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5 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Epilepsie und Schichtarbeit: Nachtschichten dokumentieren

Bei Epilepsie in Schichtarbeit hältst du Anfälle, Uhrzeit und Schlaf neben deinen Schichten fest, damit Betriebsarzt und Neurologie den Verlauf vor sich haben.

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Wenn du mit Epilepsie im Schichtdienst oder in der Nachtarbeit arbeitest, möchte dein Betriebsarzt sehen, ob Anfälle im Zusammenhang mit deinen Schichten und deinem Schlaf auftreten. Genau das lässt sich aufzeichnen, auf Papier oder in Sam, wo jeder Anfall mit Datum, Uhrzeit und Schlaf aus Apple Health ein eigener Eintrag ist. In Sam gibt es dafür das Programm für Epilepsie, also ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen.

Dieser Beitrag zeigt, warum Verschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus bei Epilepsie eine Rolle spielen, wie du Anfälle neben deine Schichtzeiten legst und was die Beurteilung deines Arbeitsplatzes umfasst. Ob du Nachtschichten arbeiten kannst, entscheiden dein Betriebsarzt und deine Neurologin oder dein Neurologe. Sam spricht dazu kein Urteil.

Warum Schicht- und Nachtarbeit bei Epilepsie ein Thema ist

Verschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, vor allem Schlafmangel, können Anfälle fördern. Das steht in der DGUV-Information 250-001 "Berufliche Beurteilung bei Epilepsie und nach erstem epileptischem Anfall" (Stand Dezember 2019). Ob das bei dir der Fall ist, schreibt das Dokument nicht allgemein fest. Es muss im Einzelfall beurteilt werden.

Dafür gibt die Information eine Richtung vor: Nachtschicht kann im Einzelfall bejaht werden, wenn der bisherige Verlauf der Epilepsie gezeigt hat, dass ein Schlafdefizit keine Anfälle ausgelöst hat. Genau hier kommt die Dokumentation ins Spiel. Ohne Aufzeichnungen zu Anfällen, Tageszeit und Schlaf fehlt dem Betriebsarzt die Grundlage, um diese Frage überhaupt beantworten zu können.

Eine Auswertung von Daten der UK Biobank, veröffentlicht 2024 in BMC Public Health, sah auf Bevölkerungsebene einen Zusammenhang zwischen Nachtarbeit, schlechter Schlafqualität und einem höheren Risiko, überhaupt eine Epilepsie zu entwickeln. Das ist eine Aussage über große Gruppen. Für deinen Einzelfall sagt sie nichts. Sie erklärt nur, warum der Schlaf bei diesem Thema ernst genommen wird.

So dokumentierst du Anfälle neben deinen Schichtzeiten

Damit dein Betriebsarzt ein Muster erkennen kann, braucht er Angaben, die nebeneinanderliegen. Für jeden Anfall notierst du mindestens drei Dinge:

  • Datum und Uhrzeit des Anfalls.
  • Die Schicht, die du rund um den Anfall hattest, also ob du nachts, tagsüber oder im Wechsel gearbeitet hast.
  • Wie lange du vor dem Anfall geschlafen hast und wann diese Schlafphase lag.

Diese drei Angaben zusammen sind das Entscheidende. Ein Anfall an einem Tag nach einer langen Nachtschicht mit wenig Schlaf wird nur dann sichtbar, wenn Schicht und Schlaf im selben Eintrag oder am selben Datum stehen. Du musst kein Muster selbst deuten. Es reicht, die Angaben unkommentiert danebenzulegen.

Einträge, die zu keiner bestimmten Erkrankung gehören, kommen ins Symptomtagebuch. Dort stehen sie als datierte Einträge, auch ohne das Epilepsie-Programm.

Was der Betriebsarzt und die Neurologin entscheiden

Die Eignung für einen Schichtarbeitsplatz ist eine arbeitsmedizinische Beurteilung. Die DGUV-Information 250-001 nennt dafür die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt, in Einzelfällen auch die Aufsichtsperson des Unfallversicherungsträgers. Oft wird zusätzlich die Neurologin oder der Neurologe einbezogen, die deine Epilepsie behandelt.

Deine Aufgabe ist nicht die Entscheidung, sondern das Material. Deine Aufzeichnungen zu Anfällen, Uhrzeit, Schicht und Schlaf zeigen den Verlauf, an dem sich die Fachleute orientieren. Je vollständiger und länger dein Verlauf ist, desto belastbarer ist ihre Einschätzung. Führe das Tagebuch deshalb über Wochen und Monate, nicht nur in einer akuten Phase.

Was du dabei in Sam festhältst, kann auch deine Familie unterstützen. Wer miterlebt, wie ein Anfall verläuft, kann eine Beobachtung ergänzen, an die du dich selbst nicht erinnerst. Mehr dazu steht auf der Seite Sam für Familie.

Welche Vorsorge dir bei Nachtarbeit zusteht

Nachtarbeit ist im Arbeitszeitgesetz geregelt. Nach Paragraph 6 des Arbeitszeitgesetzes haben Nachtarbeitnehmer Anspruch auf arbeitsmedizinische Untersuchungen: vor Beginn der Nachtarbeit und danach in Abständen von nicht weniger als drei Jahren, ab 50 Jahren jährlich. Die Kosten trägt dein Arbeitgeber, oder er bietet die Untersuchung kostenlos über den Betriebsarzt an.

Zu so einem Termin kannst du deinen Verlauf mitbringen. Der Arztbericht als PDF aus Sam fasst einen Zeitraum zusammen, den du wählst, etwa die letzten drei Monate. So liegt dem Gespräch mehr vor als eine Schilderung aus dem Gedächtnis.

Wann du ärztliche Hilfe oder den Notruf brauchst

Ein Anfall kann auch zu einem Notfall werden. Wer dabei ist, ruft die 112, wenn ein Anfall länger als fünf Minuten dauert, ein zweiter Anfall folgt, bevor du wieder bei Bewusstsein warst, du nicht wieder zu dir kommst oder ein Anfall mit Verletzung oder Atemproblemen einhergeht. Im Zweifel gilt: lieber die 112.

Auch der Schlaf am Tag nach einer Nachtschicht gehört zu deinen Aufzeichnungen. Er ist oft kurz und unterbrochen. Diese Schlafphase notierst du trotzdem, weil sie Teil des Bildes ist, das dein Betriebsarzt sehen kann. Sam erkennt keine Anfälle und beurteilt nicht, ob du Schichten arbeiten kannst. Bei Zweifel rufst du die 112 oder suchst ärztliche Hilfe.

Anfälle und Schlaf in Sam festhalten und als Bericht mitbringen

Du kommst mit einem Verlauf zum Termin, in dem deine Anfälle neben deinen Schichten und deinem Schlaf stehen, statt aus dem Kopf zu erzählen, wann was passiert ist.

  • Statt handschriftlicher Zettel: Jeder Anfall steht mit Datum und Uhrzeit im Tagebuch, die Schicht steht in der Notiz, der Schlaf daneben. So kann der Betriebsarzt sehen, ob Anfälle nach Schichtzeiten oder schlafarmen Tagen auftraten.
  • Statt Erinnerung aus dem Kopf: Der Arztbericht als PDF fasst den Zeitraum zusammen, den du wählst, und zeigt, wie viele deiner Anfälle nachts waren.
  • Statt einer getrennten Schlafliste: Bei Einträgen von heute zeigt Sam Schlaf, Ruhepuls und Herzfrequenzvariabilität aus Apple Health neben dem Eintrag, wenn Daten vorliegen.

Sam trifft keine Beurteilung, ob du Schichten oder Nachtarbeit machen kannst. Das klären Betriebsärztin oder Betriebsarzt zusammen mit deiner Neurologin oder deinem Neurologen. Mehr im Programm für Epilepsie.

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Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Kann ich mit Epilepsie Nachtschichten arbeiten?+

Das entscheidet hier niemand für dich. Verschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, vor allem Schlafmangel, können nach der DGUV-Information 250-001 anfallsfördernd wirken. Ob sie das bei dir tun, muss im Einzelfall geprüft werden. Dafür sind deine Aufzeichnungen zu Anfällen, Tageszeit und Schlaf wertvoll. Die Beurteilung treffen der Betriebsarzt und die Neurologin oder der Neurologe, nicht Sam.

Wann ist Nachtschicht bei Epilepsie überhaupt erlaubt?+

Die DGUV-Information 250-001 schreibt, dass Nachtschicht im Einzelfall bejaht werden kann, wenn der bisherige Verlauf der Epilepsie gezeigt hat, dass ein Schlafdefizit keine Anfälle ausgelöst hat. Diese Einstufung ist nie automatisch. Sie setzt voraus, dass dein Verlauf überhaupt so dokumentiert ist, dass man das ablesen kann.

Was muss ich bei einem Anfall dokumentieren, wenn ich Schichten arbeite?+

Halte pro Anfall Datum und Uhrzeit fest und ergänze, welche Schicht du wann hattest und wie lange du davor geschlafen hast. Erst das Nebeneinander von Anfall, Tageszeit, Schicht und Schlaf lässt erkennen, ob beides zusammenhängt. Du musst kein Muster selbst deuten, du legst die Angaben nur daneben.

Steht mir bei Nachtarbeit eine arbeitsmedizinische Untersuchung zu?+

Ja. Nach Paragraph 6 des Arbeitszeitgesetzes haben Nachtarbeitnehmer Anspruch auf arbeitsmedizinische Untersuchungen, vor Beginn der Nachtarbeit und danach regelmäßig alle drei Jahre, ab 50 Jahren jährlich. Die Kosten trägt dein Arbeitgeber, oder er bietet die Untersuchung kostenlos beim Betriebsarzt an. Deine Aufzeichnungen kannst du zu dieser Untersuchung mitbringen.

Erkennt Sam, ob ich Nachtschichten vertrage?+

Nein. Sam trifft keine Beurteilung, ob du Schichten arbeiten kannst, und erkennt keine Anfälle. Sam dokumentiert und fasst zusammen, was du einträgst, damit du es ins Gespräch mit Betriebsarzt und Neurologie mitnimmst. Über deine Arbeitszeiten entscheiden diese Fachleute, nicht eine App.