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6 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Neu mit Asthma: Was jetzt ansteht, was du fragst und was du in den ersten vier Wochen festhältst

Asthma neu festgestellt: Was zur Abklärung gehört, was du zu Inhalator und Schulung fragst und was du vier Wochen lang festhältst.

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Nach der Asthma-Diagnose klärt die Praxis weiter, du lernst dein Inhalationsgerät kennen und fragst nach einer Schulung. Dazu hältst du in den ersten vier Wochen fest, wie deine Tage und Nächte laufen, auf Papier oder in Sam, wo Schlaf und Atemfrequenz aus Apple Health neben deinen Einträgen stehen. Den Behandlungsplan legt deine Ärztin oder dein Arzt fest.

Der Text richtet sich an dich, wenn deine Praxis Asthma bereits festgestellt hat. Bei einem bloßen Verdacht ist die Praxis dein nächster Schritt. Einen Selbsttest findest du hier nicht.

Was die Diagnose bedeutet

Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Lunge. Nach dem Lungeninformationsdienst sind die unteren Atemwege ständig entzündet, und die Lunge reagiert zu stark auf Reize. Dann verengen sich die Bronchien anfallsweise. Zwischen den Beschwerden liegen oft beschwerdefreie Zeiten.

Asthma ist häufig. Das Bundesgesundheitsministerium nennt für Deutschland rund 6 Prozent der Erwachsenen. Es kann in jedem Alter beginnen.

Viele fragen sofort, ob Asthma heilbar ist. Laut Lungeninformationsdienst bisher nicht, in der Regel aber gut behandelbar. Auf gesund.bund.de steht, dass sich Asthma nicht automatisch verschlechtert. Wie dein Verlauf aussieht, kann nur deine Praxis einschätzen.

Was zur Abklärung gehört

Das Bundesgesundheitsministerium nennt für die Diagnose drei Bausteine: ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung und Lungenfunktionstests. Die Spirometrie misst, wie viel Luft du ein- und ausatmest. Das Peak-Flow-Meter misst, wie schnell die Luft beim Ausatmen strömt. Sind die Ergebnisse nicht eindeutig, folgen weitere Untersuchungen der Atemwege oder ein Allergietest.

Bei dir kann davon schon einiges gelaufen sein. Frag, was noch aussteht und wann ihr die Ergebnisse besprecht. Nach der Diagnose sieht die Nationale VersorgungsLeitlinie unter anderem eine Allergiediagnostik und regelmäßige Kontrollen vor.

Im Gespräch geht es um deine Krankengeschichte, dein Lebensumfeld und die genaue Art deiner Beschwerden. Dafür lohnen sich die Notizen weiter unten.

Inhalator und Dauermedikation: der Plan kommt von der Praxis

Das Bundesgesundheitsministerium unterscheidet zwei Gruppen: schnell wirksame Bedarfsmedikamente und lang wirksame Dauermedikamente. Welches Gerät du bekommst, legt deine Praxis mit dir fest. Dieser Text empfiehlt deshalb keine Medikamente und keine Dosierung.

Bitte die Praxis, dir aufzuschreiben, welches Gerät du wofür benutzt. Die Technik kannst du dir zeigen lassen: Frag, ob die Praxis dir beim Inhalieren zusieht, und nimm deine eigenen Geräte mit. Die Deutsche Atemwegsliga zeigt Inhalationsvideos nach Gerätetyp. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma hat ein Patientenblatt zu den Unterschieden zwischen Inhalier-Geräten.

Asthmaschulung und DMP: zwei Angebote, nach denen du fragen kannst

In einer Asthmaschulung geht es laut gesund.bund.de darum, wie die Erkrankung entsteht, wie man sie behandeln kann, wie sich Auslöser meiden lassen und wie du dich im Notfall verhältst. Angeboten wird sie unter anderem von Lungenfachärztinnen, Lungenfachärzten und einigen Rehakliniken.

Die Deutsche Atemwegsliga führt ein Verzeichnis von Praxen mit Schulungsangebot. Du suchst nach einem Ort oder gibst die ersten zwei Ziffern deiner Postleitzahl ein. Das Verzeichnis ist nach Angaben der Atemwegsliga noch im Aufbau. Wer eine Schulung bezahlt, klärst du mit Praxis und Krankenkasse.

Für Asthma bronchiale gibt es außerdem ein Disease-Management-Programm, kurz DMP. Der Gemeinsame Bundesausschuss beschreibt DMP als strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen. Einschreiben lassen kannst du dich über deine Krankenkasse. Sprich auch deine Praxis darauf an. Was beim DMP-Termin gefragt wird, steht im Beitrag DMP-Asthma: Termin vorbereiten.

Die ersten vier Wochen: was du festhältst

Laut Lungeninformationsdienst kann ein Asthma-Tagebuch deine Praxis bei der Abklärung, beim Eingrenzen deiner Auslöser und bei der Überprüfung des Behandlungsverlaufs unterstützen. Halte das vier Wochen lang fest, dann hat deine Praxis Zahlen statt Schätzungen. Auch die Kontrollfragen der Global Initiative for Asthma (GINA) schauen auf die letzten vier Wochen. Pro Ereignis genügt eine Zeile. Das gehört hinein:

  • Bedarfsspray: Tag, Zahl der Hübe, Anlass (Beschwerden oder laut Plan vor dem Sport) und ob es geholfen hat.
  • Nächte: ob du wegen Beschwerden aufgewacht bist.
  • Anfälle: Datum, wie schlimm es sich für dich anfühlte, ob das Spray geholfen hat, ob du zusätzliche ärztliche Hilfe gebraucht hast und ob Kortisontabletten verordnet wurden.
  • Davor: was vorher war, etwa Pollen, Kälte, ein Infekt, Rauch oder Staub, Sport oder Stress. Das sind deine Notizen und kein Beweis für eine Ursache. Mehr dazu in Asthma-Trigger im Alltag.
  • Dauermedikament: ob du es so genommen hast, wie die Praxis es verordnet hat. Auch Lücken gehören ins Protokoll.
  • Peak Flow: nur, wenn deine Praxis ihn messen lässt. Vordrucke gibt es zum Beispiel beim Lungeninformationsdienst.

Eine Zeile kann so aussehen (erfundenes Beispiel): "Di, 2 Hübe Bedarfsspray nach der Treppe in kalter Luft, hat geholfen, nachts nicht aufgewacht."

In Sam trägst du diese Einträge im Asthma-Programm ein. Schlaf und Atemfrequenz stehen dort aus Apple Health daneben, du schreibst nur auf, was du selbst weißt.

Zähle am Ende jeder Woche die Tage mit Bedarfsspray und die Nächte mit Aufwachen. Was diese zwei Zahlen für dich bedeuten, besprichst du mit deiner Praxis.

Fragen für deinen nächsten Termin

Nimm Protokoll und Geräte mit. Frag dann:

  • Ist mein Asthma allergisch, nicht allergisch oder beides?
  • Welche Untersuchungen sind gelaufen, welche stehen noch aus?
  • Können Sie mir die Technik zeigen und aufschreiben, welches Gerät wofür ist?
  • Gibt es einen schriftlichen Plan für den Fall, dass es schlechter wird? Laut Atemwegsliga erstellst du diesen Aktionsplan gemeinsam mit deiner Praxis.
  • Wo finde ich eine Asthmaschulung?
  • Ist ein DMP für mich passend?
  • Soll ich Peak Flow messen, und wie schreibe ich ihn auf?
  • Wann ist die nächste Kontrolle?

Was die Apple Watch kann und was nicht

Eine Apple Watch misst keine Lungenfunktion. Dafür braucht es ein Spirometer in der Praxis oder ein Peak-Flow-Meter.

Was die Uhr liefert, ist Kontext. In der Vitalzeichen-App zeigt sie nachts unter anderem deine Atemfrequenz. Laut Apple trägst du sie dafür 7 Tage lang beim Schlafen, damit die App deine typischen Bereiche bestimmen kann. Apple schreibt selbst, die Werte seien nicht für medizinische Zwecke bestimmt. Eine Atemfrequenz ist deshalb eine Notiz für das Gespräch und kein Befund. In Sam steht sie als Zahl neben deinen Einträgen, ohne Einordnung. Mehr dazu in Atemfrequenz, Schlaf und Asthma.

Wann du nicht auf den Termin wartest

Akute Atemnot ist kein Thema für einen Blogartikel, und ein Protokoll ersetzt keinen Notruf. Bei einem Notfall wählst du die 112. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma zählt Atemnot, bei der das Sprechen schwerfällt, zu den Zeichen eines schweren Anfalls. Sie beschreibt auch, dass Menschen ohne Schulung oft zu lange versuchen, einen Anfall allein mit dem Bedarfsspray abzufangen. Hilft dein Bedarfsspray nicht oder wird die Atemnot stärker, ruf die 112, auch wenn du noch keinen Aktionsplan hast. Was bei dir als Verschlechterung gilt und was du vor dem Notruf tust, gehört in den schriftlichen Aktionsplan, den du mit deiner Praxis erstellst. Frag beim nächsten Termin gezielt danach. Die Seite 116117.de nennt für lebensbedrohliche Fälle ebenfalls die 112 und für Dringendes außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst.

Deine ersten vier Wochen in Sam festhalten und als Bericht mitnehmen

Du gehst mit einem Verlauf in den Termin und musst die vier Wochen nicht aus dem Gedächtnis zusammensuchen.

  • Anfälle (Datum, Stärke, ob das Spray geholfen hat) und Bedarfsspray (Hübe, Anlass) trägst du im Asthma-Programm mit wenigen Tipps ein. Statt loser Zettel liegt alles mit Datum an einem Ort.
  • Schlaf und Atemfrequenz kommen aus Apple Health dazu, auf Wunsch auch Pollen und Luftqualität für deinen ungefähren Standort. Du trägst nur ein, was du selbst weißt.
  • Aus den Einträgen entsteht ein Arztbericht als PDF mit den Tagen mit Bedarfsspray und den Nächten mit Aufwachen. Den druckst du aus oder zeigst ihn am Handy.

Das Programm setzt voraus, dass deine Ärztin oder dein Arzt Asthma festgestellt hat, und Peak Flow trägst du dort nicht ein.

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Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Was ist Asthma?+

Asthma bronchiale ist eine chronische Lungenerkrankung. Laut Lungeninformationsdienst sind die unteren Atemwege ständig entzündet, und die Lunge reagiert zu stark auf Reize. Dadurch verengen sich die Bronchien anfallsweise. Zwischen den Beschwerden liegen oft beschwerdefreie Zeiten. Festgestellt wird Asthma von einer Ärztin oder einem Arzt.

Ist Asthma heilbar?+

Nach dem Lungeninformationsdienst ist Asthma bisher nicht heilbar, aber in der Regel gut behandelbar. Das Bundesgesundheitsministerium schreibt auf gesund.bund.de, dass sich Asthma nicht automatisch verschlechtert. Wie dein Verlauf aussieht, kann nur deine Praxis einschätzen.

Asthma: Was kann ich selber tun?+

Deinen Behandlungsplan legt die Praxis fest. Du kannst dir die Inhalationstechnik zeigen lassen, nach einer Asthmaschulung fragen und vier Wochen lang aufschreiben: Spraygebrauch, nächtliches Aufwachen, Anfälle und was vorher war. Mit diesen Notizen beantwortest du die Fragen deiner Praxis genauer als aus dem Gedächtnis. Das geht auf Papier oder in Sam.

Asthma-Inhalator: Wie wende ich ihn richtig an?+

Lass dir die Technik in der Praxis zeigen und prüfen. Nimm dafür deine eigenen Geräte mit. Die Deutsche Atemwegsliga stellt Inhalationsvideos nach Gerätetyp bereit, die Nationale VersorgungsLeitlinie ein Patientenblatt zu den Unterschieden zwischen Inhalier-Geräten. Welches Gerät du bekommst, legt deine Praxis fest.

Asthma Lungenfunktion: Welche Untersuchungen gibt es?+

Das Bundesgesundheitsministerium nennt ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung und Lungenfunktionstests wie Spirometrie und Peak-Flow-Messung. Sind die Ergebnisse nicht eindeutig, folgen weitere Untersuchungen der Atemwege oder ein Allergietest. Was bei dir ansteht, sagt deine Praxis.

Wo finde ich eine Asthmaschulung?+

Die Deutsche Atemwegsliga führt ein Verzeichnis von Praxen, die Schulungen für Asthma anbieten. Du suchst nach einem Ort oder gibst die ersten zwei Ziffern deiner Postleitzahl ein. Das Verzeichnis ist im Aufbau und nicht vollständig. Schulungen bieten laut gesund.bund.de auch Lungenfachärztinnen, Lungenfachärzte und einige Rehakliniken an. Frag auch deine Praxis und deine Krankenkasse.

Was ist ein DMP bei Asthma?+

Ein Disease-Management-Programm ist laut Gemeinsamem Bundesausschuss ein strukturiertes Behandlungsprogramm für chronisch kranke Menschen. Asthma bronchiale gehört zu den Erkrankungen, für die es Vorgaben gibt. Einschreiben lassen kannst du dich über deine Krankenkasse. Sprich auch deine Praxis darauf an.

Was kann die Apple Watch bei Asthma?+

Eine Apple Watch misst keine Lungenfunktion. Nachts kann sie unter anderem die Atemfrequenz zeigen. Apple schreibt selbst, die Werte der Vitalzeichen-App seien nicht für medizinische Zwecke bestimmt. Nimm sie als Kontext für das Gespräch mit deiner Praxis, nicht als Befund.