Langzeit-EKG bei Herzrasen: Was du ins Tagebuch schreibst
Welche Angaben dein Arzt zum Langzeit-EKG braucht: Uhrzeit, Gefühl, Situation davor. Mit Vorlage für jede Episode und Notruf-Hinweis.
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Du trägst ein Langzeit-EKG oder bekommst bald eins, und die Praxis sagt: Schreib auf, wenn etwas ist. Das Gerät zeichnet den Herzschlag auf, dein Protokoll hält fest, was du dabei gespürt hast und wann. Das geht auf Papier oder im Symptomtagebuch von Sam. Herzrasen, Herzstolpern oder Schwindel hältst du dort pro Tag mit ihrer Stärke fest, die genauen Uhrzeiten notierst du auf Papier. Sam nimmt kein EKG auf.
Pro Episode genügt eine Zeile: wann es begann und endete, was du gespürt hast und was du in den 15 Minuten davor getan hast. Dazu kommt, ob du Kaffee, Alkohol oder Nikotin hattest und ob sich der Puls regelmäßig anfühlte. Die Praxis legt deine Zeilen neben die Aufzeichnung des Geräts.
Wozu braucht deine Praxis beim Langzeit-EKG ein Tagebuch?
Herzrhythmusstörungen treten oft nur zeitweise auf. Ein EKG in der Praxis fängt sie deshalb nicht immer ein. Laut Deutscher Herzstiftung bekommst du dann ein Langzeit-EKG mit nach Hause, das die Herzströme über 24 Stunden bis zu sieben Tage aufzeichnet.
Das Gerät läuft die ganze Zeit mit, auch wenn du nichts spürst. Dein Protokoll sagt der Praxis, wann du etwas gespürt hast und wie es sich angefühlt hat. Der ADAC rät, Beschwerden mit der Uhrzeit festzuhalten. So kann die Praxis die Aufzeichnung an diesen Stellen neben deine Angaben legen.
Was schreibst du bei jeder Episode auf?
Eine Zeile pro Episode genügt. Die Felder stammen aus den Angaben von ADAC und Deutscher Herzstiftung, die auch eine Checkliste für den Arztbesuch bei Herzrasen anbietet.
- Datum und Uhrzeit, wann es begann und wann es endete. Hat die Praxis dir gesagt, welche Uhr gilt, nimm diese.
- Was du gespürt hast: Herzrasen, Stolpern, Druck auf der Brust, Atemnot, Schwindel, Übelkeit.
- Was du in den 15 Minuten davor getan hast: Ruhe, Anstrengung, Aufregung, Essen, Schlaf.
- Ob du an dem Tag Kaffee, Alkohol oder Nikotin hattest. Nur als Eintrag, ohne Bewertung.
- Ob sich dein Puls regelmäßig oder unregelmäßig anfühlte, und wie viele Schläge pro Minute, falls du sie gezählt hast.
- Ob es plötzlich oder allmählich begann und ob es plötzlich oder allmählich endete.
- Ob es von selbst aufhörte oder ob etwas half, zum Beispiel kaltes Wasser trinken oder tief atmen.
- Ob du die Ereignistaste gedrückt hast, falls dein Gerät eine hat.
- Ob dir schwindlig wurde oder du ohnmächtig warst. Bei Ohnmacht lies den Abschnitt zur 112 weiter unten.
Eine Beispielzeile: "Mittwoch, 21:40 bis 21:52, Herzrasen, vorher Treppe und ein Kaffee, Puls gefühlt regelmäßig, endete plötzlich, kein Schwindel." Schreib auf, was du fühlst, nicht, was du vermutest.
Laut Herzstiftung hilft es, die Situationen zu beschreiben: in Ruhe oder bei Belastung. Bei gesunden Menschen lösen Stress, Aufregung, Angst oder Freude Extraschläge oft aus, auch nach Alkohol, Nikotin oder Kaffee. Im Liegen spürst du sie meist stärker, weil nichts ablenkt. Welche Ursache bei dir vorliegt, klärt die Praxis. Eine Vorlage für andere Beschwerden findest du im Beitrag zum Symptomtagebuch.
Wie lange läuft das Gerät, und was gilt im Alltag?
Ein Langzeit-EKG läuft laut ADAC meist 24 Stunden, in Einzelfällen bis zu sieben Tage. Drei bis fünf Elektroden kommen auf den Oberkörper. Dünne Kabel führen zu einem kleinen Rekorder, den du am Gürtel oder in einem Beutel um den Hals trägst.
Daneben gibt es den Ereignisrekorder. Laut Herzstiftung kann der Patient ihn einschalten, sobald Beschwerden auftreten, oder er zeichnet durchgehend auf. Wie das bei deinem Gerät geht, hängt vom Modell ab. Frag die Praxis vor dem Heimweg, wann und wie du die Taste drückst. Notiere dann jedes Mal, ob du gedrückt hast.
Das sagt der ADAC zum Alltag mit dem Gerät:
- Vor dem Anlegen keine Hautcreme. Bei starker Brustbehaarung kann Rasieren helfen.
- Nicht duschen, baden oder schwimmen. Der Rekorder ist meist nicht wasserdicht, und die Elektroden können sich lösen. Der Waschlappen ist in Ordnung.
- Zügiges Gehen ist erlaubt. Starkes Schwitzen und ruckartige Bewegungen solltest du vermeiden.
- Eine laufende Mikrowelle in der Nähe kann stören.
- Arbeit, Radfahren und Autofahren sind in der Regel möglich. Den Rekorder trägst du auch nachts.
Hat dein Gerät eigene Regeln, gelten die der Praxis.
Was tust du, wenn in den 24 Stunden nichts passiert?
Schreib genau das auf: Tag ohne Beschwerden. Das ist unser Vorschlag, keine Vorgabe der Praxis. Es zeigt, dass du das Protokoll geführt hast und der Tag ruhig war.
Das Gerät zeichnet auch auf, was du nicht spürst. Laut Herzstiftung haben rund 30 Prozent der Menschen mit Vorhofflimmern keine Beschwerden. Ein leeres Protokoll heißt deshalb nicht, dass die Aufzeichnung leer ist.
Passiert es erst Tage später, sag es der Praxis. Ob eine weitere Aufzeichnung nötig ist oder ein Ereignisrekorder folgt, entscheidet sie. Die Herzstiftung beschreibt den Ereignisrekorder für Beschwerden, die selten auftreten.
Welche Fragen solltest du vor dem Termin beantworten können?
Die Herzstiftung hat eine Checkliste Herzrasen für den Arztbesuch. Du beantwortest sie aus deinen Zeilen. Sie fragt unter anderem:
- Wann trat es zum ersten Mal auf, wann zuletzt, und wie oft: täglich, wöchentlich, monatlich?
- Beginnt es plötzlich oder allmählich?
- Hängt es mit Ereignissen zusammen, etwa Aufregung oder Anstrengung, oder kommt es später, zum Beispiel im Schlaf?
- Wie hoch war der Puls pro Minute, und ist er regelmäßig oder unregelmäßig? Die Checkliste bittet dich, den Puls während der Episode zu fühlen.
- Wie lange dauert es, was spürst du dabei, und wie endet es?
- Kannst du es selbst beenden, zum Beispiel durch Atemtricks? Beendet es ein Medikament?
- Bist du schon einmal ohnmächtig geworden, und kam davor das Herzrasen?
- Gibt es Verwandte mit Herzrhythmusstörungen?
Die Auswertung dauert laut ADAC meist ein bis zwei Werktage. Ein Besprechungstermin folgt normalerweise bald danach. Gibt es Auffälliges, meldet sich die Praxis laut ADAC womöglich früher. Mehr zur Vorbereitung auf solche Termine steht in der Checkliste für den Arzttermin.
Wann ist es kein Tagebuch-Thema, sondern ein Fall für die 112?
Bei Schmerz oder Druck auf der Brust oder bei starker Atemnot zählt keine Zeit für Notizen. Ruf sofort die 112, so rät es die Herzstiftung. Nach einer Ohnmacht ruf die 112, wenn du nach einer Minute nicht wieder klar bist, dich verletzt hast oder Brustschmerz, Atemnot oder Herzrasen dazukommen. Bist du schnell wieder klar, ruf noch am selben Tag deine Praxis an. Das gilt auch, wenn du gerade ein Langzeit-EKG trägst. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
Herzrasen, das in den Herzkammern entsteht, kann laut Herzstiftung lebensbedrohlich sein. Ob das bei dir der Fall ist, kann nur eine Klinik oder Praxis klären. Herzrasen, das sich nicht auf Anstrengung oder extremen Stress zurückführen lässt, sollte laut Herzstiftung immer abgeklärt werden. Schwindel, Atemnot, Brustschmerz oder kurze Ohnmachten machen die Abklärung besonders wichtig. Das Tagebuch ersetzt diesen Termin nicht.
Wie passen Apple-Watch-Aufzeichnungen zu deinem Tagebuch?
Laut Apple zeichnet die EKG-App 30 Sekunden auf. Sie läuft ab der Apple Watch Series 4 und auf den Ultra-Modellen, nicht auf der SE, und ist nicht für Menschen unter 22 gedacht. Nach einer Aufnahme kannst du Symptome ergänzen. Aufnahme und Symptome liegen in der Health-App, und du kannst ein PDF für deine Ärztin oder deinen Arzt erstellen.
Laut Apple sagt ein Ergebnis mit Sinusrhythmus nicht, dass du gesund bist. Herzinfarkte, Blutgerinnsel und Schlaganfälle kann die App laut Apple nicht erkennen. Bei Schmerz, Druck oder Enge in der Brust rufst du sofort den Notruf. Die Herzstiftung nennt die Smartwatch ein 1-Kanal-EKG. Sie kann Herzinfarkt oder Durchblutungsstörungen des Herzens nicht beurteilen, und Ergebnisse muss ein Arzt klären.
Eine Aufnahme am Handgelenk ersetzt deshalb weder das Langzeit-EKG noch deine Zeile im Protokoll. Schreib auf, dass du aufgenommen hast, mit Uhrzeit, und zeig die Aufnahme der Praxis. Wie du sie exportierst, steht im Beitrag zum Apple-Health-Bericht für den Arzt. Wie du Wearable-Daten sinnvoll mitbringst, beschreibt der Beitrag Wearable-Daten beim Arzt teilen.
Herzrasen-Episoden in Sam festhalten und als Bericht mitnehmen
Beim Termin hast du deine Episoden vor dir, statt sie aus dem Kopf zu schätzen. Das Symptomtagebuch in Sam hält sie fest.
- Statt Zettel im Portemonnaie: Herzrasen, Herzstolpern oder Schwindel trägst du pro Tag mit ihrer Stärke ein, in wenigen Tipps. Die Uhrzeiten bleiben auf deinem Protokoll.
- Statt Erinnerung am Besprechungstermin: Der Monatsbericht als PDF zeigt, an welchen Tagen du Beschwerden hattest, und deine häufigsten Symptome.
- Statt Apple Health allein: Auf einer eigenen Seite zeigt Sam, wie Ruhepuls, Herzfrequenzvariabilität und Schritte von deinem eigenen Normalwert abweichen, getrennt vom Tagebuch.
Sam nimmt kein EKG auf und wertet keinen Rhythmus aus. Das bleibt beim Gerät und bei der Praxis.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
- Wechseljahre und Herzrasen: Panik, Blutdruck, was du festhalten kannst
- Symptomtagebuch für den Arzt: Was hineingehört
- Apple Health Daten für den Arzt: EKG exportieren, teilen
- Apple Watch Herzfrequenz hoch in Ruhe: Meldung verstehen
- Apple Watch Schlafapnoe-Mitteilung: Was jetzt tun?
Quellen
Stand: Oktober 2026
- NHS: Fainting (englisch, Warnzeichen und Notruf bei Ohnmacht)
- MedlinePlus: Fainting (englisch, Warnzeichen und Notruf bei Ohnmacht)
- ADAC: Langzeit-EKG (veröffentlicht am 30.03.2026)
- Deutsche Herzstiftung: Diagnose von Herzrhythmusstörungen
- Deutsche Herzstiftung: Herzrasen: Ursachen unbedingt abklären lassen
- Deutsche Herzstiftung: Checkliste Herzrasen (PDF)
- Deutsche Herzstiftung: Herzstolpern: Ursachen sind häufig Extrasystolen
- Deutsche Herzstiftung: Herz-Sprechstunde zur Smartwatch bei Herzpatienten
- Apple Support: Mit der EKG-App auf der Apple Watch ein EKG aufzeichnen
Mehr zum Festhalten und Mitnehmen
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Langzeit-EKG?+
Meist 24 Stunden, in Einzelfällen bis zu sieben Tage. Das schreiben ADAC und die Deutsche Herzstiftung. Wie lange es bei dir läuft, sagt dir die Praxis.
Was schreibe ich ins Protokoll?+
Beschwerden wie Schwindel, Herzrasen oder Kurzatmigkeit mit der Uhrzeit, zu der sie auftraten. Dazu grob deinen Tag: wann du aktiv warst, wann du gegessen hast, wann du ins Bett gegangen bist. So beschreibt es der ADAC.
Was, wenn während der Aufzeichnung nichts passiert?+
Dann steht in deinem Protokoll ein Tag ohne Beschwerden. Ob das reicht oder ob ein Ereignisrekorder folgt, entscheidet die Praxis. Die Herzstiftung beschreibt ihn für Beschwerden, die nur selten auftreten.
Darf ich mit dem Langzeit-EKG duschen?+
Nein. Laut ADAC ist der Rekorder meist nicht wasserdicht, und die Elektroden können sich lösen. Mit dem Waschlappen kannst du dich waschen.
Wann bekomme ich das Ergebnis?+
Die Auswertung dauert laut ADAC meist ein bis zwei Werktage. Ein Besprechungstermin folgt normalerweise bald danach.
Kann die Apple Watch das Langzeit-EKG ersetzen?+
Nein, laut Apple zeichnet die EKG-App 30 Sekunden auf. Die Herzstiftung nennt es ein 1-Kanal-EKG, dessen Ergebnis ein Arzt klären muss. Zeig deiner Praxis, was du aufgezeichnet hast.
Wann rufe ich die 112 an?+
Bei Schmerz oder Druck auf der Brust oder bei starker Atemnot zählt keine Zeit für Notizen: Wähle sofort die 112, so die Herzstiftung. Nach einer Ohnmacht ruf die 112, wenn du nach einer Minute nicht wieder klar bist, dich verletzt hast oder Brustschmerz, Atemnot oder Herzrasen dazukommen. Bist du schnell wieder klar, ruf noch am selben Tag deine Praxis an.