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4 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Welcher Arzt bei Migräne? Zuständigkeit, Diagnosekriterien und wann du zum Arzt gehst

Welcher Arzt bei Migräne: Hausarzt oder Neurologe, und wie Migräne diagnostiziert wird - anhand der Krankengeschichte, ohne unnötige Bildgebung.

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Bei Verdacht auf Migräne führt der erste Weg meist in die Hausarztpraxis, der Neurologe kommt bei schweren Verläufen oder offenen Fragen dazu. Die Diagnose stützt sich auf deine Krankengeschichte - und genau dort hilft ein Kopfschmerzkalender. Kopfschmerztage, Stärke und Begleitsymptome hältst du auf Papier oder im Symptomtagebuch von Sam fest; Schlaf und Ruhepuls aus Apple Health liegen dort in derselben App.

Hausarzt, Neurologe oder Kopfschmerzzentrum: wer macht was

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen, wie Gesundheitsinformation.de schreibt. Da die Migräne eine Erkrankung des Nervensystems ist und die Diagnose im Gespräch gestellt wird, kann eine gut vorbereitete Konsultation beim Hausarzt oft schon weiterhelfen.

Für die fachliche Abklärung ist die Neurologie das zuständige Fachgebiet. Der Facharzt für Neurologie beurteilt vor allem unklare, schwere oder chronische Verläufe. Bei ausgeprägten oder chronischen Kopfschmerzen empfiehlt sich außerdem ein spezialisiertes Kopfschmerzzentrum oder eine Spezialambulanz. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) führt über ihren Expert-Finder zertifizierte Zentren und Praxen auf.

Wie wird Migräne diagnostiziert?

Migräne wird anhand der Krankengeschichte und eines unauffälligen neurologischen Untersuchungsbefunds diagnostiziert, so die S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der DMKG. Es gibt keine apparative Untersuchung, bei der ein auffälliger Befund eine Migräne beweisen oder ausschließen könnte, betont die DMKG-Patientenleitlinie.

Der Weg beginnt mit einem ausführlichen, zielgerichteten Arztgespräch: Beschreibung der Kopfschmerzen, Lokalisation und Beginn, Begleitsymptome, frühere Symptome und eingenommene Arzneimittel. Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Meist ist damit eine Migräne festzustellen oder auszuschließen.

Keine Bildgebung im typischen Fall

Ist die Schilderung deiner Kopfschmerzen für eine Migräne typisch und der neurologische Befund normal, sind nach der DMKG keine weiteren Untersuchungen wie EEG, CT oder MRT nötig. Eine Zusatzdiagnostik wird erst empfohlen, wenn die Kopfschmerzen eine ungewöhnliche Klinik haben oder der Verdacht auf eine andere Ursache besteht.

So stellt die S1-Leitlinie klar: Bildgebung und weitere Diagnostik werden bei Kopfschmerzen mit ungewöhnlicher Klinik notwendig, etwa zum Ausschluss einer Subarachnoidalblutung. Wenn dir deine Praxis trotzdem eine Untersuchung verordnet, hat sie dafür vermutlich eine medizinische Begründung - frag nach, welche das ist.

Woran du eine Migräne erkennst

Typisch sind heftige, häufig einseitige, pulsierend-pochende Kopfschmerzen, die bei körperlicher Betätigung zunehmen. Dazu kommen fast immer eine Appetitlosigkeit, oft Übelkeit und Überempfindlichkeit gegen Licht und Lärm. Unbehandelt dauert eine Attacke vier bis 72 Stunden.

Nach den internationalen Kriterien (ICHD-3) braucht es für eine Migräne ohne Aura mindestens fünf typische Attacken, für eine Migräne mit Aura mindestens zwei. Eine einzelne, ungewöhnliche Kopfschmerzphase begründet die Diagnose also noch nicht.

Die Aura: wenn Sehstörungen und Kribbeln vorausgehen

Bei etwa 15 bis 25 Prozent der Menschen mit Migräne geht den Kopfschmerzen eine Aura mit Sehstörungen, Kribbeln oder Sprachstörungen voraus; was Phasen und Aura im Einzelnen bedeuten, erklärt der Beitrag Migräne-Symptome und Aura. Treten Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehausfälle zum ersten Mal, plötzlich oder ohne bekannten Migräne-Verlauf auf, wählst du sofort die 112 - das kann auch ein Schlaganfall sein.

Der Kopfschmerzkalender: dein Beitrag zur Diagnose

Die S1-Leitlinie empfiehlt ausdrücklich eine Dokumentation mit einem analogen oder digitalen Kopfschmerzkalender. Er hilft der Praxis, deine Kopfschmerzen einzuordnen, Auslöser zu erkennen und den Verlauf zu beurteilen. Wie lange du führst, welche Felder wichtig sind, steht in Kopfschmerzkalender: was reingehört.

Halte pro Attacke fest: Tag, Stärke, Dauer, Schmerzart und -ort, Begleitsymptome wie Übelkeit oder Lärmempfindlichkeit, eine Aura, mögliche Auslöser und welche Medikamente du genommen hast. Wenn du mit deiner Praxis einen Kalender abgestimmt hast, folgst du deren Vorgaben. Der DMKG-Ausdruck und die DMKG-App sind dafür eine offizielle Vorlage.

Wann du zum Arzt gehst - und wann es ein Notfall ist

Die DMKG rät, bei regelmäßig auftretenden Kopfschmerzen, fehlender Reaktion auf Schmerzmittel oder ansteigender Häufigkeit ärztlich abklären zu lassen. Auch bei einer häufigen Einnahme von Schmerzmitteln - mehr als acht bis zehn Tage im Monat - ist ärztlicher Rat sinnvoll. Wie du an einen Termin beim Neurologen kommst, erklärt der Ratgeber Facharzttermin bekommen.

Bestimmte Kopfschmerzen sind ein Notfall. Schlagartig maximale Kopfschmerzen, die binnen Sekunden oder weniger Minuten ihr Maximum erreichen, gehören wegen des Verdachts auf eine ernste Ursache sofort ärztlich abgeklärt - ebenso Kopfschmerzen mit Fieber, Nackensteife, neurologischen Ausfällen oder Bewusstseinsstörungen. Dann wählst du sofort die 112. Für Fragen außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Was nach einer bestätigten Diagnose zählt, steht in Migräne-Diagnose: Was jetzt?.

Kopfschmerztage in Sam festhalten und zur Abklärung mitnehmen

Schon vor der Diagnose trägst du Kopfschmerztage im Symptomtagebuch ein, statt Monate aus dem Gedächtnis zu schätzen.

  • Statt Zettel: Du trägst Kopfschmerztage mit Stärke ein, dazu Begleitsymptome wie Übelkeit; Schlaf und Ruhepuls aus Apple Health siehst du in Sam für dieselben Tage.
  • Statt Erinnerung: Ab dem 1. erstellst du den Monatsbericht für den Vormonat selbst, als PDF mit deinen Symptomtagen und häufigsten Symptomen neben Schlaf und Aktivität.
  • Nach der Diagnose: Bestätigst du sie in Sam, startest du das Programm für Migräne, also ein eigenes Attackentagebuch mit Arztbericht als PDF. Ein Programm in Sam ist kein Behandlungsprogramm und kein DMP.

Sam ersetzt keine ärztliche Abklärung.

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Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Welcher Arzt ist bei Migräne zuständig?+

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle. Die Diagnose kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt gestellt werden. Bei schweren oder chronischen Verläufen oder offenen Fragen kommt der Neurologe (Facharzt für Neurologie) oder ein spezialisiertes Kopfschmerzzentrum dazu.

Wie wird Migräne diagnostiziert?+

Migräne wird anhand der Krankengeschichte (Anamnese) und einer unauffälligen neurologischen Untersuchung diagnostiziert. Es gibt keine apparative Untersuchung, bei der ein auffälliger Befund eine Migräne beweisen oder ausschließen könnte. Bildgebung wie MRT ist nur bei ungewöhnlicher Klinik oder Warnzeichen nötig.

Brauche ich bei Migräne ein MRT oder EEG?+

Im typischen Fall nicht. Ist die Schilderung typisch und der neurologische Befund normal, sind nach der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft keine weiteren Untersuchungen wie EEG, CT oder MRT nötig. Sie werden erst bei Verdacht auf eine andere Ursache oder bei Warnzeichen veranlasst.

Woran erkenne ich eine Migräne?+

Typisch sind heftige, häufig einseitige, pulsierend-pochende Kopfschmerzen, die bei Bewegung zunehmen, mit Übelkeit und Überempfindlichkeit gegen Licht und Lärm. Nach den internationalen Kriterien (ICHD-3) braucht es für eine Migräne ohne Aura mindestens fünf typische Attacken, für eine Migräne mit Aura mindestens zwei.

Wann sollte ich wegen Kopfschmerzen zum Arzt gehen?+

Bei regelmäßig auftretenden Kopfschmerzen, fehlender Reaktion auf Schmerzmittel oder ansteigender Häufigkeit ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Nimmst du an mehr als acht bis zehn Tagen im Monat Kopfschmerzmittel, ist ärztlicher Rat sinnvoll. Schlagartige maximale Kopfschmerzen sind ein Notfall: Dann wählst du sofort die 112.

Hilft ein Kopfschmerzkalender bei der Diagnose?+

Ja. Die Leitlinie empfiehlt eine Dokumentation mit einem analogen oder digitalen Kopfschmerzkalender. Halte Stärke, Dauer, Begleitsymptome, mögliche Auslöser und Medikamente fest. Das hilft der Praxis, deine Kopfschmerzen einzuordnen und den Verlauf zu beurteilen.