Welcher Arzt bei Reflux und Sodbrennen? Zuständigkeit und wie die Diagnose abläuft
Welcher Arzt bei Reflux: Hausarzt, Gastroenterologe oder HNO, und wie die Abklärung abläuft - von der Anamnese bis zur Magenspiegelung.
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Kommt das Sodbrennen immer wieder, startet die Abklärung meist in der Hausarztpraxis. Für die weitere Diagnostik kommt der Gastroenterologe ins Spiel. Was du dabei festhältst - Symptome und wie stark sie waren - kannst du im Symptomtagebuch von Sam festhalten und als Verlauf ins Gespräch mitnehmen, statt die Häufigkeit aus dem Gedächtnis zu schätzen.
Hausarzt, Gastroenterologe oder HNO: wer macht was
Die Hausarztpraxis ist laut Gesundheitsinformation.de meist die erste Anlaufstelle bei Gesundheitsproblemen und damit auch bei Sodbrennen und Reflux. Typische Beschwerden kann sie oft schon anhand der Symptome einordnen.
Wird eine Magenspiegelung nötig oder halten die Beschwerden an, überweist sie an eine Fachpraxis. Die Gastroenterologie ist das Fachgebiet für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und führt die Endoskopie und die pH-Messung durch.
Bei Beschwerden in Hals, Kehlkopf und Stimme, wie sie bei stillem Reflux auftreten, ist nach der Apotheken-Umschau der HNO-Arzt der typische Ansprechpartner. Reflux kann außerdem Reizhusten verursachen, wenn Magensaft in die Atemwege gerät - welcher Facharzt dann sinnvoll ist, entscheidet deine Praxis im Einzelfall.
Wie wird eine Refluxkrankheit diagnostiziert?
Eine Refluxkrankheit lässt sich häufig an den typischen Beschwerden erkennen, schreibt gesund.bund.de. Dazu gehören Sodbrennen - ein brennendes Gefühl, das vom Oberbauch hinter dem Brustbein nach oben zieht - und saures Aufstoßen.
Im ersten Schritt fragt die Praxis genau nach: Welche Beschwerden, wo, wie häufig, nach dem Essen oder nüchtern, schlimmer im Liegen. Bei Verdacht sind weitere Untersuchungen möglich. Welche bei dir sinnvoll sind, hängt vom Verlauf ab. Einen einzelnen Reflux-Test gibt es nicht.
Die Probebehandlung mit Protonenpumpenhemmern
Bei typischen Beschwerden kann eine medikamentöse Probebehandlung den nächsten Schritt bilden. Ein Protonenpumpenhemmer (PPI) hemmt die Bildung von Magensäure und lindert typische Beschwerden wie Sodbrennen. Ob die Beschwerden auf das Medikament ansprechen, ist nach der Leitlinie kein verlässlicher Test. Auch Menschen ohne Refluxkrankheit sprechen oft darauf an. Bessern sich die Beschwerden nicht, soll eine Magenspiegelung folgen.
Die internisten-im-netz formulieren es so: Wenn die Beschwerden trotz Ernährungsumstellung, Rauchverzicht und einer ersten medikamentösen Probebehandlung anhalten, muss die Speiseröhre endoskopisch untersucht werden. Welche Medikamente und in welcher Dosis du anwendest, legt deine Praxis fest.
Wann eine Magenspiegelung nötig ist - und wann nicht
Eine Magenspiegelung (Endoskopie) ist nicht bei jedem Reflux-Verdacht automatisch nötig. Fachleute empfehlen eine frühe Endoskopie vor allem bei Anzeichen für Blutungen im Magen-Darm-Trakt wie Blut im Stuhl, häufigem Erbrechen oder starkem Gewichtsverlust. Dasselbe gilt bei Beschwerden, die auf eine verengte Speiseröhre oder Speiseröhrenkrebs hindeuten, etwa Schluckbeschwerden, sowie bei Hinweisen auf andere Ursachen. Das schreibt Gesundheitsinformation.de.
Bleiben die Beschwerden trotz Behandlung bestehen oder zeigt die Endoskopie keinen eindeutigen Befund, kann eine 24-Stunden-pH-Metrie folgen: Eine dünne Sonde misst über einen Tag den Säuregehalt in der unteren Speiseröhre. So zeigt sich, wann der Rückfluss besonders stark ist. Was bei dir ansteht, sagt deine Praxis.
Stiller Reflux: wenn es in Hals und Stimme zieht
Stiller Reflux (laryngopharyngealer Reflux) steigt bis in Rachen und Kehlkopf auf, oft ohne das typische Sodbrennen. Mögliche Anzeichen sind Reizhusten, eine belegte Stimme oder Heiserkeit und ein Brennen im Rachen, wenn der aufsteigende Magensaft die Schleimhäute reizt. Um das Kloßgefühl im Hals geht es in Globusgefühl: Kloß im Hals - ist das Reflux?.
Bei diesen Beschwerden ist der HNO-Arzt der typische Ansprechpartner, weil Hals und Kehlkopf im Vordergrund stehen. Die weiterführende gastroenterologische Abklärung mit Magenspiegelung oder pH-Messung leistet der Gastroenterologe. Wie dein Alltag mit bestätigtem Reflux aussieht, beschreibt der Beitrag Mit Reflux leben.
Wann du zum Arzt gehst: Schwellen und Warnzeichen
Wer sehr häufiges oder starkes Sodbrennen hat und oft aufstößt, könnte eine Refluxkrankheit haben, schreibt Gesundheitsinformation.de. Halten die Beschwerden länger an, kommen sie immer wieder oder beeinträchtigen sie deinen Alltag, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Was du vor dem Termin aufschreibst, steht in Sodbrennen beim Arzt: Termin vorbereiten, Nächte festhalten.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Alarmsymptome. Erbrichst du Blut oder hast du schwarzen, teerartigen Stuhl, wählst du sofort die 112. Das gilt auch bei Brustschmerz oder Druck hinter dem Brustbein mit Atemnot, Schweißausbruch oder Ausstrahlung in Arm, Hals oder Kiefer. Dahinter kann ein Herzinfarkt stecken. Bei Schluckbeschwerden oder ungewolltem Gewichtsverlust lässt du dich in den nächsten Tagen ärztlich untersuchen, denn dann ist laut Leitlinie eine Magenspiegelung angezeigt. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Wie Sodbrennen von einer Magenschleimhautentzündung abzugrenzen ist, steht in Sodbrennen oder Gastritis?.
Deinen Verlauf vor der Abklärung in Sam festhalten
Bevor die Praxis nach der Häufigkeit fragt, hast du deine Sodbrennen-Tage beisammen. Bis zur Diagnose nutzt du dafür das Symptomtagebuch.
- Statt Zettel: Du trägst Sodbrennen, Übelkeit oder Bauchschmerzen mit Stärke für den Tag ein. Schlaf und Aktivität kommen aus Apple Health dazu.
- Statt Erinnerung: Ab dem 1. erstellst du den Monatsbericht für den Vormonat selbst, als PDF mit deinen Symptomtagen und häufigsten Symptomen neben Schlaf und Aktivität.
- Statt dreißig Notizen: Im Gesundheitsverlauf zeigt ein Punkt jeden Tag, an dem du ein Symptom eingetragen hast, so siehst du, an wie vielen Tagen im Monat etwas war.
Hat die Praxis eine Refluxkrankheit festgestellt, startest du das Programm für Reflux, also ein eigenes Tagebuch mit Arztbericht als PDF. Ein Programm in Sam ist kein Behandlungsprogramm und kein DMP. Sam misst keinen Reflux und stellt keine Diagnose, das bleibt Sache deiner Praxis.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
Quellen
Stand: Oktober 2026
- AWMF-Leitlinienregister: Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis (021-013) (S2k, März 2023)
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie (DGVS): S2k-Leitlinie gastroösophageale Refluxkrankheit (März 2023)
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Sodbrennen und Refluxkrankheit (aktualisiert 31.07.2024)
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Wie wird eine Refluxkrankheit festgestellt? (aktualisiert 31.07.2024)
- Bundesministerium für Gesundheit: gesund.bund.de, Sodbrennen und Refluxkrankheit (Stand 04.04.2025)
- Internisten im Netz (BDI): Sodbrennen: Untersuchungen & Diagnose
- AOK Gesundheitsmagazin: Refluxkrankheit - mehr als gelegentliches Aufstoßen (27.09.2023)
- Apotheken-Umschau: Stiller Reflux: Magensaft im Rachen
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Häufige Fragen
Welcher Arzt ist bei Reflux zuständig?+
Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle. Bei anhaltenden Beschwerden oder wenn eine Magenspiegelung nötig wird, überweist sie an eine Gastroenterologin oder einen Gastroenterologen. Bei Beschwerden in Hals und Kehlkopf, etwa bei stillem Reflux, ist der HNO-Arzt der typische Ansprechpartner.
Wie wird eine Refluxkrankheit festgestellt?+
Ärztinnen und Ärzte erkennen eine Refluxkrankheit häufig schon an den typischen Beschwerden wie Sodbrennen und saurem Aufstoßen. Bei Verdacht sind weitere Untersuchungen möglich: eine Magenspiegelung (Endoskopie) und bei unklarem Befund eine pH-Messung in der Speiseröhre. Der Verlauf bestimmt, was nötig ist.
Brauche ich für die Reflux-Diagnose eine Magenspiegelung?+
Nicht immer. An den typischen Beschwerden lässt sich eine Refluxkrankheit zunächst erkennen. Eine frühe Magenspiegelung empfehlen Fachleute vor allem bei Hinweisen auf Blutungen, starkem Gewichtsverlust, häufigem Erbrechen oder Schluckbeschwerden sowie wenn die Beschwerden trotz Behandlung anhalten.
Was ist eine Probebehandlung mit Protonenpumpenhemmern?+
Bei typischen Beschwerden ohne Alarmzeichen kann die Praxis zunächst probeweise einen Protonenpumpenhemmer (PPI) verordnen, der die Magensäurebildung hemmt. Das ist ein Behandlungsschritt, kein Beweis für die Diagnose. Bleiben die Beschwerden bestehen, folgt eine Magenspiegelung.
Was ist stiller Reflux, und welcher Arzt hilft?+
Stiller Reflux (laryngopharyngealer Reflux) steigt bis in Rachen und Kehlkopf auf, oft ohne typisches Sodbrennen. Mögliche Anzeichen sind Reizhusten, Heiserkeit und ein Brennen im Rachen. Der HNO-Arzt beurteilt Hals und Kehlkopf; die gastroenterologische Abklärung mit Spiegelung oder pH-Messung leistet der Gastroenterologe.
Ab wann sollte ich wegen Sodbrennen zum Arzt?+
Bei anhaltendem, wiederkehrendem oder belastendem Sodbrennen ist eine Abklärung sinnvoll, bei Bluterbrechen, schwarzem Stuhl oder Brustschmerz mit Atemnot wählst du sofort die 112, und die Schwellen im Detail stehen in Sodbrennen beim Arzt: Termin vorbereiten, Nächte festhalten.
Kann ein Reflux-Tagebuch bei der Abklärung helfen?+
Ein Tagebuch mit Symptomen, Zeitpunkt und möglichen Auslösern wie Essen und Schlaf hilft dir, deinen Alltag zu beschreiben, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung. Deine Notizen nutzt du im Gespräch mit der Praxis.