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7 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Checkliste für den Arzttermin bei chronischer Erkrankung: vorher, im Gespräch und danach

Arzttermin mit chronischer Erkrankung vorbereiten: was du mitbringst, wie du Symptome in zwei Sätzen beschreibst, was du fragst und was danach zählt.

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Für einen Termin bei chronischer Erkrankung brauchst du vier Dinge: Medikationsplan, Befunde, Messwerte und Notizen zu deinen Beschwerden. Dazu kommt ein Ziel, das am Ende erreicht sein soll. Wer Sam nutzt, hat Beschwerden und die Werte aus Apple Health schon als Verlauf zur Hand.

Diese Checkliste ist für den Routinetermin gedacht, nicht für den ersten Verdacht, und passt zur Hausarztpraxis wie zu Fachpraxen. Alle Felder stehen im Text, du brauchst nur einen Zettel oder eine Notiz-App. Bereitest du den Termin für deine Eltern vor, hilft die Seite Arztbesuch mit Eltern vorbereiten: Checkliste.

Vor dem Termin: die drei Fragen, die du klären willst

Der Termin ist kurz. Eine Übersichtsarbeit in BMJ Open nennt für Deutschland im Schnitt 7,6 Minuten pro Hausarztkonsultation, allerdings aus einer Studie von 2002. Mit drei Fragen nutzt du die Zeit besser:

  1. Was soll am Ende geklärt sein? Ein Rezept, eine Überweisung, ein Befund oder die Entscheidung über eine Untersuchung.
  2. Was hat sich seit dem letzten Termin verändert? Besser, gleich oder schlechter, am besten mit einer Zahl.
  3. Was brauche ich von der Praxis? Ein Folgerezept, eine Bescheinigung oder die Kopie eines Befunds.

Schreib die Antworten in drei Zeilen auf und gib den Zettel zu Beginn ab oder lies ihn vor. Dann weiß die Praxis, worum es dir geht, bevor die Uhr läuft.

Was du mitbringst: Karte, Medikationsplan, Befunde, Werte

  • Gesundheitskarte und, falls vorhanden, die Überweisung.
  • Medikationsplan mit allem, was du nimmst, auch rezeptfrei.
  • Befunde und Arztbriefe seit dem letzten Termin: Labor, Bildgebung, Klinik, Reha.
  • Messwerte, die du selbst erhebst, mit Datum und Uhrzeit.
  • Notizen zu Beschwerden, siehe unten.
  • Deine Fragen, die wichtigste zuerst.
  • Impfpass und Ausweise wie Allergie- oder Implantatpass, wenn sie zum Thema passen.

Du bist gesetzlich versichert und nimmst mindestens drei verordnete Arzneimittel gleichzeitig? Dann hast du Anspruch auf einen Medikationsplan auf Papier und auf einen elektronischen Medikationsplan (Paragraf 31a SGB V). Nach den Angaben der KBV gilt das für systemisch wirkende Mittel, die du mindestens 28 Tage anwendest. Auch rezeptfreie Mittel gehören in den Plan, sag deiner Praxis also, was du ohne Rezept nimmst. Ändert die Ärztin deine Medikation, muss sie den Plan aktualisieren. Lies ihn vor dem Termin einmal durch, und wenn du etwas anders nimmst als verordnet, sag das offen.

Seit dem 1. Oktober 2025 müssen Praxen, Krankenhäuser und Apotheken die elektronische Patientenakte nutzen. Praxen und Krankenhäuser müssen Befundberichte und Arztbriefe aus der aktuellen Behandlung dort ablegen, wenn du gesetzlich versichert bist und nicht widersprochen hast. Frag, ob deine neuen Befunde dort schon liegen. Was fehlt, bringst du mit. Wie ePA und eigene Aufzeichnungen zusammenpassen, steht in ePA und Gesundheits-App: Was gehört wohin?.

Fehlt etwas? So bekommst du eine Kopie deiner Akte

Nach Paragraf 630g BGB hast du auf Verlangen Anspruch auf Einsicht in die vollständige Behandlungsakte. Du kannst auch Abschriften verlangen, ebenso elektronische. Die erste Abschrift ist kostenlos, das steht inzwischen ausdrücklich in Paragraf 630g BGB.

So gehst du vor:

  • Schreib die Praxis an, per Brief oder E-Mail. Eine bestimmte Form nennt das Gesetz nicht.
  • Nenne Zeitraum und Inhalt, zum Beispiel "Arztbriefe, Laborwerte und Bildbefunde seit Januar 2024".
  • Bitte um PDF oder Papier.
  • Frag mindestens eine Woche vor dem Termin, nicht am Tag davor.

Das Recht endet dort, wo erhebliche therapeutische Gründe oder erhebliche Rechte Dritter entgegenstehen. Eine Ablehnung muss begründet werden.

Deine Daten auf einer Seite: Verlauf statt Erinnerung

Beim Routinetermin geht es um den Verlauf seit dem letzten Mal. Aus dem Kopf fällt das oft schwer, denn wie oft etwas in den letzten Wochen auftrat, weiß man meist nicht genau.

Eine Seite mit Daten ist im Termin schneller besprochen als dreißig Screenshots. Das gehört darauf:

  • Der Zeitraum, zum Beispiel die letzten zwölf Wochen.
  • Die Zahl der Tage mit Beschwerden und der Ausfalltage.
  • Deine zwei oder drei wichtigsten Beschwerden.
  • Messwerte als Reihe: vierzehn Werte aus einer Woche sagen mehr als einer aus dem Wartezimmer.
  • Wie oft du Bedarfsmedikation gebraucht hast.
  • Was sich verändert hat.

In Sam hältst du Beschwerden im Symptomtagebuch fest, Schlaf, Ruhepuls und Aktivität kommen aus Apple Health dazu, und den Monatsbericht teilst du als PDF.

Smartwatch-Werte wie Ruhepuls oder Schlaf kommen aus Sensoren am Handgelenk und ersetzen keine Messung in der Praxis. Nimm sie als Ergänzung mit, nicht als Beweis. Mehr dazu in Wearable-Daten beim Arzt mitbringen.

Symptome beschreiben: seit wann, wie oft, wie stark

Statt "Ich bin oft müde" sagst du: "Seit Mitte August bin ich an vier Tagen pro Woche so erschöpft, dass ich nach der Arbeit nichts mehr schaffe. Vorher waren es ein bis zwei Tage." Das sind zwei Sätze, und sie nennen Zeitraum und Häufigkeit.

Ein Eintrag in deinem Beschwerdeprotokoll braucht nur sieben Felder:

  • Datum und Uhrzeit.
  • Was du gespürt hast.
  • Die Stärke auf einer Skala, die du immer gleich nutzt, etwa leicht, mittel, stark.
  • Wie lange es gedauert hat.
  • Die Situation: Ruhe, Belastung, nach dem Essen, Stress.
  • Ob du Bedarfsmedikation genommen hast.
  • Ob der Tag ausgefallen ist.

Notiere am selben Tag, nicht im Nachhinein. Fühlst du dich im Gespräch nicht ernst genommen, hilft Was Dokumentation wirklich ändert.

Erster Termin beim Kardiologen oder Neurologen

Eine Fachpraxis kennt deine Vorgeschichte beim ersten Termin oft nur in Teilen und fragt nach Beginn, Verlauf, Auslösern und Vorerkrankungen. Bring deshalb mehr Vorgeschichte mit als zur Hausärztin.

Zum Kardiologen:

  • Frühere EKG-Befunde und Berichte von Klinik, Katheter oder Reha.
  • Deine selbst gemessenen Blutdruckwerte mit Datum und Uhrzeit, zum Beispiel aus den letzten ein bis zwei Wochen. Frag die Praxis, welchen Zeitraum sie sehen möchte.
  • Herzerkrankungen in deiner Familie.
  • Eine Notiz, wann Beschwerden auftraten: in Ruhe oder bei Belastung, wie lange.

Bist du in einem DMP eingeschrieben, füllt deine Praxis regelmäßig einen festen Dokumentationsbogen aus, meist in jedem oder jedem zweiten Quartal. Was dazugehört, steht im Überblick zum DMP-Quartalstermin, für die koronare Herzkrankheit in DMP-KHK Termin vorbereiten.

Zum Neurologen:

  • Befunde und Bilder von MRT oder CT.
  • Alle Medikamente, auch Schmerzmittel, und an wie vielen Tagen im Monat du sie nimmst.
  • Aufzeichnungen zu Anfällen, Kopfschmerzen oder Schwindel mit Datum, Dauer und Situation.
  • Eine Person, die einen Anfall oder Aussetzer gesehen hat. Sie kann den Ablauf beschreiben, wenn du dich nicht erinnerst.

Für Kopfschmerzen gibt es Kopfschmerzkalender: Vorlage zum Ausdrucken oder App?.

Im Gespräch: mitschreiben, nachfragen, nächsten Schritt klären

Gib dein Blatt am Anfang ab und nenne dein Ziel in einem Satz. Schreib mit oder bitte eine Begleitperson darum, und sag der Praxis vorher Bescheid, wenn du jemanden mitbringst.

Frag am Ende:

  • Was ist der nächste Schritt, und wann passiert er?
  • Was soll ich bis zum nächsten Termin aufschreiben?
  • Ändert sich etwas an meiner Medikation, und wird der Plan angepasst?
  • Was tue ich, wenn es zwischen den Terminen schlechter wird?
  • Wann soll ich wiederkommen?

Fass zum Schluss in eigenen Worten zusammen: "Ich habe verstanden, dass ...". Stimmt etwas nicht, fällt es so oft noch im Gespräch auf.

Dieser Text ersetzt keine Notfallhilfe. In lebensbedrohlichen Fällen rufst du die 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Nach dem Termin: was du festhältst

Schreib noch am selben Tag auf, was besprochen wurde. Details verblassen schnell.

  • Was wurde entschieden: Untersuchung, Überweisung, Rezept.
  • Welche Medikamente neu oder geändert sind und ob dein Plan angepasst wurde.
  • Der nächste Termin und was bis dahin zu erledigen ist.
  • Offene Fragen für das nächste Mal.
  • Befunde, die noch kommen, und wer sie dir schickt.

Hat eine Fachpraxis an deine Hausarztpraxis berichtet, frag nach einer Kopie des Arztbriefs. Leg danach deine Seite mit Datum ab. Beim nächsten Termin hast du einen Vergleichswert.

Beschwerden in Sam festhalten und als Verlauf zum Termin mitnehmen

Du kommst mit einem Verlauf statt mit Erinnerungslücken in den Termin, und die Praxis sieht auf einer Seite, was sich seit dem letzten Mal getan hat.

  • Statt Zettel oder Notizen-App: Beschwerden trägst du im Symptomtagebuch ein, Schlaf, Puls und Aktivität liest Sam aus Apple Health dazu. Du schreibst nur auf, was du selbst weißt.
  • Statt Erinnerung aus dem Kopf: In den Programmen mit Medikamentenplan hakst du ab, wann du dein Medikament genommen hast, und siehst die Einnahme im Verlauf.
  • Statt Screenshots: Der Monatsbericht lässt sich als PDF teilen.
  • Statt loser Blätter: Befunde und Arztbriefe liegen im Health Vault.

Sam ersetzt kein Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

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Sam ist ein Wellness-Begleiter, kein Medizinprodukt. Sam kann Erkrankungen weder diagnostizieren noch behandeln, heilen oder verhindern und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

Häufige Fragen

Wie bereite ich mich auf ein Arztgespräch vor?+

Schreib vorher drei Dinge auf: was am Ende geklärt sein soll, was sich seit dem letzten Termin verändert hat und was du von der Praxis brauchst. Nimm Medikationsplan, Befunde, Messwerte und deine Notizen mit. Gib das Blatt zu Beginn ab, dann bleibt die Zeit für Fragen.

Was muss ich zum Kardiologen mitnehmen?+

Gesundheitskarte, Überweisung, Medikationsplan, frühere EKG-Befunde und Berichte von Klinik, Katheter oder Reha. Dazu deine selbst gemessenen Blutdruckwerte mit Datum und Uhrzeit, zum Beispiel aus den letzten ein bis zwei Wochen. Frag die Praxis, welchen Zeitraum sie sehen möchte. Notiere, wann Beschwerden auftraten: in Ruhe oder bei Belastung, wie lange. Frag in der Familie nach Herzerkrankungen.

Was nehme ich zum ersten Termin beim Neurologen mit?+

Befunde und Bilder von MRT oder CT, alle Medikamente einschließlich Schmerzmittel und Aufzeichnungen zu Beschwerden mit Datum, Dauer und Situation. Hat jemand einen Anfall oder Aussetzer gesehen, kann er den Ablauf beschreiben. Das hilft, wenn du dich selbst nicht erinnerst.

Wie beschreibe ich meine Symptome beim Arzt?+

Nenne, seit wann, wie oft, wie stark, wie lange und in welcher Situation. Sag zum Beispiel: Seit Mitte August bin ich an vier Tagen pro Woche stark erschöpft, vorher waren es ein bis zwei. Vergleiche mit dem letzten Termin: besser, gleich oder schlechter.

Soll ich meine Apple-Watch-Daten zum Arzt mitnehmen?+

Als Ergänzung ja, wenn sie zu deinem Thema passen, etwa Schlaf oder Ruhepuls als Verlauf auf einer Seite. Sie kommen aus Sensoren am Handgelenk und ersetzen keine Messung in der Praxis. Eine Apple Watch misst keinen Blutdruck. Frag die Praxis, ob sie die Daten sehen möchte.

Wie bekomme ich eine Kopie meiner Patientenakte?+

Bitte die Praxis schriftlich um Abschriften und nenne Zeitraum und Inhalt, zum Beispiel Arztbriefe und Laborwerte seit 2024. Nach Paragraf 630g BGB hast du darauf Anspruch, auch elektronisch. Die erste Abschrift ist kostenlos. Das steht inzwischen ausdrücklich im Gesetz.

Welche Fragen sollte ich dem Arzt am Ende stellen?+

Was ist der nächste Schritt und wann? Was soll ich bis zum nächsten Termin aufschreiben? Ändert sich etwas an meiner Medikation? Was tue ich, wenn es zwischen den Terminen schlechter wird? Wann komme ich wieder? Fass zum Schluss in eigenen Worten zusammen, was du verstanden hast.