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4 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Welcher Arzt bei Long COVID? Zuständigkeit, Diagnose und wann eine Spezialambulanz hilft

Welcher Arzt bei Long COVID: Hausarzt, Fachärzte oder Post-COVID-Ambulanz, und wie die Diagnose nach Symptomen und Ausschluss gestellt wird.

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Wochen nach Corona noch erschöpft oder kurzatmig: Bei Verdacht auf Long COVID ist fast immer die Hausarztpraxis der erste Schritt, Fachärzte und Spezialambulanzen kommen je nach Beschwerden dazu. Long COVID wird klinisch diagnostiziert - es gibt keinen einzelnen Test, der es nachweist. Erschöpfung und Brain Fog trägst du im Symptomtagebuch von Sam ein, statt gute und schlechte Wochen im Gespräch zu schätzen; Schlaf, Ruhepuls und Aktivität aus Apple Health liegen in derselben App.

Hausarzt, Facharzt oder Post-COVID-Ambulanz: wer macht was

Es gibt keinen einzelnen Long-COVID-Arzt. Der Hausarzt ist nach gesund.bund.de und der zuletzt gültigen S1-Leitlinie (derzeit in Überarbeitung) die erste Anlaufstelle und übernimmt die Koordination. Nach der Long-COVID-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sieht die Versorgung drei Ebenen vor: Der Hausarzt führt die standardisierte Eingangsdiagnostik durch, bindet je nach Beschwerden weitere Fachärzte ein, und für Schwerbetroffene gibt es spezialisierte Ambulanzen.

Je nach Symptomen kommen Fachdisziplinen dazu: die Pneumologie bei Atembeschwerden, die Neurologie bei Denk- und Konzentrationsstörungen, die Kardiologie bei Herzproblemen. Deine Hausarztpraxis entscheidet gemeinsam mit dir, welche Fachrichtung sinnvoll ist, und stellt dir bei Bedarf eine Überweisung aus.

Was Long COVID und Post-COVID bedeuten

Nach der deutschen S1-Leitlinie spricht man von Long COVID bei Beschwerden, die länger als vier Wochen nach der Infektion bestehen oder neu auftreten, und von Post-COVID, wenn sie länger als zwölf Wochen anhalten und den Alltag beeinträchtigen. Wie sich die Begriffe im Einzelnen unterscheiden, steht in Long COVID und Post-COVID: der Unterschied.

Wie wird Long COVID diagnostiziert?

Long COVID wird klinisch diagnostiziert. Es gibt keinen gezielten Test und kein Laborverfahren, das Long COVID eindeutig feststellt, schreibt gesund.bund.de. Stattdessen werden andere Ursachen ausgeschlossen und deine Beschwerden im Gespräch erfasst: die Symptome der akuten Phase, fortbestehende Beschwerden, neue Einschränkungen und verschlechterte Vorerkrankungen.

Die zuletzt gültige S1-Leitlinie betont, dass es keinen Laborwert gibt, der ein Post-COVID-Syndrom nachweist. Zur Abklärung werden Routinelaborwerte entnommen, um andere behandelbare Erkrankungen auszuschließen. Eine Spezialdiagnostik ohne belegten Nutzen - etwa die Bestimmung bestimmter Antikörper oder Stuhluntersuchungen - empfehlen die Fachgesellschaften nicht.

Welche Untersuchungen je nach Symptomen folgen

Da die Beschwerden verschiedene Organsysteme betreffen können, richtet sich die Diagnostik nach deinen Symptomen. Bei anhaltender Atemnot kann eine Lungenfunktionsprüfung oder ein Röntgen sinnvoll sein, bei Herzproblemen ein EKG, bei neurologischen Beschwerden eine entsprechende fachärztliche Abklärung. Typische Beschwerden wie Fatigue, Brain Fog und Kurzatmigkeit stehen dabei im Vordergrund.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Belastungsintoleranz. Bei Verdacht auf eine post-exertionelle Malaise (PEM), also einer Verschlechterung nach Belastung, wird die Diagnostik belastungsadaptiert geplant, um Überlastung zu vermeiden. Welche Untersuchung bei dir konkret ansteht, legt deine Ärztin oder dein Arzt fest.

Typische Symptome: Fatigue, Brain Fog, Atembeschwerden

Häufig bei Long COVID sind anhaltende Erschöpfung (Fatigue), eingeschränkte Belastbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen (Brain Fog) sowie Atemwegsbeschwerden wie Husten und Kurzatmigkeit. Dazu kommen Schlafstörungen, Muskelschmerzen, depressive Verstimmung und seltener Schwindel oder Herzrasen. Der Verlauf ist oft wellenförmig.

Ein zentraler Hinweis ist die Belastungsintoleranz: Verschlechtern sich die Beschwerden bereits nach kleiner Anstrengung und erholst du dich nicht normal, ist das ein wichtiges Zeichen für das Behandlungsteam. Ob und wie du deine Energie einteilst (Pacing), besprichst du mit deiner Praxis.

Wann du zum Arzt gehst - und wann eine Ambulanz hilft

Nach einer COVID-19-Erkrankung empfiehlt die zuletzt gültige S1-Leitlinie grundsätzlich einen Nachsorgetermin in der Hausarztpraxis, unabhängig vom Testergebnis. Halten Beschwerden länger als vier Wochen nach der Infektion an, ist eine hausärztliche Untersuchung sinnvoll, um andere Ursachen auszuschließen.

Plötzliche Atemnot, bläuliche Lippen, starke Brustschmerzen, Brustschmerzen mit Übelkeit, Atemnot oder Schweißausbruch sowie plötzliche Brustschmerzen, die länger als fünf Minuten anhalten, sind ein Notfall: Dann wählst du sofort die 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Eine spezialisierte Post-COVID-Ambulanz kommt laut Leitlinie infrage, wenn eine zeitnahe fachärztliche Vorstellung medizinisch nötig ist oder die Beschwerden hausärztlich nicht ausreichend abgeklärt werden konnten. Eine Überweisung sollte laut Leitlinie spätestens erwogen werden, wenn du drei Monate arbeitsunfähig bist, ein Kind vier Wochen nicht zur Schule gehen kann oder ein ME/CFS mit mindestens mittlerem Schweregrad vorliegt. Die Hausarztpraxis stellt sie aus. Wie du an einen Facharzttermin kommst, erklärt der Ratgeber Facharzttermin bekommen. Mehr zum Umgang mit der eigenen Energie beschreibt der Beitrag Pacing: Energie einteilen bei Long COVID.

Erschöpfung und Brain Fog in Sam festhalten und mitnehmen

Gerade bei wellenförmigem Verlauf hilft es, gute und schlechte Wochen belegen zu können, statt sie im Gespräch zu schätzen. Ohne Diagnose nutzt du das Symptomtagebuch.

  • Statt Zettel: Du trägst Erschöpfung mit Stärke ein, dazu Brain Fog oder Konzentrationsprobleme; Schlaf, Ruhepuls und Aktivität kommen aus Apple Health dazu.
  • Statt Erinnerung: Ab dem 1. erstellst du den Monatsbericht für den Vormonat selbst, als PDF mit deinen Symptomtagen und häufigsten Symptomen neben Schlaf und Aktivität.
  • Statt verstreuter Notizen: Im Gesundheitsverlauf zeigt ein Punkt jeden Tag, an dem du ein Symptom eingetragen hast, so werden Wellen über Wochen sichtbar.

Die Ratgeberseite zu Long COVID bündelt die Informationen. Sam ersetzt keine ärztliche Abklärung.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Welcher Arzt ist bei Long COVID zuständig?+

Es gibt keinen einzelnen Long-COVID-Arzt. Erste Anlaufstelle ist fast immer die Hausarztpraxis, die die Versorgung koordiniert. Je nach Beschwerden kommen Fachärzte dazu, etwa Pneumologie bei Atembeschwerden oder Neurologie. Für komplexe Fälle gibt es spezialisierte Post-COVID-Sprechstunden und Ambulanzen.

Wie wird Long COVID diagnostiziert?+

Long COVID wird klinisch diagnostiziert: anhand der Beschwerden und nach Ausschluss anderer Ursachen. Es gibt keinen gezielten Test, kein Laborwert, der Long COVID eindeutig nachweist. Die Ärztin oder der Arzt erfragt deine Symptome und veranlasst je nach Beschwerden Untersuchungen, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Welche Symptome sind typisch bei Long COVID?+

Häufig sind anhaltende Erschöpfung (Fatigue), eingeschränkte Belastbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen (Brain Fog) sowie Atemwegsbeschwerden wie Husten und Kurzatmigkeit. Dazu kommen Schlafstörungen, Muskelschmerzen und depressive Verstimmung. Bei Betroffenen mit Belastungsintoleranz verschlechtern sich die Beschwerden nach Anstrengung.

Welche Tests werden bei Long COVID gemacht?+

Da kein einzelner Test Long COVID nachweist, dient die Diagnostik dem Ausschluss anderer Ursachen. Je nach Symptomen kannst du erwarten: Blutuntersuchungen, ein EKG oder eine Lungenfunktionsprüfung. Eine Spezialdiagnostik ohne belegten Nutzen wie die Bestimmung bestimmter Antikörper wird von Fachgesellschaften nicht empfohlen.

Wann sollte ich nach Corona zum Arzt gehen?+

Die zuletzt gültige S1-Leitlinie empfiehlt nach einer COVID-19-Erkrankung grundsätzlich einen Nachsorgetermin in der Hausarztpraxis. Halten Beschwerden länger als vier Wochen nach der Infektion an, ist eine hausärztliche Untersuchung sinnvoll, um andere Ursachen auszuschließen. Bei plötzlicher starker Atemnot, bläulichen Lippen oder starken Brustschmerzen wählst du sofort die 112.

Wann hilft eine Post-COVID-Ambulanz?+

Eine spezialisierte Ambulanz kommt laut Leitlinie infrage, wenn eine zeitnahe fachärztliche Vorstellung nötig ist oder Symptome hausärztlich nicht ausreichend abgeklärt werden konnten. Eine Überweisung sollte laut Leitlinie spätestens erwogen werden, wenn du drei Monate arbeitsunfähig bist, ein Kind vier Wochen nicht zur Schule gehen kann oder ein ME/CFS mit mindestens mittlerem Schweregrad vorliegt.