Teil der Reihe: Leben mit Asthma →
Aktualisiert am 8 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

DMP-Asthma Termin vorbereiten: Peak-Flow-Protokoll, Notfallplan und Inhalatoren

Was beim DMP-Asthma gefragt wird und wie du Peak-Flow-Protokoll, Notfallplan, Bedarfsspray-Einsätze und Inhalatoren bis zum Termin beisammen hältst.

dmpasthma-bronchialepeak-flow-protokollnotfallplanquartalstermininhalatorasthma-tagebucharztgespräch
Auf dieser Seite

Der Asthma-Bogen fragt nach den letzten vier Wochen, nicht nach heute

Beim DMP-Asthma bronchiale füllt deine Praxis einen Dokumentationsbogen aus. Seine Symptomfragen beziehen sich auf die letzten vier Wochen. Nach ungeplanten Behandlungen wegen Asthma wird seit der letzten Dokumentation gefragt. Das sind je nach Rhythmus drei oder sechs Monate. Beides lässt sich aus dem Kopf kaum genau sagen. Wer weiß am Termin noch, in wie vielen Nächten Asthma ihn geweckt hat? Oder an wie vielen Tagen das Bedarfsspray dran war? Im Asthma-Tagebuch von Sam hältst du Anfälle und Bedarfsspray mit Datum und Uhrzeit fest und nimmst sie als Arztbericht-PDF für drei oder sechs Monate zum Termin mit.

Die Regeln stehen in der DMP-Anforderungen-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), in den Anlagen 9 und 10. Dieser Text folgt der Fassung, die am 1. Oktober 2026 in Kraft getreten ist.

Was ein DMP überhaupt ist, wie der Termin abläuft und welche Unterlagen programmübergreifend gelten, steht im Überblick zum DMP-Quartalstermin. Was die Praxis grundsätzlich einträgt, erklärt der Beitrag zum Dokumentationsbogen. Hier geht es nur um Asthma und um drei Dinge: das Peak-Flow-Protokoll, den schriftlichen Notfall- oder Selbstmanagementplan und die Inhalatoren, die mit in die Praxis kommen.

Wie oft der DMP-Termin bei Asthma stattfindet

Wie oft du zur Kontrolle kommst, richtet sich nach der medizinischen Notwendigkeit und der Schwere der Erkrankung. Die Richtlinie sieht vor, dass die Dokumentation in Absprache mit dir vierteljährlich oder halbjährlich erfolgt. Welcher Rhythmus für dich gilt, sagt deine Praxis. Frag beim nächsten Termin, wann der übernächste fällig ist, und trag ihn dir ein.

Unabhängig vom Rhythmus soll mindestens einmal im Jahr deine Lungenfunktion gemessen und dokumentiert werden. Der Bogen hat dafür ein Feld für den FEV1-Wert. Für Peak-Flow-Werte hat er keines.

Das Peak-Flow-Protokoll: das Papier zwischen den Terminen

Das Peak-Flow-Meter ist ein einfaches mechanisches oder elektronisches Messgerät. Es misst die maximale Geschwindigkeit deiner Atemluft beim Ausatmen, in Litern pro Minute. Die Deutsche Atemwegsliga weist darauf hin, dass diese Geräte nicht geeicht sind. Deshalb ist dein persönlicher Bestwert auf deinem eigenen Gerät entscheidend. Ihn bestimmst du laut Atemwegsliga über einige Wochen regelmäßiger Messungen, zusammen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Ob ein Peak-Flow-Protokoll für dich sinnvoll ist, entscheidet deine Praxis. Die Nationale VersorgungsLeitlinie nennt die Messung als Möglichkeit für Menschen, die in ein Gerät eingewiesen wurden. Laut Richtlinie sollte die Praxis bei jedem Kontakt den Kontrollgrad abschätzen, gegebenenfalls mit Prüfung von Asthmatagebüchern und Peak-Flow-Protokollen.

Was aus den Werten folgt, ist Sache deiner Ärztin oder deines Arztes. Wenn du ein Protokoll führst, ist deine Aufgabe die andere Hälfte: Es liegt griffbereit, wenn du im Wartezimmer sitzt.

Peak-Flow-Werte aufschreiben: was auf die Vorlage gehört

Eine brauchbare Vorlage braucht nicht viel. Das Protokoll der Atemwegsliga ist ein Beispiel. Pro Messung gehört hinein:

  • Datum und Uhrzeit
  • der abgelesene Wert in Litern pro Minute: drei Messungen, notiert wird der höchste
  • Beschwerden wie Husten, Atemnot und Auswurf, bewertet von 0 (kein) bis 3 (stark)
  • Bedarfsspray: wie viele Hübe
  • eine Spalte für Besonderheiten: Infekt, Pollenflug, Kälte, Anstrengung, Rauch, neue Katze im Haus
  • die Asthmamedikation der Woche mit Name und Dosis

Wie oft du misst, legt deine Praxis fest. Die Atemwegsliga nennt mindestens einmal am Tag, zum Beispiel morgens. Frag in deiner Praxis nach einem Vordruck. Du kannst die Tabelle auch auf ein kariertes Blatt malen. Wichtiger als das Layout ist, dass der Zettel dort liegt, wo auch das Peak-Flow-Meter liegt.

Peak-Flow-Protokoll ausdrucken und mitnehmen

Wenn du digital aufschreibst, drucke das Protokoll vor dem Termin aus. Ein Blatt auf dem Tisch ist schnell überblickt. Auf dem Handy zu scrollen kostet Zeit, die dir für deine eigenen Fragen fehlt. Drucke den Zeitraum aus, den du besprechen willst, zum Beispiel die letzten vier Wochen.

Was im Asthma-Bogen ohnehin gefragt wird

Der Bogen ist standardisiert. Du kannst dich vorbereiten, weil die Fragen jedes Mal in derselben Form kommen. Nach Anlage 10 der Richtlinie trägt die Praxis ein:

  • Beschwerden tagsüber in den letzten vier Wochen, von "keine" bis "häufiger als 2-mal wöchentlich"
  • Einsatz des Bedarfssprays in den letzten vier Wochen, in denselben Stufen
  • Einschränkung von Aktivitäten im Alltag wegen Asthma: ja oder nein
  • Störung des Nachtschlafes durch Asthma: ja oder nein
  • der aktuelle FEV1-Wert, mindestens alle zwölf Monate
  • die Zahl ungeplanter, auch notfallmäßiger Behandlungen wegen Asthma seit der letzten Dokumentation, ambulant und stationär
  • deine Medikamente: inhalatives Kortison, kurz und lang wirksame Beta-2-Sympathomimetika, systemisches Kortison, zum Beispiel Tabletten, und sonstige asthmaspezifische Medikation
  • ob die Inhalationstechnik überprüft wurde
  • ob eine Asthma-Schulung empfohlen wurde und ob du teilgenommen hast
  • ob du einen schriftlichen Selbstmanagement-Plan hast und ob die Praxis die Therapie angepasst hat

Laut Richtlinie gehört zum Gespräch mehr, als der Bogen abbildet. Der Raucherstatus sollte bei jeder Konsultation erfragt werden. Dazu kommen die Prüfung von Medikation und Notfallplan und die Prüfung, ob du deine Medikamente wie verordnet einnimmst.

Bedarfsspray: wie oft aufschreiben

Der Bogen fragt, wie oft du das Bedarfsspray in den letzten vier Wochen gebraucht hast. Bei Erwachsenen zählt der Einsatz vor dem Sport dabei nicht mit. Dafür brauchst du eine Aufzeichnung, keine Schätzung. Schreib jeden Einsatz am selben Tag auf, mit Datum und Hubzahl. Zähle am besten die Tage mit Spray und notiere die Hübe daneben. Einsätze vor dem Sport, die deine Praxis so vorgesehen hat, bekommen eine eigene Zeile.

Wie du das Spray als Aufzeichnung führst und was gut, teilweise und nicht kontrolliert bedeutet, steht im Beitrag Asthma nicht gut kontrolliert? Was das heißt.

Ungeplante Behandlungen, Notfall, Krankenhaus

Diese Frage reicht bis zur letzten Dokumentation zurück. Sie wird ab der zweiten Dokumentation gestellt. Die Praxis trägt die Zahl ungeplanter Behandlungen wegen Asthma ein, ambulant und stationär, auch im Notfall. Schreib bei jedem Vorfall drei Dinge auf: Datum, was passiert ist, was daraufhin gemacht wurde. Zum Beispiel: Kortisontabletten für einige Tage, Notdienst am Wochenende, zwei Nächte in der Klinik. Nach Monaten lässt sich das aus dem Kopf schwer genau sagen.

Der Asthma-Notfallplan: was drin steht

Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Asthma empfiehlt für jede Patientin und jeden Patienten einen individuellen, strukturierten Asthma-Aktionsplan, auch Selbstmanagementplan genannt. Du erstellst ihn gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Im DMP-Bogen steht dazu ein Feld: schriftlicher Selbstmanagement-Plan, ja oder nein.

Als Beispiel nennt die NVL den Persönlichen Asthma-Aktionsplan der Deutschen Atemwegsliga. Er hat Abschnitte für deinen persönlichen Peak-Flow-Bestwert, für die verordneten Medikamente je nach Stufe und für das Verhalten im Notfall.

Der Plan ist persönlich. Der Plan einer anderen Person gilt nicht für dich, deshalb steht hier kein Beispiel. Was du selbst prüfen kannst: Hast du überhaupt einen? Ist er noch aktuell, oder stehen noch Medikamente darauf aus der Zeit vor der letzten Umstellung? Nimm ihn mit zum Termin, dann kann er dort angepasst werden, statt in der Schublade zu veralten.

Inhalator zum Arzttermin mitnehmen

Nimm alle Geräte mit, die du benutzt: das Dauermedikament, das Bedarfsspray, einen eventuellen Spacer. Nicht als Beleg, sondern für die Technikkontrolle. Laut Richtlinie sollte die Prüfung der Inhalationstechnik zu jedem Kontakt gehören. Im Bogen steht dafür ein eigenes Feld: überprüft, ja oder nein. Die Praxis lässt sich zeigen, wie du inhalierst, und korrigiert, was schief läuft. Das geht nur mit dem echten Gerät in der Hand.

Praktischer Nebeneffekt: Beim Zusammenpacken siehst du selbst, was fast leer ist und welches Rezept du gleich mitbestellen kannst.

Asthma-Schulung im DMP

Nach der Richtlinie soll jede Patientin und jeder Patient mit Asthma Zugang zu einem strukturierten Schulungsprogramm bekommen. Die Schulung soll das Selbstmanagement einüben. Dazu gehören deine persönlichen Auslöser, der individuelle Selbstmanagement-Plan, die richtige Inhalationstechnik und die Fähigkeit, Zeichen einer Verschlechterung selbst zu bemerken.

Der Bogen hält fest, ob eine Schulung empfohlen wurde und ob du teilgenommen hast. Solange du noch keine hattest, soll die Praxis bei jedem Termin prüfen, ob sie dir eine empfiehlt. Sprich das Thema an, wenn es nicht von selbst kommt. Praxen mit Schulungsangebot führt die Atemwegsliga in einem Verzeichnis. Es ist im Aufbau und wurde zuletzt am 26. Februar 2025 aktualisiert.

Asthma-Tagebuch für den Arzt: so hältst du die Wochen zusammen

Das eigentliche Problem ist kein medizinisches, sondern ein organisatorisches. Drei Gewohnheiten helfen.

Erstens ein fester Ort. Peak-Flow-Meter, Protokoll und Stift liegen zusammen, am besten dort, wo du morgens sowieso stehst. Zweitens eine feste Zeit. Wie oft du misst, legt deine Praxis fest, die Atemwegsliga nennt mindestens einmal am Tag. Drittens der Vorfall am selben Tag: Kortisontabletten, Notdienst und Klinik schreibst du noch am selben Abend auf.

Und dann, ein paar Tage vor dem Termin: ein Blatt mit deinen eigenen Fragen. Der Bogen strukturiert das Gespräch, aber er fragt nicht, was dich beschäftigt. Wenn du deine zwei, drei Punkte aufschreibst, gehen sie nicht unter.

Das gehört in die Tasche:

  • das Peak-Flow-Protokoll, wenn du eines führst
  • deine Aufzeichnung der letzten vier Wochen: Tage mit Bedarfsspray und Nächte mit Aufwachen
  • die Liste ungeplanter Behandlungen seit dem letzten Termin
  • dein schriftlicher Selbstmanagement-Plan
  • alle Inhalatoren und deine Medikamentenliste
  • deine Fragen

Wenn du später einen Grad der Behinderung beantragen willst: Wie er bei Asthma bemessen wird und welche Unterlagen dafür helfen, steht im Beitrag Asthma und Schwerbehinderung.

Asthma in Sam festhalten und als Bericht zum DMP-Termin mitnehmen

Du gehst mit dem Arztbericht des Asthma-Programms als PDF in den Termin, mit Notfallspray-Tagen und Nächten mit Aufwachen aus den letzten 28 Tagen.

  • Statt Zettel: Du trägst einen Anfall oder einen Hub aus dem Notfallspray in Sekunden ein.
  • Statt Erinnerung im Termin: Sam zählt, was du einträgst, und zeigt dir die Zahl. Was sie für deine Behandlung heißt, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt.
  • Statt Apple Health allein: Schlaf und Atemfrequenz kommen aus Apple Health, mit Standortfreigabe stehen Pollen- und Luftwerte als Zahlen neben deinen Einträgen, und für dein Dauermedikament kannst du dich erinnern lassen.

Peak-Flow-Werte zeigt Sam nicht. Sam ist kein Teil des DMP und ersetzt den Dokumentationsbogen deiner Praxis nicht.

Sam kostenlos ausprobieren

Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

Mehr zum Thema

Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

DMP-Asthma: was wird beim Termin gefragt?+

Die Praxis füllt einen standardisierten Dokumentationsbogen aus. Die Symptomfragen betreffen die letzten vier Wochen: Beschwerden tagsüber, Einsatz des Bedarfssprays, Einschränkung im Alltag und Störung des Nachtschlafes. Dazu kommen der aktuelle FEV1-Wert, die Zahl ungeplanter Behandlungen seit der letzten Dokumentation, die Medikamente, die Inhalationstechnik, die Asthma-Schulung und die Frage, ob du einen schriftlichen Selbstmanagement-Plan hast. Peak-Flow-Werte sieht der Bogen nicht vor.

Wie oft ist der DMP-Termin bei Asthma?+

Wie oft du zur Kontrolle kommst, richtet sich nach der medizinischen Notwendigkeit und der Schwere der Erkrankung. Die Richtlinie sieht vor, dass die Dokumentation in Absprache mit dir vierteljährlich oder halbjährlich erfolgt. Welcher Rhythmus für dich gilt, sagt deine Praxis. Frag beim Termin gleich nach, wann der nächste fällig ist. Die Symptomfragen im Bogen betreffen die letzten vier Wochen, die Frage nach ungeplanten Behandlungen den Zeitraum seit der letzten Dokumentation.

Peak-Flow-Werte aufschreiben: was gehört auf die Vorlage?+

Pro Messung eine Zeile: Datum und Uhrzeit, der abgelesene Wert in Litern pro Minute, Beschwerden, Hübe aus dem Bedarfsspray und eine Spalte für Besonderheiten wie Infekt, Pollenflug, Kälte oder Anstrengung. Die Deutsche Atemwegsliga nennt drei Messungen hintereinander, notiert wird der höchste Wert. Gemessen wird laut Atemwegsliga mindestens einmal am Tag, zum Beispiel morgens. Wie oft du misst, legt deine Praxis fest. Wenn du digital aufschreibst, drucke das Protokoll vor dem Termin aus.

Was steht in einem Asthma-Notfallplan?+

Ein schriftlicher Selbstmanagement-Plan, auch Asthma-Aktionsplan genannt, entsteht gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Die Nationale VersorgungsLeitlinie empfiehlt ihn für jede Patientin und jeden Patienten mit Asthma. Das Beispiel der Deutschen Atemwegsliga hat Abschnitte für deinen persönlichen Peak-Flow-Bestwert, für die verordneten Medikamente je nach Stufe und für das Verhalten im Notfall. Der Plan ist persönlich, der Plan einer anderen Person gilt nicht für dich. Nimm ihn zum Termin mit, damit er aktualisiert werden kann.

Warum soll ich meinen Inhalator zum Arzttermin mitnehmen?+

Wegen der Technikkontrolle. Laut Richtlinie sollte die Prüfung der Inhalationstechnik zu jedem Kontakt gehören, und im Bogen steht dafür ein eigenes Feld. Das geht nur mit dem echten Gerät in der Hand. Nimm alle mit, die du benutzt: Dauermedikament, Bedarfsspray und einen eventuellen Spacer. Beim Zusammenpacken siehst du außerdem, was fast leer ist und welches Rezept du gleich mitbestellen kannst.

Was steht im Asthma-Arztbericht von Sam?+

Der Bericht ist ein PDF aus deinem Asthma-Programm. Er nennt die Tage mit Notfallspray der letzten 28 Tage mit Hüben und die Nächte mit Aufwachen. Für den Zeitraum, den du wählst, kommen erfasste Anfälle dazu, davon die als stark erfassten, Anfälle ohne Wirkung des Sprays, Hilfe über das Spray hinaus, Kortison-Stoßtherapien, die Einnahme deines Dauermedikaments und deine selbst vergebenen Umstände als Häufigkeiten. Er weist darauf hin, dass er auf Selbstangaben beruht. Eine Zeile für Peak-Flow-Werte hat der Bericht nicht, und er ersetzt den Dokumentationsbogen der Praxis nicht.