24-Stunden-pH-Metrie Vorbereitung: Tagebuch bei Reflux
Vorbereitung auf die 24-Stunden-pH-Metrie: Warum Praxen bei Tabletten abweichen und wie du das Protokoll am Messtag und das Tagebuch davor führst.
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Für die 24-Stunden-pH-Metrie bekommst du ein Infoblatt, ein Protokoll und Regeln, die je nach Praxis anders lauten. Die Wochen davor kannst du auf Papier festhalten oder im Symptomtagebuch von Sam, dessen Monatsbericht deine Beschwerdetage zeigt. Zur Vorbereitung gilt die schriftliche Anleitung deiner Praxis, auch bei Tabletten und Nüchternzeit. Am Messtag trägst du Uhrzeit, Körperposition, Mahlzeiten und Beschwerden ins Protokoll ein, und die Uhrzeit liest du nur vom Messgerät ab. Für die Wochen davor hilft ein Tagebuch.
Dieser Text ersetzt nicht die Anleitung deiner Praxis. Zu Tabletten und Nüchternzeit stehen hier bewusst keine Zahlen, denn die Quellen widersprechen sich, und die Praxis entscheidet.
Was misst die 24-Stunden-pH-Metrie, und wozu braucht die Praxis dein Protokoll?
Bei der Messung läuft bis zu 24 Stunden eine Sonde durch die Nase in die Speiseröhre. Sie ist an ein Messgerät angeschlossen. Ein pH-Sensor an der Sonde misst, wann Säure aus dem Magen nach oben gelangt. So beschreibt es das Infoblatt des Uniklinikums RWTH Aachen (Stand September 2026). In besonderen Fällen erfasst die Impedanzmessung zusätzlich Reflux, der nicht sauer ist.
Das Gerät zeichnet Ereignisse auf. Was du dabei gespürt hast, weiß nur du. Deshalb ist das Protokoll Teil der Untersuchung. Laut Universitätsspital Zürich (USZ) führst du ein Symptomtagebuch, damit sich Refluxphasen und Beschwerden zuordnen lassen. Du markierst Mahlzeiten, weil sich der pH-Wert beim Essen künstlich verändert. Du markierst auch den Wechsel von aufrecht zu liegend, denn im Liegen tritt mehr Reflux auf.
Die DGVS-Leitlinie zeigt, warum die Zeiten zählen. Ist die Säurebelastung normal, kommt es darauf an, ob deine Beschwerden zeitlich zu Refluxereignissen passen. Ist das der Fall, spricht die Leitlinie von einer überempfindlichen Speiseröhre. Passt es nicht, spricht sie von funktionellem Sodbrennen. Ohne deine Beschwerdezeiten bleibt diese Frage offen.
Das USZ nennt die Messung für Beschwerden, die trotz Säurehemmung bleiben, nach einer Magenspiegelung. Was die Magenspiegelung vom Sodbrennen unterscheidet, steht im Beitrag Sodbrennen oder Gastritis?.
Warum sagt jede Klinik bei den Tabletten etwas anderes?
Ein Grund ist die Fragestellung. Die S2k-Leitlinie der DGVS (März 2023) empfiehlt bei Beschwerden, die trotz Säureblocker bleiben, eine Messung je nach Fragestellung ohne oder unter fortgesetzter PPI-Einnahme.
Unter PPI lässt sich zeigen, ob trotz Tablette noch Säure nach oben gelangt. Laut Leitlinie wird die Säure bei bis zu 35 Prozent der Menschen mit anhaltenden Beschwerden nicht ausreichend gehemmt. Geht es darum, überhaupt krankhaften sauren Reflux nachzuweisen, etwa vor einer Operation, nennt die Leitlinie die Messung ohne PPI.
Eine Praxis kann also aus gutem Grund andere Vorgaben machen als das Infoblatt einer Uniklinik. Bei Mitteln zum Neutralisieren der Magensäure widersprechen sich außerdem das Aachener Infoblatt und das Nachschlagewerk DocCheck Flexikon. Bei der Nüchternzeit nennen beide unterschiedliche Stunden. Deshalb druckt dieser Text keine Zahlen. Maßgeblich ist, was deine Praxis dir schriftlich gibt.
Wer entscheidet über Pausen, und was muss die Praxis von dir wissen?
Die Praxis oder Klinik, die misst. Das Aachener Infoblatt führt mehrere Medikamentengruppen auf, die vor der Messung pausiert werden sollen. Es schränkt selbst ein: "wenn nicht anders abgesprochen". In dieser Liste stehen auch Herz- und Blutdruckmittel, nicht nur Magenmittel.
Deshalb braucht die Praxis deine ganze Medikamentenliste: alles, was du regelmäßig nimmst, auch rezeptfrei. Steht eines deiner Mittel auf ihrer Liste, besprichst du es mit der Praxis, die misst. Bei Herz- oder Blutdruckmitteln bleibt auch die Ärztin oder der Arzt im Bild, die sie verordnet haben. Was du bis zur Messung nimmst oder nicht nimmst, legt die Praxis fest, nicht dieser Text.
Die Anleitung bekommst du schriftlich. Ist etwas unklar, frag vor dem Termin nach, nicht am Messtag.
Wie füllst du das Messtag-Protokoll aus?
Die Klinik gibt dir ihr eigenes Formular, und das gilt. Das Aachener Infoblatt nennt das Protokoll und die passenden Tasten am Messgerät "von großer Bedeutung". Notiert werden die Körperposition, das Essen und deine Beschwerden. Bei der Position unterscheidest du nur zwischen liegend und aufrecht. Sitzen, Stehen und Gehen musst du nicht trennen.
Bei Beschwerden wie Sodbrennen oder Brustschmerzen trägst du Beginn und Ende ein. Die Uhrzeit schreibst du auf die Minute genau, ohne abzurunden. Du liest sie immer nur vom Messgerät ab und nimmst keine andere Uhr.
Als Gedankenstütze für den Abend vorher, nicht als Ersatz für das Formular:
| Feld | Was du einträgst | Woher |
|---|---|---|
| Uhrzeit | nur vom Messgerät, auf die Minute | Aachen |
| Körperposition | liegend oder aufrecht, jeder Wechsel | Aachen, USZ |
| Mahlzeit | Beginn und Ende | Aachen, USZ, DocCheck |
| Beschwerde | Art, z. B. Sodbrennen oder Brustschmerz, Beginn und Ende | Aachen |
| Taste am Gerät | welche, wann | Aachen |
| Schlaf | Einschlafen und Aufwachen, bei Impedanzmessung | DocCheck |
| Abweichung vom normalen Tag | z. B. Mahlzeit ausgefallen | unser Vorschlag |
Wie isst, liegst und bewegst du dich am Messtag?
Das Aachener Infoblatt bittet um einen möglichst normalen Tag. Tagsüber bewegst du dich so viel wie möglich, auch mit Bücken. Im Bett liegst du möglichst flach, ohne erhöhten Oberkörper. In den ersten zwei Stunden nach dem Essen legst du dich nicht hin.
Gegessen werden nur die drei Hauptmahlzeiten, ohne Zwischenmahlzeiten. Wenn möglich trinkst du nicht zwischen den Mahlzeiten. Zu den Mahlzeiten darfst du auch viel trinken. Kaugummi und Bonbons gibt es dazwischen nicht.
Das gilt für diese eine Klinik. Deine Praxis kann andere Regeln haben. Dann gilt ihr Blatt.
Was gehört zum Arzt statt ins Tagebuch?
Ein Protokoll und ein Tagebuch klären keine Alarmsymptome. Die DGVS-Leitlinie nennt als solche:
- Schluckstörungen
- Schmerzen beim Schlucken
- Hinweise auf Blutungen im Magen-Darm-Trakt, auch Eisenmangel-Blutarmut
- Appetitlosigkeit
- ungewollten Gewichtsverlust
- wiederholtes Erbrechen
- Magen-Darm-Tumoren in der Familie
Bei diesen Zeichen empfiehlt die Leitlinie eine umgehende Spiegelung. Sprich zeitnah mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, auch wenn der Messtermin noch Wochen entfernt ist.
Brustschmerzen trägst du im Protokoll ein, du musst aber nicht wissen, woher sie kommen. Bei akuter Atemnot oder starken Brustschmerzen wählst du die 112. Nach einer Ohnmacht ruf die 112, wenn du nach einer Minute nicht wieder klar bist, dich verletzt hast oder Brustschmerz, Atemnot oder Herzrasen dazukommen. Bist du schnell wieder klar, ruf noch am selben Tag deine Praxis an. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du bei Beschwerden, die nicht warten können, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
Welche Fragen stellst du vor dem Termin?
Nimm diese Fragen mit zur Praxis oder stell sie am Telefon:
- Wird bei mir mit oder ohne Säureblocker gemessen, und warum?
- Welche meiner Mittel betrifft die Anleitung, und wer bespricht das mit der verordnenden Ärztin, wenn es Herz- oder Blutdruckmittel sind?
- Wie viele Stunden vorher darf ich nichts essen?
- Brauche ich vorher eine Manometrie? Das USZ nennt sie für die richtige Lage der Sonde.
- Welche Tasten hat das Messgerät, und wofür sind sie?
- Darf ich arbeiten und Auto fahren?
- Was mache ich bei starken Beschwerden, und an wen wende ich mich?
- Wann bekomme ich das Ergebnis, und wer bespricht es mit mir?
Allgemeine Hilfe für das Gespräch bietet die Checkliste für den Arzttermin.
Die Wochen vor der Messung kennt die Praxis nur durch dich: wie oft die Beschwerden kamen und ob sie dich nachts weckten. Das Protokoll am Messtag deckt nur 24 Stunden ab. Für die Zeit davor führst du ein Tagebuch, in Sam das Reflux-Tagebuch oder ohne bestätigte Refluxkrankheit das Symptomtagebuch. Was in den Termin wegen Sodbrennen gehört, steht im Beitrag Sodbrennen beim Arzt: Termin vorbereiten, Nächte festhalten.
Reflux-Beschwerden vor der Messung als Bericht festhalten
Du bringst Beschwerden mit Datum zum Termin statt eines Eindrucks aus dem Kopf. Das Programm für Reflux ist ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht und monatlichem Fragebogen, das du startest, wenn deine Ärztin die Refluxkrankheit bestätigt hat.
- Statt Erinnerung: Beschwerden und Nächte mit Beschwerden stehen mit Datum im Tagebuch, nicht als "mal mehr, mal weniger".
- Statt Zettel: Der Arztbericht als PDF fasst den Zeitraum zusammen, den du wählst.
- Statt Apple Health allein: Die Übersicht des Programms zeigt dazu Schlaf und Gewicht aus Apple Health.
Am Messtag führst du das Protokoll der Klinik. Sam ersetzt es nicht und liest keine Zeiten vom Messgerät. Ein Programm in Sam ist kein Behandlungsprogramm und kein DMP: Es hält fest, was du dokumentierst.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
- Sodbrennen beim Arzt: Termin vorbereiten, Nächte festhalten
- Globusgefühl: Kloß im Hals - ist das Reflux?
- Abnehmspritze und Sodbrennen: Was die Fachinformation sagt
Quellen
Stand: Oktober 2026
- NHS: Fainting (englisch, Warnzeichen und Notruf bei Ohnmacht)
- MedlinePlus: Fainting (englisch, Warnzeichen und Notruf bei Ohnmacht)
- Uniklinik RWTH Aachen, Medizinische Klinik III: pH-Metrie, Infoblatt für Patientinnen und Patienten (Stand September 2026)
- Universitätsspital Zürich, Gastroenterologie und Hepatologie: 24h Impedanz-pH-Messung (geändert Juli 2023)
- DGVS: S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis, AWMF 021-013 (März 2023)
- DGVS: Leitlinienseite zur Refluxkrankheit (Stand 03/2023)
- DocCheck Flexikon: pH-Metrie (zuletzt bearbeitet April 2026, Nachschlagewerk)
- DocCheck Flexikon: Impedanz-pH-Metrie (zuletzt bearbeitet April 2026, Nachschlagewerk)
Mehr zu Reflux
Häufige Fragen
Wie lange dauert die 24-Stunden-pH-Metrie?+
Das Uniklinikum Aachen beschreibt eine Messung über bis zu 24 Stunden. Eine Sonde führt durch die Nase und ist mit einem Messgerät verbunden, das du während der Zeit bei dir trägst.
Muss ich vorher den Säureblocker absetzen?+
Dazu gibt es keine allgemeine Antwort. Die DGVS-Leitlinie sagt, dass je nach Fragestellung ohne oder unter fortgesetzter PPI-Einnahme gemessen wird. Deine Praxis legt das für dich fest und gibt dir die Anleitung schriftlich.
Wie lange muss ich vor der Messung nüchtern sein?+
Das unterscheidet sich je nach Klinik und Nachschlagewerk. Die Praxis, die misst, nennt dir die Stunden in der schriftlichen Anleitung. Fehlt die Angabe, frag nach.
Wie genau muss das Protokoll sein?+
Laut Infoblatt des Uniklinikums Aachen trägst du Zeiten auf die Minute ein, ohne abzurunden, und liest sie nur vom Messgerät ab. Nur so lassen sich Beschwerden dem Reflux zuordnen.
Was darf ich am Messtag essen?+
Laut Aachener Infoblatt nur die drei Hauptmahlzeiten, keine Zwischenmahlzeiten, möglichst nichts trinken dazwischen und keinen Kaugummi oder Bonbons. Für deine Messung gilt das Blatt deiner Praxis.
Kann ich mich während der Messung hinlegen?+
Ja, die Liegezeiten gehören ins Protokoll. Das Aachener Infoblatt bittet, das Bett möglichst flach zu stellen und in den ersten zwei Stunden nach dem Essen nicht zu liegen.
Welche Beschwerden gehören zum Arzt statt ins Tagebuch?+
Die DGVS-Leitlinie nennt als Alarmsymptome unter anderem Schluckstörungen, Schmerzen beim Schlucken, Hinweise auf Blutungen, ungewollten Gewichtsverlust und wiederholtes Erbrechen. Sprich dann zeitnah mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei akuter Atemnot oder starken Brustschmerzen wählst du die 112.