Mutter oder Vater ist gestürzt: Was du jetzt tust und wie du es in der Hausarztpraxis ansprichst
Elternteil gestürzt? Wann ärztliche Hilfe nötig ist, was Stürze begünstigt und was du der Hausarztpraxis sagen kannst. Keine Diagnose.
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Ist dein Vater oder deine Mutter gestürzt, hängt das Vorgehen von den Folgen ab. Bei einer Verletzung, starken Schmerzen, Bewusstlosigkeit oder wenn jemand nicht allein aufstehen kann, holt ihr ärztliche Hilfe, im Zweifel über die 112. Ging der Sturz glimpflich aus, sprecht ihr ihn trotzdem in der Hausarztpraxis an: Wer schon einmal gestürzt ist, hat laut gesund.bund.de ein höheres Risiko für weitere Stürze. Dieser Text ist allgemeine Information und keine Diagnose. Wenn deine Eltern es möchten, können sie in Sam festhalten, wie es ihnen geht, und dir einen Ausschnitt davon zeigen. Wann Sorgen ein Anlass für das Gespräch sind, steht auch auf der Seite Wissen, wann du anrufst und wann du handelst.
Was du nach einem Sturz tust
Zuerst die Sicherheit: Bei einer Verletzung, starken Schmerzen, Bewusstlosigkeit oder wenn jemand nicht allein aufstehen kann, holt ihr ärztliche Hilfe, im Zweifel über die 112. Bei Atemnot, Brustschmerz oder plötzlicher Schwäche ruft ihr die 112.
Ist nichts passiert, ist der Sturz trotzdem ein Anlass für die Hausarztpraxis. Die Praxis kann Sehkraft, Schwindel und Medikamente anschauen. Schreib auf, wann es passiert ist, wo und was vorher war. Konkrete Beobachtungen helfen im Gespräch mit deinen Eltern und in der Praxis.
Was bei Stürzen eine Rolle spielt
Gesund.bund.de nennt als Risikofaktoren schlechtes Sehen, schwache Beinmuskeln und Schwindel durch niedrigen Blutdruck. Auch bestimmte Beruhigungsmittel und blutdrucksenkende Medikamente können Stürze begünstigen, ebenso Alkohol. Wer schon gestürzt ist, hat ein höheres Risiko für weitere Stürze. Die WHO führt unter den Gegenmaßnahmen Gleichgewichtstraining, Wohnungsanpassung und eine individuelle Abklärung der einzelnen Risiken auf.
Stürze und Medikamente gehören deshalb in die Praxis, und nichts wird eigenmächtig abgesetzt. Geh mit deinen Eltern durch die Wohnung, wenn sie einverstanden sind. Hochstehende Teppichkanten, lose Kabel, Türschwellen, glatte Böden und rutschige Badematten sind die typischen Stolperfallen.
Was du in der Praxis sagen kannst
Frag deine Eltern, ob du die Hausärztin oder den Hausarzt auf deine Beobachtungen ansprechen darfst, am besten gemeinsam im Termin. Bring deine Notizen mit. Sätze, die helfen: "Meine Mutter ist in den letzten Monaten zweimal gestürzt. Können wir anschauen, woran das liegen könnte?" oder "Mein Vater wirkt beim Umgang mit seinen Tabletten unsicher. Können wir die Medikation gemeinsam durchgehen?" Die Einschätzung und jede Änderung der Medikamente bleiben bei der Praxis. Wie ihr den Termin gemeinsam vorbereitet, zeigt die Checkliste für den Arzttermin.
Weitere Veränderungen, die ein Gespräch wert sein können
Von außen lässt sich das schwer beurteilen, und diese Liste ist keine Checkliste, mit der sich etwas feststellen lässt. Es sind Beispiele für Veränderungen, über die ein Gespräch sinnvoll sein kann, vor allem wenn sich mehrere häufen:
- Stürze, Beinahe-Stürze oder Unsicherheit beim Gehen.
- Durcheinander bei Tabletten, Rezepten und Terminen.
- Mühe im Haushalt, beim Einkaufen, beim Essen oder bei der Körperpflege.
- Stolperfallen in der Wohnung.
Schreib auf, was dir wann aufgefallen ist. Konkrete Beobachtungen helfen im Gespräch mit deinen Eltern und später in der Praxis.
Das Gespräch führen
Starte mit einer Beobachtung statt einer Bewertung.
- "Mir ist aufgefallen, dass du dich beim Aufstehen festhältst. Wie geht es dir damit?"
- "Was fällt dir im Alltag zurzeit schwerer als früher?"
- "Wenn du dir etwas wünschen dürftest: Was würde dir den Alltag leichter machen?"
- "Wollen wir beim nächsten Arzttermin einmal darüber sprechen?"
Wie du dich auf ein solches Gespräch einstellst, steht auf der Seite Mit Eltern über Gesundheit sprechen. Lehnt dein Vater ab, ist das kein Scheitern. Lass das Thema ruhen und frag nach einigen Wochen noch einmal.
Hilfe organisieren
Du musst nicht alles allein tragen. Pflegestützpunkte beraten öffentlich finanziert, kostenlos und unabhängig, auch Angehörige. Die Pflegekasse ist laut gesund.bund.de verpflichtet, ihre Versicherten umfassend und individuell zu beraten, kostenlos, nach einem Antrag auf Pflegeleistungen. Das Bürgertelefon Pflegeversicherung erreichst du unter 030 340 60 66 02. Wie du Beratung aus der Ferne findest, steht in Pflegeberatung für Eltern finden, wenn du weit weg wohnst. Was Sam für Angehörige bietet, steht auf der Seite Sam für Familie.
Deine Eltern entscheiden, ob und welche Hilfe sie annehmen. Du bietest an: Fahrten, Einkaufen, den Kontakt zur Beratung oder einen Termin in der Praxis, bei dem du, wenn sie wollen, dabei bist.
Wann du nicht abwartest
Bei Brustschmerz, Atemnot, plötzlicher Schwäche oder Taubheit, Sehstörungen oder Sprechstörungen rufst du die 112, oder deine Eltern rufen sie selbst. Das sind allgemeine Gründe für den Notruf und keine Diagnose. Warte nicht ab, ob es von selbst besser wird. Sind Beschwerden neu oder beunruhigend, aber nicht lebensbedrohlich, ist die Praxis zuständig, außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Den Verlauf deiner Eltern in Sam ansehen, wenn sie ihn teilen
Du siehst einen Verlauf statt Bauchgefühl, aber nur das, was deine Mutter oder dein Vater dir freigibt. Dafür braucht ihr beide Sam. Mehr zum Care Circle.
- Statt Anrufen mit Nachfragen: Hält dein Elternteil Beschwerden im Symptomtagebuch fest, siehst du die Einträge schreibgeschützt, ohne Meldungen über ihre Daten.
- Statt Zettelwirtschaft vor dem Termin: Dein Elternteil nimmt den Verlauf als Monatsbericht-PDF mit in die Hausarztpraxis.
- Statt Screenshots: Dein Elternteil wählt pro Person aus, was du siehst, etwa Schlaf, Schritte, Symptome oder Dokumente, und kann die Freigabe jederzeit beenden.
Ob deine Eltern mehr Hilfe brauchen, sagt dir Sam nicht, das klärt ihr mit der Praxis.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt.
Quellen
Stand: Oktober 2026
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Stürze bei älteren Menschen
- WHO: Falls (Fact Sheet)
- gesund.bund.de: Pflegeberatung: Wo kann man sich zu Pflegethemen beraten lassen?
- Pflegewegweiser NRW: Mit den Eltern über Pflege sprechen
- gesund.bund.de: Schlaganfall und Herzinfarkt (Warnzeichen, bei denen der Notruf 112 gilt)
Mehr zum Festhalten und Mitnehmen
Häufige Fragen
Was tun nach einem Sturz?+
Bei einer Verletzung, starken Schmerzen, Bewusstlosigkeit oder wenn jemand nicht allein aufstehen kann, holt ihr ärztliche Hilfe, im Zweifel über die 112. Wer schon einmal gestürzt ist, hat ein höheres Risiko für einen weiteren Sturz. Sprecht den Sturz deshalb in der Hausarztpraxis an, auch wenn nichts passiert ist. Die Praxis kann Sehkraft, Schwindel und Medikamente anschauen. Bei Atemnot, Brustschmerz oder plötzlicher Schwäche ruft ihr die 112.
Woran merke ich, dass meine Eltern mehr Hilfe brauchen?+
Zum Beispiel auf Stürze, Beinahe-Stürze, Durcheinander bei Tabletten und Terminen oder Mühe im Haushalt, beim Einkaufen, beim Essen und bei der Körperpflege. Das ist keine Checkliste, mit der sich etwas feststellen lässt, sondern Anlass für ein Gespräch. Schreib auf, was du wann gesehen hast, und sprich deine Eltern an. Mit ihrem Einverständnis kannst du es in der Hausarztpraxis zur Sprache bringen.
Wann sollten ältere Eltern nicht mehr allein leben?+
Dafür gibt es keine feste Regel. Es ist eine persönliche Entscheidung, die deine Eltern gemeinsam mit dir und ihrer Ärztin oder ihrem Arzt treffen. Eine Pflegeberatung zeigt dir, welche Hilfen es zu Hause gibt, bevor ihr über einen Umzug sprecht.
Wie spreche ich meine Mutter an, ohne dass sie abblockt?+
Mit einer Beobachtung statt einer Bewertung: 'Mir ist aufgefallen, dass du dich beim Aufstehen festhältst. Wie geht es dir damit?' Dann zuhören. Wenn sie ablehnt, frag nach einigen Wochen noch einmal.
Wo bekomme ich Beratung zur Pflege?+
Pflegestützpunkte beraten kostenlos und unabhängig, auch Angehörige. Die Pflegekasse berät ebenfalls kostenlos, sobald Leistungen beantragt sind. Beratungsstellen findest du über die Datenbank des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP).
Kann eine App mir sagen, ob es meinen Eltern schlechter geht?+
Nein. Eine Verbraucher-App stellt keine Diagnose und kann nicht beurteilen, ob es jemandem schlechter geht. Auch Sam stellt keine Diagnose, und über Care Circle siehst du nur, was deine Eltern freigeben. Verläufe sind Gesprächsstoff für den Arzttermin.