Pricktest Vorbereitung: Antihistaminika bei Heuschnupfen
Pricktest Vorbereitung bei Heuschnupfen: Wie Antihistaminika den Test beeinflussen, was die Leitlinie nennt und was du in der Praxis fragst.
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Der Termin beim Allergologen steht, und die Praxis hat gesagt, du sollst vorher bestimmte Mittel beachten. Antihistaminika und einige andere Mittel können die Hautreaktion beim Pricktest abschwächen. Ob und wie lange du etwas weglässt, sagt dir die Praxis für deine Präparate. Was du in den Tagen davor aufschreibst, geht auf Papier oder ins Symptomtagebuch von Sam. Der Monatsbericht zeigt deine Symptomtage als PDF.
Dieser Text ist allgemeine Information und ersetzt nicht die Anweisung deiner Praxis. Welches Mittel du wann nimmst oder weglässt, entscheidet die Praxis mit dir, nicht dieser Beitrag. Die Quellen widersprechen sich in Teilen.
Warum fragt die Praxis vor dem Pricktest nach deinen Medikamenten?
Beim Pricktest kommt ein Tropfen Allergenlösung auf die Haut, durch den Tropfen wird die Haut oberflächlich angestochen. Trifft das Allergen auf Mastzellen mit passendem IgE, setzen sie Botenstoffe frei, vor allem Histamin. Das sieht man als Quaddel und Rötung.
Mittel, die Histamin oder die Hautreaktion dämpfen, können diese Reaktion abschwächen. Dann zeigt die Haut weniger, als sie ohne das Mittel zeigen würde. Deshalb fragt die Praxis nach allem, was du einnimmst, auch nach Mitteln, die nichts mit Allergie zu tun haben.
Die Leitlinie der Fachgesellschaft (DGAKI, Stand 2009) richtet sich an Ärztinnen und Ärzte. Danach sollen solche Mittel grundsätzlich weggelassen werden, bis ihre Wirkung abgeklungen ist. Im Einzelfall wird trotzdem getestet. Die Praxis nutzt dafür eine Kontrolle mit Histamin. Fällt sie negativ aus, wird der Test später wiederholt.
Welche Mittel nennt die Leitlinie, und wie lange vorher?
Die Leitlinie führt in einer Tabelle auf, welche Arzneigruppen die Sofortreaktion der Haut beeinflussen können. Hier ein Auszug. Das ist eine Aussage über die Haut, keine Anweisung an dich.
| Gruppe | Was die Leitlinie zur Hautreaktion sagt |
|---|---|
| H1-Antihistaminika | kann die Reaktion stark abschwächen |
| Ketotifen | kann die Reaktion stark abschwächen |
| Trizyklische Antidepressiva | kann die Reaktion stark abschwächen |
| Promethazin | kann die Reaktion mäßig abschwächen |
| Glukokortikoide auf der Testhaut, länger als 4 Wochen | kann die Reaktion gering abschwächen |
| Glukokortikoide als Tablette oder Spritze | je nach Dosis und Dauer keine Hinweise bis möglich |
Die Tabelle nennt auch Gruppen, bei denen sie keine Abschwächung aufführt, etwa inhalative Glukokortikoide und SSRI. Auch das ist eine Aussage über die Hautreaktion und keine Freigabe für dich.
Zu jeder Gruppe gibt die Leitlinie Zeiträume an. Sie reichen je nach Gruppe von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Die Fachleute schreiben dazu selbst: Formale Studien fehlen oft, die Zeiträume sind nur Anhaltspunkte. Welcher Zeitraum für dein Präparat gilt, sagt dir deine Praxis.
Die Leitlinie ist von 2009, eine Überarbeitung war für 2014 geplant. Die Fachgesellschaft führt sie unter den älteren Leitlinien, die für sie weiter gelten, solange keine neue Fassung vorliegt. Eine neuere deutsche Fassung zu Hauttests gibt es dort nicht. Ein internationales Positionspapier der World Allergy Organization von 2020 nennt ähnliche Gruppen. Es führt zusätzlich Omalizumab auf, eine Spritze unter anderem bei schwerem allergischem Asthma, die Hauttests noch Monate nach der letzten Gabe abschwächen kann. Praxen arbeiten nach ihrer eigenen aktuellen Vorgabe.
Wer entscheidet, was du nimmst oder nicht nimmst?
Deine Praxis. Die Leitlinie nennt nur Anhaltspunkte, und Beipackzettel formulieren anders. Die Ärztin oder der Arzt kennt dein Präparat, die Dauer der Einnahme und deinen Heuschnupfen.
Das gilt besonders für Mittel, die du aus anderen Gründen nimmst. Bei Antidepressiva, Cortison, Blutdruckmitteln oder Asthmamitteln geht es nicht um einen Allergietest, sondern um deine Behandlung. Ändere hier nichts auf eigene Faust. Die Praxis klärt es bei Bedarf mit der Ärztin oder dem Arzt, der das Mittel verordnet hat.
Warum widersprechen sich Beipackzettel und Leitlinie?
Sie sagen nicht dasselbe. Ein Beipackzettel für eine Prick-Testlösung (Stand Oktober 2016) nennt als Gegenanzeigen unter anderem Betablocker, ACE-Hemmer und eine Schwangerschaft. Kortison, Antihistaminika und Mittel mit nebenbei antiallergischer Wirkung sollen laut Beipackzettel möglichst so lange vor dem Test wegbleiben, wie ihre Wirkung dauert. Als Beispiele nennt er Grippemittel und Antidepressiva.
Die Leitlinie ist enger. Betablocker und eine Schwangerschaft nennt sie nur als Gegenanzeige für Tests mit erhöhtem Risiko, bei Betablockern mit einer Ausnahme. ACE-Hemmer erwähnt sie nicht. SSRI und inhalative Glukokortikoide führt sie ohne Abschwächung auf.
Auch bei Beschwerden weichen die Quellen ab. Laut Beipackzettel soll der Test nur stattfinden, wenn du zum Testzeitpunkt keine Beschwerden hast, die auf eine Allergie hindeuten. Die Leitlinie hält Tests bei leichten bis mittleren Beschwerden der Atemwege für möglich. Bei deutlichen Beschwerden, vor allem bei Asthma, steigt das Risiko.
Der Allergieinformationsdienst schreibt, bei Allergiemitteln zum Einnehmen, vor allem Antihistaminika, mache ein Hauttest erst nach einigen Tagen Einnahmepause wieder Sinn. Eine Zahl nennt er nicht. Jede dieser Quellen hat ein anderes Alter und einen anderen Zweck. Welche Regel für dich gilt, klärt die Praxis. Im Zweifel rät auch der Beipackzettel, die Ärztin oder den Arzt zu fragen.
Was schreibst du vor dem Anruf in der Praxis auf?
Eine Liste mit deinen Mitteln. Die Praxis ordnet nach Wirkstoffklasse, und du kennst meist nur den Produktnamen. Schreib deshalb den Wirkstoff von der Packung ab.
| Feld | Warum |
|---|---|
| Präparat und Wirkstoff | Die Praxis ordnet nach Wirkstoffklasse |
| Wofür, seit wann, wie oft (täglich, bei Bedarf) | Dauer und Dosis zählen für die Einschätzung |
| Form (Tablette, Nasenspray, Augentropfen, Creme, Inhalator) | Die Leitlinie unterscheidet Ort und Dosis |
| Letzte Einnahme (Datum) | Das Abklingen wird ab dem letzten Tag gerechnet |
| Andere Mittel (Blutdruck, Asthma, Stimmung, Cortison) | Die Praxis klärt, was für den Test zählt |
Rate das letzte Einnahmedatum nicht, sondern trag es ein. Auf Papier geht das, in Sam auch im Einnahmeprotokoll. Solche Notizen sind Dokumentation, keine Anweisung.
Das kannst du am Telefon fragen:
- Welche meiner Mittel sind für den Test relevant?
- Ab wann und wie lange?
- Was gilt für Beschwerden in der Zwischenzeit? Sag mir, was ich dann tue.
- Kommt statt des Hauttests ein Bluttest auf spezifisches IgE infrage?
- Wann bekomme ich das Ergebnis?
- Soll ich mein Asthma-Protokoll mitbringen?
- Was gilt bei einem Infekt oder Hautausschlag am Unterarm?
Dazu gehört ein kurzes Beschwerdeprotokoll für die Zeit davor. Die Leitlinie beschreibt vor jedem Hauttest ein ausführliches Gespräch zu deiner Vorgeschichte. Notiere dafür jeden Tag Datum, Beschwerden an Nase, Augen und Atemwegen (nein, leicht, mittel, stark), wo du warst (draußen oder drinnen), den Pollenflug, wenn du ihn kennst, und welches Mittel du wann genommen hast. Mehr zur Vorbereitung eines Termins steht in der Checkliste für den Arzttermin. Wie ein Pollentagebuch aussehen kann, zeigt der Beitrag zum Allergietagebuch.
Was kannst du tun, wenn eine Pause für dich schwierig ist?
Sprich es vor dem Termin an. Sag der Praxis, wenn du ohne dein Mittel starke Beschwerden befürchtest oder der Termin mitten in die Pollensaison fällt. Sie kann entscheiden, ob ein anderer Termin sinnvoll ist oder ob ein Bluttest besser passt.
Die Leitlinie zur Labordiagnostik nennt den Bluttest auf spezifisches IgE als mögliche Alternative, wenn ein Hauttest schwierig ist, unter anderem bei Antihistaminika-Einnahme. Der Bluttest braucht keine Reaktion der Haut.
Was du in der Zwischenzeit tust, entscheidest du nicht allein. Die Praxis sagt dir, wie du ohne dein gewohntes Mittel durch die Tage kommst, und ob du dich zwischendurch melden sollst.
Wie läuft der Pricktest ab, und was berichtest du danach?
Der Test findet meist an der Innenseite des Unterarms statt, alternativ am oberen Rücken. Die Leitlinie sagt, dass Hautpflegemittel an der Stelle nicht verwendet oder abgewischt werden sollen, weil Lösungen sonst verlaufen. Frag die Praxis, ob du die Stelle vorher eincremen darfst.
Von Beginn bis zur Ablesung nach 15 bis 20 Minuten bleibst du unter Aufsicht in der Praxis. Schwere Reaktionen sind laut Leitlinie sehr selten, und die Praxis muss für den Notfall gerüstet sein. Bekommst du nach dem Termin Atemnot oder Schwellungen im Gesicht oder Hals, rufst du die 112.
Treten später Reaktionen an der Teststelle auf, berichtest du sie beim nächsten Termin. Reichen Beschwerden über die Teststelle hinaus, melde dich gleich bei der Praxis, außerhalb der Sprechzeiten unter 116117. Als Gegenanzeigen nennt die Leitlinie unter anderem eine Hauterkrankung im Testfeld, einen deutlich reduzierten Allgemeinzustand und nicht ausreichend behandeltes Asthma, bei Tests mit erhöhtem Risiko auch eine Schwangerschaft. Der Beipackzettel rät in der Schwangerschaft ganz vom Hauttest ab. Sag der Praxis, wenn eines davon auf dich zutrifft oder du schwanger sein könntest. Welche Praxis für den Test infrage kommt, steht im Beitrag Welcher Arzt bei Heuschnupfen.
Was ist beim Epikutantest und beim Bluttest anders?
Der Epikutantest, oft auch Epicutantest geschrieben, ist ein anderer Test. Er prüft Kontaktallergien, die Pflaster bleiben meist zwei Tage auf der Haut. Die zugehörige Leitlinie (Stand 2019) nennt eigene Vorgaben, etwa für Antihistaminika, Kortison auf der Testhaut und intensive UV-Bestrahlung in den Wochen davor. Sie gelten für diesen Test und nicht für den Pricktest. Die Leitlinie ist als abgelaufen gekennzeichnet.
Der Bluttest bestimmt spezifisches IgE im Blut, ein älteres Verfahren dafür heißt RAST. Laut Allergieinformationsdienst können Ärztinnen und Ärzte damit eine Diagnose bestätigen, wenn die Ergebnisse zu den Beschwerden passen. Ob Haut- oder Bluttest, hängt von deiner Lage und der Praxis ab.
Heuschnupfen-Verlauf vor dem Allergietest als Bericht mitbringen
Die Praxis fragt nach deinen Beschwerden vor dem Test. Mit einem Verlauf nennst du Daten statt Schätzungen. Hast du den Heuschnupfen ärztlich bestätigt, hält das Programm für Heuschnupfen das fest, ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen.
- Statt Erinnerung am Telefon: Jeder Eintrag hat ein Datum und deine Beschwerden. Einträge für heute bekommen den Pollenwert dazu, wenn du deinen Standort teilst.
- Statt Zettel: Der Arztbericht fasst den Zeitraum zusammen, den du wählst, als PDF für den Termin.
- Statt Notizen-App: Bei Einträgen mit Pollenwert stehen Beschwerden und Pollen nebeneinander. Schlaf aus Apple Health liegt in derselben App, wenige Taps vom Eintrag entfernt.
Ohne bestätigte Diagnose nutzt du das Symptomtagebuch. Sam sagt dir nicht, welches Mittel du nehmen oder weglassen sollst, das klärst du mit der Praxis.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
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Quellen
Stand: Oktober 2026
- DGAKI, Leitlinie "Hauttests zur Diagnostik von allergischen Soforttypreaktionen", Allergo J 2010 (Stand Oktober 2009): Leitlinie als PDF
- DGAKI, Leitlinie "In-vitro-Allergiediagnostik", Allergo J 2010 (Stand August 2009): Leitlinie als PDF
- DGAKI: Ältere Leitlinien und aktuelle Leitlinien
- Allergieinformationsdienst (Helmholtz Munich): Hauttests (Stand: Januar 2019)
- Allergieinformationsdienst (Helmholtz Munich): Heuschnupfen, so wird die Diagnose gestellt (Stand: Februar 2019)
- AWMF-Leitlinie 013-018 zum Epikutantest (Stand März 2019): Leitlinie als PDF
- Gebrauchsinformation einer Prick-Testlösung (Stand Oktober 2016): Beipackzettel bei Medikamio
- World Allergy Organization, Positionspapier "IgE allergy diagnostics and other relevant tests in allergy", World Allergy Organ J 2020: Volltext bei PubMed Central
Mehr zu Heuschnupfen
Häufige Fragen
Muss ich vor dem Pricktest Antihistaminika absetzen?+
Die Leitlinie der Fachgesellschaft nennt Antihistaminika als Mittel, die die Hautreaktion abschwächen können. Ob du etwas weglässt und ab wann, sagt dir deine Praxis für deine Präparate. Ändere nichts auf eigene Faust.
Wie lange vor dem Pricktest dürfen keine Antihistaminika mehr im Körper sein?+
Das legt deine Praxis fest. Die Leitlinie nennt je nach Wirkstoffgruppe Anhaltspunkte von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen und betont selbst, dass sie nur Orientierung sind. Quellen weichen im Detail voneinander ab.
Beeinflussen Nasenspray, Asthmaspray oder Antidepressiva den Pricktest?+
Die Tabelle der Leitlinie führt manche dieser Gruppen mit Abschwächung der Hautreaktion auf, andere ohne, und Beipackzettel formulieren breiter. Ein internationales Positionspapier nennt auch manche Antihistaminika als Nasenspray. Gib der Praxis die Namen all deiner Mittel und ändere nichts selbst.
Was ist, wenn ich Betablocker nehme?+
Die Leitlinie nennt Betablocker als Gegenanzeige für Tests mit erhöhtem Risiko, mit einer Ausnahme im Einzelfall. Manche Beipackzettel nennen zusätzlich ACE-Hemmer. Sag der Praxis vorher, was du nimmst.
Geht der Pricktest auch mit Heuschnupfen-Beschwerden?+
Laut Leitlinie kann man bei leichten bis mittleren Beschwerden der Atemwege testen. Bei deutlichen Beschwerden, vor allem bei Asthma, steigt das Risiko, und ein Beipackzettel verlangt Beschwerdefreiheit. Die Praxis entscheidet.
Gibt es eine Alternative, wenn eine Pause schwierig ist?+
Die Leitlinie zur Labordiagnostik nennt den Bluttest auf spezifisches IgE als Option, wenn ein Hauttest schwierig ist, unter anderem bei Antihistaminika-Einnahme. Ob das für dich passt, entscheidet die Praxis.
Wie lange dauert der Pricktest?+
Nach der Leitlinie wird nach 15 bis 20 Minuten abgelesen. In dieser Zeit bleibst du unter Aufsicht in der Praxis. Spätere Reaktionen an der Teststelle meldest du beim nächsten Termin, bei Atemnot oder Schwellungen im Gesicht rufst du die 112.