Epilepsie und Zyklus: Anfälle über Monate festhalten
Anfälle können im Zyklus häufiger werden. Halte Anfälle und Zyklus über Monate als zwei Aufzeichnungen fest, die du fürs Arztgespräch nebeneinanderlegst.
Auf dieser Seite
Wenn du mit Epilepsie lebst, fragst du dich vielleicht, ob deine Anfälle rund um deinen Zyklus häufiger werden. Diese Frage lässt sich nicht am Gefühl beantworten, sondern nur über die Zeit: Du hältst über mehrere Zyklen jeden Anfall fest und dazu deinen Menstruationszyklus. Das geht auf Papier oder in Sam, wo neben jedem Anfall auch Schlaf und Ruheherzfrequenz aus Apple Health stehen. Was beides bedeutet, ordnet deine Ärztin oder dein Arzt ein.
Wie Anfälle und Zyklus zusammenhängen können
Bei manchen Frauen mit Epilepsie treten Anfälle in bestimmten Zyklusphasen gehäuft auf. Die Forschung bezeichnet das als katameniale Epilepsie. Es ist keine eigene Krankheit, sondern eine Beschreibung dafür, dass die Anfallshäufigkeit mit dem Zyklus schwankt.
Wie verbreitet das ist, ist nicht sicher. Schätzungen gehen von etwa einem Drittel bis 40 Prozent der Frauen mit Epilepsie aus. Ein Cochrane-Review von 2021 fasst zusammen, dass es zur Behandlung wenig belastbare Daten gibt. Wichtig bleibt: Solche Zahlen beschreiben Gruppen, nicht deinen persönlichen Verlauf.
Drei Muster sind beschrieben
In der Fachliteratur sind drei Muster der katamenialen Epilepsie beschrieben: C1, C2 und C3. Beim Muster C1 häufen sich Anfälle rund um die Periode. Beim Muster C2 liegen sie rund um den Eisprung. Beim Muster C3 treten sie in Zyklen ohne vollständigen Eisprung in der gesamten zweiten Zyklushälfte auf.
Diese Einteilung kann dir helfen zu erkennen, worauf du beim Aufzeichnen achten kannst. Ob eines dieser Muster bei dir vorliegt, erkennst du nicht selbst. Dafür braucht es deine Aufzeichnungen und die Einschätzung deiner Ärztin oder deines Arztes.
Was du über mehrere Zyklen festhältst
Damit ein Zusammenhang überhaupt sichtbar werden kann, braucht es beides in derselben Zeit: den Anfall und die Zyklusphase. Ein Anfallstagebuch, das über zwei bis drei Zyklen auch den Menstruationszyklus dokumentiert, hilft dem Behandlungsteam, einen vermuteten Zusammenhang einzuordnen.
Zu jedem Anfall hältst du fest, wann er war, um welche Art es sich handelte, ob du das Bewusstsein verloren hast und was du vorher bemerkt hast. Weil man sich an einen Anfall oft nur schlecht erinnert, ist eine Beobachtung von jemandem, der ihn gesehen hat, wertvoll. Wie du ein Anfallstagebuch führst, steht in Anfallstagebuch richtig führen. Neben den Anfällen hältst du in Sam auch andere Beobachtungen fest, dafür gibt es das allgemeine Symptom-Tagebuch.
Warum zwei getrennte Aufzeichnungen sinnvoll sind
Deine Anfälle gehören in das Programm für Epilepsie, also ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen. Dort trägst du jeden Anfall mit Uhrzeit, Art, Bewusstsein, Verletzung, vermutetem Auslöser und einer Notiz ein. Bei Einträgen von heute ergänzt Sam Schlaf, HRV und Ruheherzfrequenz aus Apple Health.
Den Zyklus führst du in Sam getrennt davon. Im Zyklus-Tracking trägst du Periodentage und Blutungsstärke ein. So bleiben Anfälle und Zyklus zwei Aufzeichnungen, die du selbst nebeneinanderlegst, wenn du den Zusammenhang sehen willst.
Genau das ist der Punkt: Sam führt beide Aufzeichnungen getrennt und zeigt keine gemeinsame Ansicht. Den Vergleich machst du selbst, und die Deutung gehört in die Sprechstunde. Warum Schlaf als möglicher Auslöser noch einmal wichtig ist, ordnet der Beitrag Schlaf und Epilepsie: Trigger im Blick ein.
Den Verlauf zum Arztgespräch mitbringen
Der größte Wert deiner Aufzeichnung liegt beim Termin. Aus dem Anfallsprotokoll stellt Sam einen Arztbericht als PDF zusammen, für den Zeitraum, den du wählst: ein, drei, sechs oder zwölf Monate. So sieht dein Behandlungsteam deine Anfälle über Wochen und Monate, statt deiner Erinnerung zu folgen. Den Zyklus hältst du weiter in deiner eigenen Aufzeichnung.
Wenn dich jemand zum Termin begleitet, kann diese Person dir helfen, nichts zu vergessen. Was Sam für die Familie bereithält, steht auf der Seite Sam für Familie.
Wann ein Anfall ein Notfall ist
Die meisten Anfälle enden von selbst. Ein Notfall ist es, wenn ein Anfall länger als fünf Minuten dauert, ein zweiter Anfall direkt danach beginnt, ohne dass die Person wieder zu sich kommt, oder nach dem Anfall Atemprobleme auftreten. Dann wähle sofort den Notruf 112. Auch wenn du zum ersten Mal einen Anfall erlebst, klär das ärztlich ab.
Diese Hinweise sind allgemein gehalten und ersetzen keine ärztliche Einschätzung. Sam erkennt keinen Notfall von selbst und stellt keine Diagnose. Bei Zweifel gilt: Arzt oder 112.
Anfälle und Zyklus in Sam festhalten und als Bericht mitnehmen
Du gehst mit zwei Aufzeichnungen zum Termin statt mit deiner Erinnerung: dem Anfallsprotokoll aus dem Epilepsie-Programm und deinem Zyklus aus dem Zyklus-Tracking.
- Statt Zettel: Du trägst jeden Anfall mit Uhrzeit, Art und Auslöser ein, den Zyklus führst du getrennt davon.
- Statt Zählen von Hand: Der Arztbericht als PDF fasst deine Anfälle für den Zeitraum zusammen, den du wählst.
- Statt Erinnerung: Der Fragebogen NDDI-E kommt einmal im Monat dazu.
Sam zeigt keine kombinierte Ansicht und stellt selbst keinen Zusammenhang her. Eine Verbindung zwischen deinen Anfällen und deinem Zyklus zu beurteilen, ist Sache deiner Ärztin oder deines Arztes.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
Quellen
Stand: Oktober 2026
- Maguire MJ, Nevitt SJ. Treatments for seizures in catamenial (menstrual-related) epilepsy. Cochrane Database of Systematic Reviews 2021(9). DOI 10.1002/14651858.CD013225.pub3
- DocCheck Flexikon: Katameniale Epilepsie (abgerufen Oktober 2026)
- Herzog AG, et al. Three patterns of catamenial epilepsy. Epilepsia 1997;38(10):1082-1088
Mehr zu Epilepsie
Häufige Fragen
Können Anfälle mit dem Zyklus zusammenhängen?+
Bei manchen Frauen werden Anfälle rund um bestimmte Zyklusphasen häufiger. Die Forschung nennt das katameniale Epilepsie. Ob das bei dir so ist, zeigt erst die Aufzeichnung über mehrere Zyklen, und sie ordnet deine Neurologin oder dein Neurologe ein.
Was ist katameniale Epilepsie?+
Katameniale Epilepsie heißt, dass Anfälle in bestimmten Phasen des Menstruationszyklus gehäuft auftreten. Beschrieben sind drei Muster: rund um die Periode (C1), um den Eisprung (C2) und in der Lutealphase (C3). Schätzungen gehen von etwa einem Drittel bis 40 Prozent der Frauen mit Epilepsie aus. Die Diagnose gehört in ärztliche Hände.
Bringt es etwas, Anfälle und Zyklus gemeinsam aufzuzeichnen?+
Ja, als Vorbereitung auf das Gespräch. Du hältst in Sam die Anfälle im Epilepsie-Programm fest und den Zyklus im Zyklus-Tracking, als zwei getrennte Aufzeichnungen. Du legst beide selbst nebeneinander. Sam stellt selbst keinen Zusammenhang her. Was daraus folgt, bespricht deine Ärztin oder dein Arzt.
Wie lange sollte ich aufzeichnen, bevor es etwas bringt?+
Ein einzelner Zyklus sagt wenig. Ein Anfallstagebuch, das über zwei bis drei Zyklen auch den Menstruationszyklus dokumentiert, hilft einem Behandlungsteam, einen vermuteten Zusammenhang einzuordnen. Je vollständiger deine Aufzeichnung ist, desto brauchbarer ist sie für den Termin.
Zeigt Sam ein Muster zwischen meinen Anfällen und meinem Zyklus?+
Nein. Sam rechnet kein Muster aus und stellt keine Diagnose. Sam zeigt, was du eingetragen hast. Eine Verbindung zwischen Anfällen und Zyklus beurteilt deine Ärztin oder dein Arzt.