Nephrologe: was er macht und was beim ersten Termin passiert
Was macht ein Nephrologe? Warum die Hausarztpraxis überweist, was beim ersten Termin passiert und welche Unterlagen du mitnimmst.
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Deine Hausarztpraxis hat dich zum Nephrologen überwiesen, und jetzt fragst du dich, was dich dort erwartet. Gründe sind zum Beispiel auffällige Nierenwerte, Albumin oder Blut im Urin oder ein Blutdruck, der sich schwer einstellen lässt. Arztbriefe, frühere Laborberichte und Ultraschallbefunde kannst du in einer Mappe sammeln oder in den Medizinischen Dokumenten von Sam ablegen, deiner eigenen Kopie getrennt von der ePA.
Dieser Beitrag erklärt, was ein Nephrologe macht, welche Überweisungsgründe die Leitlinien nennen, wie der erste Termin abläuft und was du mitnimmst. Was Kreatinin, eGFR und Albumin bedeuten, steht im Beitrag Nierenwerte verstehen. Was Sam bei dieser Erkrankung festhält, zeigt die Übersicht zur chronischen Niereninsuffizienz.
Was macht ein Nephrologe?
Nephrologinnen und Nephrologen sind Fachärzte für Innere Medizin und Nephrologie. Laut der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer dauert ihre Weiterbildung 72 Monate in der Inneren Medizin. 36 Monate davon entfallen auf die Nephrologie, sechs davon auf die Dialyse.
Zum Fach gehören die Abklärung und die nicht operative Behandlung von Nierenerkrankungen. Die Ordnung nennt unter anderem die chronische Nierenkrankheit, Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) und erbliche Zystennieren. Dazu kommen schwere Verläufe von Bluthochdruck und Störungen im Wasser- und Salzhaushalt. Auch die Dialyse und die Betreuung nach einer Nierentransplantation gehören dazu.
Typische Untersuchungen sind der Ultraschall der Nieren, der Blick auf den Urin unter dem Mikroskop und die Nierenbiopsie, also eine kleine Gewebeprobe. Die erste Anlaufstelle bleibt meist die Hausarztpraxis, schreibt das IQWiG. Für Nierenkrankheiten sind dann Nephrologinnen und Nephrologen zuständig.
Was steckt hinter deiner Überweisung?
Die häufigsten Ursachen einer chronischen Nierenkrankheit sind Bluthochdruck und Diabetes, schreiben DEGAM und IQWiG. Die Hausarzt-Leitlinie empfiehlt deshalb, bei neu festgestelltem Diabetes oder Bluthochdruck Kreatinin und eGFR zu bestimmen. Der Verdacht kann so bei einer Kontrolle entstehen oder durch Beschwerden.
Wann die Hausarztpraxis in die Nephrologie überweist, beschreibt die S3-Leitlinie von DEGAM und DGfN aus dem Jahr 2024. Ein wichtiger Grund ist nach der Leitlinie, dass die Ursache unklar ist. Konkret nennt sie diese Situationen:
- Eine chronische Nierenkrankheit wird zum ersten Mal festgestellt, und die eGFR liegt unter 30 ml/min/1,73 m2. Lebenserwartung und deine eigenen Gesundheitsziele fließen in die Entscheidung ein.
- Die eGFR liegt zwischen 30 und 60, und eines kommt dazu: anhaltendes Blut im Urin ohne urologische Erklärung, Albumin im Urin ab Stufe A2, Bluthochdruck trotz mindestens drei Blutdruckmitteln in ausreichender Dosis oder ein auffälliger Ultraschall der Nieren.
- Die Nierenfunktion verschlechtert sich rasch, das Albumin im Urin nimmt zu, oder bei den Kontrollen fällt etwas anderes auf.
- Es gibt Hinweise auf eine erbliche Nierenkrankheit, etwa Fälle in der Familie oder viele Zysten in den Nieren.
In der Entscheidungshilfe der Leitlinie stehen außerdem ein hohes Risiko für ein Fortschreiten, das die Praxis mit einem Risikorechner schätzt, und der Verdacht auf Blutarmut oder Knochenveränderungen durch die Nieren. Die internationale Leitlinie KDIGO nennt ähnliche Gründe, dazu etwa wiederkehrende Nierensteine und anhaltend auffällige Kaliumwerte.
Diese Kriterien sind für Ärztinnen und Ärzte gedacht. Sie sind kein Test, den du an deinem eigenen Laborbericht durchführst. Trifft keiner der Punkte zu, heißt das nicht, dass alles in Ordnung ist.
Was passiert beim ersten Termin in der Nephrologie?
Beim ersten Termin geht es vor allem um die Ursache. KDIGO nennt dafür mehrere Bausteine: deine Krankengeschichte, Nierenkrankheiten in der Familie, deine Medikamente, die körperliche Untersuchung, Laborwerte und Bildgebung. In manchen Fällen kommen eine genetische Untersuchung oder eine Gewebeprobe dazu.
Laut IQWiG sind zur Abklärung neben dem ausführlichen Gespräch diese Untersuchungen nötig:
- eine körperliche Untersuchung mit Blutdruckmessung
- Blutuntersuchungen, zum Beispiel Kreatinin und eGFR
- Urinuntersuchungen, etwa auf Albumin und Blut
- ein Ultraschall von Bauch und Nieren
Manches davon hat deine Hausarztpraxis vielleicht schon gemacht. Den Urin unter dem Mikroskop zu untersuchen, gehört zur Weiterbildung in der Nephrologie. Eine Gewebeprobe der Niere schlägt KDIGO vor, wenn sie die Ursache klären und die Behandlung lenken kann. Ob sie nötig ist, entscheidet die Nephrologie.
Nicht alles ist nach einem Termin geklärt. Manche Ergebnisse liegen erst später vor, und die Praxis bespricht sie dann mit dir.
Wie bereitest du den ersten Nephrologie-Termin vor?
Manche Ambulanzen vergeben einen Termin erst, wenn Unterlagen vorliegen. Die Nierenambulanz der Universitätsmedizin Mainz verlangt auf ihrem Anmeldebogen zum Beispiel eine Liste der Diagnosen, den aktuellen Medikationsplan und relevante Befunde und Arztbriefe. Frag bei der Anmeldung, was deine Praxis vorab braucht.
Zum Termin selbst gehören:
- Die Überweisung und deine Versichertenkarte. Eine Überweisung gilt auch im nächsten Quartal noch, schreibt gesund.bund.de.
- Frühere Laborberichte mit Kreatinin, eGFR und Urinwerten, auch aus dem Krankenhaus. Eine chronische Nierenkrankheit nimmt KDIGO erst nach mindestens drei Monaten an und nennt frühere Messungen als Beleg.
- Arztbriefe, Entlassungsbriefe und Bildbefunde, etwa vom Ultraschall. Wie du Kopien bekommst, erklärt der Beitrag Patientenakte anfordern.
- Deinen Medikationsplan. Wer mindestens drei verordnete Arzneimittel gleichzeitig anwendet, hat nach Paragraf 31a SGB V Anspruch auf einen Plan auf Papier. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Schreib rezeptfreie Mittel und Nahrungsergänzung dazu. Was auf die Liste gehört, zeigt der Beitrag Medikamentenliste für den Arzt.
- Blutdruckwerte von zu Hause, falls du misst. Bluthochdruck kann laut DEGAM Ursache und Folge einer Nierenkrankheit sein.
- Was du über Nierenkrankheiten in deiner Familie weißt, etwa Zystennieren oder Dialyse bei Verwandten.
- Deine Fragen, die wichtigste zuerst.
Frag auch, ob du eine Urinprobe mitbringen sollst. Mögliche Fragen für den Termin: Was ist vermutlich die Ursache? Welche Untersuchungen folgen noch? Wer übernimmt danach die Kontrollen? Bekomme ich eine Kopie des Arztbriefs? Eine allgemeine Liste für Termine findest du in der Checkliste für den Arzttermin.
Wie hast du Briefe und Werte im Termin zur Hand?
In Sam legst du Arztbriefe, Entlassungsbriefe, bildgebende Befunde und Laborberichte in den Medizinischen Dokumenten ab, per Kamera, Foto oder PDF. Im Termin öffnest du die Seiten in der App im Vollbild. Die Originaldatei kannst du über das Teilen-Menü von iOS weitergeben, etwa zum Ausdrucken.
Aus Laborberichten übernimmt Sam nach deiner Einwilligung Werte wie Kreatinin und eGFR. Sam kennt etwa 33 Laborwerte beim Namen, Urin-Albumin gehört nicht dazu. Manche Zeilen landen unter dem falschen Namen: Kreatinin aus dem Urin kann zum Beispiel als Blut-Kreatinin gespeichert werden. Druckt ein Bericht getrennte Bereiche für Frauen und Männer, übernimmt Sam nur den ersten. Prüf deshalb immer den Originalbericht.
Deine Medikamente führst du in der Medikamentenliste. Der Katalog darin ist eine Auswahl, keine Empfehlung. Prüf die Stärke auf deiner Packung. Wechselwirkungen prüft Sam nicht.
Ohne Blutdrucktagebuch zeigt Sam Blutdruck nur, wenn dein Messgerät die Werte in Apple Health speichert und du in den Gesundheitswerten die Gruppe "Blutdruck & Glukose" einblendest. Sam misst keinen Blutdruck und hat für die Niere kein eigenes Blutdruckprotokoll. Hat dir eine Ärztin oder ein Arzt zusätzlich Bluthochdruck bestätigt, gibt es in Sam das Blutdrucktagebuch. Dort trägst du Messungen selbst ein und kannst einen Arztbericht zum Bluthochdruck als PDF erstellen. Einen Arztbericht für die Niere gibt es in Sam nicht.
Nephrologe oder Urologe: wer ist wofür zuständig?
Beide Fächer haben mit den Nieren zu tun, arbeiten aber verschieden. Nephrologinnen und Nephrologen sind Internisten und behandeln ohne Operation. Die Urologie ist ein eigenes Fachgebiet. Es umfasst laut Musterweiterbildungsordnung die männlichen Harn- und Geschlechtsorgane und die weiblichen Harnorgane. Zur Weiterbildung gehören Operationen, die Behandlung von Steinen, der Prostata und von Blasenproblemen.
Die DEGAM-Leitlinie trennt die Wege so:
- Gibt es Hinweise auf einen gestörten Harnabfluss, etwa ein erweitertes Nierenbecken im Ultraschall, soll in die Urologie überwiesen werden.
- Bei anhaltendem Blut im Urin, das nur im Test sichtbar ist, sollen laut der britischen NICE-Leitlinie bösartige urologische Erkrankungen ausgeschlossen werden. Kommt Eiweiß im Urin dazu, sollte die Überweisung in die Nephrologie gehen.
Wohin du gehst, besprichst du mit deiner Hausarztpraxis.
Brauchst du eine Überweisung, und wie kommst du an einen Termin?
Gesetzlich Versicherte dürfen Fachärztinnen und Fachärzte frei wählen. Nur wenige Fächer arbeiten ausschließlich auf Überweisung, etwa Labormedizin und Radiologie. Die Nephrologie gehört nicht dazu. Für eine ambulante Behandlung im Krankenhaus brauchst du aber in der Regel eine Überweisung, schreibt gesund.bund.de. Die Mainzer Nierenambulanz bittet die Hausarztpraxis ausdrücklich, dir eine mitzugeben.
Mit einer Überweisung mit Vermittlungscode, oft Dringlichkeitscode genannt, kannst du die Terminservicestelle nutzen, in Deutschland unter 116 117. Nach Paragraf 75 Absatz 1a SGB V vermittelt sie innerhalb einer Woche einen Termin. Die Wartezeit darf dann vier Wochen nicht überschreiten. Klappt das nicht, muss sie einen ambulanten Termin im Krankenhaus anbieten. Für verschiebbare Routineuntersuchungen gilt das nicht. Ob du einen Code bekommst, entscheidet die überweisende Praxis. Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Die Wege im Detail erklärt der Ratgeber Facharzttermin bekommen.
Bis zum Termin gilt: Werden Beschwerden stärker oder kommen neue dazu, geh früher zur Praxis. Bei den Zeichen im nächsten Abschnitt wartest du nicht.
Wann gehst du früher als zum Nephrologie-Termin?
In frühen Stadien macht eine chronische Nierenkrankheit meist keine Beschwerden, schreibt das IQWiG. Einige Zeichen gehören trotzdem nicht auf die Warteliste:
- Bei plötzlicher oder starker Atemnot, Brustschmerzen oder Verwirrtheit wählst du den Notruf 112.
- Bei deutlich weniger Urin als sonst, neuen Schwellungen, Atemnot im Liegen, raschen Gewichtsveränderungen, anhaltendem Erbrechen oder Durchfall oder sichtbarem Blut im Urin (rosa, rot oder dunkelbraun) bitte noch heute um einen dringenden Termin in deiner Hausarztpraxis. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Deutschland unter 116 117.
- Andere neue oder stärkere Beschwerden besprichst du mit deiner Praxis, statt bis zum Termin zu warten.
Warte nicht ab, ob es von selbst vergeht. Beschwerden wie geschwollene Beine oder Blut im Urin kannst du im Symptomtagebuch eintragen, ein Eintrag pro Symptom und Tag. Sam wertet den Eintrag nicht medizinisch aus, und er ersetzt keinen Anruf in der Praxis.
Wer betreut dich nach dem ersten Termin?
Die DEGAM-Leitlinie unterscheidet eine einmalige Vorstellung, etwa bei der ersten Diagnose oder wenn sich etwas verändert, von einer dauerhaften Mitbetreuung in der Nephrologie. Über die dauerhafte Mitbetreuung soll einzeln entschieden werden. Gründe sind laut Leitlinie unter anderem besondere Behandlungen, Komplikationen und die Art und Schwere der Erkrankung. Auch deine Wünsche, weitere Erkrankungen und die Lebenserwartung zählen.
Die Leitlinie sieht vor, festzulegen, welche Aufgaben die Hausarztpraxis übernimmt und welche die Nephrologie. Frag am Ende des Termins, wer die nächsten Kontrollen macht und wann. Bitte auch um eine Kopie des Arztbriefs und leg sie in Sam zu deinen anderen Befunden.
Vorbefunde und Arztbriefe in Sam für die Nephrologie bereithalten
Zum ersten Termin in der Nephrologie hast du Vorbefunde, Briefe und Medikamente in einer App, statt sie aus Ordnern zusammenzusuchen.
- Statt Mappe: In den Medizinischen Dokumenten legst du Arztbriefe, Entlassungsbriefe, Ultraschallbefunde und Laborberichte per Kamera, Foto oder PDF ab. Die Seiten öffnest du im Termin im Vollbild.
- Statt zwei Ausdrucke zu vergleichen: Aus Laborberichten übernimmt Sam nach deiner Einwilligung Werte wie Kreatinin und eGFR und zeigt für die letzten beiden Laborberichte bis zu drei Werte, die sich am stärksten verändert haben.
- Statt Zettel: Die Medikamentenliste hält auch lange Pläne fest und erinnert zu den festen Einnahmezeiten, wenn du die Erinnerung eingeschaltet hast.
Sam misst weder Nierenwerte noch Blutdruck und kennt Urin-Albumin nicht als eigenen Wert. Mehr in der Übersicht zur chronischen Niereninsuffizienz.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
- Nierenwerte erhöht: Was tun? Kontrolle, Urin, Facharzt
- Nierenwerte verstehen: Kreatinin, eGFR und Albumin
- Facharzttermin bekommen: 116 117, Überweisung, Code
- Medikamentenliste für den Arzt: Was drauf gehört
- Arzttermin bei chronischer Erkrankung: Checkliste
- Patientenakte anfordern beim Arztwechsel
Quellen
Stand: Oktober 2026
- DEGAM/DGfN: S3-Leitlinie Versorgung von Patient*innen mit chronischer, nicht-nierenersatztherapiepflichtiger Nierenkrankheit in der Hausarztpraxis, Langfassung (AWMF 053-048, Version 2.0, 2024; wichtigste Empfehlungen S. 9 bis 10, Kapitel 6.1 bis 6.3 mit Empfehlungen 6.7, 6.8 und 6.10 bis 6.14, Abbildung 3, Tabelle 10, Empfehlung 10.1)
- DEGAM: Kurzversion Vorgehen bei etablierter CKD (Version 2.0, 2024; Festlegung der Betreuung zwischen Allgemeinmedizin und Nephrologie)
- DEGAM: Patienteninformation Chronische Nierenkrankheit Stadium 1-3 und Stadium 4-5 (Version 2.0, 2024, mit dem Bundesverband Niere)
- KDIGO: KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease, Kidney International 2024;105(4S):S117-S314 (Practice Points 1.1.3.1 und 1.1.4.1, Empfehlung 1.1.4.1, Practice Point 5.1.1 mit Abbildung 48; englisch)
- IQWiG (gesundheitsinformation.de): Chronische Nierenkrankheit (Niereninsuffizienz) (aktualisiert 14. August 2024)
- Bundesärztekammer: (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018 (Fassung vom 26. Juni 2021; Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Facharzt für Urologie; verbindlich ist die Ordnung der jeweiligen Landesärztekammer)
- gesund.bund.de: Arztwahl und Terminsuche (Stand 08.12.2023) und Gut vorbereitet für den Arztbesuch (Stand 08.04.2024)
- Paragraf 75 SGB V, Absatz 1a: Terminservicestellen und Paragraf 31a SGB V: Medikationsplan (gesetze-im-internet.de, abgerufen im Oktober 2026)
- Universitätsmedizin Mainz, Ambulanz für Nieren- und Hochdruckkrankheiten: Anmeldung einer ambulanten nephrologischen Vorstellung (Anmeldebogen, als Beispiel dafür, was Ambulanzen anfordern)
- NHS: Acute kidney injury (zuletzt geprüft 11. März 2026) und Blood in urine (zuletzt geprüft 25. September 2026; beide englisch)
Mehr zu Chronische Niereninsuffizienz
Häufige Fragen
Was macht ein Nephrologe?+
Ein Nephrologe ist Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie. Er klärt Nierenerkrankungen ab und behandelt sie ohne Operation, zum Beispiel eine chronische Nierenkrankheit, Entzündungen der Nierenkörperchen, Zystennieren oder schwere Verläufe von Bluthochdruck. Auch die Dialyse und die Betreuung nach einer Nierentransplantation gehören zum Fach.
Warum hat mich meine Hausarztpraxis zum Nephrologen geschickt?+
Die Leitlinie von DEGAM und DGfN nennt unter anderem eine erstmals festgestellte eGFR unter 30 und eine eGFR zwischen 30 und 60 zusammen mit einem dieser Befunde: anhaltendes Blut im Urin ohne urologische Erklärung, Albumin im Urin ab Stufe A2, Bluthochdruck trotz mindestens drei Blutdruckmitteln oder ein auffälliger Nierenultraschall. Dazu kommen eine rasche Verschlechterung und eine unklare Ursache. Die Liste richtet sich an Ärztinnen und Ärzte und ist kein Test für dich selbst.
Was passiert beim ersten Termin in der Nephrologie?+
Laut IQWiG gehören zur Abklärung ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung mit Blutdruckmessung, Blut- und Urinuntersuchungen und ein Ultraschall von Bauch und Nieren. Nach KDIGO wird auch nach deinen Medikamenten und Nierenkrankheiten in der Familie gefragt. In manchen Fällen folgen weitere Tests oder eine Gewebeprobe der Niere. Nicht jede Frage ist nach dem ersten Termin beantwortet.
Welche Unterlagen gehören zum ersten Nephrologie-Termin?+
Überweisung und Versichertenkarte, frühere Laborberichte, Arztbriefe und Ultraschallbefunde, dein Medikationsplan mit rezeptfreien Mitteln und Nahrungsergänzung, Blutdruckwerte von zu Hause, falls du misst, und deine Fragen. Ältere Werte helfen, weil eine chronische Nierenkrankheit erst nach mindestens drei Monaten feststeht. Frag bei der Anmeldung, ob die Praxis Befunde vorab braucht.
Brauche ich eine Überweisung zum Nephrologen?+
Nicht in jedem Fall. Die Nephrologie gehört nicht zu den Fächern, die nur auf Überweisung arbeiten. Für eine ambulante Behandlung im Krankenhaus brauchst du aber in der Regel eine, und für die Terminservicestelle (in Deutschland unter 116 117) meist eine Überweisung mit Vermittlungscode. Frag vorher in der Praxis nach.
Was ist der Unterschied zwischen Nephrologe und Urologe?+
Nephrologen sind Internisten und behandeln Nierenerkrankungen ohne Operation, auch mit Dialyse. Die Urologie ist ein eigenes, operatives Fach für die Harnorgane und die männlichen Geschlechtsorgane, etwa bei Nierensteinen, Prostata oder Blase. Gibt es Hinweise auf einen gestörten Harnabfluss, empfiehlt die DEGAM-Leitlinie die Urologie.
Muss ich nach dem ersten Termin dauerhaft zum Nephrologen?+
Nicht unbedingt. Die DEGAM-Leitlinie unterscheidet eine einmalige Vorstellung von einer dauerhaften Mitbetreuung. Darüber wird einzeln entschieden, etwa nach Art und Schwere der Erkrankung, nach Komplikationen, nach besonderen Behandlungen und nach deinen Wünschen. Welche Aufgaben die Hausarztpraxis übernimmt und welche die Nephrologie, wird festgelegt.
Was tue ich, wenn es mir vor dem Termin schlechter geht?+
Bei plötzlicher oder starker Atemnot, Brustschmerzen oder Verwirrtheit wählst du den Notruf 112. Bei deutlich weniger Urin als sonst, neuen Schwellungen, Atemnot im Liegen, raschen Gewichtsveränderungen, anhaltendem Erbrechen oder Durchfall oder sichtbarem Blut im Urin (rosa, rot oder dunkelbraun) bitte noch heute um einen dringenden Termin in deiner Hausarztpraxis, außerhalb der Sprechzeiten beim ärztlichen Bereitschaftsdienst (in Deutschland 116 117). Andere neue oder stärkere Beschwerden besprichst du mit deiner Praxis, statt bis zum Termin zu warten.