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8 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Medical ID iPhone einrichten: Notfallpass bei Erkrankung

Notfallpass auf dem iPhone einrichten: Schritte laut Apple, was bei einer chronischen Erkrankung hineingehört und wer ihn sehen kann.

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Du lebst mit einer chronischen Erkrankung und möchtest, dass im Ernstfall jemand Bescheid weiß, auch wenn du nicht antworten kannst. Dafür gibt es auf dem iPhone den Notfallpass in der Health-App. Deinen Verlauf und deine Unterlagen hältst du in Sam fest. Über Familie & Freunde gibst du sie einer Person deiner Wahl nur zum Lesen frei, jederzeit widerrufbar.

Der Notfallpass ist eine Funktion von Apple. Die Angaben hier folgen Apples Anleitungen und den Seiten von Patientenorganisationen. Du findest die Schritte, eine Checkliste für die Felder und die Grenzen. Ob im Ernstfall jemand den Pass öffnet, kann dir kein Text und keine Funktion zusichern.

Wie richtest du den Notfallpass auf dem iPhone ein?

Den Notfallpass richtest du in der Health-App ein: Profilbild antippen, Notfallpass wählen, Angaben und einen Notfallkontakt eintragen und entscheiden, ob er im Sperrzustand sichtbar ist. Ein Ersthelfer kann ihn ohne Entsperren nur sehen, wenn du "Im Sperrzustand zeigen" einschaltest. Apple beschreibt den Weg im Detail so:

  1. Öffne die Health-App und tippe auf "Übersicht".
  2. Tippe oben auf dein Profilbild und dann auf "Notfallpass".
  3. Tippe auf "Los geht's" oder auf "Bearbeiten".
  4. Trage deine Angaben ein. Bei jedem Feld tippst du auf "Hinzufügen" oder "Bearbeiten".
  5. Füge einen Notfallkontakt hinzu.
  6. Entscheide über die beiden Schalter "Im Sperrzustand zeigen" und "Während eines Notrufs teilen".
  7. Tippe auf "Fertig".

Einen Kurzweg nennt Apple auch: das Health-Symbol auf dem Home-Bildschirm lange drücken und "Notfallpass" wählen. Die Bezeichnungen stammen aus Apples deutschen Anleitungen vom März 2026 und dem iPhone-Benutzerhandbuch.

Was gehört bei einer chronischen Erkrankung hinein?

Apple nennt als mögliche Angaben körperliche Beschwerden, Medikamente, Allergien, Blutgruppe und Notfallkontakte. Welche davon bei dir wichtig sind, hängt von deiner Erkrankung ab. Bereite die Angaben vor, bevor du sie eintippst. Die Tabelle hilft dabei.

Feld in der Health-AppWas du vorher bereitlegst
Körperliche BeschwerdenDie Diagnose in den Worten deines Arztbriefs, nicht aus dem Gedächtnis
MedikamenteDie Namen wie auf deinem Medikationsplan. Ob eine Dosierung auf die Karte gehört, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt
AllergienAuch Unverträglichkeiten gegen Medikamente
BlutgruppeNur, wenn du sie kennst. Apple führt sie als mögliches Feld
NotfallkontakteName und Beziehung der Person. Sag ihr vorher, dass du sie eingetragen hast

Dazu kommen vier Schritte, die kein Feld sind:

  1. Entscheide bewusst, ob "Im Sperrzustand zeigen" an sein soll. Der Pass ist dann ohne Entsperren sichtbar.
  2. Schalte "Während eines Notrufs teilen" ein, wenn du es willst. Lies aber den Abschnitt zu den Ländern weiter unten.
  3. Teste es: Sperre das iPhone, tippe auf "Notfall" und dann auf "Notfallpass". Lies, was dort steht.
  4. Lege eine Papierkarte in den Geldbeutel. Dazu gleich mehr.

Für Epilepsie nennt die Deutsche Epilepsievereinigung in ihren Erste-Hilfe-Hinweisen eine Zeitgrenze: Ein einzelner Anfall ist kein Notfall; hört er nach fünf Minuten nicht auf, wird der Notarzt gerufen. Ihr Faltblatt zur Ersten Hilfe nennt weitere Gründe für die 112, etwa wenn sich ein Anfall innerhalb einer Stunde wiederholt. Ob du Notfallmedikation hast und was dazu auf die Karte gehört, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Die Checkliste zum ersten Anfall und der Text zu den ersten Wochen nach der Epilepsie-Diagnose gehen dem weiter nach.

Für andere Erkrankungen, etwa Asthma oder Bluthochdruck, nennen Apple und die Patientenorganisationen keine festen Pflichtfelder. Frag deine Ärztin oder deinen Arzt: "Was braucht ein Sanitäter über meine Erkrankung?" Schreib die Antwort in dein Feld für körperliche Beschwerden.

Wer sieht den Notfallpass, und wie öffnet ein Ersthelfer ihn?

Ist "Im Sperrzustand zeigen" an, öffnet ein Ersthelfer den Pass laut Apple in drei Schritten. Je nach Modell wischt er nach oben oder drückt die Home-Taste. Auf dem Bildschirm für den Code tippt er auf "Notfall" und dann auf "Notfallpass". Apple schreibt, dass der Pass auch auf dem Sperrbildschirm der Apple Watch angezeigt werden kann.

Das hat zwei Seiten. Mit dem Schalter kann jede Person, die dein iPhone in der Hand hält, den Pass lesen. Ohne den Schalter bleibt er verborgen. Diese Wahl triffst nur du.

Ob jemand in einer Notlage daran denkt, den Pass zu öffnen, weiß niemand vorher. Ob Rettungsdienste in Deutschland ihn nutzen, geht aus den Quellen nicht hervor. Plane deshalb so, dass dein Schutz nicht an dieser einen Möglichkeit hängt.

Was passiert bei Notruf SOS, und gilt das Teilen im Notruf in Deutschland?

Notruf SOS ist eine eigene Funktion. Laut Apple hältst du die Seitentaste und eine Lautstärketaste gedrückt, bis der Countdown endet. Alternativ schaltest du "Durch 5-mal Drücken anrufen" ein. Nach einem Notruf schickt das iPhone eine Nachricht mit deinem Standort an deine Notfallkontakte, außer du brichst das ab. Hast du aus Versehen gewählt, legst du nicht auf, sondern wartest und erklärst es.

Die Unfallerkennung ab dem iPhone 14 gilt laut Apple für schwere Autounfälle. Nach 20 Sekunden ruft das iPhone automatisch an, wenn du nicht abbrichst. Die Sturzerkennung der Apple Watch ist ein anderes Thema und steht im Text über die Sturzerkennung und Unfallerkennung bei Apple.

Das Teilen des Notfallpasses im Notruf ist vom Land abhängig. Apples iPhone-Handbuch schreibt, iPhone und Apple Watch könnten den Pass bei einem Notruf automatisch teilen, und setzt dahinter "nur USA und Kanada". Apples Support-Artikel zum Notfallpass sagt, die Datendienste für den erweiterten Notruf seien nicht in allen Ländern oder Regionen verfügbar. Apples Artikel zur Sturzerkennung nennt dafür die USA, Kanada, das Vereinigte Königreich und Irland. Deutschland steht auf keiner der beiden Listen.

Verlass dich in Deutschland deshalb nicht darauf. Prüf die aktuelle Länderangabe bei Apple Support, bevor du dich darauf stützt. Apple schreibt außerdem, dass Apple den Pass nicht lesen kann, wenn er an Rettungskräfte weitergegeben wird. Schaltest du "Notruf & SOS" unter "Ortungsdienste" und "Systemdienste" aus, stoppt das Teilen.

Im Notfall wählst du in Deutschland die 112. Ist es nicht akut, erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Welche Notfallkarte aus Papier gehört zusätzlich in die Geldbörse?

Ein Akku kann leer sein, ein iPhone verloren gehen. Eine Karte im Geldbeutel hängt von beidem nicht ab. Drei Angebote im Überblick:

  • Die Deutsche Epilepsievereinigung bietet eine Notfallkarte im Kreditkartenformat (8,5 mal 5,3 Zentimeter). Sie hat Platz für Adresse, eine Person für den Notfall, die Telefonnummer der behandelnden Ärztin und Angaben zur aktuellen Medikation. Auf der Rückseite stehen Erste-Hilfe-Tipps. Für Mitglieder ist sie laut Seite kostenlos.
  • Der Internationale Notfallausweis derselben Vereinigung ist viersprachig (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch) und misst 7,4 mal 10,4 Zentimeter. Er soll laut Vereinigung gemeinsam mit der behandelnden Ärztin ausgefüllt werden und ist für Notfälle im Ausland gedacht.
  • Die Deutsche Herzstiftung bietet einen kostenfreien Notfallausweis zum Bestellen. Er enthält Blutgruppe, Vorerkrankungen, Medikamente und deren Dosierungen, Unverträglichkeiten und Allergien. Die Stiftung empfiehlt ihn für den Geldbeutel, weil dort Notärzte laut Seite zuerst nachsehen. Die Seite nennt die Ausgabe 2018.

Ob und wie du bestellst, siehst du auf den Seiten selbst. Bestellbedingungen können sich ändern. Gesetzlich vorgeschrieben ist keine dieser Karten.

Notfallpass, Apple-Health-Freigabe, Notfallkontakt: Wer sieht was?

Vier Wege geben anderen Zugang zu Angaben über dich. Sie sind voneinander getrennt.

WegWer sieht wasWer steuert es
Notfallpass im SperrzustandWer das iPhone in der Hand hält, sieht den Pass über "Notfall"Du, über den Schalter in der Health-App
Notfallkontakt bei Notruf SOSDie Person bekommt nach einem Notruf eine Nachricht mit deinem StandortDu, durch den Eintrag und durch Abbrechen
Freigabe in der Health-AppPersonen aus deinen Kontakten sehen geteilte Gesundheitsdaten, laut Apple auch deine Health-Benachrichtigungen, etwa zu hoher HerzfrequenzDu, bis du "Nicht mehr teilen" tippst
Familie & Freunde in SamEine Person sieht die Bereiche, die du freigibst, nur lesend und nicht live. Sie braucht Sam und bekommt keine Meldungen über deine WerteDu, pro Person und jederzeit widerrufbar

Bei Apples Freigabe reicht es laut Apple nicht, eine Person aus den Kontakten zu löschen. Du musst "Nicht mehr teilen" tippen. Wie du Gesundheitsdaten sinnvoll mit der Ärztin teilst, steht im Text über Wearable-Gesundheitsdaten beim Arzt.

Die Weitergabe im Notruf, der Notfallpass im Sperrzustand und Familie & Freunde sind drei getrennte Dinge. Familie & Freunde ersetzt den Notfallpass nicht, und der Notfallpass zeigt keinen Verlauf.

Wie bleibt der Notfallpass aktuell?

Hänge die Aktualisierung an etwas, das ohnehin ansteht.

Nach jedem Arzttermin, bei dem sich Diagnose oder Medikation ändern, öffnest du den Notfallpass und die Papierkarte. Die Worte stehen im neuen Arztbrief. Bei der Vorbereitung auf den Termin hilft die Checkliste für den Arzttermin bei chronischer Erkrankung. Was in einen Bericht für die Praxis gehört, steht im Text zum Arztbericht.

Sag deinen Notfallkontakten Bescheid, wenn sich etwas ändert. Teste den Pass alle paar Monate über den gesperrten Bildschirm.

Verlauf und Unterlagen für eine Vertrauensperson bereithalten

Der Notfallpass hält fest, was in einer Minute Not zählt. Den Rest deiner Geschichte legst du in Sam ab, wo du ihn mit einer Person teilen kannst.

  • Statt Screenshots im Chat: Eine Person, die du wählst, liest deinen Verlauf mit, und du entziehst ihr den Zugriff jederzeit.
  • Statt Papierstapel: Arztbriefe, Laborwerte und Befunde liegen im Health Vault.
  • Statt Erinnerung am Termin: Für acht Erkrankungen fasst der Arztbericht als PDF den Zeitraum zusammen, den du wählst.

Sam ersetzt weder den Notfallpass noch den Notruf. Familie & Freunde schickt keine Meldungen über deine Werte, und der Notfallpass in der Health-App bleibt Apples Funktion.

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Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Wo finde ich den Notfallpass auf dem iPhone?+

Öffne die Health-App, tippe auf dein Profilbild und dann auf Notfallpass. Apple nennt außerdem einen zweiten Weg: das Health-Symbol auf dem Home-Bildschirm lange drücken und Notfallpass wählen.

Kann jeder meinen Notfallpass sehen?+

Nur wenn du "Im Sperrzustand zeigen" einschaltest. Dann kann ein Ersthelfer ihn laut Apple über "Notfall" auf dem Code-Bildschirm öffnen. Ob das an ist, entscheidest du.

Wird der Notfallpass bei einem Notruf in Deutschland automatisch geteilt?+

Nach Apples Angaben nicht. Das iPhone-Handbuch nennt für das Teilen im Notruf nur die USA und Kanada, Apples Artikel zur Sturzerkennung die USA, Kanada, das Vereinigte Königreich und Irland. Prüf die aktuelle Angabe bei Apple Support und verlass dich nicht darauf.

Was gehört in den Notfallpass?+

Apple nennt körperliche Beschwerden, Medikamente, Allergien, Blutgruppe und Notfallkontakte. Welche Angaben bei deiner Erkrankung wichtig sind, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Informiert das iPhone meine Notfallkontakte?+

Nach einem Notruf schickt das iPhone ihnen laut Apple eine Nachricht mit deinem Standort, außer du brichst das ab.

Brauche ich zusätzlich einen Notfallausweis aus Papier?+

Er ersetzt den Notfallpass nicht, hilft aber, wenn das iPhone leer oder verloren ist. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt ihren Ausweis im Geldbeutel, die Deutsche Epilepsievereinigung bietet eine Notfallkarte im Scheckkartenformat.

Kann Apple meinen Notfallpass lesen?+

Laut Apple nicht, wenn er an Rettungskräfte weitergegeben wird.