5 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Welcher Arzt bei Panikattacken und Panikstörung? Zuständigkeit, Diagnose und die psychotherapeutische Sprechstunde

Welcher Arzt bei Panikattacken: Hausarzt, Psychiater oder Psychotherapeut, wie eine Panikstörung diagnostiziert wird und der Weg in die Sprechstunde.

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Bei Verdacht auf Panikstörung stellt sich zuerst die Frage nach dem richtigen Ansprechpartner: Meist ist die Hausarztpraxis der erste Schritt, für die Diagnose und Behandlung kommen Psychiater und Psychotherapeuten infrage. Die psychotherapeutische Sprechstunde ist der niedrigschwellige Zugang, dafür brauchst du keine Überweisung. Was du in der Wartezeit im Symptomtagebuch von Sam festhältst - an welchen Tagen Angst oder Herzrasen auftreten und wie stark - hilft, deinen Alltag im Gespräch konkret zu beschreiben.

Hausarzt, Psychiater oder Psychotherapeut: wer macht was

Die Hausarztpraxis ist laut gesund.bund.de eine geeignete erste Anlaufstelle. Die S3-Leitlinie nennt den Hausarzt oft als Lotsen: Er kennt deine Krankengeschichte, hat im Blick, ob körperliche Ursachen vorliegen, und stellt den Kontakt zu Fachleuten her.

An der Behandlung sind nach der Leitlinie verschiedene Fachleute beteiligt: Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Nervenheilkunde, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie psychologische Psychotherapeuten. Die freie Arztwahl besteht - du kannst auch direkt zu einer Fachpraxis gehen.

Der wichtigste Unterschied: Der Psychiater ist ein Arzt, der zusätzlich zur Psychotherapie auch körperlich untersuchen und Medikamente verschreiben kann. Ein psychologischer Psychotherapeut ist kein Arzt und darf keine Medikamente verordnen. Welche Hilfe für dich passt, klärt sich oft im Erstgespräch.

Wie wird eine Panikstörung diagnostiziert?

Die Diagnose wird im Gespräch von einer Ärztin, einem Arzt oder einem psychologischen Psychotherapeuten gestellt, nach der ICD-Klassifikation der WHO. Die S3-Leitlinie beschreibt einen Stufenplan: ein offenes Gespräch, gezielte Fragen, die Erhebung deiner Vorgeschichte und die Abgrenzung von anderen Ursachen.

Das klinische Gespräch ist das wichtigste Instrument - dabei orientieren sich Behandelnde an zuverlässigen Fragen. Im Verdacht auf eine Panikstörung wird unter anderem gefragt, ob du plötzliche Zustände mit Herzrasen, Zittern, Luftnot oder Todesangst erlebst und ob du bestimmte Situationen aus Angst vermeidest.

Die Panikstörung ist in der ICD-10 als F41.0 klassifiziert. Einen einzelnen Labortest für die Diagnose gibt es nicht. Für die Diagnose zählen vor allem wiederkehrende, meist unvorhersehbare Attacken; oft kommt die Angst vor der nächsten hinzu.

Was ist eine Panikattacke, und was eine Panikstörung?

Eine Panikattacke ist ein plötzlich einsetzender Angstanfall mit körperlichen Beschwerden: Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust, oft begleitet von der Angst, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben. Die Attacke nimmt innerhalb von etwa zehn Minuten an Stärke zu und dauert meist zehn bis zwanzig Minuten.

Eine einzelne Panikattacke ist sehr unangenehm, aber keine Krankheit, sagen Fachleute in der Apotheken-Umschau. Von einer Panikstörung sprechen Fachleute, wenn Panikattacken wiederholt und meist unvorhersehbar auftreten. Viele entwickeln dann Angst vor der nächsten Attacke, die Angst vor der Angst. Bei vielen kommt eine Agoraphobie hinzu: Sie meiden Orte oder Situationen, in denen eine Flucht im Fall einer Attacke schwierig wäre.

Körperliche Ursachen ausschließen: Herz, Schilddrüse und mehr

Weil die Beschwerden einer Panikattacke denen eines Herzproblems ähneln, gehört zum diagnostischen Ablauf der Ausschluss körperlicher Ursachen. Die S3-Leitlinie nennt dafür zumindest eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen, einen Schilddrüsenwert (TSH) und ein EKG.

Häufige körperliche Ursachen, die ähnliche Beschwerden auslösen können, sind nach der Leitlinie Herzerkrankungen und eine Schilddrüsenüberfunktion. Bei der ersten Attacke ist die Abgrenzung für Laien extrem schwierig. Deshalb ist die medizinische Abklärung richtig, statt selbst zu entscheiden. Wie du Herzrasen und Panik in den Wechseljahren für dieses Gespräch festhältst, steht in Wechseljahre: Herzrasen, Panik und Blutdruck festhalten.

Die psychotherapeutische Sprechstunde: ohne Überweisung erreichbar

Vor Beginn einer ambulanten Psychotherapie ist nach der Psychotherapie-Richtlinie in der Regel die psychotherapeutische Sprechstunde vorgesehen. Sie ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang und dient dazu, früh zu klären, ob ein Verdacht auf eine seelische Erkrankung besteht, die Diagnose einzuordnen und eine Behandlungsempfehlung zu geben. Eine Überweisung brauchst du dafür nicht; wie du einen Termin bekommst, welche Fristen gelten und wie es danach weitergeht, steht in Psychotherapieplatz bei Panikstörung finden.

Wann du Unterstützung suchst: Anzeichen aus der Leitlinie

Die Patientenleitlinie nennt Hinweise, bei denen ein Gespräch sinnvoll ist: Die Ängste beschäftigen dich mehr als die Hälfte des Tages, sie schränken Lebensqualität und Bewegungsfreiheit erheblich ein, du wirst immer niedergeschlagener, du bekämpfst Ängste mit Alkohol, Drogen oder Beruhigungsmitteln, oder du hattest wegen der Ängste schon Suizidgedanken. Bei Suizidgedanken wartest du nicht auf einen Termin: Wähle die 112 oder sprich rund um die Uhr mit der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

Was noch wichtig ist: Ein plötzliches Herzrasen mit Brustenge und Todesangst kann ein Notfall sein. Kommen Schmerzen, Ausstrahlung oder anhaltende Atemnot dazu, wählst du lieber die 112, als selbst zu entscheiden, ob es nur eine Panikattacke war. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Wie du Panikattacken fürs Gespräch dokumentierst, steht in Panikattacken fürs Arztgespräch dokumentieren, mehr zum Umgang im Alltag in Leben mit Panikstörung.

Deinen Verlauf vor dem Erstgespräch in Sam festhalten

Vor dem Erstgespräch kannst du Tage mit Angst oder Herzrasen im Symptomtagebuch festhalten, auch ohne Diagnose.

  • Statt Zettel: An Tagen mit einer Attacke trägst du ein, was du gespürt hast, etwa Angst, Herzrasen oder Atemnot, jeweils mit Stärke; Schlaf und Ruhepuls kommen aus Apple Health dazu.
  • Statt Erinnerung: Ab dem 1. erstellst du den Monatsbericht für den Vormonat selbst, als PDF mit deinen Symptomtagen und häufigsten Symptomen neben Schlaf und Aktivität.
  • Statt dreißig Notizen: Im Gesundheitsverlauf zeigt ein Punkt jeden Tag, an dem du ein Symptom eingetragen hast, so erkennst du Häufungen über die Wochen.

Bestätigst du nach der Abklärung die Diagnose, startest du das Programm für Panikstörung mit eigenem Tagebuch und Arztbericht als PDF. Ein Programm in Sam ist kein Behandlungsprogramm und kein DMP. Sam ersetzt kein ärztliches oder psychotherapeutisches Gespräch.

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Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Welcher Arzt ist bei Panikattacken zuständig?+

Die Hausarztpraxis ist eine geeignete erste Anlaufstelle und klärt ab, ob eine körperliche Ursache vorliegt. Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Nervenheilkunde sowie psychologische Psychotherapeuten kommen für die Diagnose und Behandlung infrage. Die freie Arztwahl besteht.

Ist ein Psychiater oder ein Psychotherapeut der richtige Ansprechpartner?+

Der Psychiater ist ein Arzt und kann zusätzlich zur Psychotherapie Medikamente verschreiben. Ein psychologischer Psychotherapeut ist kein Arzt und darf keine Medikamente verordnen. Welche Hilfe passt, hängt von der Situation ab und klärt sich oft in der psychotherapeutischen Sprechstunde.

Wie wird eine Panikstörung diagnostiziert?+

Die Diagnose wird im Gespräch von einer Ärztin, einem Arzt oder einem psychologischen Psychotherapeuten gestellt, nach der WHO-Klassifikation ICD. Dazu gehören wiederkehrende, meist unvorhersehbare Panikattacken und körperliche Untersuchungen, um andere Ursachen wie Herz oder Schilddrüse auszuschließen.

Was ist eine Panikattacke, und woran erkenne ich sie?+

Eine Panikattacke ist ein plötzlicher Angstanfall mit körperlichen Beschwerden wie Herzrasen, Atemnot, Enge in der Brust und Todesangst, der innerhalb von etwa zehn Minuten an Stärke zunimmt. Eine einzelne Attacke ist sehr unangenehm, aber keine Krankheit.

Wann spricht man von einer Panikstörung?+

Wenn Panikattacken wiederholt und meist ohne erkennbaren Auslöser auftreten, sprechen Fachleute von einer Panikstörung (ICD-10: F41.0). Oft kommt die Angst vor der nächsten Attacke hinzu. Die Diagnose stellt eine Fachperson.

Wie bekomme ich einen Termin in der psychotherapeutischen Sprechstunde?+

Dafür ist keine Überweisung nötig; wie du den Termin bekommst und welche Fristen gelten, steht in Psychotherapieplatz bei Panikstörung finden.

Was soll ich in der Wartezeit festhalten?+

In der Wartezeit hilft festzuhalten, wann Panikattacken auftreten, wie lange sie dauern und was dich im Alltag einschränkt. Das gibt dem Erstgespräch Struktur und ersetzt keine ärztliche Abklärung. Kommen bei einer Attacke Brustschmerz, Ausstrahlung oder anhaltende Atemnot dazu, wählst du die 112.