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8 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Asthma: Lebenserwartung und Verlauf über die Jahre

Normale Lebenserwartung mit Asthma? Wird Asthma im Alter schlimmer? Was Leitlinie und Fachgesellschaft sagen und was du für den Arzttermin festhältst.

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Wer nach der Lebenserwartung bei Asthma sucht, fürchtet meist, dass es von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Dieser Text nennt die Zahlen der Nationalen VersorgungsLeitlinie und sagt, was sich daraus nicht ableiten lässt. Festhalten kannst du deinen Verlauf auf Papier oder im Asthma-Tagebuch von Sam. Daraus nimmst du einen Arztbericht als PDF für 1, 3, 6 oder 12 Monate oder die ganze Aufzeichnung mit.

Der Text ist allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Einschätzung deines Verlaufs. Er verspricht kein Ergebnis. Er beschreibt, was die Leitlinien sagen und wie ein langer Verlauf das Gespräch mit deiner Praxis stützt.

Wie hoch ist die Lebenserwartung mit Asthma?

Betroffene haben eine normale Lebenserwartung, auch wenn es schwere Verläufe gibt. Das sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Eine Zahl in Jahren nennen weder die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Asthma noch der internationale GINA-Bericht noch die Patienteninformation des IQWiG.

Das Fachportal PTAheute gibt die Aussage im Mai 2025 im Abschnitt über Asthma ab 50 wieder. Christian Taube wird dort so zitiert: "Es gibt schwere Verläufe. Aber unabhängig davon haben Betroffene eine normale Lebenserwartung." Das ist eine Expertenaussage in einem Fachmedium, keine Studie mit Zahlen. Für dich persönlich folgt daraus kein Versprechen.

Die Leitlinie ist an einer Stelle deutlich. Eine Exazerbation ist eine Phase, in der Beschwerden oder Lungenfunktion über das übliche Schwanken hinaus schlechter werden und die Therapie über mehrere Tage angepasst werden muss. Ohne angemessene Behandlung kann sie zum Tod führen. Deshalb lohnt der Blick darauf, was die Quellen unter Kontrolle verstehen.

Wie viele Menschen sterben in Deutschland an Asthma?

Die NVL nennt Zahlen aus der Todesursachenstatistik. Altersstandardisiert starben 1998 5,8 von 100.000 Einwohnern an Asthma bronchiale als Todesursache. Im Jahr 2016 war es 1 von 100.000. Für die Diagnose Status asthmaticus sank die Rate von 0,5 auf 0,1 je 100.000.

Diese Zahlen enden 2016. Neuere sind hier nicht aufgeführt. Die Leitlinie merkt außerdem an, dass Todesursachenstatistiken davon abhängen, wie Totenscheine ausgefüllt und kodiert werden.

Auch die Krankenhausfälle gingen laut NVL zurück. Bei Menschen ab 65 sank die Zahl der Fälle mit der Diagnose Asthma bronchiale von 66 auf 39 je 100.000, bei 45 bis unter 65 Jahren von 40 auf 27. Der Vergleich gilt für die Jahre 2000 bis 2017.

Weltweit sieht es laut GINA anders aus: Die meisten Todesfälle durch Asthma treten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf.

Wird Asthma mit den Jahren automatisch schlimmer?

Nein, nicht automatisch. Laut IQWiG verläuft Asthma sehr unterschiedlich. Manche Kinder und Jugendliche haben als Erwachsene kaum oder keine Beschwerden, andere behalten sie oder werden schlechter. Wie es bei dir läuft, hängt laut IQWiG von drei Dingen ab: ob du Auslöser meidest, wie deine Therapie aussieht und wie du im Alltag mit Asthma umgehst.

Das IQWiG schreibt, dass die meisten Menschen ihr Asthma unter Kontrolle bringen und weitgehend beschwerdefrei leben können. Von Heilung spricht die Seite nicht. Ob Asthma bei Erwachsenen heilbar ist, steht im Text zu den ersten Wochen nach der Asthma-Diagnose.

GINA bleibt ehrlich: Über den natürlichen Verlauf nach der Feststellung gibt es wenig Evidenz. Aussagen über Jahrzehnte sind deshalb vorsichtig zu lesen, auch deine eigene Vermutung.

Was kann den Verlauf verschlechtern?

GINA nennt Faktoren, die das Risiko für schwere Anfälle erhöhen:

  • schlecht kontrollierte Beschwerden selbst
  • mindestens ein Anfall im vergangenen Jahr
  • unregelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente
  • falsche Inhalationstechnik
  • chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen
  • Rauchen

Zusätzlich steigt das Risiko schwerer Anfälle und von Todesfällen mit dem Verbrauch an kurz wirksamem Bedarfsspray. GINA nennt die Verordnung von drei oder mehr Inhalatoren mit je 200 Hüben im Jahr, also mehr als täglichen Gebrauch. Das hing mit mehr schweren Anfällen zusammen, in einer Studie auch mit höherer Sterblichkeit. Das ist kein Grund, im Anfall auf dein Bedarfsspray zu verzichten. Ein hoher Verbrauch ist ein Thema für deine Praxis.

Die Lungenfunktion kann sich über die Jahre ändern. Bei gesunden Nichtrauchern nimmt die Einsekundenkapazität (FEV1) um etwa 15 bis 20 Milliliter pro Jahr ab. Bei Asthma kann der Rückgang schneller sein. Dann bleibt eine Verengung, die sich nicht mehr vollständig zurückbildet. Zu den unabhängigen Risikofaktoren zählen laut GINA unter anderem Zigarettenrauch, andere Schadstoffe und dauerhaft viel Schleim in den Atemwegen.

Laut Leitlinie fragt die Praxis bei jedem Kontrolltermin nach Einnahme und Inhalationstechnik. Das ist kein Vorwurf. Es gehört zur Routine.

Was ist anders, wenn Asthma erst nach 50 auffällt?

Asthma wird bei Älteren schwerer festgestellt. Laut GINA wird Asthma bei älteren Menschen oft nicht erkannt. Gründe sind eine geringere Wahrnehmung der Verengung, die Annahme, Atemnot gehöre zum Alter, mangelnde Fitness und weitere Erkrankungen. Auch eine Herzerkrankung kann ähnliche Beschwerden machen. Die NVL nennt dieselben Hürden bei Älteren.

Wichtig ist deshalb die Abgrenzung zur COPD. Die NVL stellt beide gegenüber:

  • Asthma wird oft in Kindheit oder Jugend festgestellt, COPD meist nicht vor dem sechsten Lebensjahrzehnt.
  • Asthma verläuft variabel und in Episoden, COPD meist fortschreitend.
  • Bei Asthma schwankt die Verengung, bildet sich zurück und fehlt im Moment der Untersuchung oft. Bei COPD ist sie immer nachweisbar und nie vollständig umkehrbar.

Auch PTAheute betont, dass nach 50 die richtige Einordnung zählt, auch die Abgrenzung zur COPD. Die Unterscheidung trifft deine Ärztin oder dein Arzt. Mehr dazu im Text zu Asthma und COPD.

Kann Asthma von selbst weggehen?

Es kann ruhig werden. GINA nennt eine Studie, in der etwa 16 Prozent der Erwachsenen mit frisch festgestelltem Asthma innerhalb von fünf Jahren eine klinische Remission hatten. Das heißt: mindestens ein Jahr ohne Beschwerden und ohne Asthma-Medikamente.

GINA betont: Remission ist keine Heilung. Nach einer Remission in Kindheit oder Jugend kehrt Asthma später oft zurück. Kinder, deren Asthma verschwand, haben im Erwachsenenalter ein höheres Risiko für einen beschleunigten Rückgang der Lungenfunktion. Wenn Beschwerden ruhen, ist es deshalb sinnvoll, die Lungenfunktion weiter prüfen zu lassen. Ändere deinen Plan nie allein, sondern mit deiner Praxis.

PTAheute nennt weitere Beispiele. Laut Erika von Mutius vom Institut für Asthma- und Allergieprävention kann Asthma in der Pubertät verschwinden, vor allem bei Jungen und eher bei einem leichteren Verlauf. Laut Taube wird es in der Schwangerschaft bei etwa einem Drittel der Frauen schlechter, bei einem Drittel bleibt es gleich, bei einem Drittel bessert es sich.

Woran siehst du, ob dein Asthma gut kontrolliert ist?

Die NVL schätzt die Kontrolle an vier Fragen zu den letzten vier Wochen ein:

  • Hattest du tagsüber mehr als zweimal pro Woche Beschwerden?
  • Bist du nachts wegen Asthma aufgewacht?
  • Hast du mehr als zweimal pro Woche dein Bedarfsspray gebraucht?
  • Hat Asthma dich bei Aktivitäten eingeschränkt?

Null Ja heißt gut kontrolliert, ein bis zwei Ja heißen teilweise, drei bis vier Ja nicht kontrolliert. Dazu schätzt die Praxis das Risiko für künftige Verschlechterungen, anhand der Lungenfunktion und der Zahl der Anfälle. Die NVL arbeitet nicht mehr mit Schweregraden. Sie weist darauf hin, dass GINA den Begriff "mildes Asthma" meidet, weil er als geringes Risiko missverstanden werden kann.

Die vier Fragen kannst du in der Asthma-Symptomkontrolle auf dieser Website durchgehen. Was sie bedeuten, steht im Text zu nicht gut kontrolliertem Asthma. Die Einordnung nimmt immer deine Praxis vor.

Was notierst du über vier Wochen für die Praxis?

Die NVL listet, was die Praxis bei jedem Kontrolltermin erfragt. Daraus ergibt sich eine einfache Aufzeichnung, auf Papier oder in Sam:

  1. Täglich: Beschwerden tagsüber (ja oder nein), Beschwerden bei Anstrengung, Aufwachen in der Nacht wegen Asthma (ja oder nein), Einschränkung im Alltag (ja oder nein).
  2. Bedarfsspray: wie oft du es gebraucht hast. Ein Einsatz vor dem Sport zählt laut Leitlinie nicht mit, schreib ihn getrennt auf.
  3. Anfälle: Datum, Auslöser (Infekt, Allergen, Anstrengung, Rauch) und was du gebraucht hast, etwa zusätzliches Bedarfsspray, Kortisontabletten, einen ungeplanten Arztbesuch oder die Klinik.
  4. Einnahme und Technik: Tage, an denen du die Dauertherapie vergessen hast, ohne Bewertung. Dazu die Frage an die Praxis: Können Sie mir meine Inhalationstechnik zeigen?
  5. Peak-Flow nur, wenn die Praxis dich an einem passenden Gerät eingewiesen hat. Dann so, wie es dort besprochen wurde. Die NVL sagt dazu, die Messung kann empfohlen werden. Sam hat dafür kein Feld, die Werte notierst du auf Papier. Wie ein Protokoll für den Termin aussieht, zeigt der Text zum Peak-Flow-Protokoll für den Arzttermin.
  6. Jahresblick für die Praxis: Anfälle der letzten zwölf Monate und wie viele Bedarfsspray-Inhalatoren du im Jahr abgeholt hast.

Die Praxis zählt die Ja-Antworten und ordnet sie ein. Du musst nichts auswerten. Ein ehrlicher Verlauf über Monate und Jahre zeigt dir und ihr, ob sich etwas verschiebt. Soll dein Partner oder deine Tochter mitlesen, kannst du in Sam einzelne Personen schreibgeschützt freigeben, jederzeit widerrufbar (siehe Familie & Freunde). Die Person braucht dafür selbst Sam.

Wann ist ein Asthmaanfall ein Notfall?

Der Aktionsplan der NVL beschreibt Schritte: Atmung, Sprechen und Peak-Flow beurteilen, das Bedarfsmittel nehmen, die Wirkung prüfen und bei fehlender Wirkung weitergehen. Wirkt das alles nicht, rufst du die Ärztin oder den Arzt oder den Notruf 112. Die NVL zählt Atemnot, bei der das Sprechen schwerfällt, zu den Zeichen eines schweren Anfalls. Sie beschreibt auch, dass Menschen ohne Schulung oft zu lange versuchen, einen Anfall allein mit dem Bedarfsspray abzufangen. Hilft dein Bedarfsspray nicht oder wird die Atemnot stärker, ruf die 112, auch wenn du noch keinen Aktionsplan hast. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du bei Beschwerden, die nicht warten können, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Den genauen Plan legt deine Praxis mit dir fest. Frag danach, wenn du keinen schriftlichen hast. Laut NVL hatten 2015 nur 26,1 Prozent der Menschen im DMP Asthma eine Schulung besucht. Daten von 2016 zeigen, dass noch weniger einen schriftlichen Notfallplan hatten. Sam gibt dafür keine Anleitung und ersetzt keinen Notruf.

Asthma-Verlauf über die Jahre in Sam festhalten und mitnehmen

Dein Verlauf über Monate und Jahre liegt an einem Ort, statt dass du im Termin aus dem Gedächtnis rechnest. Das Programm für Asthma ist dafür ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen.

  • Statt Zettel oder Notizen-App: Anfälle und Bedarfsspray-Einsätze stehen mit Datum und Anlass in einem Verlauf.
  • Statt Erinnerung: Der Arztbericht als PDF fasst den Zeitraum zusammen, den du wählst, von einem Monat bis zur ganzen Aufzeichnung.
  • Statt Apple Health allein: Die Übersicht zeigt Schlaf, Ruhepuls und Atemfrequenz gegen deine eigene Baseline, neue Einträge bekommen Luftqualität und Pollen dazu, wenn du deinen Standort teilst.

Sam ist zum Festhalten gedacht, nicht für den Moment eines Anfalls, und sagt dir nicht, ob dein Asthma kontrolliert ist. Das beurteilt deine Praxis.

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Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Haben Menschen mit Asthma eine normale Lebenserwartung?+

Laut PTAheute sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, es gebe schwere Verläufe, aber unabhängig davon hätten Betroffene eine normale Lebenserwartung. Die Aussage steht im Abschnitt über Asthma ab 50. Eine Zahl in Jahren nennen die Leitlinien und das IQWiG nicht, und für dich persönlich ist das kein Versprechen.

Wie oft sterben Menschen in Deutschland an Asthma?+

Laut Nationaler VersorgungsLeitlinie Asthma lag die altersstandardisierte Sterberate 2016 bei 1 pro 100.000 Einwohner, nach 5,8 im Jahr 1998. Neuere Zahlen sind hier nicht aufgeführt.

Wird Asthma im Alter schlimmer?+

Laut IQWiG nicht automatisch. Manche behalten ihre Beschwerden oder werden schlechter, andere haben kaum noch welche. Bei Älteren wird Asthma schwerer festgestellt, weil Atemnot oft dem Alter zugeschrieben wird.

Was ist der Unterschied zwischen Asthma und COPD?+

Asthma verläuft laut Leitlinie variabel, und die Verengung der Atemwege bildet sich oft zurück. COPD verläuft meist fortschreitend, und die Verengung ist nie vollständig umkehrbar. Die Unterscheidung trifft deine Ärztin oder dein Arzt.

Kann Asthma wieder verschwinden?+

GINA nennt eine Studie, in der etwa 16 Prozent der Erwachsenen mit frisch festgestelltem Asthma innerhalb von fünf Jahren eine Remission hatten. Remission ist aber keine Heilung, Asthma kann zurückkehren. Ändere nichts an deinem Plan, ohne das mit deiner Praxis zu besprechen.

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GINA nennt Zigarettenrauch als Risikofaktor für eine bleibende Verengung der Atemwege und für schwere Anfälle. Wie du damit umgehst, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

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Hilft dein Bedarfsspray nicht oder wird die Atemnot stärker, ruf die 112, auch wenn du noch keinen Aktionsplan hast. Atemnot, bei der das Sprechen schwerfällt, zählt laut Leitlinie zu den Zeichen eines schweren Anfalls. Den genauen Plan legt deine Praxis mit dir fest.