5 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Panikattacken-Protokoll für die Therapie: Vorlage

Eine Vorlage für dein Panikattacken-Protokoll: Was du pro Attacke festhältst und wie du es zur Psychotherapie oder in die Sprechstunde mitnimmst.

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Ein Panikattacken-Protokoll hält pro Attacke wenige Dinge fest: wann sie war, ob sie aus heiterem Himmel kam, wie stark die Angst war, welche Körperempfindungen du bemerkt hast, was du getan hast und was gerade los war. Mit diesen Angaben kommst du zur Therapeutin oder zum Therapeuten, statt aus dem Gedächtnis zu erzählen. Du kannst sie auf Papier führen oder in Sam, wo du jede Attacke in genau dieser Reihenfolge einträgst. Ob es eine Panikattacke war, bleibt deine Einschätzung und die deiner Praxis. Dieser Beitrag ist für die Therapie gedacht. Für das Gespräch bei der Hausärztin oder beim Hausarzt gibt es Panikattacken-Tagebuch: Was du für den Arzt festhältst.

Was gehört in ein Panikattacken-Protokoll?

Sechs Angaben reichen:

  • Wann: Datum und Uhrzeit.
  • Ob die Attacke aus heiterem Himmel kam oder in einer Situation, vor der du Angst hattest.
  • Wie stark die Angst auf ihrem Höhepunkt war, von 0 bis 10.
  • Welche Körperempfindungen du bemerkt hast, etwa Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Schwindel oder das Gefühl, dass alles unwirklich ist.
  • Was du getan hast: durchgestanden, früher gegangen oder etwas anderes.
  • Was los war: Wo du warst, mit wem, was kurz davor passiert ist.

Ein Beispiel mit erfundenen Angaben: "Do, 5.11., 18.40 Uhr, im Supermarkt. In einer Situation, vor der ich Angst hatte: lange Schlange. Angst 8 von 10. Herzrasen, Schwitzen, Schwindel. Habe den Einkaufswagen stehen lassen und bin gegangen."

Dazu kommt, was du in der Attacke getan hast, um dich sicherer zu fühlen, etwa den Puls prüfen, dich hinsetzen, jemandem schreiben oder die Situation verlassen. Viele nennen das Sicherheitsverhalten. Wie deine Therapeutin es einordnet, ist ihre Aufgabe. Für dich zählt, dass du es ehrlich aufschreibst.

Die MSD-Manuals beschreiben Verhaltenstherapie bei Panikstörung so: Sie soll helfen, verzerrte Gedanken zu bemerken, Vermeidung abzubauen und Entspannungstechniken wie kontrolliertes Atmen zu nutzen. Dein Protokoll liefert dafür Alltagsbeispiele. Ob deine Praxis ein eigenes Formular hat, fragst du am besten im ersten Gespräch.

Wie kommst du zu einem Gespräch?

Für die psychotherapeutische Sprechstunde brauchst du keine Überweisung. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg vermittelt die Terminservicestelle unter 116117 solche Termine ohne Überweisung. Der Anruf ist kostenlos. Für eine akute Behandlung oder Probesitzungen ist laut KV vorher eine Bescheinigung des Behandlungsbedarfs nötig, die du in der Sprechstunde bekommen kannst. Die BARMER nennt als Anlass, dir professionelle Hilfe zu holen, unter anderem wiederholte Panikattacken, Situationen, die du aus Angst meidest, und das Gefühl, durch die Angst dauerhaft eingeschränkt zu sein.

Bringe zur Sprechstunde mit, was du schon aufgeschrieben hast, auch wenn es nur wenige Einträge sind. Ein Protokoll mit fünf Einträgen ist besser als keins. Zwei Wochen oder zwei Monate: Dazu nennen die Quellen keine Vorgabe, deine Praxis sagt dir, was sie sehen möchte.

Was, wenn du noch nichts aufgeschrieben hast?

Dann fängst du mit der nächsten Attacke an. Frische Angaben sind genauer als solche aus der Erinnerung. Eine Attacke von letzter Woche kannst du trotzdem nachtragen: Schreib dazu, dass du sie später notiert hast. Das reicht, damit deine Therapeutin weiß, wie sie die Angaben einordnet. Schon drei bis fünf Einträge geben dem Gespräch etwas, woran ihr euch festhalten könnt.

Panikattacke oder etwas anderes?

Das entscheidest du nicht allein, und ein Protokoll ersetzt keine Untersuchung. Die MSD-Manuals beschreiben, dass Panikattacken Brustschmerz und Atemnot auslösen und Betroffene an einen Herzinfarkt denken lassen. Schwere oder anhaltende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.

Bei Schmerzen im Brustbereich rät gesund.bund.de, die 112 zu wählen, besonders bei Druck- oder Engegefühl, Atemnot oder kaltem Schweiß. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du bei Beschwerden, die nicht warten können, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Wenn du daran denkst, dir etwas anzutun, wähle die 112 oder geh zur nächsten psychiatrischen Klinik. Das empfiehlt die BARMER.

Wie sich Panikstörung und generalisierte Angst unterscheiden, steht in Panikstörung oder generalisierte Angststörung?. Was den Alltag betrifft, findest du in Leben mit Panikstörung: Trigger und Alltagsstrategien.

Wie bringst du das Protokoll ins Gespräch?

Lies es nicht vor. Die Zeit in der Sprechstunde ist knapp, und du musst nicht alles erzählen. Such dir drei Attacken aus: die stärkste, die jüngste und eine, die dich überrascht hat. Dazu zwei Fragen an die Praxis. Ein Beispiel: "Wie ordnen Sie ein, dass vier von fünf Attacken in einer Situation kamen, vor der ich Angst hatte?" und "Was bedeutet es, dass ich in Attacken oft meinen Puls prüfe?"

Im Panik-Programm von Sam fasst der Arztbericht den Zeitraum für dich zusammen: wie viele Attacken du festgehalten hast, wie viele davon aus heiterem Himmel kamen, die höchste Angst von 0 bis 10, was du in den Attacken getan hast und welches Sicherheitsverhalten du eingetragen hast. Das ist eine Zählung deiner Einträge, keine Auswertung. Die Dauer fragt Sam nicht ab. Schreib sie, wenn sie dir wichtig ist, in die Beschreibung der Situation.

Hast du auch Migräne, findest du Migräne und Panikstörung in einer App passend. Eine allgemeine Liste für Arzttermine steht in Arzttermin bei chronischer Erkrankung: Checkliste.

Panikattacken in Sam festhalten und als Bericht mitnehmen

Du kommst mit einem Überblick in die Sprechstunde, statt die Attacken aus dem Kopf zu schildern.

  • Statt Zettel: Jede Attacke trägst du mit Zeitpunkt, Angst von 0 bis 10, Körperempfindungen, deinem Verhalten und der Situation ein.
  • Statt "ich glaube, öfter": Der Bericht zählt deine Einträge und zeigt, wie viele aus heiterem Himmel kamen.
  • Statt mehrere Zettel: Der Bericht für 1, 3, 6 oder 12 Monate oder den ganzen Verlauf liegt als PDF bereit.

Sam hält fest, was du berichtest. Ein leeres Protokoll heißt nicht, dass es keine Attacke gab, und der Bericht ersetzt kein Gespräch. Mehr im Panik-Programm.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Was gehört in ein Panikattacken-Protokoll?+

Wann die Attacke war, ob sie aus heiterem Himmel kam oder in einer gefürchteten Situation, wie stark die Angst war (0 bis 10), welche Körperempfindungen du bemerkt hast, was du getan hast und was gerade los war. Ob es eine Panikattacke war, beurteilen du und deine Therapeutin oder dein Arzt.

Wie lange dauert eine Panikattacke?+

Laut MSD-Manuals erreichen die Beschwerden meist innerhalb von etwa zehn Minuten ihren Höhepunkt und klingen dann über einige Minuten ab. Wie lange es sich anfühlt, kann abweichen. Sam fragt die Dauer nicht ab. Wenn sie dir wichtig ist, schreibst du sie in das Freitextfeld.

Brauche ich für die Psychotherapie eine Überweisung?+

Für die psychotherapeutische Sprechstunde nicht. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg vermittelt die Terminservicestelle unter 116117 Termine zur Sprechstunde ohne Überweisung. Für andere Fragen zur Kostenübernahme wende dich an deine Krankenkasse.

Soll ich bei Herzrasen und Brustschmerz zum Arzt?+

Schwere oder anhaltende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden, so die MSD-Manuals. Panikattacken können Herzbeschwerden ähneln: Brustschmerzen können auftreten, und Betroffene befürchten einen Herzinfarkt. Bei Schmerzen im Brustbereich rät gesund.bund.de, die 112 zu wählen. Wenn du daran denkst, dir etwas anzutun, wähle die 112 oder geh zur nächsten psychiatrischen Klinik. (BARMER)

Kann eine App eine Panikattacke vorhersagen?+

Nein, auch Sam nicht. Sam hält fest, was du berichtest, und fasst es für dein Gespräch zusammen. Ob es eine Panikattacke war, bleibt deine Einschätzung und die deiner Therapeutin oder deines Arztes.

Ersetzt das Protokoll ein Therapieformular?+

Nein. Manche Praxen haben ein eigenes Formular. Frag im ersten Gespräch danach. Dein Protokoll ist dann eine Gedächtnisstütze, kein Ersatz.

Wie viele Wochen soll ich vor dem Termin aufschreiben?+

Dazu gibt es in den Quellen keine feste Vorgabe. Frag deine Praxis, wie lange sie es sehen möchte. Wenn du schon aufgeschrieben hast, bring einfach alles mit, was du hast.