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4 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Welcher Arzt bei Epilepsie? Zuständigkeit, Diagnoseweg nach dem ersten Anfall

Welcher Arzt bei Epilepsie: Neurologe oder Epileptologe, und wie die Diagnose abläuft - Anfallsbeschreibung, EEG und MRT.

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Nach einem ersten Anfall oder bei Verdacht auf Epilepsie ist eine fachärztliche Abklärung der richtige nächste Schritt: Bei Erwachsenen ist die Neurologie zuständig, bei Kindern die Kinder- und Jugendneurologie. Der wichtigste Baustein der Diagnose ist die Beschreibung des Anfalls, am besten durch eine Person, die ihn miterlebt hat. Was du selbst im Symptomtagebuch von Sam festhältst - an welchen Tagen du Beschwerden wie Schwindel oder Gedächtnislücken hattest -, kannst du ins Gespräch mitnehmen.

Neurologe, Epileptologe oder Kinderneurologe: wer macht was

Bei Erwachsenen begleitet laut Gesundheitsinformation.de (IQWiG) eine Neurologin oder ein Neurologe die Behandlung von Epilepsie. Kinder und Jugendliche werden von einer Kinder- und Jugendneurologie betreut.

Nach einem ersten anfallsartigen Ereignis rät die Deutsche Epilepsievereinigung, eine Abklärung durch einen erfahrenen Facharzt vorzunehmen - einen Neurologen oder Epileptologen beziehungsweise einen Neuropädiater. Er prüft, ob es sich wirklich um einen epileptischen Anfall handelte und ob dieser die Diagnose einer Epilepsie rechtfertigt. Für besondere Fälle, unklare Diagnosen oder Anfälle trotz Behandlung gibt es spezialisierte Epilepsie-Zentren und Schwerpunktpraxen.

Der erste Anfall ist nicht immer Epilepsie

Ein einzelner Anfall bedeutet nicht automatisch Epilepsie - außer das Risiko für weitere Anfälle ist deutlich erhöht, etwa durch eine Veränderung im Gehirn. Sonst sprechen Fachleute laut gesund.bund.de von Epilepsie, wenn epileptische Anfälle ohne ersichtlichen Auslöser mehrfach auftreten, meist ab zwei Anfällen mit mindestens 24 Stunden Abstand. Was du direkt danach aufschreibst, steht in Erster möglicher Anfall: die Checkliste.

Nach einem ersten Anfall müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden: Eine Ohnmacht (Synkope) oder andere Ereignisse können ähnlich aussehen. Genau deshalb ist die fachärztliche Abklärung wichtig, um die Ursache zu identifizieren und das Wiederholungsrisiko abzuschätzen. Was eine Ohnmacht von einem Anfall unterscheidet, steht in Anfall oder Ohnmacht?.

Die Anfallsbeschreibung: der wichtigste Baustein

Am Anfang steht eine ausführliche Anamnese. Da sich Betroffene oft nicht an den Anfall erinnern, ist die Schilderung einer Person, die den Anfall miterlebt hat, besonders wichtig. Sie beschreibt Ablauf, Dauer und Symptome.

Auch ein Handy-Video vom Anfall kann laut Fachleuten sehr hilfreich sein. Präzise Fragen dazu: Wann und wo begann es, was geschah nacheinander, wie lange dauerte es, warst du bei Bewusstsein, gab es Verletzungen, wie ging es danach weiter. Diese Angaben schreibst du auf, am besten mit der Person, die den Anfall gesehen hat. Welche Felder helfen, zeigt der Beitrag Anfallsprotokoll und Gesundheitsdaten fürs Arztgespräch.

EEG und MRT: Untersuchungen, aber kein Alleinbeweis

Bei der Abklärung werden meist die Hirnströme mit einem EEG gemessen - bestimmte Muster deuten auf ein erhöhtes Anfallsrisiko hin. Dazu kommt in der Regel ein MRT des Gehirns, um Veränderungen zu entdecken, die Anfälle auslösen könnten. Blutuntersuchungen runden die Abklärung ab, selten folgt eine Untersuchung des Nervenwassers, etwa bei Verdacht auf eine Entzündung.

Ein EEG allein reicht nach gesund.bund.de nicht aus, um eine Epilepsie festzustellen - und ein unauffälliges EEG schließt eine Epilepsie auch nicht aus, wie die Universitätsklinik Tübingen betont. Die Diagnose beruht auf dem Zusammenspiel aller Befunde.

Was du zum Termin mitbringst und festhältst

Für die Abklärung hilft eine strukturierte Zusammenstellung. Dazu gehören: Datum, Uhrzeit und Situation des Anfalls, der Ablauf, die Dauer, die Bewusstseinslage und ob es Verletzungen gab. Eine Person, die den Anfall gesehen hat, bringst du mit oder bittest sie um eine schriftliche Schilderung. Ein Video, falls vorhanden, unterstützt die Diagnostik deutlich.

Dazu kommen eine aktuelle Medikamentenliste und deine Vorgeschichte. Diese Unterlagen erleichtern der Neurologie die Einordnung. Einen Überblick über die Fachbegriffe gibt der Beitrag Fragen an den Neurologen bei Epilepsie. Die Zeit nach einer bestätigten Diagnose beleuchtet der Beitrag Neu mit Epilepsie: die ersten Wochen.

Wann ein Anfall ein Notfall ist

Einen Notruf über die 112 brauchst du, wenn ein Anfall länger als fünf Minuten dauert oder mehrere Anfälle ohne Pause hintereinander auftreten, wenn es Probleme mit der Atmung oder Verletzungen gibt, die Person nicht wieder zu sich kommt oder es der erste Anfall überhaupt war. Diese Kriterien nennt Gesundheitsinformation.de (IQWiG). Bist du unsicher, ruf lieber die 112. Die meisten einzelnen Anfälle hören von selbst auf. Für Fragen außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Beschwerden bis zur Abklärung in Sam festhalten

Neben der Schilderung von Beobachtern bringst du deine eigenen Tage mit: Bis zur Diagnose trägst du sie im Symptomtagebuch ein.

  • Statt Notiz-App: Du trägst Beschwerden wie Verwirrtheit, Gedächtnislücken oder Schwindel für den Tag ein; Schlaf und Ruhepuls aus Apple Health siehst du in Sam für dieselben Tage.
  • Statt Erinnerung: Ab dem 1. erstellst du den Monatsbericht für den Vormonat selbst, als PDF mit deinen Symptomtagen und häufigsten Symptomen neben Schlaf und Aktivität.

Bestätigst du nach der Abklärung die Diagnose, startest du das Programm für Epilepsie, also ein eigenes Anfallstagebuch mit Arztbericht als PDF. Ein Programm in Sam ist kein Behandlungsprogramm und kein DMP. Sam ersetzt keine ärztliche Abklärung.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Welcher Arzt ist bei Epilepsie zuständig?+

Bei Erwachsenen begleitet eine Neurologin oder ein Neurologe die Abklärung und Behandlung. Kinder und Jugendliche betreut eine Kinder- und Jugendneurologie. Nach einem ersten Anfall sollte ein erfahrener Facharzt prüfen, ob es sich um einen epileptischen Anfall handelte und ob die Diagnose Epilepsie gerechtfertigt ist.

Wie wird Epilepsie diagnostiziert?+

Im Mittelpunkt steht eine ausführliche Anamnese, vor allem eine präzise Beschreibung des Anfalls - idealerweise durch eine Person, die ihn miterlebt hat. Dazu kommen eine körperliche und neurologische Untersuchung, Blutuntersuchungen, ein EEG und meist ein MRT des Gehirns.

Ist ein einzelner Anfall schon Epilepsie?+

Nicht unbedingt. Meist wird Epilepsie nach mindestens zwei Anfällen ohne erkennbaren Auslöser im Abstand von mindestens 24 Stunden festgestellt. Nach einem einzelnen Anfall kann die Diagnose aber schon gestellt werden, wenn das Risiko für weitere Anfälle deutlich erhöht ist, etwa wegen einer Veränderung im Gehirn. Das beurteilt die Neurologie.

Reicht ein EEG, um Epilepsie festzustellen?+

Nein, ein EEG allein reicht nicht aus. Ein unauffälliges EEG schließt eine Epilepsie auch nicht aus. Das EEG liefert einen Baustein, die Diagnose beruht auf dem Zusammenspiel von Anfallsbeschreibung, Untersuchung und Befunden.

Warum ist die Beschreibung des Anfalls so wichtig?+

Weil sich Betroffene oft nicht an den Anfall erinnern. Wer den Anfall gesehen hat, kann Ablauf und Dauer beschreiben. Auch ein Handy-Video kann laut Fachleuten sehr hilfreich sein. Diese Schilderung ist oft der wichtigste diagnostische Baustein.

Wann sollte ich nach einem Anfall zum Arzt gehen?+

Nach einem ersten anfallsartigen Ereignis ist eine fachärztliche Abklärung wichtig, um die Ursache zu klären und das Wiederholungsrisiko einzuschätzen. War es der erste Anfall überhaupt, rufst du die 112. Das gilt auch, wenn ein Anfall länger als fünf Minuten dauert, mehrere Anfälle aufeinander folgen, Atemprobleme oder Verletzungen auftreten oder die Person nicht wieder zu sich kommt.

Was soll ich vor dem Termin festhalten?+

Halte fest, wann und wo der Anfall begann, wie er ablief, wie lange er dauerte, ob du Bewusstsein oder Verletzungen hattest und wie es danach weiterging. Bitte eine Person, die den Anfall gesehen hat, um ihre Schilderung oder ein Video. Dazu eine aktuelle Medikamentenliste.

Ist Epilepsie eine chronische Krankheit?+

Epilepsie wird von Fachleuten als chronische Erkrankung des Nervensystems beschrieben. Dauer und Verlauf sind individuell; wie es bei dir aussieht, besprichst du mit deinem Behandlungsteam.