Heuschnupfen wird jedes Jahr schlimmer? So hältst du fest, wie sich deine Saisons unterscheiden
Wird dein Heuschnupfen jedes Jahr schlimmer? Was Wetterdienst und Fachportale zu früheren Saisons sagen und wie du zwei Saisons für die Praxis vergleichst.
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Ob dein Heuschnupfen von Jahr zu Jahr schlimmer wird, siehst du am besten an Zahlen und nicht am Gefühl. Die Quellen beschreiben frühere und längere Saisons, aber sie sagen nichts über deine. Eine Praxis fragt: seit wann, wie lange, wann. Zahlen aus deinem Tagebuch machen deine Antworten genauer. In Sam führst du dieses Tagebuch mit einem Tipp pro Tag, der Schlaf kommt aus Apple Health dazu.
Was die Quellen zu längeren Saisons sagen
Nach dem Deutschen Wetterdienst beginnt die Pollensaison heute oft schon im Januar oder Februar. In sehr milden Wintern kann sie im Dezember starten.
Gesundheitsinformation.de, das Portal des IQWiG, schreibt: Durch wärmere Temperaturen infolge des Klimawandels blühen einige Pflanzen früher, länger und stärker. Als Pflanze, die in wärmerer Umgebung neu hinzukommt, nennt der Allergieinformationsdienst die Ambrosia.
Dazu kommt die Luft. Laut Wetterdienst können Stickoxide und Ozon die Eigenschaften von Pollen verändern. Das erklärt, warum sich Saisons verändern können. Es sagt nicht, ob deine schlimmer geworden ist. Wie stark und wie lange eine Pflanze blüht, hängt laut Allergieinformationsdienst von Lage und Witterung ab. Der Wetterdienst beschreibt einen engen Zusammenhang zwischen der Zahl der Pollen in der Luft und der Stärke der Symptome. Ein schlimmes Jahr ist deshalb noch kein Trend.
Pollenflug schon im Januar: was die Quellen nennen
Die Quellen nennen nicht dieselben Monate. Darum hier jede einzeln:
- Deutscher Wetterdienst: Die Saison beginnt oft im Januar oder Februar, in sehr milden Wintern im Dezember. Der Gefahrenindex deckt acht Pollenarten ab, von Hasel bis Ambrosia.
- Allergieinformationsdienst: In Mitteleuropa beginnen manche Pollen schon im Januar. Höhepunkte gibt es im April und im Juli. Die Ambrosia blüht von August bis zum ersten Frost, die Hasel im Winter.
- Gesundheitsinformation.de: Hasel im Februar, Erle im März, Birke im April, Gräser von Mitte Mai bis Mitte August, Beifuß von Mitte Juli bis Ende August, Ambrosia im September.
Bei der Ambrosia siehst du den Unterschied: September hier, August bis zum ersten Frost dort. Dieser Text baut deshalb keinen eigenen Kalender. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst führt einen Pollenflugkalender auf Basis gemessener Werte von 2016 bis 2021, auch regional. Er ist urheberrechtlich geschützt, darum bleibt es beim Link.
Beschwerden im Januar passen also zu dem, was die Quellen beschreiben. Ein Beleg für Pollen sind sie nicht. Im Winter kommt auch eine Erkältung infrage, den Unterschied zeigt der Beitrag Heuschnupfen oder Erkältung. Beschwerden das ganze Jahr beschreibt Gesundheitsinformation.de für die Hausstauballergie. Der Pollenflug selbst verteilt sich laut Allergieinformationsdienst über das Jahr. Schreib deshalb auf, wann deine Beschwerden anfangen und wann du frei bist.
Woran du festmachst, ob es bei dir schlimmer wird
Das Gefühl "dieses Jahr war es schlimmer" reicht für einen Vergleich nicht. Eine Praxis fragt nach Beginn, Dauer und Zeitpunkt der Beschwerden. Die Checkliste für den Besuch bei der Allergologie fragt: Seit wann bestehen die Beschwerden? Wie lange dauern sie? Wann treten sie auf? Gibt es Zeiten ohne Beschwerden, etwa im Urlaub, am Wochenende oder im Winter?
Diese Dinge kannst du pro Saison zählen:
- Tage mit Beschwerden.
- Davon die schlechten Tage, nach deiner eigenen Einschätzung.
- Wochen mit Beschwerden an mehr als vier Tagen und wie viele davon direkt aufeinander folgen.
- Nächte mit gestörtem Schlaf und Tage, an denen der Alltag gelitten hat.
- Der erste und der letzte Beschwerdetag.
- Was du genommen hast: die Art, etwa Tablette, Nasenspray oder Augentropfen, und an wie vielen Tagen.
In Sam stehen die meisten dieser Zahlen im Arztbericht: Beschwerdetage, schlechte Tage, Wochen mit Beschwerden an mehr als vier Tagen, Nächte mit gestörtem Schlaf und Tage mit eingeschränktem Alltag. Sam zählt, was du einträgst.
Zähl auch die guten Tage. Ohne sie fehlt der Nenner. 20 Beschwerdetage in 30 Tagen sind etwas anderes als 20 in 90. Was die Apple Watch zum Schlaf beiträgt, steht in Heuschnupfen und Schlaf: Nachts Nase zu, tagsüber müde.
Gesundheitsinformation.de schreibt, dass sich viele bei starken Beschwerden schlapp und müde fühlen. Gehört das bei dir dazu, schreib es auf.
Ein Beispiel mit erfundenen Zahlen, jeweils März bis Juni: Im Vorjahr 38 Beschwerdetage, davon 5 schlechte, und 2 Wochen mit Beschwerden an mehr als vier Tagen. Dieses Jahr 61, 15 und 7. Mit so einer Gegenüberstellung kann eine Praxis arbeiten. Warum die Zahlen so aussehen, klärt sie mit dir.
Zwei Saisons vergleichen: so gehst du vor
Zu einem Symptomtagebuch schreibt der Allergieinformationsdienst: Die Notizen können Ärztinnen und Ärzten helfen, gezielt weitere Untersuchungen zu veranlassen. Für den Vergleich zweier Saisons gehst du so vor:
- Nimm dieselben Monate. März bis Juni gegen März bis Juni, nicht ein ganzes Jahr gegen eine halbe Saison.
- Zähl in beiden Saisons dieselben Dinge.
- Trenn Tage an einem anderen Ort ab. Zwei Wochen Urlaub in einer anderen Region können deine Zahlen verschieben, denn der Pollenflug hängt von der Lage ab. Bei den Pollenzahlen im Arztbericht führt Sam Tage an einem anderen Ort getrennt auf.
- Halte fest, was sich geändert hat: ein Umzug, ein neuer Arbeitsweg, ein neues Medikament mit Datum. Die Praxis fragt nach Ort, Tätigkeit und Medikamenten.
Hast du letzte Saison nichts aufgeschrieben, gibt es keinen Zahlenvergleich. Beschreib das Vorjahr dann in Worten und halte diese Saison fest. Der Vergleich in Zahlen kommt im nächsten Jahr.
Fang beim ersten Niesen an, nicht erst im März. Wenn die Saison oft im Januar beginnt, gehört der Januar in deine Zahlen.
Wann ein ärztlicher Check sinnvoll ist
Der BR fasst das Gespräch mit einer Hausärztin so zusammen: Ein ärztlicher Check sei sinnvoll, wenn Symptome neu auftreten oder sich verschlimmern. Wird deine Saison schlimmer, ist das also ein Grund für den Termin. Du musst nicht erst noch eine Saison zählen. Die Zahlen helfen im Gespräch, sie sind keine Voraussetzung.
Welches Mittel du nimmst und ob es noch zu dir passt, klärt die Praxis. Das steht hier bewusst nicht.
Gesundheitsinformation.de nennt Husten, pfeifende Atmung und Kurzatmigkeit als mögliche zusätzliche Beschwerden. Sag das bei der Terminvergabe gleich dazu. Bei akuter Atemnot rufst du die 112. Wie du Heuschnupfen und Atemwegsbeschwerden getrennt festhältst, steht im Beitrag Etagenwechsel: Wird aus Heuschnupfen Asthma?.
Was du zum Termin mitbringst
- Deine Zahlen für beide Saisons, auf einer Seite oder als zwei Ausdrucke, zum Beispiel zwei Arztberichte aus Sam.
- Erster und letzter Beschwerdetag je Saison.
- Eine Liste dessen, was du nimmst, und seit wann. Auch das, was du nur bei Bedarf nimmst.
- Kopien früherer Allergietests, falls es welche gibt. Die Checkliste des Allergieinformationsdienstes bittet darum.
- Deine Frage in einem Satz. Zum Beispiel: Wird das mehr, oder war es nur ein besonderes Jahr?
Wie du einen Routinetermin bei chronischer Erkrankung vorbereitest, steht in der Checkliste für den Arzttermin bei chronischer Erkrankung. Hat dein Heuschnupfen erst spät begonnen, hilft Plötzlich Heuschnupfen mit 40, 50 oder 60. Ein Papiertagebuch gibt es beim Allergieinformationsdienst als PDF. Wie du ein Pollentagebuch digital in Sam führst, beschreibt der Beitrag Pollentagebuch und Allergietagebuch digital führen.
Beschwerdetage in Sam festhalten und zwei Saisons als PDF vergleichen
Du bringst zwei Saisons als Zahlen in den Termin, statt sie aus dem Gedächtnis zu beschreiben.
- Statt Zettel oder Notizen-App: Mit einem Tipp hältst du den Tag als gut, leicht oder schlecht fest, auf Wunsch mit Nase, Augen, Schlaf und Alltag.
- Statt Pollenwerte nachzuschlagen: Teilst du deinen ungefähren Standort, hängt Sam die Pollenwerte und die Luftqualität des Tages an. Der Schlaf kommt aus Apple Health.
- Statt Zählen aus dem Kopf: Der Arztbericht nennt Beschwerdetage, schlechte und beschwerdefreie Tage. Speicherst du am Saisonende ein PDF, liegen zwei Saisons nebeneinander.
Das Heuschnupfen-Programm ist für Menschen, bei denen eine Ärztin oder ein Arzt Heuschnupfen festgestellt hat. Den Vergleich ziehst du selbst.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
Quellen
Stand: Oktober 2026
- Deutscher Wetterdienst: Pollenflug-Gefahrenindex
- Allergieinformationsdienst: Was ist Heuschnupfen (Pollenallergie)? (Stand der Seite: Februar 2019)
- Allergieinformationsdienst: Welche Risikofaktoren fördern Heuschnupfen? (Stand der Seite: Februar 2019)
- Allergieinformationsdienst: Pollenflug-Informationen
- Allergieinformationsdienst: Checkliste zur Vorbereitung auf den Arztbesuch bei der Allergologin oder dem Allergologen (PDF)
- Allergieinformationsdienst: Heuschnupfen-Tagebuch (PDF)
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Heuschnupfen
- Bayerischer Rundfunk, Bayern 1: Kann ich auch mit Mitte 40 noch eine Pollenallergie bekommen?
- Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst: Pollenflugkalender
Mehr zu Heuschnupfen
Häufige Fragen
Wird Heuschnupfen jedes Jahr schlimmer?+
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die Quellen beschreiben frühere und längere Pollensaisons, aber nichts über deinen Verlauf. Ob es bei dir mehr wird, zeigen Zahlen aus mehreren Saisons: Beschwerdetage, schlechte Tage, Nächte mit gestörtem Schlaf. Mit diesen Zahlen gehst du zum Arzttermin.
Warum ist mein Heuschnupfen dieses Jahr so schlimm?+
Eine Saison kann aus mehreren Gründen heftiger ausfallen. Laut Allergieinformationsdienst hängen Blühstärke und Blühdauer von Lage und Witterung ab. Der Wetterdienst beschreibt einen engen Zusammenhang zwischen Pollenmenge und Symptomstärke. Ein schlimmes Jahr ist noch kein Trend. Erst mehrere gezählte Jahre zeigen, ob es einer ist.
Beginnt der Pollenflug immer früher? Gibt es Pollenflug schon im Januar?+
Der Deutsche Wetterdienst schreibt, dass die Pollensaison heute oft schon im Januar oder Februar beginnt, in sehr milden Wintern im Dezember. Auch der Allergieinformationsdienst nennt den Januar. Die Monate je Pflanze unterscheiden sich zwischen den Quellen. Für deinen Vergleich zählt dein erster Beschwerdetag.
Woran merke ich, dass mein Heuschnupfen schlimmer wird?+
An Zahlen, die du pro Saison vergleichst: Tage mit Beschwerden, davon schlechte, Wochen mit Beschwerden an mehr als vier Tagen, Nächte mit gestörtem Schlaf, Tage mit Einschränkungen im Alltag und an wie vielen Tagen du welche Art Medikament genommen hast. Dazu der erste und der letzte Beschwerdetag.
Wie vergleiche ich meine Heuschnupfen-Saison mit der letzten?+
Nimm dieselben Monate und zähle dieselben Dinge. Hast du im Vorjahr nichts festgehalten, beschreib es in Worten und halte diese Saison fest. Tage im Urlaub oder an einem anderen Ort zählst du getrennt. Fang beim ersten Beschwerdetag an, nicht erst im Frühjahr.
Wann sollte ich wegen Heuschnupfen zum Arzt?+
Der BR fasst das Gespräch mit einer Hausärztin so zusammen: Ein ärztlicher Check sei sinnvoll, wenn Symptome neu auftreten oder sich verschlimmern. Wird es bei dir schlimmer, ist das ein Grund für den Termin. Husten, pfeifende Atmung oder Kurzatmigkeit nennst du gleich. Bei akuter Atemnot rufst du die 112.
Kann Heuschnupfen das ganze Jahr über Beschwerden machen?+
Gesundheitsinformation.de beschreibt Beschwerden nur für die Zeiten des Pollenflugs, der sich laut Allergieinformationsdienst über das Jahr verteilt. Beschwerden das ganze Jahr nennt das Portal bei der Hausstauballergie. Gibt es bei dir kaum noch beschwerdefreie Zeiten, sagst du das in der Praxis.