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6 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

DMP-Asthma Termin vorbereiten: Peak-Flow-Protokoll, Notfallplan und Inhalatoren

Was beim DMP-Asthma gefragt wird und wie du Peak-Flow-Protokoll, Notfallplan, Bedarfsspray-Einsätze und Inhalatoren über zwölf Wochen beisammen hältst.

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Der Asthma-Bogen fragt nach zwölf Wochen, nicht nach heute

Beim DMP-Asthma bronchiale geht es im Termin nicht darum, wie es dir gerade in diesem Moment geht. Der Dokumentationsbogen, den die Praxis ausfüllt, fragt nach dem Zeitraum seit der letzten Dokumentation. Das ist meistens ein ganzes Quartal, also rund zwölf Wochen. Genau daran scheitert die Vorbereitung: Niemand weiß im Mai noch aus dem Kopf, in wie vielen Nächten er im März wegen Husten wach lag oder wie oft das Bedarfsspray im April dran war.

Was ein DMP überhaupt ist, wie der Termin abläuft und welche Unterlagen programmübergreifend gelten, steht im Überblick zum DMP-Quartalstermin. Hier geht es nur um Asthma und um die drei Dinge, die dieses Programm im Alltag tragen: das Peak-Flow-Protokoll, den schriftlichen Notfall- oder Selbstmanagementplan und die Inhalatoren, die mit in die Praxis kommen.

Wie oft der DMP-Termin bei Asthma stattfindet

Dokumentiert wird in der Regel einmal pro Quartal. Welcher für dich gilt, sagt dir deine Praxis, und daran hängt auch, über wie viele Wochen du Antworten beisammen haben musst. Frag beim nächsten Termin einfach nach, wann der übernächste fällig ist, und trag ihn dir ein. Das ist der eine Termin im Jahr, für den sich Vorbereitung wirklich lohnt, weil das Gespräch danach eine feste Struktur hat.

Das Peak-Flow-Protokoll: das Papier, das dieses Programm trägt

Das Peak-Flow-Meter ist ein kleines Röhrchen, in das du kräftig hineinpustest, und es zeigt dir, wie schnell die Luft dabei herauskommt. Ein einzelner Wert sagt für sich genommen wenig. Interessant wird die Reihe: derselbe Zeitpunkt, dieselbe Reihenfolge, über Wochen hinweg aufgeschrieben.

Was aus dieser Reihe folgt, ist Sache deiner Ärztin oder deines Arztes. Deine Aufgabe ist die andere Hälfte: dass die Reihe überhaupt existiert, wenn du im Wartezimmer sitzt.

Peak-Flow-Werte aufschreiben: was auf die Vorlage gehört

Eine brauchbare Vorlage braucht nicht viel. Pro Zeile ein Tag, dazu:

  • Datum und Uhrzeit der Messung
  • der abgelesene Wert, meist morgens und abends, jeweils der beste aus drei Versuchen
  • ob du vor der Messung schon inhaliert hattest
  • eine Spalte für Beschwerden an diesem Tag
  • eine Spalte für das Bedarfsspray: wie viele Hübe
  • eine schmale Spalte für Besonderheiten: Infekt, Pollenflug, Kälte, Anstrengung, Rauch, neue Katze im Haus

Vordrucke gibt es bei der Praxis, bei vielen Krankenkassen und bei den Patientenorganisationen. Nimm das, was du in der Hand hast, oder mal dir die Tabelle auf ein kariertes Blatt. Wichtiger als das Layout ist, dass der Zettel dort liegt, wo auch das Peak-Flow-Meter liegt.

Peak-Flow-Protokoll ausdrucken und mitnehmen

Wenn du digital aufschreibst, drucke es vor dem Termin aus. Ein Blatt Papier, das auf dem Tisch liegt, wird angeschaut. Ein Handy, das du erst entsperrst und durch das du dann scrollst, kostet Zeit, die hinterher für deine eigenen Fragen fehlt. Zwei Seiten pro Quartal reichen völlig.

Was im Asthma-Bogen ohnehin gefragt wird

Der Bogen ist standardisiert. Du kannst dich also darauf vorbereiten, weil die Fragen jedes Mal in derselben Form kommen. Erwarte im Kern diese Punkte:

  • Beschwerden tagsüber: wie häufig in den vergangenen Wochen
  • Beschwerden nachts oder nächtliches Aufwachen wegen Asthma
  • Beschwerden bei Belastung, also beim Treppensteigen, beim Sport, beim schnellen Gehen
  • Einsatz des Bedarfssprays: wie oft
  • Verschlechterungen, die eine Behandlung mit Kortisontabletten nötig gemacht haben
  • ungeplante Notfallbehandlungen wegen Asthma
  • stationäre Aufenthalte im Krankenhaus wegen Asthma
  • Rauchstatus
  • aktuelle Medikation und die Inhalationstechnik
  • ob eine Asthma-Schulung empfohlen oder schon wahrgenommen wurde

Dazu kommen die Therapieziele, die ihr beim letzten Mal vereinbart habt und die wieder aufgerufen werden.

Bedarfsspray: wie oft aufschreiben

Das ist die Frage, bei der die Erinnerung am unzuverlässigsten ist, und gleichzeitig die, die im Gespräch am meisten Gewicht hat. Notiere jeden Einsatz am selben Tag, nicht am Wochenende rückwirkend. Ein Strich pro Hub in der entsprechenden Spalte genügt. Wenn du am Quartalsende Striche zählen kannst, statt zu schätzen, hat die Vorbereitung sich schon gelohnt.

Verschlechterungen, Notfallbehandlung, Krankenhaus

Diese drei Ereignisse sind selten, aber sie werden gefragt, und sie verschwimmen im Rückblick. Schreib bei jedem Vorfall drei Dinge auf: Datum, was passiert ist, was daraufhin gemacht wurde. Also zum Beispiel: Kortisontabletten für einige Tage, Notdienst am Wochenende, zwei Nächte in der Klinik. Aus dem Kopf rekonstruiert man so etwas fast immer falsch, meistens zu harmlos.

Der Asthma-Notfallplan: was drin steht

Ein schriftlicher Notfall- oder Selbstmanagementplan ist ein Blatt, das ihr in der Praxis gemeinsam ausfüllt. Er beschreibt in einfachen Stufen, was du tun sollst, wenn es schlechter wird: welches Medikament in welcher Situation, wann du in der Praxis anrufst und wann du den Notruf wählst. Häufig sind die Stufen als Ampel aufgebaut und orientieren sich an deinen Beschwerden und an deinem persönlichen Peak-Flow-Bestwert.

Der Plan ist persönlich. Was für eine andere Person mit Asthma gilt, gilt nicht automatisch für dich, deshalb steht hier auch kein Beispiel. Was du selbst prüfen kannst: Hast du überhaupt einen? Ist er noch aktuell, oder stehen darauf noch Medikamente aus der Zeit vor der letzten Umstellung? Nimm ihn mit zum Termin, dann kann er dort angepasst werden, statt in der Schublade zu veralten.

Inhalator zum Arzttermin mitnehmen

Nimm alle Geräte mit, die du benutzt: das Dauermedikament, das Bedarfsspray, einen eventuellen Spacer. Nicht als Beleg, sondern für die Technikkontrolle. Die Praxis lässt sich zeigen, wie du inhalierst, und korrigiert, was schief läuft. Das ist einer der wenigen Programmpunkte, bei denen ein Termin unmittelbar etwas verändert, und er funktioniert nur mit dem echten Gerät in der Hand.

Praktischer Nebeneffekt: Beim Zusammenpacken siehst du selbst, was fast leer ist und welches Rezept du gleich mitbestellen kannst.

Asthma-Schulung im DMP

Zum Programm gehört ein Schulungsangebot. Dort geht es um genau die Dinge, die im Alltag hängen bleiben: Inhalationstechnik, Umgang mit dem Peak-Flow-Meter, Erkennen einer Verschlechterung, richtiges Handeln nach dem Notfallplan. Ob dir eine Schulung angeboten wurde und ob du teilgenommen hast, ist ebenfalls Teil der Dokumentation. Wenn du noch keine hattest, sprich sie beim Termin an. Sie kostet dich Zeit, oft an mehreren Terminen, und macht den Notfallplan konkret.

Asthma-Tagebuch für den Arzt: so hältst du zwölf Wochen zusammen

Das eigentliche Problem ist kein medizinisches, sondern ein organisatorisches. Drei Gewohnheiten reichen.

Erstens ein fester Ort. Peak-Flow-Meter, Protokoll und Stift liegen zusammen, am besten dort, wo du morgens sowieso stehst. Zweitens ein fester Zeitpunkt. Zwei Messungen am Tag, immer gleich, sind besser als fünf unregelmäßige. Drittens der Vorfall am selben Tag: Alles, was nach Verschlechterung aussieht, wird noch am selben Abend aufgeschrieben.

Und dann, ein paar Tage vor dem Termin: ein Blatt mit deinen eigenen Fragen. Der Bogen strukturiert das Gespräch, aber er fragt nicht, was dich beschäftigt. Wenn du deine zwei, drei Punkte aufschreibst, gehen sie nicht unter.

Wo Sam hilft und wo nicht

Sam ist kein Teil eines DMP, wird nicht verordnet oder erstattet und ersetzt den Dokumentationsbogen der Praxis nicht. Und Sam misst keinen Peak Flow. Das Protokoll bleibt Papier oder eine eigene Peak-Flow-App, daran ändert sich nichts. Sam ist ein Wellness-Begleiter, kein Medizinprodukt.

Was Sam übernimmt, ist der Rest des Quartalsbildes. Asthma ist eines der acht medizinischen Programme, mit sechs Signalen aus Apple Health und deiner Umgebung und einem monatlichen, an GINA orientierten Check. Dazu kommen Symptom- und Krankheitstage, das Asthma-Tagebuch, Medikamentenerinnerungen mit Abhaken pro Dosis für dein Dauermedikament, und ein PDF-Bericht, den du dir vor dem Termin ziehst und ausdruckst. Am Ende des Quartals hast du damit deine eigenen Notizen zu Nächten und Beschwerden, statt sie im Wartezimmer zu schätzen. Mehr zum Alltag mit der Erkrankung steht im Asthma-Hub.

Quellen
  • Gemeinsamer Bundesausschuss: DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL)
  • Sozialgesetzbuch V, § 137f: Strukturierte Behandlungsprogramme bei chronischen Krankheiten
  • GKV-Spitzenverband: Informationen zu strukturierten Behandlungsprogrammen
  • Bundesamt für Soziale Sicherung: Zulassung von Disease-Management-Programmen
  • Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma (Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF)
  • Global Initiative for Asthma (GINA): Global Strategy for Asthma Management and Prevention

Häufige Fragen

DMP-Asthma: was wird beim Termin gefragt?+

Der Dokumentationsbogen ist standardisiert. Gefragt wird nach Beschwerden tagsüber, nachts und bei Belastung, nach dem Einsatz des Bedarfssprays, nach Verschlechterungen mit Kortisontabletten, nach ungeplanten Notfallbehandlungen und Krankenhausaufenthalten wegen Asthma, nach dem Rauchstatus, der aktuellen Medikation, der Inhalationstechnik und der Asthma-Schulung. Dazu werden die Therapieziele vom letzten Mal wieder aufgerufen. Alle Fragen beziehen sich auf den Zeitraum seit der letzten Dokumentation, nicht auf den heutigen Tag.

Wie oft ist der DMP-Termin bei Asthma?+

Das ist im jeweiligen Programm geregelt und hängt auch davon ab, wie lange du eingeschrieben bist. Welcher Abstand für dich gilt, sagt dir deine Praxis. Frag beim Termin gleich nach, wann der nächste fällig ist, dann weißt du, über wie viele Wochen du deine Antworten beisammen halten musst.

Peak-Flow-Werte aufschreiben: was gehört auf die Vorlage?+

Pro Tag eine Zeile: Datum und Uhrzeit, der abgelesene Wert (meist morgens und abends, jeweils der beste aus drei Versuchen), ob du vorher schon inhaliert hattest, Beschwerden an diesem Tag, Hübe aus dem Bedarfsspray und eine schmale Spalte für Besonderheiten wie Infekt, Pollenflug, Kälte oder Anstrengung. Vordrucke gibt es bei der Praxis, bei vielen Krankenkassen und bei Patientenorganisationen. Wenn du digital aufschreibst, drucke das Peak-Flow-Protokoll vor dem Termin aus und nimm es mit.

Was steht in einem Asthma-Notfallplan?+

Ein schriftlicher Notfall- oder Selbstmanagementplan wird gemeinsam in der Praxis ausgefüllt und beschreibt in Stufen, was du bei einer Verschlechterung tun sollst: welches Medikament in welcher Situation, wann du in der Praxis anrufst und wann du den Notruf wählst. Häufig sind die Stufen als Ampel aufgebaut und orientieren sich an deinen Beschwerden und an deinem persönlichen Peak-Flow-Bestwert. Der Plan ist immer persönlich, der Plan einer anderen Person gilt nicht für dich. Nimm ihn zum Termin mit, damit er aktualisiert werden kann.

Warum soll ich meinen Inhalator zum Arzttermin mitnehmen?+

Wegen der Technikkontrolle. Die Praxis lässt sich zeigen, wie du inhalierst, und korrigiert, was schief läuft. Das geht nur mit dem echten Gerät in der Hand. Nimm alle mit, die du benutzt: Dauermedikament, Bedarfsspray und einen eventuellen Spacer. Beim Zusammenpacken siehst du außerdem, was fast leer ist und welches Rezept du gleich mitbestellen kannst.