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5 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

DMP-Termin vorbereiten: was die Praxis dokumentiert und welche Unterlagen du mitbringst

Asthma, Diabetes Typ 2, KHK: was beim DMP-Quartalstermin abgefragt wird, welche Unterlagen du mitbringen solltest und was du vorher selbst vorbereiten kannst.

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Was ein Disease-Management-Programm wirklich ist

Ein Disease-Management-Programm, kurz DMP, ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm für eine chronische Erkrankung. Angeboten wird es von deiner Krankenkasse, die inhaltlichen Anforderungen legt der Gemeinsame Bundesausschuss fest, und umgesetzt wird es in deiner Haus- oder Schwerpunktpraxis. Der Kern ist unspektakulär: Du kommst in festen Abständen zum Termin, bestimmte Werte und Ereignisse werden nach einem einheitlichen Bogen dokumentiert, und ihr vereinbart Therapieziele, die beim nächsten Mal wieder aufgerufen werden. Die Teilnahme ist freiwillig, du unterschreibst eine Teilnahmeerklärung, und du kannst jederzeit wieder aussteigen.

Es gibt DMP unter anderem für Asthma bronchiale, COPD, Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, koronare Herzkrankheit, chronische Herzinsuffizienz, Brustkrebs, Depression, Osteoporose, Rückenschmerz, rheumatoide Arthritis und Adipositas - dieses DMP gibt es für Erwachsene und für Kinder und Jugendliche. Nicht jede Kasse bietet jedes Programm in jeder Region an, und die Details unterscheiden sich. Wenn du unsicher bist, ob du eingeschrieben bist: Deine Praxis sieht das sofort, und deine Kasse weiß es auch.

Was am Quartalstermin passiert

Die Dokumentation erfolgt in der Regel quartalsweise, in einigen Programmen nach dem ersten Jahr auch nur halbjährlich. Welcher Rhythmus für dich gilt, sagt dir deine Praxis. Der Termin selbst ist meist kurz. Es werden ein paar Werte gemessen, es wird eine Reihe fester Fragen abgearbeitet, der elektronische Dokumentationsbogen wird ausgefüllt und an die Datenstelle übermittelt, die vereinbarten Ziele werden geprüft, und am Ende geht es um Schulungsangebote, Überweisungen und Rezepte.

Das Entscheidende daran: Der Bogen strukturiert das Gespräch. Er fragt nicht, wie es dir heute geht, sondern wie es dir seit dem letzten Termin ging. Also über zwölf Wochen hinweg. Genau da fängt das Problem an, denn kaum jemand kann aus dem Kopf sagen, an wie vielen Nächten er im Februar wegen Husten wach lag oder wie oft das Bedarfsspray im März zum Einsatz kam. Die Zeit für deine eigenen Beobachtungen ist die Zeit, die nach dem Bogen übrig bleibt. Deshalb lohnt es sich, vorbereitet zu kommen.

Was die Praxis dokumentiert

In fast allen DMP tauchen dieselben Grundfelder auf: Größe und Gewicht, Blutdruck, Rauchstatus, Begleiterkrankungen, die aktuelle Dauermedikation, relevante Ereignisse seit der letzten Dokumentation wie Krankenhausaufenthalte oder Notfallbehandlungen, ob eine Schulung empfohlen und ob sie wahrgenommen wurde, und die gemeinsam vereinbarten Therapieziele. Dazu kommen die programmspezifischen Felder.

Diese Felder sind der Grund, warum sich Vorbereitung auszahlt. Du füllst den Bogen nicht aus, aber du lieferst den großen Teil des Inhalts.

Was du mitbringen solltest

Für jedes DMP gilt dieselbe Grundausstattung:

  • die elektronische Gesundheitskarte
  • deinen Medikationsplan, möglichst aktuell (auf den bundeseinheitlichen Plan hast du Anspruch, wenn du dauerhaft mindestens drei Medikamente einnimmst)
  • Arztbriefe, Labor- und Facharztbefunde, die seit dem letzten Termin dazugekommen sind
  • den Impfpass
  • eine kurze Liste mit deinen Fragen, die wichtigste zuerst

DMP Asthma bronchiale

Bring dein Peak-Flow-Protokoll mit, wenn du eines führst, dazu deinen schriftlichen Selbstmanagement- oder Notfallplan. Nützlich sind Antworten auf die Fragen, die im Bogen ohnehin kommen: Wie oft hattest du tagsüber Beschwerden, wie oft nachts, wie oft bei Belastung, wie oft hast du das Bedarfsspray gebraucht, gab es Verschlechterungen mit Kortisontabletten, Notfallbehandlung oder Krankenhausaufenthalt. Nimm außerdem deine Inhalatoren mit, damit die Inhalationstechnik überprüft werden kann. Mehr zum Alltag mit der Erkrankung steht im Asthma-Hub.

DMP Diabetes Typ 2

Der Gesundheitspass Diabetes gehört in die Tasche, ebenso deine Blutzuckerwerte, falls du selbst misst, und der letzte Augenarztbefund, denn die Netzhautuntersuchung ist Teil des Programms und wird abgefragt. Praktisch, aber oft vergessen: Zieh Schuhe und Socken an, die du schnell ausziehen kannst, denn der Fußstatus wird regelmäßig erhoben. Ebenfalls relevant sind dein Gewichtsverlauf, deine Blutdruckwerte aus der Selbstmessung und Unterzuckerungen, die du bemerkt hast.

DMP koronare Herzkrankheit

Hier zählt vor allem, was sich an deiner Belastbarkeit geändert hat. Ab welcher Anstrengung treten Beschwerden auf, bei welcher Steigung, nach wie vielen Stockwerken. Bring deinen Blutdruckpass mit, Unterlagen zu Krankenhausaufenthalten, Kathetereingriffen oder Rehas seit dem letzten Termin und deinen Medikationsplan. Bist du zusätzlich im eigenständigen DMP chronische Herzinsuffizienz eingeschrieben, geht es dort zusätzlich um Luftnot, Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen.

Und Bluthochdruck?

Ein eigenständiges DMP Hypertonie gibt es in Deutschland nicht. Bluthochdruck wird innerhalb der bestehenden Programme mitbehandelt, vor allem im DMP koronare Herzkrankheit und im DMP Diabetes, wo der Blutdruck ein Pflichtfeld in jeder Dokumentation ist. Wenn du wegen Bluthochdruck in Behandlung bist, ohne in einem DMP eingeschrieben zu sein, ändert das an der Vorbereitung wenig: Eine Messreihe über mehrere Tage, morgens und abends, sagt mehr als der eine Wert, der in der Praxis entsteht. Wie das im Alltag aussieht, steht im Bluthochdruck-Hub.

Was du vorher aus deinen eigenen Daten vorbereiten kannst

Drei Dinge machen den größten Unterschied, und alle drei kosten dich zu Hause zehn Minuten.

Erstens eine Reihe statt eines Einzelwerts. Ein Blutdruckwert vom Terminmorgen ist eine Momentaufnahme. Vierzehn Werte aus zwei Wochen sind ein Bild.

Zweitens eine Ereignisliste für das Quartal. Wann hattest du Beschwerden, wie viele Krankheitstage kamen zusammen, wie oft war Bedarfsmedikation nötig, gab es einen Notfall oder eine Klinikeinweisung. Genau danach fragt der Bogen, und genau das rekonstruiert man im Nachhinein nicht zuverlässig.

Drittens die offenen Fragen. Schreib sie vorher auf. Was nicht auf dem Zettel steht, fällt einem erfahrungsgemäß erst auf dem Parkplatz wieder ein.

So hilft dir Sam

Sam ist kein Teil eines DMP, wird nicht verordnet und ersetzt die DMP-Dokumentation nicht. Die gehört in die Praxis. Sam kümmert sich um die Patientenseite dieses Termins, also darum, dass du mit Unterlagen statt mit Erinnerungslücken ankommst.

Konkret: Du dokumentierst Symptome, Krankheitstage und Anfälle oder Verschlechterungen im Verlauf, statt sie im Quartal zu vergessen. Medikamentenerinnerungen lassen sich planen und pro Dosis abhaken, und Bedarfsmedikation wird beim jeweiligen Eintrag mitprotokolliert. In deinen Medizinischen Dokumenten liegen Arztbriefe, Laborbefunde, Impfnachweise und Scans nach Kategorie und Praxis sortiert, sodass du sie vor dem Termin nicht in drei Ordnern suchen musst. Und in der Doctor's Corner exportierst du dir vor dem Termin einen PDF-Bericht, der deine Apple-Health-Daten und Einträge druckbar zusammenfasst.

Sam kostenlos ausprobieren

Sam ist ein Wellness-Begleiter, kein Medizinprodukt und kein Ersatz für die Dokumentation deiner Praxis. Sam diagnostiziert, behandelt oder verhindert keine Erkrankungen, bewertet keine Messwerte und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose, Zielwerte und Therapie legt immer dein Behandlungsteam fest.

Quellen
  • Gemeinsamer Bundesausschuss: DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL)
  • Sozialgesetzbuch V, Paragraf 137f: Strukturierte Behandlungsprogramme bei chronischen Krankheiten
  • Nationale Versorgungsleitlinien (Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF) zu Asthma, Typ-2-Diabetes und chronischer KHK
  • GKV-Spitzenverband: Informationen zu strukturierten Behandlungsprogrammen

Häufige Fragen

Was ist ein DMP?+

Ein Disease-Management-Programm ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm für eine chronische Erkrankung. Deine Krankenkasse bietet es an, die inhaltlichen Anforderungen legt der Gemeinsame Bundesausschuss fest, und deine Praxis setzt es um. Die Teilnahme ist freiwillig, du unterschreibst eine Teilnahmeerklärung und kannst jederzeit wieder aussteigen.

Wie oft ist der DMP-Termin und was passiert dort?+

Dokumentiert wird in der Regel einmal pro Quartal, in einigen Programmen nach dem ersten Jahr auch halbjährlich. Beim Termin werden Werte gemessen, feste Fragen zum Verlauf seit dem letzten Mal abgearbeitet, der elektronische Dokumentationsbogen ausgefüllt und die vereinbarten Therapieziele überprüft. Welcher Rhythmus für dich gilt, sagt dir deine Praxis.

Was soll ich zum DMP-Termin mitbringen?+

Gesundheitskarte, aktuellen Medikationsplan, alle Arztbriefe und Befunde seit dem letzten Termin, den Impfpass und eine kurze Liste deiner Fragen. Dazu je nach Programm: Peak-Flow-Protokoll und Inhalatoren bei Asthma, Gesundheitspass Diabetes und den letzten Augenarztbefund bei Diabetes Typ 2, Blutdruckpass und Unterlagen zu Klinikaufenthalten bei KHK.

Gibt es ein DMP für Bluthochdruck?+

Nein, ein eigenständiges DMP Hypertonie gibt es in Deutschland nicht. Bluthochdruck wird innerhalb der bestehenden Programme mitbehandelt, vor allem im DMP koronare Herzkrankheit und im DMP Diabetes, wo der Blutdruck in jeder Dokumentation erfasst wird.

Ist Sam Teil eines DMP oder ersetzt Sam die DMP-Dokumentation?+

Nein. Sam ist kein Teil eines DMP, wird nicht verordnet oder erstattet und ersetzt die Dokumentation deiner Praxis nicht. Sam hilft nur auf der Patientenseite: Symptome, Krankheitstage und Medikamenteneinnahmen festhalten, Befunde in deinen Medizinischen Dokumenten sammeln und dir vor dem Termin einen PDF-Bericht aus der Doctor's Corner exportieren.