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Aktualisiert am 7 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

DMP-Termin vorbereiten: was die Praxis dokumentiert und welche Unterlagen du mitbringst

Asthma, Diabetes Typ 2, KHK: was beim DMP-Quartalstermin abgefragt wird, welche Unterlagen du mitbringen solltest und was du vorher selbst vorbereiten kannst.

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Was ein Disease-Management-Programm wirklich ist

Ein Disease-Management-Programm, kurz DMP, ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm für eine chronische Erkrankung. Deine gesetzliche Krankenkasse bietet es an. Der Gemeinsame Bundesausschuss legt die Anforderungen fest. Umgesetzt wird es in deiner Praxis. Der Kern ist unspektakulär: Du kommst in festen Abständen zum Termin. Bestimmte Werte und Ereignisse werden nach einem einheitlichen Bogen dokumentiert. Ihr vereinbart Therapieziele, die beim nächsten Mal wieder aufgerufen werden. Zwischen zwei Terminen kannst du Beschwerden im Symptomtagebuch von Sam festhalten und die Beschwerdetage jedes Monats im Monatsbericht mitbringen.

Die Teilnahme ist freiwillig. Du gibst eine schriftliche oder elektronische Einwilligung ab, die Teilnahmeerklärung. Du kannst sie jederzeit widerrufen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat Vorgaben für diese Erkrankungen festgelegt: Asthma bronchiale, Brustkrebs, chronische Herzinsuffizienz, chronischer Rückenschmerz, COPD, Depression, Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, koronare Herzkrankheit, Osteoporose, rheumatoide Arthritis und Adipositas. Das DMP Adipositas gibt es für Erwachsene und für Kinder und Jugendliche. Ob du eingeschrieben bist, erfährst du bei deiner Praxis oder deiner Krankenkasse.

Was am Quartalstermin passiert

In den meisten DMP dokumentiert die Praxis quartalsweise oder jedes zweite Quartal. Welcher Rhythmus für dich gilt, sagt dir deine Praxis. Beim Termin werden ein paar Werte gemessen, und eine Reihe fester Fragen wird abgearbeitet. Der elektronische Dokumentationsbogen wird ausgefüllt und an die Datenstelle übermittelt. Die vereinbarten Ziele werden geprüft. Außerdem geht es um Schulungsangebote.

Das Entscheidende daran: Der Bogen strukturiert das Gespräch. Viele Fragen beziehen sich nicht auf heute, sondern auf einen Zeitraum. Bei Asthma sind das zum Beispiel die letzten vier Wochen. Bei ungeplanten Behandlungen ist es die Zeit seit der letzten Dokumentation.

Genau da fängt das Problem an. Aus dem Kopf lässt sich das schwer sagen: an wie vielen Nächten du in den letzten Wochen wegen Husten wach lagst, oder wie oft du das Bedarfsspray gebraucht hast. Deshalb lohnt es sich, vorbereitet zu kommen.

Was die Praxis dokumentiert

In fast allen DMP tauchen dieselben Grundfelder auf: Größe und Gewicht, Blutdruck, Rauchstatus, Begleiterkrankungen und Ereignisse seit der letzten Dokumentation, dazu Medikation und programmspezifische Felder. Du füllst den Bogen nicht aus, bei manchen Feldern beruhen die Angaben aber auf dem, was du berichtest. Wer den Bogen ausfüllt und wohin die Daten gehen, steht im Beitrag was im DMP-Dokumentationsbogen steht.

Was du mitbringen solltest

Für jedes DMP gilt dieselbe Grundausstattung:

  • die elektronische Gesundheitskarte
  • deinen Medikationsplan, möglichst aktuell
  • Arztbriefe, Labor- und Facharztbefunde, die seit dem letzten Termin dazugekommen sind
  • den Impfpass
  • eine kurze Liste mit deinen Fragen, die wichtigste zuerst

Den bundeseinheitlichen Medikationsplan bekommst du, wenn du gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel anwendest (Paragraf 31a SGB V). Die Kassenärztliche Bundesvereinigung rechnet dazu systemisch wirkende Mittel, die du mindestens 28 Tage anwendest.

DMP Asthma bronchiale

Bring dein Peak-Flow-Protokoll mit, wenn du eines führst. Bring auch deinen schriftlichen Selbstmanagement-Plan, falls du einen hast. Der Bogen fragt für die letzten vier Wochen, wie oft du tagsüber Beschwerden hattest und wie oft du das Bedarfsspray gebraucht hast. Dazu kommen zwei Ja-Nein-Fragen: War dein Alltag eingeschränkt, und hat Asthma deinen Nachtschlaf gestört? Festgehalten wird auch, ob es seit der letzten Dokumentation ungeplante Behandlungen gab, auch Notfälle. Bei den Medikamenten steht unter anderem, ob du systemische Kortikosteroide anwendest, zum Beispiel Kortisontabletten.

Nimm außerdem deine Inhalatoren mit. Der Bogen hält fest, ob die Inhalationstechnik überprüft wurde. Mehr zum Alltag mit der Erkrankung steht im Asthma-Hub.

DMP Diabetes Typ 2

Der Gesundheits-Pass Diabetes gehört in die Tasche. Ein Ausschuss der Deutschen Diabetes Gesellschaft verantwortet seinen Inhalt. Er hält die Ergebnisse empfohlener Kontrolluntersuchungen fest, etwa vom Augenarzt, und die vereinbarten Behandlungsziele. Bring auch deine Blutzuckerwerte mit, falls du selbst misst.

Der letzte Augenarztbefund gehört ebenfalls dazu. Der Bogen fragt, ob seit der letzten Dokumentation eine Netzhautuntersuchung durchgeführt wurde. Auch der Fußstatus wird erhoben. Die Fußinspektion ist mindestens einmal im Jahr vorgesehen, bei erhöhtem Risiko häufiger. Praktisch: Zieh Schuhe und Socken an, die du schnell ausziehen kannst. Außerdem fragt der Bogen nach schweren Unterzuckerungen seit der letzten Dokumentation. Hilfreich sind auch dein Gewichtsverlauf, deine Blutdruckwerte aus der Selbstmessung und Unterzuckerungen, die du bemerkt hast.

DMP koronare Herzkrankheit

Der Bogen dokumentiert, ob du Angina pectoris hast, und ordnet sie in vier Stufen ein (CCS I bis IV). Er hält auch Herzinfarkt, instabile Angina pectoris und Schlaganfall fest. Dazu kommt, wie oft du wegen der Erkrankung seit der letzten Dokumentation ungeplant im Krankenhaus warst.

Hilfreich ist deshalb, was sich an deiner Belastbarkeit geändert hat. Ab welcher Anstrengung treten Beschwerden auf, bei welcher Steigung, nach wie vielen Stockwerken? Bring deinen Blutdruckpass mit, Unterlagen zu Krankenhausaufenthalten, Kathetereingriffen oder Rehas seit dem letzten Termin und deinen Medikationsplan. Bist du im eigenständigen DMP chronische Herzinsuffizienz eingeschrieben, wird deine Symptomatik dort in vier Stufen eingeordnet (NYHA I bis IV). Der Bogen fragt auch, ob du ein Gewichtsprotokoll führst. Hast du eines, bring es mit.

Und Bluthochdruck?

Ein eigenständiges DMP Hypertonie gibt es in Deutschland nicht. Bluthochdruck gehört in den bestehenden Programmen zur Versorgung, vor allem im DMP Diabetes Typ 2 und im DMP koronare Herzkrankheit. Der Blutdruck steht bei Erwachsenen in der Dokumentation fast aller Programme.

Bist du wegen Bluthochdruck in Behandlung, ohne in einem DMP eingeschrieben zu sein, ändert das an der Vorbereitung wenig. Notierte Werte aus der Selbstmessung zeigen mehr als der eine Wert, der in der Praxis entsteht. Wie du misst, steht in der Anleitung deines Blutdruckpasses, oder du fragst deine Praxis. Wie das im Alltag aussieht, steht im Bluthochdruck-Hub.

Wenn du bei mehreren Fachärzten bist

Du kannst in mehreren DMP eingeschrieben sein. Manche Kombinationen sind ausgeschlossen, zum Beispiel KHK und Herzinsuffizienz. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung nennt für Ende 2025 rund 7,7 Millionen Menschen in einem oder mehreren Programmen. In den DMP für Diabetes Typ 2, KHK und Asthma übernimmt grundsätzlich die Hausarztpraxis die Langzeitbetreuung und die Dokumentation. Bei bestimmten Anlässen überweist sie dich an Fachärztinnen und Fachärzte, beim Diabetes zum Beispiel zur Augenärztin. Bring deshalb die Befunde der Fachpraxen zum DMP-Termin mit.

Drei Dinge helfen dir dabei: der Medikationsplan, dein Arztbericht und die Briefe aller Praxen.

Beim Medikationsplan sind mehrere Praxen beteiligt. Ihn erstellen laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung die Ärztinnen und Ärzte, die deine Medikation koordinieren, in der Regel die Hausarztpraxis. Mitbehandelnde Fachärztinnen und Fachärzte müssen ihn aktualisieren, sobald sie die Medikation ändern. Wendest du dauerhaft fünf oder mehr Arzneimittel an, soll die Ärztin oder der Arzt nach den DMP-Vorgaben mindestens einmal im Jahr alles erfassen, was du tatsächlich einnimmst. Dazu zählt auch Selbstmedikation. Sag deshalb jeder Praxis, was du zusätzlich anwendest. Mehr dazu steht in Mehrere Ärzte, viele Medikamente.

Dein Arztbericht aus Sam gilt immer für ein Programm. Für jedes Programm erstellst du einen eigenen Arztbericht als PDF. Einen gemeinsamen Arztbericht für mehrere Erkrankungen gibt es derzeit nicht. Du bringst zu jeder Praxis den Bericht mit, der zu ihr passt. Frag vorher, ob die Praxis ihn sehen möchte. Wie das nebeneinander aussieht, steht in Mehrere Erkrankungen: Arzttermine und Berichte ordnen.

Briefe und Befunde sammelst du an einem Ort. In deinen Medizinischen Dokumenten legst du sie nach Art sortiert ab und kannst die Praxis angeben. Auch ein Foto deines Medikationsplans kannst du dort ablegen.

Was du vorher aus deinen eigenen Daten vorbereiten kannst

Drei Dinge helfen, und du erledigst sie zu Hause.

Erstens eine Reihe statt eines Einzelwerts. Ein Blutdruckwert vom Terminmorgen ist eine Momentaufnahme. Mehrere Werte aus den Wochen davor zeigen mehr. Wie oft und wann du misst, besprichst du mit deiner Praxis.

Zweitens eine Ereignisliste für das Quartal. Wann hattest du Beschwerden, wie viele Krankheitstage kamen zusammen, wie oft war Bedarfsmedikation nötig, gab es einen Notfall oder eine Klinikeinweisung? Der Bogen fragt nach Ereignissen wie Notfällen und Klinikeinweisungen, bei Asthma auch nach Symptomen und Bedarfsspray. Im Nachhinein ist das schwer genau zu rekonstruieren.

Drittens die offenen Fragen. Schreib sie vorher auf. Was nicht auf dem Zettel steht, fällt einem oft erst auf dem Parkplatz wieder ein.

Symptome und Krankheitstage in Sam festhalten und als Bericht mitnehmen

Du kommst mit einem Verlauf aus Symptomen und Krankheitstagen zum Quartalstermin statt mit Erinnerungslücken.

  • Statt Zettel: Symptome trägst du mit Stärke ein, leicht, mittel oder stark, bei manchen mit Körperstelle, Krankheitstage und Tage mit Alkohol mit einem Tipp.
  • Statt Papierstapel: Arztbriefe, Laborwerte und Befunde legst du als Foto oder PDF im Health Vault ab, sortiert nach Art.
  • Statt Erinnerung an drei Monate: Der Monatsbericht, den du in Sam erstellst, hat eine Seite zu deinen Symptomen und Alkoholtagen, als PDF.

Sam ist kein Teil eines DMP und ersetzt die Dokumentation deiner Praxis nicht.

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Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Grundlage ist die DMP-Anforderungen-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Sie wurde zuletzt am 16. April 2026 geändert, in Kraft ist die Änderung seit dem 1. Oktober 2026. Laut Gemeinsamem Bundesausschuss berücksichtigt die angebotene Fassung einen am 1. Oktober 2026 in Kraft getretenen Beschluss noch nicht. Welche Felder dein Bogen enthält, sagt dir deine Praxis.

Häufige Fragen

Was ist ein DMP?+

Ein Disease-Management-Programm ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm für eine chronische Erkrankung. Deine gesetzliche Krankenkasse bietet es an. Der Gemeinsame Bundesausschuss legt die Anforderungen fest, und deine Praxis setzt es um. Die Teilnahme ist freiwillig. Du gibst eine Einwilligung ab und kannst sie jederzeit widerrufen.

Wie oft ist der DMP-Termin und was passiert dort?+

In den meisten DMP dokumentiert die Praxis quartalsweise oder jedes zweite Quartal. Beim Termin werden Werte gemessen und feste Fragen zum Verlauf beantwortet. Die Praxis füllt den elektronischen Dokumentationsbogen aus, und die vereinbarten Therapieziele werden überprüft. Welcher Rhythmus für dich gilt, sagt dir deine Praxis.

Was soll ich zum DMP-Termin mitbringen?+

Gesundheitskarte, aktuellen Medikationsplan, alle Arztbriefe und Befunde seit dem letzten Termin, den Impfpass und eine kurze Liste deiner Fragen. Dazu je nach Programm: Peak-Flow-Protokoll und Inhalatoren bei Asthma, Gesundheits-Pass Diabetes und den letzten Augenarztbefund bei Diabetes Typ 2, Blutdruckpass und Unterlagen zu Klinikaufenthalten bei KHK.

Gibt es ein DMP für Bluthochdruck?+

Nein, ein eigenständiges DMP Hypertonie gibt es in Deutschland nicht. Bluthochdruck gehört in den bestehenden Programmen zur Versorgung, vor allem im DMP Diabetes Typ 2 und im DMP koronare Herzkrankheit. Der Blutdruck steht bei Erwachsenen in der Dokumentation fast aller Programme.

Was bringe ich mit, wenn ich bei mehreren Fachärzten bin?+

In den DMP für Diabetes Typ 2, koronare Herzkrankheit und Asthma koordiniert und dokumentiert grundsätzlich deine Hausarztpraxis. Bring ihr die aktuellen Briefe und Befunde aller Fachpraxen mit, dazu den Medikationsplan, und sag, was du zusätzlich anwendest. In Sam erstellst du pro Programm einen eigenen Arztbericht. Einen gemeinsamen Arztbericht für mehrere Programme gibt es derzeit nicht.

Ist Sam Teil eines DMP oder ersetzt Sam die DMP-Dokumentation?+

Nein. Sam ist kein Teil eines DMP und ersetzt die Dokumentation deiner Praxis nicht. Sam hilft nur auf der Patientenseite: Symptome und Krankheitstage festhalten, Befunde in deinen Medizinischen Dokumenten sammeln und, je nach Programm, Medikamenteneinnahmen protokollieren und vor dem Termin einen Arztbericht als PDF erstellen. Für Diabetes Typ 2, koronare Herzkrankheit und Herzinsuffizienz gibt es in Sam kein eigenes Programm.