Migräne Krankmeldung: Was brauchst du am ersten Tag?
Migräne und Krankmeldung am ersten Tag: Was du dem Arbeitgeber meldest, ab wann eine AU nötig ist und wie dein Tagebuch dem Arzt hilft.
Auf dieser Seite
Wenn eine Migräneattacke genau an einem Arbeitstag trifft, fragst du dich, was du dem Arbeitgeber melden musst und ob du gleich zum Arzt gehst. Was du dazu aufgeschrieben hast, liegt auf Papier oder in Sam, wo jede Attacke mit Beginn, Ende und Aura als datierter Eintrag steht. Dieser Text trennt die Krankmeldung am ersten Tag von der ärztlichen AU und zeigt, warum deine Aufzeichnungen dem Arzt das Gespräch erleichtern.
Wer den Umgang mit Attacken im Alltag schon länger plant, findet Grundlagen im Beitrag zur Migräne-Diagnose. Die Zeichen, die auf einen Anfall hindeuten, stehen in Migräne-Symptome und Aura. Beides hilft, wenn du einen Migränetag deinem Arbeitgeber beschreiben musst.
Krankmeldung am ersten Tag: Was du dem Arbeitgeber meldest
Krankmeldung heißt zuerst: Du sagst deinem Arbeitgeber, dass du heute nicht arbeiten kannst. Das Gesetz in Paragraf 5 des Entgeltfortzahlungsgesetzes nennt das Anzeigepflicht. Sie gilt sofort und unabhängig von jedem Attest, meist noch vor Arbeitsbeginn. Du teilst mit, dass du arbeitsunfähig bist und wie lange voraussichtlich. Die Diagnose musst du nicht nennen.
Diese Krankmeldung ist deine eigene Aufgabe. Sie bleibt es auch dann, wenn später eine ärztliche Bescheinigung dazu kommt.
Was eine AU ist und wer sie entscheidet
Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz AU, ist etwas anderes als die Krankmeldung. Mit ihr bestätigt eine Ärztin oder ein Arzt, dass du eine Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht ausüben kannst. Die Krankmeldung machst du selbst, die AU stellt die Praxis aus.
Über die AU entscheidet allein die Praxis. Ein Tagebuch, ein Bericht oder eine App entscheiden das nicht. Auch Sam bescheinigt keine Arbeitsunfähigkeit. Was du beisteuern kannst, ist ein klarer Verlauf, den du der Ärztin oder dem Arzt zeigen kannst.
Ab wann brauchst du eine AU?
Der Gesetzestext sieht es so vor: Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, ist grundsätzlich spätestens am darauffolgenden Arbeitstag eine ärztliche Bescheinigung nötig. Dein Arbeitgeber darf eine AU aber auch früher verlangen, etwa ab dem ersten Tag, zum Beispiel im Arbeitsvertrag oder per Anweisung. Ob das auf dich zutrifft, steht in deinem Vertrag oder in der Betriebsvereinbarung.
Seit dem 1. Januar 2023 läuft die AU für gesetzlich Versicherte elektronisch. Die Praxis übermittelt die Daten an die Krankenkasse, und dein Arbeitgeber ruft sie dort ab. Du bekommst die Bescheinigung für dich selbst, legst sie aber nicht mehr selbst bei deinem Arbeitgeber vor. Deine Krankmeldung am ersten Tag bleibt trotzdem deine Aufgabe.
Was die geplante Reform ändern würde
Die Bundesregierung hat im Sommer 2026 angekündigt, die AU künftig schon ab dem ersten Krankheitstag zur Pflicht zu machen und die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Zum Stand dieses Textes ist das ein politisches Vorhaben und kein geltendes Gesetz. Bis etwas Neues in Kraft tritt, gelten die bisherigen Regeln.
Dieser Text ist keine Rechtsberatung, und das Recht kann sich ändern. Prüf vor einer Krankmeldung, was heute gilt und was bei deinem Arbeitgeber vereinbart ist.
Warum deine Einträge sich mit dem Arzt lohnen
Ob du am ersten Tag zum Arzt gehst, klärst du mit deiner Praxis oder deinem Arbeitgeber. Was du selbst gut vorbereiten kannst, ist die Beschreibung des Tages. Datierte Angaben machen das leichter: Wann begann die Attacke, wann endete sie, kam eine Aura dazu? Solche Sätze sind schnell gesagt und geben dem Arzt etwas Konkretes an die Hand.
In Sam hältst du genau diese Angaben fest. Beschwerden, die nicht zu einer Attacke gehören, landen im Symptomtagebuch. Für Migräne ist da das Programm für Migräne, also ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen. Der Arztbericht als PDF unterstützt das Gespräch. Er entscheidet nichts und ist keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
Beim Beschreiben hilft auch der MIDAS-Fragebogen. Er zählt, an wie vielen Tagen dich Migräne in den letzten drei Monaten eingeschränkt hat. Den füllst du selbst im MIDAS-Migräne-Score aus und bringst das Ergebnis mit. Wenn deine Familie mitlesen soll, was dich beschäftigt, bietet Die Seite für Angehörige einen Einstieg.
Wann eine Migräne ein Fall für die 112 ist
Plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehprobleme gelten als Anzeichen eines Schlaganfalls, manchmal zusammen mit starken Kopfschmerzen. Das ist ein Notfall für die Notrufnummer 112, auch wenn du Migräne mit Aura schon kennst. Auch ein sehr starker Kopfschmerz, der plötzlich einsetzt, ist laut NHS ein Anlass für den Notruf.
Ob es eine Aura ist oder etwas anderes, musst du nicht selbst entscheiden. Sam beurteilt das nicht und bescheinigt nichts. Bei Zweifel rufst du die 112 oder suchst noch am selben Tag ärztliche Hilfe.
Migräneattacken in Sam festhalten und beim Arzt danebenlegen
Du kommst mit einem datierten Verlauf zum Termin, statt den einen Migränetag aus dem Gedächtnis zu erzählen.
- Statt Notizen-App: Jede Attacke trägst du mit Beginn, Ende, Aura und Stärke ein, und der Arztbericht als PDF zeigt den Zeitraum, den du wählst.
- Statt Erinnerung aus dem Kopf: Beginn und Ende des Anfalls stehen datiert nebeneinander, bei Einträgen für heute kommen Schlaf und Herzfrequenzvariabilität aus Apple Health dazu.
- Statt nichts zu zeigen: Im Programm für Migräne fasst Sam deine Migränetage zusammen, als eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen.
Sam hält fest, was du einträgst, und ersetzt keinen Arztbesuch. Sam bescheinigt keine Arbeitsunfähigkeit, über die AU entscheidet allein deine Ärztin oder dein Arzt.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
- Neu mit Migräne: Was jetzt? Die ersten Wochen
- Migräne-Symptome und Aura: Was du für die Praxis notierst
Quellen
Stand: Oktober 2026
- Paragraf 5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG), Anzeige- und Nachweispflichten
- IHK Stuttgart: Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) (Stand: 2026)
- AOK: Arbeitsunfähigkeit und Entgeltfortzahlung (Stand: 2026)
- tagesschau.de: Das soll sich bei der Krankschreibung ändern (Juli 2026)
- anwalt.de Rechtstipp: Krankschreibung ab dem ersten Tag: Was jetzt gilt (Stand Juli 2026)
- NHS: Headaches (Anlass für den Notruf) (geprüft, englisch)
Mehr zu Migräne
Häufige Fragen
Muss ich mich bei Migräne am ersten Tag krankmelden?+
Ja, die Krankmeldung ist deine Aufgabe. Nach Paragraf 5 des Entgeltfortzahlungsgesetzes teilst du deinem Arbeitgeber unverzüglich mit, dass du arbeitsunfähig bist und wie lange voraussichtlich (allgemeine Information, keine Rechtsberatung). Die Diagnose musst du dabei nicht nennen.
Brauche ich bei einem einzigen Migränetag eine AU?+
Das hängt von deinem Arbeitsvertrag und deinem Arbeitgeber ab. Das Gesetz sieht eine ärztliche Bescheinigung grundsätzlich erst vor, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage dauert. Dein Arbeitgeber darf eine AU aber auch früher verlangen.
Ab wann ist eine AU gesetzlich nötig?+
Nach Paragraf 5 Entgeltfortzahlungsgesetz ist eine ärztliche Bescheinigung grundsätzlich nötig, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage dauert, und zwar spätestens am darauffolgenden Arbeitstag. Für gesetzlich Versicherte läuft die AU seit 1. Januar 2023 elektronisch: Die Praxis übermittelt die Daten an die Krankenkasse, dein Arbeitgeber ruft sie dort ab.
Gilt die AU ab dem ersten Tag schon?+
Zum Stand Oktober 2026 noch nicht. Die Koalition hat angekündigt, die AU ab dem ersten Krankheitstag zur Pflicht zu machen. Das ist ein politisches Vorhaben, kein geltendes Gesetz. Prüf vor einer Krankmeldung, welche Regeln heute gelten.
Kann Sam eine AU ausstellen?+
Nein. Sam ist ein Wellness-Begleiter und dokumentiert, was du einträgst. Der Arztbericht als PDF unterstützt das Gespräch, entscheidet aber nichts. Über eine Arbeitsunfähigkeit entscheidet allein deine Ärztin oder dein Arzt.