Von SanoLabs, den Machern der Sam-App

Ruhig bleiben, wenn deinen Elternteil die Angst überrollt

Wenn dein Elternteil Panikattacken hat, helfen Ruhe, Verständnis und ein vorbereiteter Arzttermin. Brustschmerz oder Atemnot beurteilt immer eine Ärztin oder ein Arzt, nie du, auch bei bekannten Attacken.

Was kann ich tun?

Was hilft, wenn die Attacke gerade da ist?

Du musst nichts beurteilen. Du bist einfach da.

  1. Bleib da und sprich ruhigEine leise, gleichmäßige Stimme gibt Halt. Gute Ratschläge sparst du dir.
  2. Atmet gemeinsam langsamZähl beim Ausatmen mit. Mehr braucht es nicht.
  3. Sag, dass es vorbeigehtWenn die Attacken ärztlich bekannt sind: Jede erreicht meist nach etwa zehn Minuten ihren Höhepunkt und klingt ab.
  4. Bei Neuem oder Starkem: 112Brustschmerz, Druck oder Atemnot beurteilst du nicht selbst. Ruf an.

Was du sagen kannst

Sätze wie 'Reiß dich zusammen' vermeidest du besser.

  • Du kannst sagen
    Das ist schlimm für dich. Ich bleibe bei dir.

    Du nimmst die Angst ernst, ohne etwas zu bewerten.

  • Du kannst sagen
    Wir atmen zusammen, bis es nachlässt.

    Eine kleine, gemeinsame Aufgabe.

  • Du kannst sagen
    Magst du mit deiner Ärztin besprechen, was dir helfen könnte? Ich komme gern mit.

    Ein Angebot statt eines Urteils.

  • Du kannst sagen
    Wenn deine Therapeutin dir kleine Schritte vorschlägt, begleite ich dich dabei.

    Du ziehst mit der Therapie an einem Strang.

Wie bereitest du den Arzttermin vor?

  • Attacken aufschreibenWann, wie lange, in welcher Situation.
  • Medikamente notierenAlles, was dein Elternteil einnimmt, auf einer Liste.
  • Körperliches abklären lassenDie Ärztin prüft zuerst Herz und Lunge, zum Beispiel per EKG.
  • Therapie ansprechenKognitive Verhaltenstherapie ist ein empfohlenes Verfahren.

Sam für dein Elternteil

Ein Verlauf statt Erinnerungslücken beim Arzttermin

Dein Elternteil hält Attacken in Sam fest, wenn es das möchte. Daraus entsteht ein Bericht, den die Ärztin am Termin lesen kann.

  • Attacke in wenigen TippenDein Elternteil notiert Zeitpunkt, Angst von 0 bis 10, Körpergefühle und die Situation. Alles Weitere ist freiwillig.
  • Monatlicher KurzfragebogenEinmal im Monat beantwortet dein Elternteil wenige Fragen zur Angst im Alltag. Die Antworten stehen im Verlauf neben den Attacken.
  • Bericht für die ÄrztinDas PDF zeigt die Zahl der Attacken, wie viele aus heiterem Himmel kamen, die höchste Angst und was dein Elternteil getan hat.
  • Teilen, was es möchteMit Care Circle gibt dein Elternteil den Verlauf frei. Du siehst ihn nur lesend; ihr braucht beide Sam.

Ein ruhigerer Weg zum Arzttermin

  • StattErinnerungen aus dem Gedächtnis an die letzten Attacken

    In SamAttacken mit Datum, Angst und Situation festgehalten, sobald dein Elternteil sie einträgt.

  • StattZetteln mit Notizen, die beim Termin fehlen

    In SamEin PDF, das dein Elternteil zum Termin mitnehmen kann.

  • StattNachfragen am Telefon, ob es wieder eine Attacke gab

    In SamDein Elternteil entscheidet, ob und was es mit dir teilt.

Dein Elternteil startet das Programm (ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht) mit der Bestätigung, dass eine Ärztin oder ein Arzt die Panikstörung festgestellt hat; Sam hält fest und fasst zusammen, einordnen kann nur die Ärztin oder der Arzt.

Fragen, die erwachsene Kinder stellen

NotfallWann muss ich sofort Hilfe holen?+

Das ist eine allgemeine Sicherheitsinformation, keine Diagnose, und sie sagt nicht, ob eine Erkrankung vorliegt.

  • Neuer oder starker Brustschmerz oder Engegefühl
  • Schmerz, der in Arm, Kiefer oder Rücken ausstrahlt
  • Starke oder anhaltende Atemnot
  • Kalter Schweiß, Übelkeit oder Ohnmacht
  • Gedanken an Suizid oder Selbstverletzung: Telefonseelsorge (116 123) anrufen, bei Lebensgefahr die 112
  • Es fühlt sich anders an als sonst

Ruf bei diesen Anzeichen die 112, auch wenn dein Elternteil Panikattacken schon kennt. Bei anderen Beschwerden hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Nutze diese Liste nicht, um selbst zu entscheiden, ob etwas nicht stimmt.

Sind Panikattacken gefährlich?+

Eine Panikattacke selbst gilt als nicht gefährlich. Brustschmerz und Atemnot können aber auch andere Ursachen haben, deshalb muss das eine Ärztin oder ein Arzt abklären.

Soll ich meinem Elternteil sagen, dass es Panikattacken sind?+

Nein. Die Einordnung treffen Ärztin, Arzt oder Psychotherapeutin. Du kannst beschreiben, was du siehst, und anbieten, zum Termin mitzukommen.

Soll ich Situationen für meinen Elternteil übernehmen?+

Auf Dauer hilft das nicht, sagt die Patientenleitlinie zu Angststörungen. Besser unterstützt du die Schritte, die die Therapeutin oder der Therapeut vorschlägt.

Was tun, wenn die Angst nicht nachlässt?+

Sprich mit der Hausärztin oder dem Hausarzt über Therapiemöglichkeiten. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei erreichbar: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.

Kann ich sehen, was mein Elternteil in Sam einträgt?+

Nur, wenn dein Elternteil dich in Care Circle hinzufügt und Bereiche für dich freigibt. Du siehst sie nur lesend, ihr braucht beide Sam, es gibt keine Meldungen über ihre Daten, und dein Elternteil kann die Freigabe jederzeit beenden.

Bereitet den Termin gemeinsam vor

Sam hält Attacken fest, damit ihr beim Arzt etwas Konkretes zeigen könnt.

Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Sam diagnostiziert und behandelt nichts und ersetzt keine Ärztin und keinen Arzt. Sam kann eine Panikattacke nicht von einem Herzproblem unterscheiden. Bei akuten Beschwerden: 112 oder 116117.