Asthmakontrolle nach GINA: was die vier Fragen abdecken und wie du dein Ergebnis von 0 bis 4 liest
GINA schätzt die Symptomkontrolle bei Asthma mit vier Fragen zu den letzten vier Wochen ein. So zählt das Ergebnis, was es auslässt und wie Sam es festhält.
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Beim Asthma-Termin fragt deine Ärztin oder dein Arzt oft, wie die letzten vier Wochen waren, und die Antwort wird schnell zur groben Schätzung. Die Global Initiative for Asthma (GINA) fasst diese Wochen in vier Ja-Nein-Fragen. Du kannst sie auf Papier beantworten oder im Asthma-Tagebuch von Sam, das dieselben vier Themen einmal im Monat abfragt und jedes Ergebnis mit Datum aufbewahrt.
Der Text erklärt, was die Fragen abdecken und wie die Zählung von 0 bis 4 funktioniert. Er zeigt auch, was das Ergebnis auslässt und wie Sam fragt. Wie es um dein Asthma steht, klärst du mit deiner Praxis.
Was fragt die GINA-Symptomkontrolle ab?
GINA gibt jedes Jahr einen Strategiebericht für Ärztinnen und Ärzte heraus. Die Kurzfassung von 2026 schätzt die Symptomkontrolle bei Asthma anhand von vier Fragen zu den letzten vier Wochen ein. Sie stehen dort in Tabelle 2A.
Zwei Fragen drehen sich um die Häufigkeit. Die eine betrifft Beschwerden am Tag, die andere das Bedarfsspray wegen Beschwerden. Bei beiden zieht GINA die Grenze bei mehr als zweimal pro Woche. Die anderen zwei zählen jedes Vorkommen: eine Nacht, in der dich Asthma geweckt hat, und jede Situation, in der dich Asthma bei einer Aktivität gebremst hat.
Der Check-in in Sam deckt dieselben vier Themen in eigenen Worten ab. Jede Frage nennt den Zeitraum von vier Wochen. Wo GINA mehr als zweimal pro Woche sagt, fragt Sam nach mehr als ein paar Tagen beziehungsweise ein paar Mal in der Woche. Die Formulierungen sind nicht der Text von GINA.
Wie wird das Ergebnis von 0 bis 4 gezählt?
Du zählst deine Ja-Antworten. Das Ergebnis liegt zwischen 0 und 4, und weniger heißt weniger Beschwerden. GINA ordnet die Zahl in drei Stufen ein, Sam nutzt dieselben Grenzen:
- Kein Ja: gut kontrolliert.
- 1 oder 2 Ja: teilweise kontrolliert.
- 3 oder 4 Ja: unkontrolliert.
Gewichtet wird nichts. Eine Nacht mit Aufwachen zählt so viel wie eine Woche mit Beschwerden am Tag.
Die Stufen stammen von GINA. Die Fragen in Sam sind eigens für die App formuliert und wurden nicht als eigener Fragebogen validiert. Darin unterscheiden sie sich von benannten, in der Originalfassung validierten Fragebögen wie dem MIDAS bei Migräne. Der Heuschnupfen-Check-in in Sam ist auf dieselbe Weise eigens formuliert.
Du willst die vier Fragen erst einmal für dich durchgehen? Das geht mit der Asthma-Symptomkontrolle auf dieser Website.
Was sagt das Ergebnis nicht?
GINA betrachtet Asthmakontrolle von zwei Seiten. Die eine ist die Symptomkontrolle, um die es in den vier Fragen geht. Die andere ist das Risiko: alles, was die Gefahr eines Anfalls, eines Verlusts an Lungenfunktion oder von Nebenwirkungen erhöht. GINA führt das in einer eigenen Tabelle, und deine Praxis beurteilt es. Beispiele sind ein schwerer Anfall im letzten Jahr, eine schlechte Lungenfunktion oder Rauchen.
Ein Ergebnis von 0 schließt ein Risiko also nicht aus. GINA nennt Faktoren, die das Risiko für Anfälle auch bei wenigen Beschwerden erhöhen. Eine Arbeitsgruppe der American Thoracic Society und der European Respiratory Society hat 2009 Ähnliches festgehalten. Keine einzelne Messgröße erfasst Asthmakontrolle allein.
Auch die Lungenfunktion steht für sich. GINA rät Ärztinnen und Ärzten, sie per Spirometrie zu messen: vor dem Start eines inhalativen Kortisons, 3 bis 6 Monate später und dann mindestens alle ein bis zwei Jahre.
Der Schweregrad ist wieder etwas anderes. GINA bemisst ihn daran, wie viel Medikation nötig ist, um Beschwerden und Anfälle im Griff zu halten. Das lässt sich erst nach einigen Monaten sagen. Ein einzelner Check-in verrät nicht, wie schwer dein Asthma ist. Was "nicht kontrolliert" im Alltag bedeutet und was du zum Termin mitbringst, steht in Asthma nicht gut kontrolliert.
Was unterscheidet das vom Asthmakontrolltest?
Der Asthmakontrolltest (ACT), eine Marke von QualityMetric, ist ein eigener Fragebogen. Der Asthma Control Questionnaire (ACQ) ist ein weiterer. Beide haben eigene Fragen und eigene Werte. Ihre Zahlen lassen sich nicht in GINA-Stufen umrechnen.
Eine Studie aus Spanien hat GINA-Stufen und ACQ-Werte bei 1.363 Menschen mit stabilem Asthma verglichen. Nach GINA waren 13,6 Prozent gut kontrolliert, 34,2 Prozent teilweise und 52,3 Prozent unkontrolliert. Die Übereinstimmung beider Verfahren erreichte ein Kappa von 0,62. Einfach gesagt: Sie lagen oft gleich, aber nicht immer. Die Studie nutzte die GINA-Kriterien von 2006.
Hast du anderswo einen ACT oder ACQ ausgefüllt, sag deiner Praxis, welcher es war. Leg seine Zahl nicht neben dein Ergebnis aus Sam, als wäre es dieselbe Skala.
Was zählt als Einsatz des Bedarfssprays?
Ein Hub vor dem Sport zählt nicht. GINA lässt ihn weg, und die Frage in Sam auch.
Dazu kommt ein zweites Detail. GINA wendet die Frage zum Bedarfsspray nur auf ein kurz wirksames Spray (SABA) an. Für ein Bedarfsspray mit Kortison und Formoterol (ICS-Formoterol) nutzt GINA diese Zählung nicht. Die Frage in Sam zählt jeden Einsatz wegen Beschwerden, egal mit welchem Inhalator. Ist ein Kombinationsspray dein Bedarfsspray, sag es deiner Praxis. Dort weiß man, welche Inhalatoren du nutzt, und liest deine Antwort entsprechend.
Zweimal pro Woche ist keine erlaubte Menge. Es ist die Grenze in einer Frage. Wie du deine Sprays nutzt, steht im Plan, den du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt vereinbarst. Wie du jeden Einsatz Tag für Tag festhältst, erklärt der Beitrag Bedarfsspray notieren.
Wie fragt Sam den Check-in ab und was passiert mit den Ergebnissen?
In Sam gehört der Check-in zum Asthma-Programm, also einem eigenen Tagebuch mit Arztbericht als PDF und monatlichem Fragebogen. Das Programm setzt voraus, dass eine Ärztin oder ein Arzt dein Asthma festgestellt hat. Zum Start füllst du den Check-in einmal aus, als deine Basislinie. Danach kommt er alle 30 Tage, und Sam erinnert dich, wenn er fällig ist.
Nach jedem Check-in zeigt Sam deine Zahl und ihre Stufe. Die App vergleicht das Ergebnis mit deinem letzten Check-in und mit deiner Basislinie. Wechselt die Zahl in eine andere Stufe oder ändert sie sich um zwei oder mehr, steht das auf dem Bildschirm. Steigt die Zahl, kommt der Satz dazu, dass ein Monat ein Datenpunkt ist und kein Urteil.
Der Arztbericht aus dem Programm zeigt dein letztes Ergebnis mit Stufe und den Verlauf für den Zeitraum, den du wählst. Er nennt auch die Quelle: eine Abfrage nach dem Rahmenwerk von GINA, mit Formulierungen, die für Sam geschrieben sind. Ist das Asthma noch neu für dich, lies zuerst die ersten Wochen mit Asthma.
Wie liest du deine Ergebnisse über mehrere Monate?
Ein Check-in schaut vier Wochen zurück. Eine Erkältung, die Pollensaison oder eine Phase mit schlechtem Schlaf können einen einzelnen Monat nach oben treiben. Erst mehrere Check-ins zeigen, ob das ein Ausreißer war oder eine Veränderung.
Vor dem Termin helfen dir drei Fragen:
- Ist deine Zahl seit drei Monaten oder länger in derselben Stufe?
- Fiel ein schlechterer Monat mit einer Erkältung, Pollen oder neuen Medikamenten zusammen?
- Ist die Zahl noch erhöht, wenn der Auslöser vorbei ist?
GINA rät Ärztinnen und Ärzten, die Symptomkontrolle bei jeder Gelegenheit zu prüfen und das Asthma mindestens einmal im Jahr anzuschauen. Deine Aufzeichnung gibt diesem Gespräch Daten statt Erinnerungen. GINA nennt unkontrollierte Beschwerden außerdem einen wichtigen Risikofaktor für Anfälle. Eine hohe Zahl ist deshalb ein Grund, sie bald in deiner Praxis anzusprechen.
Was tun, wenn es nicht warten kann?
Der Check-in schaut vier Wochen zurück. Über deinen Zustand in diesem Moment sagt er nichts. Dieser Abschnitt ist eine allgemeine Information, keine Anweisung von Sam.
Ein schwerer Asthmaanfall ist laut Lungeninformationsdienst ein akuter Notfall, der umgehend ins Krankenhaus gehört. Dann gilt die 112. Der britische Gesundheitsdienst NHS rät zum Notruf, wenn es dir bei einem Anfall schlechter geht, das Bedarfsspray nicht hilft oder du keines dabeihast. Warte nicht auf den nächsten Check-in. Bei Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind, aber nicht bis zum nächsten Tag warten können, hilft außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Was bei dir als Verschlechterung zählt, gehört in deinen schriftlichen Aktionsplan, den du mit deiner Praxis vereinbarst.
Den Asthma-Check-in in Sam ausfüllen und den Verlauf zum Termin mitnehmen
Du bringst Monate an Check-ins in den Asthma-Termin mit statt einer Schätzung zu den letzten vier Wochen.
- Statt Zettel: Der Check-in kommt alle 30 Tage, und jedes Ergebnis bleibt mit Datum und Stufe stehen.
- Statt Erinnerung aus dem Kopf: Sam vergleicht jedes Ergebnis mit deinem letzten Check-in und deiner Basislinie.
- Statt loser Notizen: Der Arztbericht als PDF stellt den Verlauf neben deine Tage mit Bedarfsspray, die Nächte mit Aufwachen und deine Anfälle.
Der Check-in gehört zum Programm für Asthma mit eigenem Tagebuch und Arztbericht; es setzt voraus, dass eine Ärztin oder ein Arzt dein Asthma festgestellt hat. Sam hält deine Antworten fest, Risiko und Lungenfunktion beurteilt deine Praxis.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
- Asthma nicht gut kontrolliert? Was das heißt
- Bedarfsspray notieren: Gebrauch festhalten bei Asthma
- Heuschnupfen-Check-in in Sam
- MIDAS: der Fragebogen zur Migräne-Beeinträchtigung
Quellen
Stand: Oktober 2026
- Global Initiative for Asthma: 2026 GINA Summary Guide und das PDF, Tabelle 2 (Assessment of asthma control) sowie die Abschnitte zu Lungenfunktion und Schweregrad. Urheberrecht bei GINA; die Fragen sind hier beschrieben, nicht wiedergegeben.
- Reddel HK, Taylor DR, Bateman ED et al.: An official American Thoracic Society/European Respiratory Society statement: asthma control and exacerbations. Am J Respir Crit Care Med 2009;180(1):59-99, PubMed 19535666
- Olaguibel JM, Quirce S, Julia B et al., MAGIC Study Group: Measurement of asthma control according to Global Initiative for Asthma guidelines: a comparison with the Asthma Control Questionnaire. Respir Res 2012;13:50, PubMed 22726416
- Asthma Control Test: asthmacontroltest.com (Marke von QualityMetric, Copyright der Website bei der GSK-Gruppe)
- Lungeninformationsdienst (Helmholtz Munich): Asthma, Grundlagen (letzte Aktualisierung 6. Mai 2024)
- NHS: Asthma attacks (zuletzt geprüft 7. April 2025)
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: 116117.de, ärztlicher Bereitschaftsdienst
Mehr zu Asthma
- Das Programm für Asthma ansehen
- Für Angehörige: Asthma
- Mit einer zweiten Erkrankung: Asthma und Heuschnupfen
- Mit einer zweiten Erkrankung: Reflux und Asthma
- Den Arztbericht ansehen
- Medikamente und Erinnerungen in einer Liste festhalten
- Symptome und Beschwerden im Tagebuch festhalten
- Mit Angehörigen teilen, was du festhältst
- Peak-Flow mit dem Erwartungsbereich vergleichen (kostenloses Tool)
- Asthma-Symptomkontrolle berechnen (kostenloses Tool)
Häufige Fragen
Was misst die GINA-Symptomkontrolle bei Asthma?+
Wie stark dich Asthma in den letzten vier Wochen beeinträchtigt hat: Beschwerden am Tag, nächtliches Aufwachen, Bedarfsspray wegen Beschwerden und Einschränkungen im Alltag. Jedes Ja zählt einen Punkt, das Ergebnis liegt also zwischen 0 und 4. Es geht nur um Beschwerden. Risikofaktoren und Lungenfunktion beurteilt deine Praxis getrennt.
Ist der Asthma-Check-in in Sam der Asthmakontrolltest (ACT)?+
Nein. Der ACT ist ein eigener Fragebogen mit geschützter Marke und eigener Auswertung. Der Check-in in Sam deckt die vier GINA-Themen in eigenen Worten ab. Ein ACT-Wert und eine GINA-Stufe sind nicht austauschbar. Sag deiner Praxis, welchen Bogen du ausgefüllt hast.
Ist der Check-in in Sam ein validierter Fragebogen?+
Nein. Die vier Themen und die Stufen für 0, 1 bis 2 und 3 bis 4 stammen von GINA. Die Fragen sind für Sam formuliert und wurden nicht als eigener Fragebogen geprüft. Lies das Ergebnis als geordnete Aufzeichnung deiner Antworten, nicht als Testergebnis.
Kann der Check-in Asthma feststellen?+
Nein. Er setzt voraus, dass eine Ärztin oder ein Arzt dein Asthma bereits festgestellt hat. Dafür braucht es deine Beschwerden und Atemtests, nicht vier Fragen. Der Check-in hält nur fest, wie die letzten vier Wochen waren.
Wie oft sollte ich den Asthma-Check-in ausfüllen?+
Die Fragen schauen vier Wochen zurück, einmal im Monat passt also. In Sam füllst du ihn zum Start des Asthma-Programms aus und dann alle 30 Tage, mit einer Erinnerung, wenn er fällig ist. Deine Praxis fragt dieselben vier Punkte womöglich bei jedem Termin.
Heißt gut kontrolliert, dass ich weniger Medikamente nehmen kann?+
Nein. Jede Änderung deiner Asthma-Medikamente entscheidest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Der Check-in betrifft nur die Beschwerden, nicht dein Risiko für Anfälle. Nimm das Ergebnis mit in den Termin und frag dort.
Mein Ergebnis lautet unkontrolliert. Ist das ein Notfall?+
Das Ergebnis schaut vier Wochen zurück, nicht auf diesen Moment. GINA nennt unkontrollierte Beschwerden einen wichtigen Risikofaktor für Anfälle, sprich es also bald in deiner Praxis an. Wenn es dir bei einem Anfall schlechter geht oder dein Bedarfsspray nicht hilft, ruf die 112.