10 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Prädiabetes: HbA1c-Werte verstehen, Termin vorbereiten

HbA1c und Nüchternblutzucker bei Prädiabetes: wo NVL, DDG, DEGAM und ADA die Grenzen ziehen, wie oft kontrolliert wird und was du mitnimmst.

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Auf deinem Laborbericht steht ein HbA1c von 5,9 Prozent oder ein Nüchternblutzucker von 108 mg/dl, und du fragst dich, ob das schon Prädiabetes ist. Die Antwort hängt davon ab, wessen Grenze gilt, denn die Fachgesellschaften ziehen sie nicht an derselben Stelle. Deine Berichte kannst du in einer Mappe sammeln oder in den Medizinischen Dokumenten von Sam ablegen, die nach deiner Einwilligung HbA1c und Blutzucker aus dem Bericht lesen, damit du sie prüfen und die letzten beiden Berichte vergleichen kannst.

Dieser Beitrag erklärt die Zahlen auf dem Laborblatt, die Unterschiede zwischen den Leitlinien und was du zur nächsten Kontrolle mitnimmst. Was nach einem Befund im Risikobereich als Nächstes ansteht, beschreibt der Beitrag Prädiabetes, was tun?. Wer bei Verdacht auf Typ-2-Diabetes zuständig ist und welche Tests es gibt, steht im Beitrag Welcher Arzt bei Diabetes Typ 2?. Ob du Prädiabetes hast, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt.

Welche Werte gelten als Prädiabetes?

Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes nennt drei Laborwerte. Sie spricht dabei nicht von Prädiabetes, sondern von einem erhöhten Diabetesrisiko. Laut Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) werden dieselben Werte zunehmend als Prädiabetes bezeichnet.

LaborwertErhöhtes Risiko (Prädiabetes)Diabetes-Bereich
HbA1c5,7 bis unter 6,5 % (39 bis unter 48 mmol/mol)ab 6,5 % (ab 48 mmol/mol)
Nüchternblutzucker nach NVL, DDG und US-Standards100 bis 125 mg/dl (5,6 bis 6,9 mmol/l)ab 126 mg/dl (ab 7,0 mmol/l)
Nüchternblutzucker nach WHO, unterstützt von der DEGAM110 bis 125 mg/dl (6,1 bis 6,9 mmol/l)ab 126 mg/dl (ab 7,0 mmol/l)
Zuckerbelastungstest (oGTT), Wert nach 2 Stunden140 bis 199 mg/dl (7,8 bis 11,0 mmol/l)ab 200 mg/dl (ab 11,1 mmol/l)

Der HbA1c zeigt deinen durchschnittlichen Blutzucker der letzten 8 bis 12 Wochen. Er hängt laut DDG nicht von der Tageszeit ab, nüchtern musst du dafür nicht sein. Der Nüchternblutzucker wird aus einer Vene abgenommen, nach 8 bis 12 Stunden ohne Essen. Die DDG nennt dafür wegen der Schwankungen im Tagesverlauf die Zeit zwischen 8 und 9 Uhr.

Manche Labore drucken den HbA1c in Prozent, andere in mmol/mol. Beides beschreibt dieselbe Messung: 5,7 Prozent entsprechen 39 mmol/mol, 6,0 Prozent entsprechen 42 mmol/mol, 6,5 Prozent entsprechen 48 mmol/mol.

Warum ziehen Fachgesellschaften die Grenze an verschiedenen Stellen?

Beim Nüchternblutzucker gibt es zwei Grenzen. NVL, DDG und die US-Standards beginnen bei 100 mg/dl. Die Weltgesundheitsorganisation beginnt bei 110 mg/dl. Diese höhere Grenze unterstützen laut NVL die hausärztliche Fachgesellschaft DEGAM, die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und zwei weitere Fachgesellschaften.

Auch beim Zuckerbelastungstest sind sie sich nicht einig. DDG und die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) sehen einen Anlass für ihn, wenn sich HbA1c und Nüchternwert widersprechen oder im Risikobereich liegen. DEGAM und AkdÄ sehen für ihn in der Hausarztpraxis keinen Stellenwert.

Großbritannien setzt beim HbA1c höher an. Die britische Leitlinie NICE nennt für ein hohes Risiko 42 bis 47 mmol/mol (6,0 bis 6,4 Prozent). Diabetes UK nennt denselben Bereich. Beim Nüchternblutzucker beginnt NICE dagegen schon bei 5,5 mmol/l, das sind rund 99 mg/dl.

Ein Beispiel: Auf deinem Bericht stehen ein HbA1c von 5,9 Prozent (41 mmol/mol) und ein Nüchternblutzucker von 108 mg/dl.

  • Nach NVL, DDG und den US-Standards liegen beide Werte im Bereich des erhöhten Risikos.
  • Mit der WHO-Grenze, die DEGAM und AkdÄ unterstützen, liegt der Nüchternwert darunter.
  • Nach NICE liegt der HbA1c darunter, weil die britische Grenze erst bei 42 mmol/mol beginnt. Der Nüchternwert von 108 mg/dl entspricht 6,0 mmol/l und liegt damit im Hochrisikobereich von NICE.

Derselbe Bericht wird also je nach Leitlinie unterschiedlich gelesen. Ein Wert knapp unter einer Grenze ist keine Entwarnung: Er kann innerhalb der Messungenauigkeit liegen. Bei Ergebnissen im Grenzbereich soll laut NVL außerdem die Diabetes-Diagnose im Verlauf überprüft werden. Welche Einordnung für dich gilt, besprichst du mit deiner Hausarztpraxis.

Was bedeutet der Bereich, den dein Labor druckt?

Neben jedem Wert druckt das Labor einen Bereich. Oft ist das ein Referenzbereich: Er beschreibt, wo die Werte von 95 Prozent einer gesunden Vergleichsgruppe liegen. Labore können aber auch klinische Entscheidungsgrenzen angeben. Das Berliner Labor 28 etwa fasst beides auf seinen Berichten als Richtwerte zusammen. Es weist auch darauf hin, dass sich die Bereiche nicht von Labor zu Labor übertragen lassen.

Beim HbA1c kommt das Alter dazu. Er steigt auch bei Menschen ohne Diabetes mit den Jahren an. Die NVL zeigt Referenzbereiche aus zwei großen deutschen Gruppen: Bei 40- bis 59-Jährigen reichen sie bis 6,2 Prozent. Ein HbA1c von 5,9 Prozent kann also im Bereich deines Labors liegen und zugleich im Bereich des erhöhten Diabetesrisikos.

Das gilt auch in Sam. Bei jedem Wert, den Sam aus dem Bericht liest, zeigt die App, ob er innerhalb des Bereichs liegt, den dein Labor gedruckt hat. Das ist der Bereich deines Labors und keine Aussage darüber, ob du Prädiabetes hast. Druckt ein Bericht keinen Bereich, zeigt Sam dazu nichts an.

Warum passen HbA1c und Nüchternwert nicht immer zusammen?

Die beiden Werte messen Verschiedenes: Der HbA1c spiegelt Wochen, der Nüchternwert einen Morgen. Für die Diagnose eines Diabetes verlangen DDG und NVL mindestens zwei Laborwerte im Diabetes-Bereich. Widersprechen sich die Werte oder liegen sie im Bereich des erhöhten Risikos, empfiehlt die NVL einen dritten Laborwert, gegebenenfalls einen Zuckerbelastungstest.

Der HbA1c hängt am roten Blutfarbstoff. Laut DDG kann er deshalb verfälscht sein:

  • Höher, etwa bei Blutarmut durch Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel.
  • Niedriger, etwa während der Behandlung eines Eisenmangels oder bei schwerer Leber- oder Nierenschwäche.
  • In beide Richtungen durch bestimmte Varianten des Blutfarbstoffs.
  • Nicht geeignet ist er in der Schwangerschaft und bis etwa zwei Monate nach der Geburt.
  • Ebenso nach Bluttransfusion, Blutspende oder größeren Blutungen und in den ersten zwei Monaten mancher blutzuckersteigernder Medikamente.

Damit die Praxis solche Einflüsse sieht, soll laut DDG ein aktueller Hämoglobinwert aus dem Blutbild vorliegen.

Nahe an einer Grenze kommt die Messungenauigkeit dazu. Die NVL verlangt, dass die Praxis die "Minimale Differenz" berücksichtigt: den Abstand, ab dem sich ein Messwert sicher von einem Grenzwert unterscheidet. Das Labor soll ihn mitteilen.

Blutzuckermessgeräte zur Selbstmessung sind laut DDG nicht für die Diagnose zugelassen. Dafür braucht es venöses Blut und qualitätsgesicherte Labormethoden.

Wie oft wird bei Prädiabetes kontrolliert?

Dazu gibt es keine einheitliche Antwort. Die NVL führt abweichende Positionen auf. Dazu kommen Empfehlungen aus den USA und Großbritannien.

  • DDG und DGIM: Bei Werten im Risikobereich eine erste Kontrolle nach drei Monaten, danach alle sechs Monate.
  • ADA (USA): Mindestens einmal im Jahr, angepasst an das persönliche Risiko.
  • NICE (Großbritannien): Bei auffälligem Risikotest und Werten im NICE-Hochrisikobereich mindestens einmal im Jahr ein Bluttest, möglichst mit derselben Testart.
  • DEGAM und AkdÄ: Ohne weiteren Verdacht reicht der Nüchternblutzucker beim Gesundheits-Check-up. Die nächste Kontrolle kann beim nächsten Check-up nach drei Jahren folgen.

Gesetzlich Versicherte haben ab 35 alle drei Jahre Anspruch auf den Gesundheits-Check-up, zu dem eine Blutzuckerbestimmung gehört. Dafür kommst du nüchtern. Welchen Abstand du brauchst, legt deine Praxis fest. Zeigt eine Kontrolle später einen Typ-2-Diabetes, steht auf der Seite zu Typ-2-Diabetes, was Sam dort festhält.

Starker Durst, häufiges Wasserlassen, anhaltende Müdigkeit, ungewollter Gewichtsverlust, Bauchschmerzen oder neu aufgetretene Sehstörungen wie verschwommenes Sehen sind ein Grund, nicht bis zur nächsten Kontrolle zu warten. Bei solchen Beschwerden soll laut NVL der Blutzucker unverzüglich in der Praxis gemessen werden, denn sie können auf einen medizinischen Notfall hinweisen. Ruf deine Praxis an und warte nicht ab, ob es vorbeigeht. Ist die Praxis geschlossen, erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Mehr zu diesen Beschwerden steht im Beitrag Prädiabetes Symptome: warum du meist nichts merkst.

Ruf die 112, wenn du Beschwerden eines hohen Blutzuckers hast, zum Beispiel Durst oder häufiges Wasserlassen, und eines davon dazukommt:

  • Übelkeit oder Erbrechen.
  • Bauchschmerzen.
  • Ungewöhnlich tiefe oder schnelle Atmung.
  • Ein schnellerer Herzschlag als sonst.
  • Fruchtig riechender Atem.
  • Starke Schläfrigkeit oder Verwirrtheit.

Für diese Beschwerden rät der NHS zum Notruf. Sie können zu einer diabetischen Ketoazidose gehören, und das gilt auch ohne bekannte Diabetesdiagnose. Ruf die 112 auch, wenn du plötzlich auf einem oder beiden Augen nichts mehr siehst oder plötzlich starke Augenschmerzen hast. Fahr nicht selbst, sondern lass dich fahren oder ruf den Rettungsdienst.

Was nimmst du zur Kontrolle mit?

Das Gesundheitsportal des IQWiG nennt als Vorbereitung frühere Befunde, eine Medikamentenliste und vorher aufgeschriebene Fragen. Für die Laborwerte heißt das:

  • Alle Laborberichte, auch die älteren, vollständig mit Blutbild.
  • Deine Medikamentenliste, auch mit rezeptfreien Mitteln. Manche Medikamente beeinflussen Blutzucker und HbA1c.
  • Hinweise, die den HbA1c verfälschen können: Schwangerschaft, Blutspende, größere Blutung, bekannte Blutarmut.
  • Ob du bei der Blutabnahme nüchtern warst.

Fragen, die zu den Zahlen passen:

  • Welche Grenze nutzt ihr beim Nüchternwert, 100 oder 110 mg/dl?
  • Brauche ich einen weiteren Wert oder einen Zuckerbelastungstest?
  • Wann ist die nächste Kontrolle, und mit welchem Test?
  • Ist der Unterschied zum letzten Bericht größer als die Messungenauigkeit?

Was auf eine Medikamentenliste gehört, erklärt der Beitrag Medikamentenliste für den Arzt. Eine allgemeine Liste steht in der Checkliste für den Arzttermin.

In Sam hast du die Berichte in den Medizinischen Dokumenten griffbereit, die Medikamentenliste zeigst du in der App. Den Monatsbericht erstellst du selbst, ab dem 1. für den Vormonat als PDF. Dafür müssen Mitteilungen und der Zugriff auf Apple Health erlaubt sein, und in der App muss angegeben sein, ob du eine chronische Erkrankung hast. Ab dem zweiten Bericht kommt dazu, dass du an mindestens 15 der letzten 30 Tage festgehalten hast, wie es dir ging. Der Bericht fasst Aktivität, Schlaf und Stress zusammen. Zu den Laborberichten zeigt er Zahlen, etwa wie viele Berichte du in dem Monat hinzugefügt hast, aber nicht die Laborwerte selbst. Er ist kein Arztbericht. In Sam fragen kannst du etwa fragen, wie sich dein HbA1c seit dem letzten Bericht verändert hat, sofern beide Berichte den HbA1c in derselben Einheit nennen. Die Antworten beruhen auf deinen Daten und sind keine ärztliche Beratung.

Was zeigt Apple Health, und was nicht?

Nach heutigem Stand (Oktober 2026) misst keine Apple Watch den Blutzucker. Die US-Behörde FDA hat 2024 klargestellt, dass sie keine Smartwatch und keinen Smart Ring zugelassen hat, die den Blutzucker selbst messen oder schätzen. Mehr dazu steht im Beitrag Kann die Apple Watch meinen Blutzucker messen?.

Außer in deinen Laborberichten erscheinen Blutzuckerwerte in Sam nur, wenn ein Messgerät oder Sensor sie in Apple Health ablegt. Dazu blendest du die Gruppe "Blutdruck & Glukose" ein. Für die Einordnung zählen die Laborwerte aus venösem Blut.

Aus Apple Health liest Sam Alltagswerte wie Schritte, Trainingsminuten und Schlaf. Du siehst sie als Verlauf über 7 Tage, 30 Tage oder 6 Monate, in derselben App wie deine Laborberichte. Das sind Zahlen zum Mitnehmen, keine Maßnahme. Auf deine Laborwerte hat Sam keinen Einfluss. Für Werte im Risikobereich empfiehlt die NVL lebensstilmodifizierende Maßnahmen; was das für dich heißt, besprichst du mit deiner Praxis. Welche Werte Sam bei Prädiabetes festhält, fasst die Übersicht zu Prädiabetes zusammen.

Laborberichte in Sam ablegen und zur Kontrolle mitnehmen

Du gehst mit deinen Berichten und dem, was sich zwischen ihnen verändert hat, in den Termin, statt einzelne Blätter zu suchen.

  • Statt Mappe: Du legst jeden Bericht als Foto oder PDF ab. Nach deiner Einwilligung liest Sam HbA1c, Blutzucker und Blutbild aus dem Bericht, und du prüfst die Werte vor dem Speichern. Sam zeigt neben jedem Wert den Bereich, den dein Labor aufgedruckt hat.
  • Statt Blätter selbst zu vergleichen: Sam vergleicht die letzten beiden Berichte und zeigt bis zu drei der größten Veränderungen, wenn die Einheit gleich ist.
  • Statt Schätzen im Sprechzimmer: Schritte, Trainingsminuten und Schlaf aus Apple Health siehst du in derselben App als Verlauf über Wochen.

Sam misst keinen Blutzucker und sagt nicht, ob du Prädiabetes hast. Was Sam sonst festhält, steht auf der Seite zu Prädiabetes.

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Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Ab welchem HbA1c-Wert spricht man von Prädiabetes?+

Nach der Nationalen VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes liegt ein HbA1c von 5,7 bis unter 6,5 Prozent (39 bis unter 48 mmol/mol) im Bereich des erhöhten Diabetesrisikos; laut Deutscher Diabetes Gesellschaft wird dieser Bereich zunehmend als Prädiabetes bezeichnet. Ab 6,5 Prozent beginnt der Diabetes-Bereich. Die britische Leitlinie NICE setzt beim HbA1c höher an, bei 42 mmol/mol (6,0 Prozent). Ob du Prädiabetes hast, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt.

Mein HbA1c liegt im Referenzbereich des Labors. Ist dann alles in Ordnung?+

Nicht unbedingt. Ein Referenzbereich beschreibt meist, wo die Werte von 95 Prozent einer gesunden Vergleichsgruppe liegen, und der HbA1c steigt mit dem Alter. Die Referenzbereiche, die die Leitlinie für 40- bis 59-Jährige zeigt, reichen bis 6,2 Prozent. Ein Wert von 5,9 Prozent kann also im Bereich deines Labors liegen und trotzdem im Bereich des erhöhten Diabetesrisikos.

Warum gilt beim Nüchternblutzucker mal 100, mal 110 mg/dl?+

Die Nationale VersorgungsLeitlinie, die Deutsche Diabetes Gesellschaft und die US-Standards beginnen beim Risikobereich mit 100 mg/dl (5,6 mmol/l). Die WHO beginnt bei 110 mg/dl (6,1 mmol/l); diese Grenze unterstützen unter anderem die hausärztliche Fachgesellschaft DEGAM und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Die britische Leitlinie NICE beginnt bei 5,5 mmol/l (rund 99 mg/dl). Ab 126 mg/dl beginnt nach allen Lesarten der Diabetes-Bereich.

Was bedeutet HbA1c in mmol/mol?+

Es ist dieselbe Messung in einer anderen Einheit. 5,7 Prozent entsprechen 39 mmol/mol, 6,0 Prozent entsprechen 42 mmol/mol und 6,5 Prozent entsprechen 48 mmol/mol. Steht der HbA1c auf zwei Berichten in verschiedenen Einheiten, vergleiche nur Werte in derselben Einheit.

Muss ich für den HbA1c nüchtern sein?+

Für den HbA1c nicht: Er hängt laut Deutscher Diabetes Gesellschaft nicht vom Nüchternzustand oder der Tageszeit ab. Für den Nüchternblutzucker schon. Die Fachgesellschaft nennt 8 bis 12 Stunden ohne Essen und wegen der Schwankungen im Tagesverlauf eine Blutabnahme zwischen 8 und 9 Uhr.

Kann ein HbA1c-Wert falsch sein?+

Ja, er kann verfälscht sein. Laut Deutscher Diabetes Gesellschaft kann er bei Blutarmut durch Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel höher ausfallen, bei der Behandlung eines Eisenmangels oder bei schwerer Leber- oder Nierenschwäche niedriger. In der Schwangerschaft, nach einer Bluttransfusion, Blutspende oder größeren Blutung ist er für die Einordnung nicht geeignet. Darum soll ein aktueller Hämoglobinwert aus dem Blutbild vorliegen.

Wie oft sollte der HbA1c bei Prädiabetes kontrolliert werden?+

Die Empfehlungen gehen auseinander. DDG und DGIM raten bei Werten im Risikobereich zu einer ersten Kontrolle nach drei Monaten und danach alle sechs Monate. Die US-amerikanische ADA nennt mindestens einmal im Jahr, die britische Leitlinie NICE ebenfalls, dort bei auffälligem Risikotest und Werten im NICE-Hochrisikobereich. DEGAM und AkdÄ halten ohne weiteren Verdacht den Check-up alle drei Jahre für ausreichend. Den Abstand legt deine Praxis fest. Bei starkem Durst oder häufigem Wasserlassen wartest du nicht bis zur nächsten Kontrolle, sondern lässt den Blutzucker unverzüglich in der Praxis messen, außerhalb der Sprechzeiten über 116 117. Kommen zu Durst oder häufigem Wasserlassen Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, ungewöhnlich tiefe oder schnelle Atmung, ein schnellerer Herzschlag als sonst, fruchtig riechender Atem oder starke Schläfrigkeit oder Verwirrtheit dazu, ruf die 112. Ebenso, wenn du plötzlich auf einem oder beiden Augen nichts mehr siehst oder plötzlich starke Augenschmerzen hast.

Was nehme ich zur Kontrolle meiner Laborwerte mit?+

Alle Laborberichte, auch die älteren und vollständig mit Blutbild, deine Medikamentenliste mit rezeptfreien Mitteln, Hinweise wie Schwangerschaft, Blutspende oder bekannte Blutarmut und deine Fragen. Notiere auch, ob du bei der Blutabnahme nüchtern warst.