Prädiabetes, was tun? Die nächsten Schritte nach dem Befund
Prädiabetes, was tun? Was nach dem Befund kommt: zweiter Wert, Hausarztpraxis, Empfehlung der Leitlinie, Kurse der Krankenkasse und wann du früher gehst.
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Nach dem Check-up oder auf dem Laborbericht steht das Wort Prädiabetes, und du fragst dich, was jetzt passiert. Meist folgen ein Gespräch in der Hausarztpraxis, vielleicht ein zweiter Wert und ein Termin zur Kontrolle. Den Bericht kannst du in eine Mappe legen oder in den Medizinischen Dokumenten von Sam ablegen, die nach deiner Einwilligung HbA1c und Blutzucker aus dem Bericht lesen und bei der Kontrolle die letzten beiden Laborberichte vergleichen.
Dieser Beitrag beschreibt den Weg nach dem Ergebnis: was der Befund bedeutet, wer dich begleitet, was die Leitlinie empfiehlt und wann du nicht bis zur Kontrolle wartest. Die einzelnen Grenzwerte und Kontrollabstände erklärt der Beitrag Prädiabetes: HbA1c-Werte verstehen. Was Sam bei Prädiabetes festhält, steht auf der Seite zu Prädiabetes.
Was heißt es, wenn der Befund Prädiabetes lautet?
Der Diabetesinformationsdienst diabinfo.de nennt Prädiabetes die Vorstufe von Typ-2-Diabetes. Die Blutzuckerwerte sind erhöht, aber noch nicht so hoch, dass sie als Diabetes gelten.
Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes vermeidet den Begriff. Sie spricht von Laborwerten im Bereich des erhöhten Diabetesrisikos. Gemeint ist einer dieser Werte:
- HbA1c von 5,7 bis unter 6,5 Prozent (39 bis unter 48 mmol/mol)
- Nüchternblutzucker von 100 bis 125 mg/dl (5,6 bis 6,9 mmol/l)
- Zweistundenwert im Zuckerbelastungstest (oGTT) von 140 bis 199 mg/dl
Nicht alle ziehen die Grenze gleich: Die WHO beginnt beim Nüchternwert erst bei 110 mg/dl. Mehr dazu im Beitrag zu den HbA1c-Werten.
Liegt ein Wert von dir in diesem Bereich, gilt er nach der Leitlinie noch nicht als Diabetes, zeigt aber ein erhöhtes Risiko dafür. Wie deine Werte einzuordnen sind, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt, gegebenenfalls erst nach einer zweiten Messung. Wie es weitergeht, lässt sich nicht im Voraus sagen. Je länger Studien Menschen mit solchen Werten beobachten, desto mehr von ihnen entwickeln laut NVL einen Diabetes. diabinfo.de schreibt zugleich, Studien zeigten, dass sich Prädiabetes zurückentwickeln kann. Wohin sich deine Werte bewegen, zeigen erst die Kontrollen.
Muss der Wert noch einmal gemessen werden?
Oft ja, aber die Fachgesellschaften sehen das unterschiedlich. Das US-Institut NIDDK rät: Liegt der HbA1c ohne Beschwerden im Prädiabetes- oder Diabetes-Bereich, folgt ein zweiter Test an einem anderen Tag. In Deutschland führt die NVL abweichende Positionen auf:
- DDG und DGIM empfehlen bei Menschen mit erhöhtem Risiko mindestens zwei verschiedene Laborparameter; ein einzelner Nüchternwert reicht ihnen nicht.
- DEGAM und AkdÄ halten den Nüchternblutzucker beim Gesundheits-Check-up für ausreichend, wenn kein weiterer Verdacht besteht.
- Widersprechen sich HbA1c und Nüchternwert, sieht die NVL einen dritten Laborwert vor, gegebenenfalls einen oGTT.
Die zweite Messung kann auch in die andere Richtung zeigen. Die Diagnose Typ-2-Diabetes soll laut NVL auf bestätigten Laborwerten beruhen, also auf mindestens zwei Werten. Kommt es so, bespricht deine Praxis mit dir die nächsten Schritte bei Typ-2-Diabetes. Was Sam dann festhält, steht auf der Seite zu Typ-2-Diabetes.
Für die Diagnose eines Typ-2-Diabetes sollen laut NVL venöses Plasma und standardisierte, qualitätsgesicherte Labormethoden verwendet werden. Geräte zur Selbstmessung eignen sich laut Leitlinie dafür nicht, und ein Wert von einer Uhr ersetzt den Labortest ebenfalls nicht. Die US-Behörde FDA hatte 2024 keine Smartwatch zugelassen, die den Blutzucker selbst misst oder schätzt; mehr dazu erklärt der Beitrag Kann die Apple Watch meinen Blutzucker messen?
Wird der Nüchternblutzucker wiederholt, kommst du nüchtern zur Blutabnahme; das gilt laut diabinfo.de auch für den Check-up. Wie lange du vorher nichts isst, sagt dir die Praxis. Den Abstand bis zur nächsten Kontrolle legt deine Praxis fest. Die Empfehlungen von DDG, DEGAM, ADA und NICE vergleicht der Beitrag zu den HbA1c-Werten. Dort steht auch, wann ein HbA1c verfälscht sein kann, etwa bei Blutarmut oder in der Schwangerschaft.
Wer begleitet dich bei Prädiabetes?
In Deutschland ist das meist die Hausarztpraxis. Prädiabetes kann beim Gesundheits-Check-up der gesetzlichen Krankenkassen auffallen, wenn dort der Blutzucker bestimmt wird. Er findet laut diabinfo.de meist bei der Hausärztin oder dem Hausarzt statt. Gesetzlich Versicherte haben zwischen 18 und 34 einmal Anspruch darauf, ab 35 alle drei Jahre. Laborwerte gehören laut diabinfo.de ab 35 standardmäßig dazu, bei jüngeren Erwachsenen nur, wenn Risikofaktoren bestehen.
Nach dem Check-up bespricht die Ärztin oder der Arzt die Ergebnisse mit dir. Die Beratung richtet sich laut diabinfo.de nach deinem persönlichen Risikoprofil. Anhand der Ergebnisse kann die Praxis Präventionsmaßnahmen empfehlen.
Für die Einschätzung des Risikos stehen der Hausarztpraxis laut NVL zwei für Deutschland geprüfte Fragebögen zur Verfügung: der Deutsche Diabetes-Risiko-Score (DRS) und der GesundheitsCheck FINDRISK. Beide kommen ohne Laborwerte aus und ersetzen die Blutwerte deshalb nicht.
Kam der Wert aus einer anderen Quelle, etwa aus einem Krankenhausbericht oder von einer Untersuchung im Betrieb, nimm den Bericht mit in die Hausarztpraxis. Dort laufen die Werte zusammen, und dort wird auch die nächste Kontrolle geplant.
Ob zusätzlich eine diabetologische Schwerpunktpraxis dazukommt, entscheidet deine Hausarztpraxis. Wer bei einem bestätigten Typ-2-Diabetes zuständig ist, erklärt der Beitrag Welcher Arzt bei Diabetes Typ 2? Brauchst du eine Überweisung in eine Fachpraxis, steht im Beitrag Facharzttermin bekommen, wie die Terminservicestelle 116 117 und der Dringlichkeitscode funktionieren.
Was empfiehlt die Leitlinie, wenn die Werte im Risikobereich liegen?
Die NVL gibt dazu eine starke Empfehlung: Bei Laborwerten im Bereich des erhöhten Diabetesrisikos sollen lebensstilmodifizierende Maßnahmen empfohlen werden. In der Begründung nennt sie als Beispiele Ernährungstherapie und körperliche Aktivität. Dort hebt sie körperliche Aktivität und den Verzicht auf Tabak hervor, weil beide auch andere chronische Erkrankungen günstig beeinflussen, die mit einem Diabetes einhergehen können.
Die NVL nennt auch mögliche Schäden. Vor allem übersteigerte oder unangemessen intensive körperliche Aktivität kann schaden; das lässt sich laut Leitlinie durch Aufklärung und enge Abstimmung am Anfang verringern. Als weiteren möglichen Schaden nennt sie Stigmatisierung und Verunsicherung der Betroffenen.
Mehr legt die Leitlinie an dieser Stelle nicht fest. Das Kapitel zur nicht-medikamentösen Therapie ist laut NVL noch in Arbeit (Stand Oktober 2026). Einen Ernährungsplan oder ein Gewichtsziel findest du darum in diesem Beitrag nicht. Was die Empfehlung für dich heißt, besprichst du mit deiner Praxis. Sie kennt deine Werte, Vorerkrankungen und Medikamente.
Ob Medikamente infrage kommen, entscheidet ebenfalls deine Ärztin oder dein Arzt. Laut diabinfo.de verschreiben Fachkräfte sie wegen möglicher Risiken und Nebenwirkungen nur, wenn der Nutzen überwiegt.
Welche Kurse gibt es über die Krankenkasse?
Nach dem Check-up kann die Ärztin oder der Arzt laut diabinfo.de bei Bedarf eine schriftliche Präventionsempfehlung ausstellen. Viele Krankenkassen unterstützen solche Gesundheitskurse.
Gesetzliche Krankenkassen bieten nach Paragraf 20 SGB V Leistungen zur verhaltensbezogenen Prävention an. Die Kurse prüft im Auftrag der Kassen die Zentrale Prüfstelle Prävention. Sie zertifiziert in vier Handlungsfeldern: Bewegung, Ernährung, Stress- und Ressourcenmanagement und Suchtmittelkonsum. Welche Kurse deine Kasse anbietet und unter welchen Bedingungen, erfährst du bei ihr. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Kann man Prädiabetes haben, obwohl man schlank ist?
Ja. Die britische Organisation Diabetes UK schreibt, Prädiabetes sei bei Übergewicht häufiger, könne aber auch Menschen mit gesundem Gewicht betreffen. Das Gewicht allein verursache ihn nicht.
Die NVL nennt Risikofaktoren, die nicht das Gewicht selbst betreffen, unter anderem:
- Diabetes in der Familie
- höheres Lebensalter
- Bewegungsmangel und Rauchen
- ein früherer Schwangerschaftsdiabetes oder ein PCO-Syndrom
- Medikamente, die den Blutzucker erhöhen können
- eine obstruktive Schlafapnoe
Die Empfehlung der NVL knüpft an die Laborwerte an, nicht an das Gewicht. Ein schlanker Körper ist deshalb kein Grund, eine Kontrolle ausfallen zu lassen. Welche Risikofaktoren bei dir zusammenkommen, kann deine Praxis mit dir durchgehen.
Wann solltest du nicht bis zur Kontrolle warten?
Prädiabetes macht meist keine Beschwerden. Einige Beschwerden können aber auf einen deutlich erhöhten Blutzucker hinweisen:
- starker Durst
- häufiges Wasserlassen
- anhaltende Müdigkeit
- ungewollter Gewichtsverlust
- Bauchschmerzen
- neu aufgetretene Sehstörungen, etwa verschwommenes Sehen
Bei solchen Beschwerden soll laut NVL unverzüglich der Blutzucker in der Praxis bestimmt werden, denn sie können auf einen medizinischen Notfall hinweisen. Ruf deine Praxis an und warte nicht ab, ob es vorbeigeht, und auch nicht bis zur nächsten Kontrolle. Ist sie geschlossen, erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Mehr zu diesen Beschwerden steht im Beitrag Prädiabetes Symptome: warum du meist nichts merkst.
Ruf die 112, wenn zu Durst und häufigem Wasserlassen eines davon kommt:
- Übelkeit oder Erbrechen
- Bauchschmerzen
- ungewöhnlich tiefe oder schnelle Atmung
- ein schnellerer Herzschlag als sonst
- fruchtig riechender Atem
- starke Schläfrigkeit oder Verwirrtheit
Für diese Beschwerden rät der NHS zum Notruf. Sie können zu einer diabetischen Ketoazidose gehören, bei der sich schädliche Ketone im Blut anreichern; das kann lebensbedrohlich sein. Das gilt laut NHS auch ohne bekannte Diabetesdiagnose. Ruf die 112 auch, wenn du plötzlich auf einem oder beiden Augen nichts mehr siehst oder plötzlich starke Augenschmerzen hast. Fahr nicht selbst, sondern lass dich fahren oder ruf den Rettungsdienst.
Im Symptomtagebuch von Sam kannst du "Übermäßiger Durst" oder "Häufiges Wasserlassen" pro Tag festhalten. Ein Eintrag ersetzt den Anruf in der Praxis nicht.
Welche Fragen kannst du im Gespräch nach dem Befund stellen?
Das Gespräch nach dem Befund ist der Moment, in dem du den weiteren Weg klärst. Fragen, die dazu passen:
- Brauche ich einen zweiten Wert, und mit welchem Test?
- Welche Risikofaktoren seht ihr bei mir?
- Was heißt die Empfehlung zum Lebensstil konkret für mich?
- Kommt eine Präventionsempfehlung für einen Kurs infrage?
- Wann ist die nächste Kontrolle?
- Bei welchen Beschwerden soll ich mich früher melden?
Bring alle Laborberichte mit, auch ältere, und eine Liste deiner Medikamente. Was darauf gehört, erklärt der Beitrag Medikamentenliste für den Arzt. In Sam zeigst du die Medikamentenliste direkt in der App.
Den ersten Befund in Sam ablegen und mit der Kontrolle vergleichen
Bei der Kontrolle siehst du, was sich seit dem ersten Bericht verändert hat, statt zwei Ausdrucke zu suchen.
- Statt Mappe: Du legst Laborbericht und Arztbrief als Foto oder PDF ab. Nach deiner Einwilligung liest Sam HbA1c und Blutzucker aus dem Laborbericht, und du prüfst die Werte vor dem Speichern.
- Statt zwei Ausdrucke selbst zu vergleichen: Sam zeigt bis zu drei Werte mit der größten Veränderung zwischen den letzten beiden Laborberichten. Ein Wert wird nur verglichen, wenn er in beiden Berichten dieselbe Einheit hat.
- Statt aus dem Gedächtnis: Durst oder häufiges Wasserlassen hältst du pro Tag im Symptomtagebuch fest; den Anruf in der Praxis ersetzt das nicht.
Sam misst keinen Blutzucker, sagt nicht, ob du Prädiabetes hast, und hat keinen Einfluss auf deine Werte. Was Sam sonst festhält, steht auf der Seite zu Prädiabetes.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
- Prädiabetes: HbA1c-Werte verstehen, Termin vorbereiten
- Prädiabetes Symptome: warum du meist nichts merkst
- Welcher Arzt bei Diabetes Typ 2? Diagnose und Test
- Kann die Apple Watch meinen Blutzucker messen?
- Medikamentenliste für den Arzt: Was drauf gehört
- Arzttermin bei chronischer Erkrankung: Checkliste
Quellen
Stand: Oktober 2026
- Bundesärztekammer, KBV, AWMF: Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes, Version 3.0 (2023), Kapitel 3: Risikofaktoren, Screening und Prävention (Tabellen 7 und 8, Empfehlung 3-2 mit Begründung, abweichende Einschätzungen der Fachgesellschaften)
- Bundesärztekammer, KBV, AWMF: Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes, Version 3.0 (2023), Kapitel 4: Diagnostik (Empfehlungen 4-3 und 4-5, Vorgehen bei widersprüchlichen Werten)
- Diabetesinformationsdienst diabinfo.de (Helmholtz Munich, DDZ, DZD): Was ist Prädiabetes? (Stand 24.05.2023) und Gesundheits-Check-up (Stand 01.07.2026)
- Zentrale Prüfstelle Prävention: Über uns (Handlungsfelder, Paragraf 20 SGB V)
- NIDDK: The A1C Test & Diabetes (zuletzt geprüft April 2018, englisch)
- Diabetes UK: Prediabetes (geprüft 27.01.2026, englisch)
- NHS: Type 2 diabetes: symptoms (geprüft 10.02.2025), High blood sugar (hyperglycaemia) (geprüft 17.03.2026), Diabetic ketoacidosis (geprüft 08.06.2023) und Vision loss (geprüft 28.08.2025), englisch
- U.S. Food and Drug Administration: Do Not Use Smartwatches or Smart Rings to Measure Blood Glucose Levels (21.02.2024, englisch)
Mehr zu Prädiabetes
Häufige Fragen
Prädiabetes festgestellt: Was tun als Erstes?+
Das Ergebnis in der Hausarztpraxis besprechen. Liegt der Wert im Bereich des erhöhten Diabetesrisikos, ist das nach der Nationalen VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes noch kein Diabetes; eine zweite Messung kann das aber ändern. Die Praxis klärt, ob ein weiterer Wert nötig ist, bespricht dein persönliches Risiko und legt die nächste Kontrolle fest. Ob du Prädiabetes hast, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt.
Zu welchem Arzt gehe ich mit Prädiabetes?+
In der Regel zur Hausarztpraxis. Der Gesundheits-Check-up, zu dem ab 35 Laborwerte wie der Blutzucker gehören, findet laut diabinfo.de meist bei der Hausärztin oder dem Hausarzt statt, und dort wird das Ergebnis besprochen. Ob zusätzlich eine diabetologische Praxis dazukommt, entscheidet deine Hausarztpraxis.
Muss ein Prädiabetes-Wert noch einmal gemessen werden?+
Oft ja. Liegt der HbA1c ohne Beschwerden im Prädiabetes- oder Diabetes-Bereich, rät das US-Institut NIDDK zu einem zweiten Test an einem anderen Tag. In Deutschland empfehlen DDG und DGIM bei erhöhtem Risiko mindestens zwei verschiedene Laborparameter, DEGAM und AkdÄ halten ohne weiteren Verdacht den Nüchternwert beim Check-up für ausreichend. Widersprechen sich HbA1c und Nüchternwert, sieht die Leitlinie einen dritten Laborwert vor. Was bei dir nötig ist, entscheidet deine Praxis.
Was empfiehlt die Leitlinie bei Prädiabetes?+
Die Nationale VersorgungsLeitlinie empfiehlt bei Laborwerten im Bereich des erhöhten Diabetesrisikos lebensstilmodifizierende Maßnahmen, als starke Empfehlung. In der Begründung nennt sie als Beispiele Ernährungstherapie und körperliche Aktivität. Was das für dich konkret heißt, besprichst du mit deiner Praxis.
Kann man Prädiabetes haben, obwohl man schlank ist?+
Ja. Diabetes UK schreibt, Prädiabetes sei bei Übergewicht häufiger, könne aber auch Menschen mit gesundem Gewicht betreffen. Die Leitlinie nennt Faktoren, die nicht das Gewicht selbst betreffen, etwa Diabetes in der Familie, höheres Alter, Rauchen oder einen früheren Schwangerschaftsdiabetes. Für die Einordnung zählen die Laborwerte.
Gibt es Präventionskurse der Krankenkasse bei Prädiabetes?+
Viele Krankenkassen unterstützen Gesundheitskurse, schreibt diabinfo.de; nach dem Check-up kann die Ärztin oder der Arzt bei Bedarf eine schriftliche Präventionsempfehlung ausstellen. Zertifizierte Kurse nach Paragraf 20 SGB V gibt es zu Bewegung, Ernährung, Stress- und Ressourcenmanagement und Suchtmittelkonsum. Welche Kurse deine Kasse anbietet, erfährst du bei ihr.
Wann sollte ich mit Prädiabetes früher in die Praxis?+
Bei starkem Durst, häufigem Wasserlassen, anhaltender Müdigkeit, ungewolltem Gewichtsverlust, Bauchschmerzen oder neu aufgetretenen Sehstörungen wie verschwommenem Sehen. Dann soll der Blutzucker laut Leitlinie unverzüglich bestimmt werden, denn solche Beschwerden können auf einen Notfall hinweisen. Ruf deine Praxis an und warte nicht ab, ob es vorbeigeht, und auch nicht bis zur nächsten Kontrolle. Ist die Praxis geschlossen, erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Ruf die 112, wenn zu Durst und häufigem Wasserlassen Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, ungewöhnlich tiefe oder schnelle Atmung, ein schnellerer Herzschlag als sonst, fruchtig riechender Atem, starke Schläfrigkeit oder Verwirrtheit kommen. Ebenso, wenn du plötzlich auf einem oder beiden Augen nichts mehr siehst oder plötzlich starke Augenschmerzen hast. Das gilt auch ohne bekannte Diabetesdiagnose. Fahr dann nicht selbst.