünschter Wechselwirkungen, je mehr verschiedene Mittel man nimmt. Das gilt auch für gelegentlich Gekauftes wie Schmerzmittel aus der Apotheke.
Das Merkblatt des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) nennt als Beispiele Naturheilmittel, Vitamine und Mineralstoffe, Salben und Tees. Der britische NHS schreibt, dass manche pflanzlichen Mittel mit gängigen Verordnungen nicht gut zusammenpassen, etwa Statinen, Antidepressiva oder Warfarin, und dass du jede behandelnde Person darüber informieren sollst. Ob ein Mittel zu deinen anderen passt, entscheidet nicht die Liste, sondern deine Praxis oder Apotheke. Die Liste sorgt nur dafür, dass sie davon wissen.
Setze nichts ab und nimm nichts neu, weil du etwas gelesen hast. Das besprichst du im Termin.
Liste oder Packungen: Was nimmst du mit?
Beides funktioniert. Laut gesund.bund.de kannst du die Packungen mitbringen, damit die Praxis den Medikationsplan anpassen kann. Ob dir für den Termin eine vollständige Liste reicht, sagt dir deine Praxis.
Bei einer Beratung in der Apotheke sieht es etwas anders aus. Die Pharmazeutische Zeitung beschreibt, dass man dafür alle Medikamente, auch Nahrungsergänzung und Selbstmedikation, sowie vorhandene Medikationspläne und Arztbriefe mitbringt. Kühlpflichtige Mittel bleiben dabei zu Hause, stattdessen notierst du den genauen Namen, fotografierst die Packung oder bringst den Beipackzettel mit. Das ist die Praxis bei der Apotheken-Beratung, für einen Arzttermin gilt sie nicht automatisch. Frag in deiner Praxis nach.
Arztbriefe und ein Foto vom Medikationsplan kannst du in Sam im Health Vault ablegen, damit sie beim Termin zur Hand sind.
Wie notierst du Bedarfsmedikation und "wie nimmst du es wirklich"?
Eine Liste zeigt, was verordnet ist. Die Praxis will aber auch wissen, was du tatsächlich tust. Das APS nennt als etwas, das du der Praxis erzählen kannst: dass du Medikamente manchmal vergisst. Genauso kannst du fragen, was bei einer vergessenen Anwendung zu tun ist. Die Antwort kommt von deiner Praxis, deiner Apotheke oder aus dem Beipackzettel.
Mittel, die du nur bei Bedarf nimmst, schreibst du mit einem Hinweis wie "bei Bedarf" auf dieselbe Liste. Ergänze, wie oft du sie zuletzt gebraucht hast und wofür. Wie du das Schritt für Schritt festhältst, steht im Beitrag Bedarfsmedikation dokumentieren.
Wenn du ein Mittel anders nimmst, als es verordnet wurde, sag das offen. Das ist keine Beichte, sondern eine Angabe, mit der die Praxis arbeiten kann.
Reicht deine eigene Liste oder brauchst du den Medikationsplan?
Das sind zwei verschiedene Dinge. Der Medikationsplan ist der bundeseinheitliche Plan, den in der Regel deine Hausarztpraxis ausstellt (§ 31a SGB V). Die KBV beschreibt, dass er verordnete Arzneimittel und Selbstmedikation umfasst. Deine Medikamentenliste ist deine eigene Aufzeichnung. Sie ergänzt den Plan, zum Beispiel um Mittel, die dort fehlen, und um das, was du tatsächlich einnimmst.
Auch die Liste in Sam ist eine persönliche Liste und nicht der bundeseinheitliche Medikationsplan. Wer den Plan führt und warum Mittel von anderen Praxen oft fehlen, erklärt der Beitrag Mehrere Ärzte, viele Medikamente: Überblick behalten.
Was sagst du im Termin, und was fragst du?
Fang mit der Liste an: "Das nehme ich, auch ohne Rezept." Danach kannst du fragen. Das APS stellt dafür fünf Fragen bereit: Was ändert sich bei meinen Medikamenten? Wie fühle ich mich mit ihnen? Wie wende ich sie richtig an? Wirken sie, wie sie sollen? Wie geht es weiter?
Die WHO fragt in ihrem Leitfaden zur Medikamentensicherheit außerdem, ob du eine Liste all deiner Medikamente führst und ob du etwas nimmst, das du nicht mehr brauchst. Das sind Fragen an deine Praxis. Entscheiden musst du nichts allein.
Am Ende bittest du darum, Änderungen schriftlich zu bekommen, am besten als aktualisierten Medikationsplan. Trag sie danach am selben Tag in deine Liste ein. Weitere Punkte für den Termin stehen in der Checkliste für den Arzttermin bei chronischer Erkrankung.
Was ändert sich bei mehreren Praxen und vielen Mitteln?
Je mehr Praxen verordnen, desto weniger sieht die einzelne Praxis vom Ganzen. Gib deshalb jeder Praxis eine Kopie deiner Liste und halte sie aktuell. Das rät auch MedlinePlus. Das APS rät außerdem, Medikamente von anderen Ärzten und Käufe ohne Rezept zu erwähnen. Wenn du viele Mittel nimmst, kann eine Praxis oder Apotheke mit dir durchgehen, ob jedes noch nötig ist. Auch das entscheiden sie mit dir.
Medikamente in Sam festhalten und im Arztbericht mitnehmen
Du gehst mit dem in den Termin, was du festgehalten hast, nicht mit dem, was dir gerade einfällt.
- Statt Zettel: In der Medikamentenliste stehen Name, Stärke und Einnahmezeiten, auch Mittel "Bei Bedarf".
- Statt Gedächtnis: Eine Einnahme trägst du direkt ein, auf Wunsch mit einer Erinnerung pro Einnahmezeit.
- Statt Notizen zusammenzusuchen: Der Arztbericht aus dem Tagebuch deines Programms für Bluthochdruck zeigt als PDF die dazugehörigen Medikamente und die Einnahmen, die du eingetragen hast.
Ein eigenes PDF nur mit der Medikamentenliste gibt es nicht, und der Bericht zeigt nur die Medikamente dieses Programms.
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- Medikamentenplan: Vorlage oder App?
- Bedarfsmedikation dokumentieren: Was du notierst
- Dosisänderung dokumentieren: Medikament umgestellt
Quellen
Stand: Oktober 2026
- gesund.bund.de: Arztbesuch: So können Sie sich vorbereiten (Stand 08.04.2024)
- gesund.bund.de: Umgang mit Arzneimitteln (Stand 17.02.2026)
- Verbraucherzentrale: Medikamentenplan: So gelingt der Überblick über eingenommene Tabletten (Stand 20.12.2024)
- KBV: Medikationsplan
- Aktionsbündnis Patientensicherheit: 5 Fragen, wenn es um Ihre Medikamente geht (08.2022)
- Pharmazeutische Zeitung: So soll die Medikationsberatung ablaufen (16.06.2022)
- NHS: Herbal medicines
- MedlinePlus (US National Library of Medicine): Taking multiple medicines safely (Stand 23.07.2024, englisch)
- WHO: 5 Moments for Medication Safety (2019)
Mehr zum Festhalten und Mitnehmen
Häufige Fragen
Was gehört auf eine Medikamentenliste für den Arzttermin?+
Name und Stärke jedes Mittels, wie viel du wann anwendest, wofür du es nimmst, seit wann und welche Praxis es verordnet hat. Dazu gehören auch rezeptfreie Mittel, Nahrungsergänzung, Salben und Tropfen. gesund.bund.de nennt ausdrücklich den Namen und die genaue Dosis.
Muss ich rezeptfreie Mittel und Nahrungsergänzung angeben?+
gesund.bund.de rät dazu, auch frei verkäufliche Mittel und Nahrungsergänzung zu vermerken, weil das Risiko für Wechselwirkungen mit der Zahl der Mittel steigt. Der NHS nennt pflanzliche Mittel als Beispiel, die mit gängigen Medikamenten nicht zusammenpassen können. Ob etwas zusammenpasst, klärt deine Praxis oder Apotheke.
Soll ich die Packungen mitbringen oder reicht eine Liste?+
Beides geht. Laut gesund.bund.de kannst du die Packungen mitbringen, damit die Praxis den Medikationsplan anpassen kann. Kühlpflichtige Mittel bringt man laut Pharmazeutischer Zeitung zur Medikationsberatung in der Apotheke nicht mit, man notiert den Namen oder fotografiert die Packung. Frag deine Praxis, was sie für den Termin bevorzugt.
Ist meine Liste dasselbe wie der Medikationsplan?+
Nein. Den bundeseinheitlichen Medikationsplan stellt in der Regel eine Arztpraxis aus, wenn du mindestens drei verordnete Mittel über mindestens 28 Tage anwendest. Deine eigene Liste ergänzt ihn, zum Beispiel um Mittel ohne Rezept. Mehr dazu im Beitrag über mehrere Ärzte und viele Medikamente.
Was sage ich der Praxis, wenn ich Medikamente manchmal vergesse?+
Sag es offen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit nennt das ausdrücklich als etwas, das du der Praxis mitteilen kannst, und als Frage, die du stellen darfst, wenn du eine Anwendung vergessen hast. Die Antwort gibt deine Praxis oder Apotheke und der Beipackzettel, nicht eine App.
Wie gehe ich vor, wenn ich Medikamente von mehreren Praxen habe?+
Gib jeder Praxis eine Kopie deiner Liste. Eine Praxis weiß nicht automatisch, was eine andere verordnet hat. Wie der Medikationsplan dabei hilft, steht im Beitrag über mehrere Ärzte.
Kann ich meine Medikamentenliste in Sam an die Praxis weitergeben?+
Sam hat keinen Export für die Medikamentenliste allein. Die Medikamente, die mit einem Programm verknüpft sind, stehen im Arztbericht dieses Programms. Den Bericht erstellst du als PDF und nimmst ihn zum Termin mit. Es erscheinen nur die Medikamente, die mit dem Programm verknüpft sind. Alles andere schreibst du auf deine eigene Liste.