Migräne in der Probezeit: Kündigung und Gespräch
Migräne in der Probezeit: Kündigungsschutz, Kündigungsfrist und Kranktage. Mit Anfall-Tagebuch und MIDAS fürs Gespräch mit Arzt und Arbeitgeber.
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Wenn Migräne dich im neuen Job trifft und du in der Probezeit steckst, kommt oft die Angst vor einer Kündigung dazu. Vielleicht bereitest du dich gerade auf ein Gespräch mit deinem Arbeitgeber vor und fragst dich, was du über deine Migräne sagst und was nicht. Deine Beobachtungen hältst du auf Papier oder in Sam fest, wo bei Einträgen für heute Schlaf und Herzfrequenzvariabilität aus Apple Health neben dem Anfall stehen und ein Arztbericht für den Termin den Überblick liefert. Dieser Text erklärt sachlich, was Kündigungsschutz, Kündigungsfrist und Kranktage in der Probezeit bedeuten. Er ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Zuerst ein Begriff: Sam bietet ein Programm. Das ist ein eigenes Programm für Migräne, also ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen. Es ist gedacht für Menschen, bei denen Migräne ärztlich festgestellt wurde.
Was gilt beim Kündigungsschutz in der Probezeit?
Der allgemeine Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz greift erst, wenn du länger als sechs Monate ohne Unterbrechung im selben Betrieb arbeitest, und nur in Betrieben mit in der Regel mehr als zehn Beschäftigten. In der Probezeit ist diese Wartezeit meist noch nicht erreicht. Das heißt aber nicht, dass ein Arbeitsverhältnis ohne jede Grenze beendet werden kann.
Einige Schutzregeln gelten unabhängig von der Wartezeit. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz schützt unter anderem vor Benachteiligung wegen einer Behinderung. Ob Migräne im Einzelfall als Behinderung gilt, hängt von den Umständen ab. Paragraf 612a des Bürgerlichen Gesetzbuchs verbietet, dass ein Arbeitgeber jemanden benachteiligt, weil er oder sie ein Recht in Anspruch genommen hat. Ob eine Kündigung im konkreten Fall wirksam ist, kann nur rechtlich geprüft werden. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung.
Wie lange ist die Kündigungsfrist?
Während einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten gilt nach Paragraf 622 des Bürgerlichen Gesetzbuchs eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. Danach sind es vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats. Die Frist entscheidet darüber, wann eine Kündigung wirksam wird. Ob sie rechtmäßig ist, ist eine andere Frage.
Anspruch auf Lohnfortzahlung in den ersten Wochen
Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall entsteht nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz erst nach einer vierwöchigen ununterbrochenen Dauer des Arbeitsverhältnisses. Erkrankt jemand in dieser Zeit, besteht der Anspruch noch nicht. Ein einzelner Kranktag wegen Migräne ist dabei etwas anderes als viele kurze Fehlzeiten. Wie die Regeln in deinem Fall greifen, klärst du mit deiner Krankenkasse oder einer Beratungsstelle.
Wie Kranktage in der Probezeit beurteilt werden
Häufige kurze Ausfälle können bei der Entscheidung über die Probezeit eine Rolle spielen. Eine pauschale Antwort, ob und wann das passiert, gibt es hier nicht, weil es auf den Einzelfall ankommt. Was dir bleibt, ist ein sachlicher Überblick über deine Ausfalltage statt einer Zahl aus dem Kopf. Den kannst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen.
Was ein Anfall-Tagebuch für das Gespräch bringt
Ein Anfall-Tagebuch hält fest, was die Erinnerung nach ein paar Wochen überdeckt: wann der Anfall begann, wie lange er dauerte und ob eine Aura dabei war. Das gibt dir einen Verlauf, den du beschreiben kannst, statt zu schätzen. Du trägst Beginn, Dauer und Begleitsymptome ein, und der Arztbericht fasst den Zeitraum als PDF zusammen. Ob du deinem Arbeitgeber etwas zeigst, ist deine eigene Entscheidung. Sam dient deiner Dokumentation und schreibt nichts von sich aus weiter.
Hast du noch keine Migräne-Diagnose, kannst du Beschwerden zunächst im Symptomtagebuch festhalten und zum ersten Termin mitbringen. Was dahintersteckt, klärt die Praxis, nicht du.
Wie du das Gespräch mit deinem Arzt vorbereitest
Bereite den Termin mit deiner Ärztin oder deinem Arzt vor, bevor du irgendetwas entscheidest. Der MIDAS-Fragebogen zählt, an wie vielen Tagen Migräne dich in den letzten drei Monaten bei Arbeit, Haushalt und Freizeit eingeschränkt hat. Du füllst ihn im MIDAS-Rechner aus. Das Ergebnis ist eine Zahl für das Gespräch und keine Diagnose. Was medizinisch zu tun ist, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt. Wie du mit deinem Arbeitgeber sprichst, ist allein deine Sache.
Wenn deine Familie dich unterstützen möchte, findet sie auf der Seite Sam für Familie einen Einstieg.
Wann du einen Anfall mit Aura ärztlich abklären lässt
Manche Migräne geht mit einer Aura einher: Sehstörungen, Kribbeln, Taubheit oder Sprachstörungen, die meist kurz vor dem Kopfschmerz auftreten. Fühlt sich eine vertraute Aura anders an als sonst oder dauert sie länger als eine Stunde, klärst du das noch am selben Tag ärztlich ab, außerhalb der Sprechzeiten über den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Bei einem Kopfschmerz, der plötzlich und extrem stark einsetzt, wie ein Donnerschlag, oder bei erstmals auftretenden Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen rufst du den Notruf 112.
Sam erkennt solche Zeichen nicht, warnt nicht und stellt keine Diagnose. Das ist eine allgemeine Information, keine Diagnose. Bei Zweifel: Arzt oder 112.
Anfälle in Sam festhalten und für das Gespräch als PDF mitnehmen
Du gehst in Gespräche mit einem Verlauf aus festgehaltenen Anfällen statt mit Erinnerungslücken. Das Programm für Migräne ist ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen.
- Statt Zettel: Jeder Anfall bekommt Beginn, Dauer, Aura und Begleitsymptome. Bei Einträgen für heute kommen Schlaf und Herzfrequenzvariabilität aus Apple Health dazu.
- Statt Erinnerung: Der Arztbericht fasst den Zeitraum zusammen, den du wählst, und zählt deine Migränetage.
- Der monatliche Fragebogen MIDAS erfasst, wie stark Migräne Arbeit, Haushalt und Freizeit eingeschränkt hat, als Zahl für das Gespräch.
Sam hält für dich fest und schreibt nichts an deinen Arbeitgeber. Ob und was du in einem Gespräch teilst, entscheidest du.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
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- Migräne und Schwerbehinderung: GdB und Antrag
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Quellen
Stand: Oktober 2026
- Kündigungsschutzgesetz (KSchG), Paragraf 1: Sozial ungerechtfertigte Kündigungen
- Kündigungsschutzgesetz (KSchG), Paragraf 23: Geltungsbereich
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), Paragraf 622: Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), Paragraf 612a: Maßregelungsverbot
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), Paragraf 1: Ziel des Gesetzes
- Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG), Paragraf 3: Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Migräne (zuletzt geprüft 2024)
Mehr zu Migräne
Häufige Fragen
Kann ich während der Probezeit wegen Migräne gekündigt werden?+
Der allgemeine Kündigungsschutz des Kündigungsschutzgesetzes greift erst, wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate ohne Unterbrechung besteht. In kleinen Betrieben mit in der Regel nicht mehr als zehn Beschäftigten gilt er auch danach nicht. In der Probezeit ist die Wartezeit meist noch nicht erreicht, und bei einer vereinbarten Probezeit gilt eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. Es gelten aber weitere gesetzliche Grenzen, etwa gegen Benachteiligung wegen einer Behinderung. Ob eine Kündigung im Einzelfall wirksam ist, muss rechtlich geprüft werden. Das ist keine Rechtsberatung.
Wie lange ist die Kündigungsfrist in der Probezeit?+
Bei einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten gilt nach Paragraf 622 des Bürgerlichen Gesetzbuchs eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. Danach sind es vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats. Die Frist sagt nur, wann eine Kündigung wirksam wird, nicht, ob sie rechtmäßig ist. Was in deinem Vertrag steht, regelt der Arbeitsvertrag oder ein Tarifvertrag.
Zählen kurze Kranktage in der Probezeit gegen mich?+
Häufige kurze Ausfälle können bei der Beurteilung der Probezeit eine Rolle spielen, ein einzelner Tag ist etwas anderes. Eine pauschale Antwort gibt es hier nicht, weil es auf den Einzelfall ankommt. Ein Anfall-Tagebuch, das Beginn und Dauer festhält, gibt dir und deiner Ärztin oder deinem Arzt eine sachliche Grundlage, statt auf Erinnerung zu bauen.
Habe ich in der Probezeit Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?+
Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz entsteht erst nach einer vierwöchigen ununterbrochenen Dauer des Arbeitsverhältnisses. Was in deinem Fall gilt, hängt von deinem Vertrag ab. In dieser Zeit kann Krankengeld der Krankenkasse eine Rolle spielen. Kläre das mit deiner Krankenkasse oder einer Beratungsstelle.
Was bringt ein Anfall-Tagebuch für das Gespräch?+
Ein Tagebuch mit Beginn, Dauer und Aura gibt dir einen sachlichen Verlauf statt vager Erinnerung. Du kannst ihn mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen, als Grundlage und nicht als Beleg. Ob und wie du etwas im Gespräch mit deinem Arbeitgeber zeigst, ist deine eigene Entscheidung. Sam sendet von sich aus nichts.