Messwoche oder 24-Stunden-Messung: was notieren?
Messwoche oder 24-Stunden-Langzeitmessung: wann welche Messung, was du notierst und wie du die Werte zum Termin mitnimmst.
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Für Bluthochdruck verlangt deine Praxis oft eine von zwei Messungen: eine 24-Stunden-Langzeitmessung mit einem Gerät, das dir die Praxis mitgibt, oder eine Messwoche zu Hause. Beide liefern mehr als ein einzelner Praxiswert, und bei beiden geht es auch um die Frage, was du notierst. Die Langzeitmessung schreibt das Gerät selbst, du führst nur das Tagebuch der Praxis. Die Werte der Messwoche trägst du bei dir selbst ein, auf Papier oder in Sam, wo Schlaf und Puls aus Apple Health neben jedem Eintrag stehen. Dieser Text erklärt beide Formen und was bei jeder aufgeschrieben gehört.
Zuerst ein Begriff: Sam bietet ein Programm. Das ist ein eigenes Programm für Bluthochdruck, also ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen. Es ist für Menschen, bei denen Bluthochdruck ärztlich festgestellt wurde.
Wann deine Praxis welche Messung anordnet
Ein einzelner Wert in der Praxis sagt wenig, schreibt die Hochdruckliga. Deshalb sichern Ärztinnen und Ärzte einen auffälligen Wert mit weiteren Messungen ab. Bevorzugt ist die 24-Stunden-Langzeitmessung, so beschreibt es die Nationale VersorgungsLeitlinie. Geht das nicht, misst du eine Woche lang zu Hause selbst.
Die 24-Stunden-Messung zeigt den Blutdruck über den ganzen Tag und die Nacht. So sieht deine Praxis, wie der Blutdruck tagsüber und nachts aussieht. Die Messung kann aufdecken, dass Werte in der Praxis nur durch Aufregung höher sind, das nennt man Weißkitteleffekt, oder dass Werte im Alltag zu hoch sind, obwohl sie in der Praxis normal wirken, das ist die maskierte Hypertonie. Gemessen wird mit einem tragbaren Gerät mit Oberarmmanschette.
Die Messwoche ist die Selbstmessung zu Hause über sieben Tage. Empfohlen wird sie auch für regelmäßige Kontrollen. Welche Form bei dir wann gilt, entscheidet deine Praxis. Mehr zum Hintergrund steht im Beitrag Mit Bluthochdruck leben.
Was während der 24-Stunden-Messung in dein Tagebuch gehört
Bei der Langzeitmessung speichert das Gerät die Blutdruckwerte von selbst. Du musst sie nicht abtippen und nicht mitzählen. Was du steuerst, ist dein eigenes Tagebuch, und das Protokoll bestimmt die Praxis, die dir das Gerät mitgibt. Folge genau dem, was dort steht.
Üblich ist, diese Dinge zu notieren:
- Wann du schlafen gegangen bist und wann du aufgewacht bist, damit deine Praxis die Nachtwerte einordnen kann.
- Wann du Medikamente genommen hast.
- Beschwerden während der Messung, zum Beispiel Schwindel.
- Ungewöhnliche Aktivität, etwa Treppensteigen oder Sport.
Das Gerät misst automatisch, tagsüber oft alle 15 Minuten und nachts alle 30 Minuten, so beschreibt es die Deutsche Herzstiftung. Wenn es misst, hältst du den Arm ruhig und locker. Ein eigenes Blutdruck-Tagebuch neben dem der Praxis brauchst du hier nicht.
Sam liest das 24-Stunden-Gerät nicht. Die Werte der Langzeitmessung wertet deine Praxis aus, nicht eine App.
So misst du eine Messwoche zu Hause
Die Messwoche führst du mit einem validierten Oberarmgerät durch, nicht mit der Uhr. So misst du nach den Hinweisen der Hochdruckliga und der europäischen Fachgesellschaften:
- Miss sieben Tage lang morgens und abends, ungefähr zur gleichen Zeit.
- Miss zweimal hintereinander, im Abstand von etwa einer Minute, und notiere beide Werte.
- Sitze aufrecht mit angelehntem Rücken und beiden Füßen flach auf dem Boden.
- Lege den Arm so ab, dass die Manschette auf Herzhöhe sitzt.
- Ruhe dich vorher etwa fünf Minuten aus, sprich nicht und bewege dich nicht, solange das Gerät misst.
- Trinke etwa 30 Minuten vorher keinen Kaffee, keinen Alkohol, rauche nicht und treibe keinen Sport.
- Leere vorher die Blase.
Frag in deiner Praxis, ob dieselben Regeln für deine Messwoche gelten. Nicht jede Anleitung ist gleich. Wie du ein Gerät anbindest und Werte nach Apple Health bringst, zeigt der Beitrag Blutdruckmessgerät mit Apple Health verbinden.
Was du bei der Messwoche aufschreibst
Halte jeden Wert sofort fest, nicht später aus dem Gedächtnis. Zu einer vollständigen Zeile gehören:
- Datum und Uhrzeit.
- Beide Werte, also oberer und unterer Wert, genau wie das Gerät sie anzeigt.
- Was davor war: Kaffee, Alkohol, Stress, salziges Essen, Sport oder schlechter Schlaf. Ein Stichwort reicht.
- Wie du dich gefühlt hast.
- Ob du deine Blutdruckmedikamente schon genommen hattest, falls welche verordnet sind. Nimm sie wie verordnet und lass nichts eigenmächtig weg. Über Medikamente entscheidet deine Praxis.
Notiere auch Werte, die dir nicht gefallen. Deine Liste dient der Dokumentation, nicht deiner Beurteilung. Welche Werte für dich gelten, legt deine Ärztin oder dein Arzt fest. Die europäische Einteilung von 2018 kannst du im Blutdruck-Kategorie-Rechner nachlesen, sie gilt für Werte aus der Praxis und ist keine Selbstdiagnose.
In Sam trägst du jeden Wert mit Puls, Arm und der Angabe ein, ob du zu Hause oder in der Praxis gemessen hast. Umstände wie Alkohol oder Stress markierst du mit einem Tipp. So steht am Ende der Woche ein Verlauf im Tagebuch statt eines Zettels.
Die Messwoche begleitet deine Selbstmessung. Will jemand aus deiner Familie mitmachen, hilft die Seite Sam für Familie dabei, die Werte im Blick zu behalten. Beschwerden ohne direkten Bezug zu einer Messung hältst du im Symptomtagebuch fest.
Was du zum Termin mitnimmst
Das hängt von der Messform ab. Bei der 24-Stunden-Messung bringst du das Gerät und dein Tagebuch zurück, die Praxis liest die gespeicherten Werte aus. Bei der Messwoche nimmst du deine Liste mit, auf Papier, im Blutdruckpass oder als PDF aus Sam.
Bevorzugt deine Praxis eine bestimmte Form, frag kurz nach, bevor du den Termin vorbereitest. Wie Felder und Vorlagen aufgebaut sind, zeigt der Beitrag Blutdruckpass: Felder, Vorlage, App. Was nach einer neuen Diagnose sonst noch in die ersten Wochen gehört, steht im Beitrag Bluthochdruck-Diagnose: was jetzt tun?.
Wann du sofort ärztliche Hilfe holst
Wann du sofort ärztliche Hilfe holst. Werte über 180/110 mmHg nennt die Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie eine Blutdruck-Entgleisung. Kommen Atemnot, starke Brustenge, Verwirrtheit, Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen oder ein Krampfanfall dazu, zögerst du nicht und wartest keine Messreihe ab. Dann wählst du die 112 oder lässt sie rufen. Ohne solche Beschwerden misst du nach etwa 30 Minuten erneut und rufst deine Praxis an, wenn der Wert nicht besser ist. Bist du unsicher, ob es ein Notfall ist, erreichst du außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Sam erkennt solche Werte nicht, warnt nicht und diagnostiziert nichts. Das ist eine Information, keine Diagnose. Bei Zweifel: Arzt oder 112.
Messwoche in Sam festhalten und als Bericht mitnehmen
Du gehst zum Termin mit einem Verlauf deiner Messwoche statt mit einem Zettel, den du erst suchen musst. Das Programm für Bluthochdruck ist ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht - gedacht für Menschen mit ärztlich festgestelltem Bluthochdruck.
- Statt Blutdruckpass und Schreibfehler: Du trägst jeden Wert mit Datum, Arm und Puls ein, oder Sam übernimmt Werte, die dein Messgerät in Apple Health abgelegt hat.
- Statt Erinnerung aus dem Kopf: Schlaf und Ruhepuls kommen aus Apple Health dazu, du schreibst nur auf, was du selbst weißt, etwa Umstände und wie du dich fühlst.
- Statt Einzelwerte: Der Arztbericht fasst den Zeitraum zusammen, den du wählst, als PDF für den Termin.
Sam misst keinen Blutdruck, das übernimmt dein Oberarmgerät. Die 24-Stunden-Messung liest Sam nicht, die wertet deine Praxis aus.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
- Mit Bluthochdruck leben: was tägliche Daten zeigen
- Blutdruckpass: Felder, Vorlage, App
- Blutdruckmessgerät mit Apple Health verbinden
- Bluthochdruck-Diagnose: was jetzt tun?
Quellen
Stand: Oktober 2026.
- Deutsche Hochdruckliga: Blutdruck richtig messen
- Deutsche Hochdruckliga: Richtig Blutdruck messen in 5 Schritten, PDF
- Deutsche Herzstiftung: Blutdruck messen: so bekommen Sie verlässliche Werte
- Deutsche Herzstiftung: Blutdruckschwankungen, Ursachen und Notfall-Beschwerden
- Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, Version 1 (AWMF-Register nvl-009, 2023): leitlinien.de/themen/hypertonie
- European Society of Cardiology / European Society of Hypertension: Guidelines for the management of arterial hypertension (2018), Empfehlungen zur Messung außerhalb der Praxis, bestätigt in der ESH-Leitlinie 2023 und der ESC-Leitlinie 2024
- Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, Patientenblatt "Was tun, wenn der Blutdruck plötzlich viel zu hoch ist?" (2023): leitlinien.de. Zur Blutdruck-Entgleisung ab über 180/110 mmHg, zum erneuten Messen nach etwa 30 Minuten und zu den Notfall-Anzeichen für die 112.
Mehr zu Bluthochdruck
Häufige Fragen
Messwoche oder 24-Stunden-Messung: was ist der Unterschied?+
Bei der 24-Stunden-Messung trägst du ein Gerät mit Oberarmmanschette, das über den Tag und die Nacht automatisch misst, tagsüber etwa alle 15 Minuten, nachts etwa alle 30 Minuten. Bei der Messwoche misst du zu Hause selbst eine Woche lang morgens und abends jeweils zweimal. Welche Form für dich passt, entscheidet deine Praxis.
Was muss ich während der 24-Stunden-Messung notieren?+
Folge dem Tagebuch, das deine Praxis mitgibt. Aufgeschrieben wird meist die Schlafenszeit, wann du Medikamente genommen hast, Beschwerden und besondere Aktivität. Die Blutdruckwerte speichert das Gerät selbst, du trägst sie nicht ein.
Wie führe ich eine Messwoche richtig durch?+
Sieben Tage lang morgens und abends zur gleichen Zeit messen, jeweils zweimal im Abstand von etwa einer Minute, und beide Werte notieren. Du sitzt dabei aufrecht, angelehnt, mit beiden Füßen flach auf dem Boden, der Arm auf Herzhöhe. Vorher etwa fünf Minuten ruhig sitzen, nicht sprechen. Etwa 30 Minuten vorher keinen Kaffee, keinen Alkohol, kein Rauchen und keinen Sport.
Was soll ich bei jeder Messung aufschreiben?+
Datum, Uhrzeit, beide Werte (oberer und unterer Wert) und was davor war, zum Beispiel wie du dich fühlst, was du gegessen oder getrunken hast, ob du Medikamente genommen hast und wie die Nacht war. Notiere direkt nach der Messung, nicht später aus dem Kopf.
Was mache ich mit den Werten aus der Messwoche oder der Langzeitmessung?+
Du bringst sie so mit, wie deine Praxis sie haben will: das Tagebuch der Praxis bei der Langzeitmessung oder bei der Messwoche deine Liste, einen Blutdruckpass oder einen PDF-Bericht. Welche Werte für dich gelten, legt deine Ärztin oder dein Arzt fest.