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5 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Bedarfsmedikation dokumentieren: Was du notierst

Bedarfsmedikation dokumentieren: Welche Angaben du bei jeder Einnahme festhältst, wie du die Wirkung notierst und was die Praxis daraus liest.

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Du hast ein Mittel "bei Bedarf" verschrieben bekommen, und die Praxis fragt später, wie oft du es gebraucht hast und ob es geholfen hat. Aus dem Kopf klappt das selten. Auf Papier geht es, und in Sam trägst du eine Einnahme direkt ein, ohne dass du dafür einen Plan brauchst. Dieser Text zeigt, welche Angaben zu jeder Einnahme gehören und wie du sie festhältst, ohne Empfehlungen zur Dosis zu geben.

Was ist Bedarfsmedikation und warum fragt die Praxis danach?

Bedarfsmedikation nimmst du bei Beschwerden und nicht nach Uhrzeit. Typische Beispiele sind Schmerzmittel, Migränemittel (Triptane), Mittel gegen Übelkeit und das Asthmaspray für akute Atemnot. Dagegen läuft ein Tabletten-Plan jeden Tag zu festen Zeiten.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) schreibt für den klinischen Alltag: Bei jeder Bedarfsgabe sollen Grund, Datum, Uhrzeit und Menge festgehalten werden, und Wirkung und Verträglichkeit sollen regelmäßig geprüft und dokumentiert werden. Der Text richtet sich vor allem an Pflegeeinrichtungen und Kliniken. Für dein privates Tagebuch ist es kein Gesetz, aber eine brauchbare Vorlage dafür, was später interessiert.

Höchstmenge und Mindestabstand legt dabei die verordnende Person fest. Du findest sie auf der Verordnung und im Beipackzettel, nicht in deinem Tagebuch.

Was gehört zu jeder Einnahme in dein Medikamenten-Tagebuch?

Aus AkdÄ, Schmerzgesellschaft, The Migraine Trust und National Migraine Centre lässt sich eine kurze Liste ableiten. Pro Einnahme notierst du:

  1. Datum und Uhrzeit.
  2. Grund: Welche Beschwerde oder Situation war der Anlass?
  3. Name und Stärke des Mittels, so wie auf der Packung.
  4. Menge: Tabletten, Hübe oder Milliliter.
  5. Wirkung, wie du sie erlebt hast (siehe nächster Abschnitt).
  6. Ob du dasselbe Mittel am selben Tag ein zweites Mal genommen hast. Das National Migraine Centre bittet dafür um einen neuen Eintrag.
  7. Nebenwirkungen oder Auffälliges, so wie du es erlebt hast.
  8. Eine freie Notiz, zum Beispiel zu Schlaf, Stress oder anderen Mitteln.

Rezeptfreie Mittel gehören dazu. Die Verbraucherzentrale nennt sie für den Medikationsplan ausdrücklich als Ergänzung, wenn Praxis oder Apotheke das sinnvoll finden. Trag am besten direkt nach der Einnahme ein, nicht am Wochenende für die ganze Woche.

Wie hältst du die Wirkung fest, ohne zu messen?

Du musst nichts messen. Zwei Wege reichen. Der erste ist eine Zahl von 0 bis 10 für deine Beschwerde, wie sie das National Migraine Centre für Kopfschmerzen vorschlägt. Der zweite ist ein kurzer Satz, etwa "nach etwa einer Stunde deutlich leichter" oder "keine Veränderung".

Wichtig ist, dass du dir einen Zeitpunkt aussuchst und ihn beibehältst. Dann lassen sich spätere Einträge miteinander vergleichen. Die Schmerzgesellschaft nennt als Zweck eines Tagebuchs, dass die Praxis Verlauf und Behandlung beurteilen kann. Das Beurteilen bleibt dort.

Medikamentenplan oder Medikamenten-Tagebuch: Was ist der Unterschied?

Der Medikationsplan ist eine Liste: Was nimmst du, in welcher Stärke, wie, wann und wofür. Die Verbraucherzentrale beschreibt ihn so, und sie rät, ihn bei jedem Arztbesuch und in der Apotheke vorzuzeigen. Er sagt aber nichts darüber, was du in den letzten vier Wochen tatsächlich genommen hast.

Das Tagebuch hält genau das fest: jede einzelne Einnahme mit Grund und Wirkung. Beides ergänzt sich.

Die persönliche Liste in Sam ist nicht der bundeseinheitliche Medikationsplan. Sie ist deine eigene Übersicht.

Wie sieht ein Eintrag aus?

Drei kurze Beispiele mit erfundenen Angaben. Sie sind Muster für das Format und keine Empfehlung, was du nehmen sollst.

Datum, UhrzeitGrundMittel, MengeWirkung
14.10., 08:15Kopfschmerz seit dem AufwachenTriptan wie verordnet, 1 Tablettenach ca. 1 Std. von 7 auf 3
15.10., 17:40Pfeifen beim TreppensteigenAsthmaspray wie verordnet, 2 Hübenach 10 Min. besser
16.10., 21:05Übelkeit nach dem EssenMittel gegen Übelkeit, 1 Tablettekeine Veränderung

Eine Spalte für den Grund ist die wichtigste. Ohne sie weiß später niemand, wofür das Mittel gebraucht wurde.

Was zählt die Praxis, wenn du die Einträge mitbringst?

Meist drei Dinge: wie oft du das Mittel gebraucht hast, wofür und ob es gewirkt hat. Gezählt werden bei manchen Mitteln Tage mit Einnahme, nicht einzelne Tabletten.

Solche Schwellen gibt es nur für bestimmte Mittelgruppen. Für Kopfschmerz und Migräne nennt die Leitlinie von NHS Scotland: Wer schon eine Kopfschmerzerkrankung hat und über drei Monate regelmäßig einfache Schmerzmittel an 15 oder mehr Tagen im Monat nimmt, oder Triptane, Opioide und Kombinationspräparate an 10 oder mehr Tagen, erfüllt dort die Grenze für Medikamentenübergebrauch. Was davon für dich zutrifft, klärt deine Praxis.

Für das Asthmaspray nennt die Wohltätigkeitsorganisation Asthma + Lung UK: Wer ein Bedarfsspray dreimal pro Woche oder öfter braucht, sollte zeitnah die Hausarztpraxis kontaktieren. Das ist die Einschätzung dieser Organisation, keine Aussage über dich. Wenn das Spray bei Atemnot nicht hilft, ruf den Notruf 112.

Dein Tagebuch nennt dir keinen Grenzwert, es liefert nur die Zahlen für dieses Gespräch. Bei langanhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen und bei Anzeichen einer Abhängigkeit rät gesund.bund.de, ärztlichen Rat einzuholen.

Einnahme für Angehörige dokumentieren: Wer trägt ein?

Wenn du für jemand anderen mitschreibst, kläre zuerst, wer was einträgt und wem die Notizen gehören. Am einfachsten funktioniert das, wenn die betroffene Person selbst notiert und du mitliest.

In Sam geht das über den Care Circle. Die Person, die Sam nutzt, legt selbst fest, was gelesen werden darf, pro Person und widerrufbar. Du siehst dann, was sie freigibt, kannst aber keine Medikamente für sie eintragen oder ändern. Weitergegeben werden nur Medikamente, die mit einem Programm verknüpft sind, das die Person freigibt, also mit einem eigenen Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen. Eine Checkliste für den Termin findest du in Arzttermin bei chronischer Erkrankung: Checkliste für dich.

Bedarfsmedikation in Sam festhalten und zum Termin mitnehmen

Du trägst jede Einnahme bei Bedarf direkt ein, und im Programm für Migräne oder Asthma zählt der Arztbericht die Tage mit Einnahme.

  • Statt Zettel: In der Medikamentenliste legst du ein Mittel als "Bei Bedarf" an, getrennt von "Täglich". Der Chip "Medikamente" in "Heute" trägt die Einnahme ein, ein Hinweis lässt dich sie rückgängig machen.
  • Statt Notizen-App: In den Tagebüchern der Programme für Migräne, Asthma, Heuschnupfen, Reflux und Gicht hängt die Einnahme am selben Eintrag wie dein Symptom.
  • Statt Erinnerung im Termin: Der Arztbericht des Programms enthält die verknüpften Medikamente.

Grund und Wirkung fragt Sam bei der Einnahme nicht ab, und eine eigene Medikamentenliste zum Ausdrucken gibt es nicht. Mehr zum Tagebuch: Programm für Migräne.

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Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Was bedeutet Bedarfsmedikation auf dem Rezept oder Medikationsplan?+

Du nimmst das Mittel nur, wenn Beschwerden auftreten, nicht zu festen Uhrzeiten. Das DocCheck Flexikon beschreibt sie als Medikation für plötzliche Beschwerden, meist verordnet und an Indikation, Dosierung und höchste Häufigkeit gebunden. Beispiele sind Schmerzmittel, Triptane oder Mittel gegen Übelkeit. Wie viel und wie oft in deinem Fall gilt, steht auf der Verordnung und im Beipackzettel.

Muss ich jede Einnahme bei Bedarf aufschreiben?+

Das schreibt dir für den privaten Alltag niemand vor. Es hilft aber, wenn die Praxis später nachfragt, wie oft du das Mittel gebraucht hast und ob es gewirkt hat. Frag deine Praxis, welche Angaben sie für dein Mittel sehen möchte.

Wie lange sollte ich ein Medikamenten-Tagebuch führen?+

Das hängt vom Anlass ab, und die Praxis kann es dir sagen. Das National Migraine Centre empfiehlt für Kopfschmerzen einen Monat oder so lange wie möglich vor dem Termin. pflege.de rät dazu, ein Schmerztagebuch für einen begrenzten Zeitraum zu führen und das Format mit der Praxis abzustimmen.

Gehört Bedarfsmedikation auf den Medikationsplan?+

Vorgesehen ist es: Der bundeseinheitliche Medikationsplan kennt eine eigene Zwischenüberschrift "Bedarfsmedikation". Ob dein Mittel dort steht, entscheiden Praxis oder Apotheke, wenn sie den Plan ausstellen oder ergänzen.

Was tue ich, wenn ich vergessen habe, eine Einnahme zu notieren?+

Trag sie nach, sobald du daran denkst, mit dem, was du sicher weißt, und lass Unsicheres weg. Nachträgliche Einträge sind weniger genau, weil man Angaben beim Zurückdenken leicht verändert. Das ist kein Grund, das Tagebuch aufzugeben.

Reicht Apple Health als Medikamenten-Tagebuch?+

Apple Health allein kann Medikamente führen, eine Einnahme bei Bedarf von Hand eintragen und die Medikamentenliste als PDF ausgeben. In Sam hängt die Einnahme im Tagebuch eines Programms am selben Eintrag wie das Symptom, und der Arztbericht dieses Programms enthält die verknüpften Medikamente.

Kann ich die Einnahmen eines Angehörigen für ihn eintragen?+

In Sam führt jede Person ihre eigene Medikamentenliste. Über den Care Circle kann die Person selbst festlegen, was jemand anderes lesend sieht, und das jederzeit widerrufen. Wer Bedarfsmedikation für einen Angehörigen notiert, sollte vorher mit ihm und der Praxis klären, wer wann einträgt.