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6 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Migräne Prophylaxe dokumentieren: was du festhältst

Migräne Prophylaxe dokumentieren: was du vor dem Start, bei Einnahme und bei Dosisänderungen festhältst und was die Quellen zur Dauer nennen.

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Deine Ärztin oder dein Arzt hat dir ein vorbeugendes Medikament verordnet, und beim Kontrolltermin sollst du sagen, wie es in den letzten Monaten gelaufen ist. Gemeint ist die Prophylaxe als Medikament, das du nach Plan nimmst, nicht das Meiden von Auslösern. Das hältst du auf Papier fest oder in Sam, wo die Einnahme in der Medikamentenliste steht und die Erinnerung zur Einnahme dazugehört. Dieser Text zeigt, was du aufschreibst, was die Quellen zur Dauer sagen und was du zum Termin mitbringst.

Wann kommt eine Migräne-Prophylaxe infrage?

Das entscheidet die Praxis, nicht dieser Text. Nach der AWMF-Leitlinie ergibt sich die Indikation zu einer medikamentösen Prophylaxe aus besonderem Leidensdruck, einer Einschränkung der Lebensqualität und dem Risiko eines Medikamentenübergebrauchs. Dass dafür ein Kopfschmerzkalender nützlich ist, steht schon im Beitrag zum Kopfschmerzkalender.

Was ein Akutmedikament an Einnahmetagen hergibt, steht im Beitrag zum Migräne-Medikamenten-Tagebuch. Hier geht es um die Vorbeugung, also das Medikament, das du regelmäßig nimmst.

Warum lohnt sich der Kalender schon vor dem Start?

Weil ein Vorher-nachher-Vergleich nur mit einem Vorher geht. Die AWMF-Leitlinie beschreibt den Erfolg einer Prophylaxe als Rückgang der Migräneattacken und empfiehlt dafür einen Kopfschmerzkalender. Die Fachgesellschaften DMKG, ÖKSG und SKG schreiben in ihrem Konsensusstatement zur Therapiedauer, in jedem Fall sei eine verlässliche Dokumentation der Migränefrequenz, der Kopfschmerztage und des Bedarfs an Akutmedikation erforderlich.

Die Migraine Trust nennt in ihrem Kopfschmerztagebuch eine Zeile für vorbeugende und regelmäßige Medikamente und ein Feld für Änderungen. Wenn du in diesen Wochen schon einen Kalender führst, nutze beim Start dasselbe Werkzeug weiter. Dann stehen die Monate davor und danach in derselben Form nebeneinander.

Was hältst du fest, wenn du eine Prophylaxe nimmst?

Aus den Quellen ergibt sich keine feste Feldliste für die Vorbeugung. Zusammengestellt aus DMKG-Kalender, Migraine-Trust-Tagebuch und Konsensusstatement ist das eine brauchbare Liste:

  • Das Startdatum und der Name des Medikaments so, wie er verordnet wurde. Der DMKG-Kalender hat dafür oben die Zeile "Ihre Prophylaxe".
  • Jede Änderung mit Datum, also neue Stärke, anderes Intervall, Wechsel oder Pause, so wie deine Praxis sie angeordnet hat. Mehr dazu in Dosisänderung dokumentieren.
  • Die Einnahme selbst: bei täglichen Medikamenten ein Haken pro Tag, bei Medikamenten im Abstand von Wochen oder Monaten das Datum jeder Gabe.
  • Deine Migränetage und die Tage, an denen du ein Akutmedikament genommen hast, getrennt von der Prophylaxe.
  • Eine Notiz in eigenen Worten, zum Beispiel was dir seit dem Start aufgefallen ist. Nebenwirkungen bespricht deine Praxis mit dir.

In Sam legst du das vorbeugende Medikament in der Medikamentenliste an, als tägliches Medikament oder im Abstand von 1 bis 12 Wochen oder Monaten. Ein Programm ist ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen. Die Medikamentenliste gehört zu dir und ist unabhängig davon. Beim Start des Programms für Migräne wählst du dort das vorbeugende Medikament, das du schon nimmst, oder fügst es hinzu. Akutmedikamente trägst du im Eintrag zur Attacke ein.

Wie lange dauert es, bis jemand die Wirkung beurteilen kann?

Die Quellen nennen unterschiedliche Spannen, und keine davon ist eine Zusage für dich:

  • Die DMKG schreibt in ihrer Online-Broschüre, die Wirksamkeit lasse sich frühestens nach vier bis sechs Wochen abschätzen.
  • Das IQWiG schreibt, es könne auch nach Erreichen der angestrebten Dosierung noch bis zu zwei Monate dauern, bis die Migräneanfälle weniger werden.
  • Die Migraine Trust nennt bis zu acht Wochen bis zu einer spürbaren Wirkung und mindestens drei Monate, um zu beurteilen, ob ein vorbeugendes Medikament geholfen hat.
  • Die American Migraine Foundation nennt zwei bis drei Monate nach Erreichen der wirksamen Dosis.

Auch bei der Frage, wann die Behandlung überprüft wird, weichen die Angaben voneinander ab: Die AWMF-Leitlinie nennt in ihrem Ablaufschema eine Therapiedauer von 6 bis 12 Monaten mit anschließender Prüfung und im Text eine Überprüfung spätestens nach 24 Monaten. Das Konsensusstatement hält fest, dass die optimale Dauer nicht bekannt ist. Wer wann beurteilt und überprüft, legt deine Praxis fest.

Wie vergisst du die Einnahme nicht?

Ein tägliches Medikament steht in Sam in den täglichen Erinnerungen: eine Mitteilung pro Einnahmezeit, in der alles steht, was dann ansteht. Sie zeigt keine Dosis. Mehr zu Erinnerungen am Handy steht in Medikamenteneinnahme vergessen: Erinnerung auf dem iPhone.

Ein Medikament im Abstand von Wochen oder Monaten bekommt eine eigene Erinnerung am Fälligkeitstag, zu einer Uhrzeit, die du wählst. Den nächsten Tag leitet Sam aus der Gabe ab, die du zuletzt eingetragen hast. Tippst du auf die Erinnerung, öffnet sich Sam. Dort trägst du ein, an welchem Tag du es hattest, oder dass es ausgelassen wurde.

Sam erinnert und hält fest. Zu Dosis, Zeitpunkt oder Nachholen gibt Sam keine Hinweise. Wenn du eine Einnahme vergessen hast, steht im Beipackzettel, was gilt, und deine Apotheke oder deine Praxis beantwortet es für dich.

Was hältst du bei einer Änderung oder einem Wechsel fest?

Das Datum und, was sich geändert hat, so wie deine Praxis es dir gesagt hat. Ob etwas geändert wird, entscheidet deine Praxis, nicht das Tagebuch. In Sam bleibt bei einer Dosisänderung die frühere Fassung erhalten. Wird das Medikament beendet, trägst du ein Enddatum ein.

Was nimmst du zum Kontrolltermin mit?

  • Die Migränetage der Monate vor dem Start und seither, nebeneinandergelegt.
  • Das Startdatum und jede Änderung mit Datum.
  • Den Einnahmeverlauf: ausgelassene Einnahmen gehören dazu.
  • Die Tage mit Akutmedikament.
  • Deine Notizen und Fragen.

Der Arztbericht des Programms für Migräne enthält davon einen Teil, als PDF für den Zeitraum, den du wählst. Bei einem täglichen vorbeugenden Medikament stehen darin das Medikament mit seinem Plan und "Wie geplant eingenommene Dosen" mit Prozentwert und Anzahl, dazu angepasste, ausgelassene, nicht eingetragene und zusätzliche Dosen. Bei einem Medikament im Abstand von Wochen oder Monaten steht ein Block "Regelmäßige Behandlungen" mit den Gabedaten, den Tagen zwischen den Gaben, ausgelassenen Terminen und der letzten Gabe, ohne Prozentwert. Migränetage erscheinen als eine Summe für den Zeitraum, nur die Tage mit Akutmedikament pro Monat. Einen Vergleich nebeneinander gibt es im Bericht nicht. Der Bericht zeigt, was du eingetragen hast. Ob die Prophylaxe etwas verändert hat, ordnet deine Praxis mit dir ein. Mehr zur Vorbereitung in Medikamentenliste für den Arzt: Was drauf gehört.

Die Prophylaxe in Sam festhalten und als Bericht mitnehmen

Du trägst ein, was du nimmst, und bringst den Verlauf mit statt einer Erinnerung aus dem Kopf.

  • Statt Zettel oder Notiz-App: Das vorbeugende Medikament steht in deiner Medikamentenliste, täglich oder im Abstand von Wochen oder Monaten, mit einer Erinnerung.
  • Statt Schätzung am Termin: Der Arztbericht im Programm für Migräne, neben dem Tagebuch deiner Attacken, zeigt deine Einträge zur Prophylaxe und die Tage mit Akutmedikament als PDF.
  • Statt dir den Fälligkeitstag zu merken: Ein tägliches Medikament steht in den täglichen Erinnerungen, eines im Abstand von Wochen oder Monaten bekommt am Fälligkeitstag eine eigene Erinnerung.
  • Mehr zur Liste unter Medikamente in Sam.

Sam hält fest und erinnert, es gibt keine Hinweise zu Dosis oder Einnahme.

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Quellen

Häufige Fragen

Was gehört in ein Migräneprophylaxe-Tagebuch?+

Das Datum, an dem die Prophylaxe begonnen hat, den Namen so, wie er verordnet wurde, jede Änderung mit Datum, die Einnahme selbst, deine Migränetage und die Tage, an denen du ein Akutmedikament genommen hast. Der DMKG-Kalender hat oben eine Zeile für die Prophylaxe. Die Fachgesellschaften verlangen eine verlässliche Dokumentation der Migränefrequenz, der Kopfschmerztage und des Bedarfs an Akutmedikation. Welche Felder deine Praxis darüber hinaus möchte, frag sie direkt.

Wie lange führe ich das Tagebuch, wenn ich eine Prophylaxe nehme?+

Das legt deine Praxis fest. Die AWMF-Leitlinie nennt im Ablauf zur Prophylaxe ein Kopfschmerztagebuch als Therapie-Monitoring, die Migraine Trust schreibt, ein Kopfschmerztagebuch helfe der Ärztin oder dem Arzt bei der Kontrolle, ob das Medikament hilft. Weil die Zeiträume in den Quellen weit auseinanderliegen, ist ein durchgehender Kalender über mehrere Monate die einfachste Grundlage für das Gespräch.

Ab wann kann jemand beurteilen, ob die Prophylaxe etwas verändert?+

Die Quellen nennen unterschiedliche Spannen: die DMKG-Onlinebroschüre frühestens nach vier bis sechs Wochen, das IQWiG bis zu zwei Monate nach Erreichen der angestrebten Dosierung, die American Migraine Foundation zwei bis drei Monate nach Erreichen der wirksamen Dosis, die Migraine Trust mindestens drei Monate zur Beurteilung. Wer beurteilt und wann, entscheidet deine Praxis.

Warum fragt die Praxis nach meinen Migränetagen vor dem Start?+

Die AWMF-Leitlinie beschreibt den Erfolg einer Prophylaxe als Rückgang der Migräneattacken. Ohne Aufzeichnung aus der Zeit davor gibt es nichts zum Vergleichen. Eine Zahl dafür nennt deine Praxis.

Gibt es in Sam eine Erinnerung für meine Prophylaxe?+

Ja, über die Medikamentenliste. Ein tägliches Medikament steht in den täglichen Erinnerungen, ein Medikament, das alle 1 bis 12 Wochen oder Monate ansteht, bekommt am Fälligkeitstag eine eigene Erinnerung. Sam erinnert und hält fest, es gibt keine Hinweise zu Dosis oder Einnahme.

Was tue ich, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?+

Das beantwortet Sam nicht. Der Beipackzettel, deine Apotheke oder deine Praxis sagen dir, was in deinem Fall gilt. In Sam kannst du eintragen, dass die Einnahme ausgelassen wurde.

Kann ich die Einträge zur Prophylaxe zur Ärztin oder zum Arzt mitnehmen?+

Ja, im Arztbericht des Programms für Migräne (ein Programm ist ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen), den du als PDF für den Zeitraum deiner Wahl erstellst. Eine eigene Ausgabe der Medikamentenliste gibt es nicht.