Welcher Arzt bei Asthma? Zuständigkeit, Diagnoseweg und erste Abklärung
Welcher Arzt bei Asthma: Hausarzt, Lungenfacharzt oder Allergologe, und wie Asthma diagnostiziert wird - Lungenfunktion, Reversibilitätstest, Allergietest.
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Bei Verdacht auf Asthma führt der erste Weg meist in die Hausarztpraxis, für die Fachabklärung zum Lungenfacharzt. Was du dabei für das Gespräch festhältst - Symptome und wie stark sie waren - kannst du im Symptomtagebuch von Sam festhalten und als Verlauf mitnehmen, statt dich im Gespräch auf dein Gedächtnis zu verlassen.
Hausarzt, Lungenfacharzt oder Allergologe: wer macht was
Die Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma (NVL) empfiehlt, die Langzeitbetreuung durch den Hausarzt oder den Kinder- und Jugendarzt durchführen zu lassen. Die Hausarztpraxis ist also meist der erste Ansprechpartner, kennt deine Krankengeschichte und kann eine Lungenfunktionsmessung durchführen.
Für die Fachabklärung steht der Lungenfacharzt, die Pneumologin oder der Pneumologe. Die NVL empfiehlt, über eine Überweisung zur Pneumologie nachzudenken bei Zweifeln an der Diagnose, unzureichender Asthmakontrolle trotz Behandlung oder nach einer Notfallbehandlung. Auch bei einem schweren Verlauf übernimmt der Pneumologe die Langzeitbetreuung.
Bei Kindern sieht die Leitlinie den Kinder- und Jugendarzt vor, bei schwierigen Verläufen den Kinderpneumologen. Bei Verdacht auf allergisches Asthma kann außerdem eine allergologische Abklärung sinnvoll sein, etwa durch eine Praxis mit der Zusatzbezeichnung Allergologie.
Wie wird Asthma diagnostiziert?
Es gibt keinen einzelnen Asthmatest. Eine Ärztin oder ein Arzt stellt die Diagnose aus dem Zusammenspiel mehrerer Befunde. Nach der NVL gehören dazu eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung und der Nachweis einer veränderlichen, teilweise umkehrbaren Verengung der Atemwege durch eine Lungenfunktionsuntersuchung, typischerweise die Spirometrie.
Auch nach Gesundheitsinformation.de (IQWiG) lässt sich erst aus Symptombeschreibung und den Ergebnissen verschiedener Untersuchungen zusammen feststellen, ob Asthma oder eine andere Erkrankung für die Atembeschwerden verantwortlich ist. Deshalb laufen bei dir möglicherweise mehrere Untersuchungen hintereinander.
Die Lungenfunktion: Spirometrie und Reversibilitätstest
Die Spirometrie ist die Grundlage der Lungenfunktionsuntersuchung und laut NVL in der Hausarzt- wie in der Facharztpraxis möglich. Zeigt sie eine Verengung der Atemwege, folgt in der Regel ein Reversibilitätstest mit einem kurz wirksamen Bronchienerweiterer, und ein deutlicher Anstieg spricht nach DMP-Richtlinie und NVL für Asthma. Ist die Lungenfunktion unauffällig, kann die Praxis einen Provokationstest beim Facharzt veranlassen. Was zur Abklärung gehört und was danach ansteht, steht in Asthma-Diagnose: Was jetzt? Die ersten Wochen.
Peak-Flow: ein Baustein, keine Diagnose allein
Das Peak-Flow-Meter misst, wie schnell Luft beim Ausatmen strömt, und lässt sich zu Hause anwenden. Die NVL stellt klar, dass die Diagnose nicht allein über die Peak-Flow-Messung gestellt werden soll. Sie ist ein Baustein, zum Beispiel zur Beurteilung der tageszeitlichen Schwankung der Atemwegsweite.
Wenn deine Praxis dich zur Messung anleitet, notiere die Werte morgens und abends. Ein Peak-Flow-Rechner zeigt dir Vergleichswerte, die Einordnung macht deine Praxis. Das Protokoll unterstützt das Gespräch, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung.
Wann der Allergietest dazukommt: allergisches Asthma
Bei Verdacht auf allergisches Asthma sieht die NVL eine allergologische Stufendiagnostik vor. Dazu gehören die Allergie-Anamnese und der Nachweis einer IgE-vermittelten Sensibilisierung per Pricktest und/oder spezifischem IgE im Blut. In unklaren Fällen kann ein Provokationstest folgen.
Das unterscheidet allergisches von nicht-allergischem Asthma. Allergisches Asthma wird durch eingeatmete Stoffe ausgelöst, etwa Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare. Beim nicht-allergischen Asthma kommen die Auslöser aus dem Körper, oft nach Atemwegsinfekten. Eine klare Trennung ist nicht immer möglich. Welche Tests bei dir sinnvoll sind, entscheidet die Praxis.
Wann du zum Arzt gehst: Hinweise und Notfall
Asthmatypische Beschwerden sind pfeifende Atmung, Husten, Engegefühl in der Brust und Luftnot, oft nachts und frühmorgens. Treten solche Beschwerden wiederholt anfallsartig auf, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, denn ähnliche Symptome können auch andere Ursachen haben.
Wie du an einen Termin beim Lungenfacharzt kommst - mit oder ohne Überweisung, über die 116 117 und den Dringlichkeitscode - und was du bis dahin festhältst, erklärt der Ratgeber Facharzttermin bekommen.
Akute Atemnot ist kein Fall für einen Blogartikel. Bei Atemnot, bei der das Sprechen schwerfällt, oder wenn dein Bedarfsspray nicht hilft, wählst du sofort die 112. Nach der Nationalen VersorgungsLeitlinie ist Atemnot, die das Sprechen erschwert, ein Zeichen für einen schweren Anfall, der ärztlich behandelt werden muss. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Mehr zur Zeit nach einer bestätigten Diagnose findest du in Neu mit Asthma: die ersten Wochen.
Deinen Verlauf vor der Abklärung in Sam festhalten
Bis die Praxis die Diagnose stellt, hältst du Atemnot und nächtliches Aufwachen im Symptomtagebuch fest, statt sie später aus dem Gedächtnis zu beschreiben.
- Statt Zettel: Du trägst Beschwerden wie Atemnot, pfeifende Atmung oder nächtliches Aufwachen ein; Schlaf und Atemfrequenz kommen aus Apple Health dazu.
- Statt Erinnerung: Ab dem 1. erstellst du den Monatsbericht für den Vormonat selbst, als PDF mit deinen Symptomtagen und häufigsten Symptomen neben Schlaf und Aktivität.
- Statt dreißig Notizen: Im Gesundheitsverlauf zeigt ein Punkt jeden Tag, an dem du ein Symptom eingetragen hast, so siehst du diese Tage auf einen Blick.
Hat die Praxis Asthma festgestellt, startest du das Programm für Asthma, also ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht als PDF. Ein Programm in Sam ist kein Behandlungsprogramm und kein DMP. Sam stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Abklärung.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
Quellen
Stand: Oktober 2026
- Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, Version 5.0 (2024, gültig bis 14.08.2029), AWMF-Register nvl-002: Langfassung (PDF), Kapitel 2 Diagnostik und Kapitel 13 Versorgungskoordination
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Asthma (aktualisiert 15.06.2022)
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Welche Lungenfunktionstests gibt es und was passiert dabei?
- Bundesministerium für Gesundheit: gesund.bund.de, Asthma (Stand 18.08.2022)
- Lungenärzte im Netz: Asthma bronchiale, Lungenfunktionsprüfung und Allergietest
- Kinderärzte im Netz (BVKJ): Asthma bronchiale, Diagnose (aktualisiert 11.08.2021)
- IQWiG: DMP Asthma bronchiale, Abschlussbericht V20-02 (Diagnosekriterien, PDF)
- Deutsche Atemwegsliga: Asthma - Leitlinien und Informationen
- Robert Koch-Institut: Asthma bronchiale (Stand 18.03.2025)
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Häufige Fragen
Welcher Arzt ist bei Asthma zuständig?+
Die Hausarztpraxis ist laut Nationaler VersorgungsLeitlinie für die Langzeitbetreuung meist der richtige Ansprechpartner und überweist weiter. Der Lungenfacharzt (Pneumologe) kommt bei Zweifeln an der Diagnose, schwerem Verlauf oder unzureichender Kontrolle ins Spiel. Bei Verdacht auf allergisches Asthma kann eine allergologische Abklärung sinnvoll sein.
Brauche ich für den Lungenfacharzt eine Überweisung?+
Meist wird Asthma nach Überweisung durch die Hausarztpraxis abgeklärt. Die freie Arztwahl gilt auch für Fachärzte, nur wenige Gruppen wie die Radiologie arbeiten ausschließlich auf Überweisung. Ob deine Lungenfacharztpraxis eine Überweisung verlangt, fragst du bei der Terminvergabe.
Wie wird Asthma diagnostiziert?+
Eine Ärztin oder ein Arzt stellt nach einem Gespräch (Anamnese), einer körperlichen Untersuchung und einer Lungenfunktionsmessung fest, ob Asthma vorliegt. Gibt es eine Verengung der Atemwege, macht ein deutlicher Anstieg im Reversibilitätstest Asthma wahrscheinlich. Einen einzelnen Asthmatest gibt es nicht.
Was ist eine Spirometrie, und was misst sie?+
Die Spirometrie misst, wie viel Luft du ein- und ausatmest, und was sonst zur Abklärung gehört, steht in Asthma-Diagnose: Was jetzt? Die ersten Wochen.
Was ist ein Reversibilitätstest?+
Liegt eine Verengung der Atemwege vor, wird meist ein Reversibilitätstest mit einem kurz wirksamen Bronchienerweiterer gemacht. Danach wird die Lungenfunktion erneut gemessen. Steigt der Wert deutlich an, spricht das für Asthma. Die Praxis beurteilt das Ergebnis.
Brauche ich bei Asthma einen Allergietest?+
Bei Verdacht auf allergisches Asthma sieht die Nationale VersorgungsLeitlinie eine allergologische Abklärung vor, etwa Pricktest oder Bluttest auf bestimmte IgE-Antikörper. Ob das bei dir sinnvoll ist, entscheidet die Praxis anhand deiner Vorgeschichte.
Kann ein Asthma-Tagebuch bei der Abklärung helfen?+
Ein Tagebuch mit Symptomen und, wenn die Praxis es verlangt, Peak-Flow-Werten unterstützt das Gespräch. Die Diagnose stellt die Praxis aus Gespräch, Untersuchung und Lungenfunktion, ein Tagebuch kann dabei nur ergänzen.