11 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Reizdarm vor der Periode: Beschwerden im Zyklus festhalten

Reizdarm vor der Periode: was Studien zu Bauchschmerzen und Durchfall rund um die Blutung zeigen, was du über Zyklen aufschreibst und wann es eilt.

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Ein paar Tage vor der Periode wird der Bauch unruhig, mit der Blutung kommt Durchfall: Viele Frauen mit Reizdarm kennen dieses Muster. Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall hältst du pro Tag als leicht, mittel oder stark im Symptomtagebuch von Sam fest, die Blutung im Zyklus-Tracking, und im Gesundheitsverlauf siehst du Symptomtage und Periodentage im selben Monatskalender. Ob die Beschwerden bei dir mit dem Zyklus zusammenhängen, beurteilt deine Ärztin oder dein Arzt.

Wie die Diagnose läuft und was die Praxis allgemein zum Reizdarm fragt, steht im Beitrag Reizdarm beim Arzt: Beschwerden aufschreiben. Welche Blutwerte und Spiegelungen zur Abklärung gehören, erklärt der Beitrag Reizdarm: welcher Arzt? Darmspiegelung und Blutwerte. Was Sam bei Reizdarm festhält, zeigt die Übersicht zum Reizdarmsyndrom. Hier geht es um die Tage vor und während der Periode.

Warum wird der Reizdarm rund um die Periode oft schlimmer?

Darauf deuten mehrere Studien hin. Eine systematische Übersicht mit Metaanalyse erschien 2010 in der Fachzeitschrift Alimentary Pharmacology & Therapeutics; 13 der ausgewerteten Studien untersuchten den Zyklus. Darin berichteten Frauen mit und ohne Reizdarm während der Periode über mehr Darmbeschwerden als zu anderen Zeiten des Zyklus. Am häufigsten fanden die Studien mehr weichen Stuhl, Blähungen, Bauchschmerzen und häufigeren Stuhlgang. Bei Frauen mit Reizdarm waren die Beschwerden stärker.

Warum das so ist, ist nicht ganz geklärt. Die deutsche S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom hält fest, dass neuere Studien eine Mitbeteiligung der Geschlechtshormone am Reizdarm nahelegen, weil er bei Frauen vor den Wechseljahren gehäuft vorkommt. Östrogen hängt danach mit der Bewegung des Darms und mit der Schmerzempfindlichkeit zusammen. Eine Fachübersicht von 2014 beschreibt, dass die Hormone im Lauf des Zyklus die Darmfunktion bei Frauen mit und ohne Reizdarm beeinflussen. Als Ursache des Reizdarms gelten sie dort nicht, sie prägen aber wohl Beginn und Beschwerden mit. Die Mechanismen sind nach dieser Übersicht wenig verstanden.

Dazu kommt die Periode selbst. Laut IQWiG lösen die Regelkrämpfe bei einigen Frauen Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall aus. Auch Stress kann Beschwerden auslösen, schreibt der NHS. Was davon bei dir zählt, kann keine Studie sagen.

Ist Durchfall während der Periode bei Reizdarm normal?

Häufig, auch ohne Reizdarm, aber nicht automatisch harmlos. In einer Befragung von 156 gesunden Frauen vor den Wechseljahren hatten 73 Prozent in den fünf Tagen vor oder während der Periode mindestens eine Magen-Darm-Beschwerde. Bauchschmerzen nannten 58 Prozent für die Tage davor und 55 Prozent für die Periode. Durchfall nannten 24 Prozent für die Tage davor und 28 Prozent für die Periode. Die Studie war klein, die Frauen kamen aus gynäkologischen Ambulanzen und beantworteten die Fragen aus der Erinnerung.

Übersichten beschreiben rund um die Periode eher mehr Durchfall als mehr Verstopfung. Neue oder zunehmende Beschwerden und die Zeichen im Abschnitt "Wann wartest du nicht bis zum nächsten Zyklus?" gehören in die Praxis.

Wann können zyklische Bauchschmerzen etwas anderes sein?

Bauchschmerzen, die mit der Periode kommen, haben nicht immer mit dem Darm zu tun. Laut IQWiG können Endometriose-Herde auch am Darm sitzen und Probleme und Schmerzen beim Stuhlgang verursachen. Die Schmerzen treten oft zusammen mit der Regelblutung auf. Der NHS nennt das Reizdarmsyndrom unter den Erkrankungen, deren Beschwerden einer Endometriose ähneln.

Die europäische ESHRE-Leitlinie nennt unter anderem diese Beschwerden als Anlass, an Endometriose zu denken:

  • Regelschmerzen,
  • tiefe Schmerzen beim Geschlechtsverkehr,
  • Schmerzen beim Wasserlassen,
  • Schmerzen beim Stuhlgang,
  • schmerzhafte Blutungen aus dem After oder Blut im Urin,
  • Erschöpfung.

Die Liste ist kein Selbsttest und nicht vollständig; ob Endometriose infrage kommt, klärt die Frauenarztpraxis.

Auch die S3-Leitlinie zum Reizdarm zählt gynäkologische Ursachen zu den Erkrankungen, die sich mit Reizdarm-Beschwerden zeigen können. Zur Basisdiagnostik gehört dort eine gynäkologische Vorstellung. Woher deine Beschwerden kommen, klärt deine Praxis, nicht dein Tagebuch.

Schreib Regelschmerzen und Schmerzen beim Stuhlgang deshalb getrennt von Bauchschmerzen auf. Dass ein Tagebuch schneller zur Diagnose führt, ist laut ESHRE nicht belegt; es bereitet das Gespräch vor. Wie du Endometriose-Beschwerden für die Frauenarztpraxis beschreibst, steht im Beitrag Endometriose: Beschwerden fürs Arztgespräch aufschreiben. Mehr zu Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall bei Endometriose oder Reizdarm steht in der Übersicht zur Endometriose.

Was schreibst du über einen Zyklus auf?

Jeder Tag bekommt einen Eintrag, auch die Tage ohne Periode und ohne Beschwerden:

  • Blutung: ja oder nein, und wie stark.
  • Bauch: Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, jeweils mit Stärke auf derselben Skala.
  • Stuhlgang: wie oft, welche Form, ob Durchfall oder Verstopfung. Die Bristol-Skala dafür erklärt der Beitrag zum Arzttermin oben.
  • Schmerzen beim Stuhlgang und Regelschmerzen, getrennt von den Bauchschmerzen.
  • Was es dir genommen hat: Fehltage, abgesagte Termine, Nächte, in denen du wach warst.
  • Was du genommen hast, auch rezeptfreie Mittel, und ob es geholfen hat.
  • Was sonst anders war: Stress, wenig Schlaf, ein Infekt.

Wie ein Zyklustagebuch allgemein aussieht, zeigt der Beitrag Zyklustagebuch: was gehört rein?. Dasselbe Muster für Migräne beschreibt Hormonelle Migräne: Frauen, Männer und der Zyklus.

Wie sieht ein Zyklus im Tagebuch aus?

So könnte ein Zyklus auf Papier aussehen. "Bauch" ist die Schmerzstärke von 0 bis 10, "Stuhl" die Zahl der Stuhlgänge und der Bristol-Typ.

TagBlutungBauchStuhlNotiz
4 Tage vor der Periode-11x, Typ 4-
3 Tage vor-32x, Typ 5Blähungen am Abend
2 Tage vor-43x, Typ 6Krämpfe
1 Tag vor-53x, Typ 6Termin abgesagt
Periode, Tag 1stark64x, Typ 6Regelschmerzen, nachts wach
Periode, Tag 2mittel43x, Typ 6-
Periode, Tag 3leicht22x, Typ 5-
Periode, Tag 4leicht11x, Typ 4-
eine Woche danach-21x, Typ 3Spätschicht
zwei Wochen danach-01x, Typ 4-

Das Beispiel ist erfunden: keine echte Person, kein Maßstab, kein Befund. Verschiebe keinen Termin, weil ein Tagebuch unauffällig aussieht. Wird es schlimmer oder tritt eines der Zeichen aus dem letzten Abschnitt auf, gehst du früher, auch mitten im Zyklus.

Über mehrere Zyklen kannst du zählen, an wie vielen Tagen rund um die Periode Bauchbeschwerden standen und an wie vielen übrigen Tagen. Ob das Muster zu einem Reizdarm passt, zu etwas anderem oder zu beidem, beurteilt die Praxis.

Wie viele Zyklen es sein sollten, legen die Quellen für Reizdarm nicht fest. Beim PMS-Tagebuch rät das IQWiG zu mindestens zwei bis drei Monaten. Frag deine Praxis, welchen Zeitraum sie sehen möchte.

Wie hältst du Periode und Bauchtage in Sam fest?

Im Zyklus-Tracking von Sam wählst du pro Tag die Stärke der Blutung, von Schmierblutung bis stark. Unter "Wie es war" tippst du vorgegebene Antworten an, etwa "Hat meine Pläne geändert" oder "Hat mich nachts geweckt". Ein Feld für freie Notizen gibt es nicht. Perioden, die schon in Apple Health stehen, übernimmt Sam mit deiner Freigabe beim Öffnen des Zyklus-Trackings, bis zu zwei Jahre zurück. Tage, die du selbst eingetragen hast, überschreibt der Import nicht.

Im selben Fenster stehen unter "Außerdem bemerkt" Bauchkrämpfe, Blähungen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Brustschmerzen. Ein Tipp auf Bauchkrämpfe oder Blähungen speichert das Symptom als mittel; über "Weitere Symptome" öffnest du die ganze Liste. Dort findest du auch Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Beckenschmerzen und stellst leicht, mittel oder stark ein. Diese Einträge landen im Symptomtagebuch, wie jedes andere Symptom. Regelschmerzen gibt es nicht als fertigen Eintrag; du legst sie unter "Andere" als eigenes Symptom an.

Im Gesundheitsverlauf zeigt der Monatskalender Tage mit Symptomen und Periodentage als Punkte. Welches Symptom es war und wie stark, zeigt der Punkt nicht.

Für den Termin gibt es zwei PDFs. Der Zyklusbericht zeigt deine Zyklen, ihre Länge, die Blutungstage pro Periode und Blutungen zwischen den Perioden, aber keine Bauchbeschwerden; die Überschrift der Zusammenfassung im PDF nennt Symptome, enthält aber keine. Den Monatsbericht erstellst du selbst. Er ist kein Arztbericht; einen Arztbericht gibt es für Reizdarm nicht. Der Monatsbericht zeigt deine Symptomtage im Kalender und die fünf häufigsten Symptome, aber keine Periodentage. Dafür müssen Mitteilungen erlaubt, Apple Health freigegeben und deine Angabe zu chronischen Erkrankungen gespeichert sein. Ab dem zweiten Bericht musst du außerdem an mindestens 15 der letzten 30 Tage festgehalten haben, wie es dir ging: gut, etwas angeschlagen oder krank. Symptomeinträge zählen dafür nicht.

In Kalender, Statistik und Berichten ordnet Sam deine Bauchbeschwerden keinem Zyklustag zu und rechnet keinen Zusammenhang aus. Beim Eintragen kann Sam dir anbieten, die Symptome von gestern oder vom gleichen Tag der letzten Periode zu übernehmen; das ist eine Eintragshilfe, die du selbst antippst. Den Vergleich machst du selbst, mit beiden Berichten nebeneinander. Stuhlform und Zahl der Stuhlgänge hält Sam nicht fest, die bleiben auf Papier.

Was ändert sich in den Wechseljahren?

Für den Reizdarm ist das wenig untersucht. Die Übersicht von 2010 fand zu wenige Daten, um die Wirkung der Wechseljahre auf Reizdarm-Beschwerden zu beurteilen. Die Übersicht von 2014 beschreibt widersprüchliche Studien: In einer nahmen Bauchschmerzen nach den Wechseljahren zu, in einer anderen bei Frauen über 50 ab.

In der Perimenopause kann die Periode laut NHS unregelmäßig, schwächer oder stärker werden. Halte deshalb die tatsächlichen Blutungstage fest. Kommt nach mehr als zwölf Monaten ohne Periode wieder eine Blutung, lässt du sie ärztlich abklären, auch eine Schmierblutung. Mehr dazu im Beitrag Wechseljahre-Tagebuch: Symptome und Beschwerden aufschreiben.

Wann wartest du nicht bis zum nächsten Zyklus?

Diese Zeichen brauchen noch heute einen dringenden Arzttermin, auch wenn ein Reizdarm schon festgestellt wurde und auch wenn sie nur rund um die Periode auftreten:

  • Blut im Stuhl, Blut aus dem After oder blutiger Durchfall.
  • Deutlicher ungewollter Gewichtsverlust.
  • Ein harter Knoten oder eine Schwellung im Bauch.
  • Beschwerden, die sich plötzlich deutlich verschlimmern.
  • Bauchschmerzen mit ungewöhnlicher Blutung oder auffälligem Ausfluss aus der Scheide.
  • Atemnot mit Herzklopfen und blasser Haut.

Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Lass außerdem ärztlich abklären, bevor von Reizdarm die Rede ist, und auch dann, wenn ein Reizdarm schon festgestellt wurde:

  • Fieber.
  • Eine Blutarmut im Blutbild.
  • Auffällige Blässe.
  • Beschwerden, die stetig zunehmen.
  • Durchfall, der dich nachts weckt.
  • Beschwerden, die erst nach dem 50. Lebensjahr begonnen haben.
  • Geringerer ungewollter Gewichtsverlust.
  • Darmkrebs, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Zöliakie in der Familie.

Die Listen sind nicht vollständig und kein Selbsttest. Auch ohne eines dieser Zeichen gehören neue oder anhaltende Darmbeschwerden in die Praxis. Die erste Liste folgt den Zeichen, bei denen der NHS einen dringenden Arzttermin rät; Blut im Stuhl sollte laut IQWiG grundsätzlich ärztlich untersucht werden. Die S3-Leitlinie nennt unter anderem Fieber und andere Entzündungszeichen, Blutarmut, Gewichtsverlust, Blut im Stuhl und stetig zunehmende Beschwerden. Eine Zusammenfassung der Leitlinie der US-Fachgesellschaft AGA nennt zusätzlich nächtlichen Durchfall, einen Beginn nach dem 50. Lebensjahr, Eisenmangel-Blutarmut und die Erkrankungen in der Familie.

Wähle die 112 bei plötzlich einsetzenden, sehr starken Bauchschmerzen und bei viel Blut aus dem After oder schwarzem, klebrigem Stuhl. Dasselbe gilt bei Erbrechen von Blut oder Erbrochenem, das grün oder wie Kaffeesatz aussieht, und wenn gar kein Stuhl und keine Winde mehr abgehen. Auch starke Atemnot und plötzliche Schmerzen oder Druck in der Brust sind ein Fall für die 112. Warte nicht ab, ob es vorbeigeht. Notfallzeichen bei Unterleibsschmerzen stehen im Beitrag zur Endometriose oben. Sam ersetzt weder den Notruf noch eine Untersuchung.

Bauchtage und Periode in Sam festhalten und im Kalender ansehen

Du kommst mit Bauchtagen und Blutungstagen über mehrere Zyklen in die Praxis statt mit "vor der Periode ist es immer schlimm".

  • Statt getrennter Zettel: Die Blutung trägst du im Zyklus-Tracking ein, Bauchkrämpfe oder Blähungen im selben Fenster; unter "Weitere Symptome" stellst du leicht, mittel oder stark ein.
  • Statt Periodentage abzutippen: Perioden aus Apple Health übernimmt Sam mit deiner Freigabe, bis zu zwei Jahre zurück, ohne eigene Einträge zu überschreiben.
  • Statt Strichlisten: Der Monatskalender im Gesundheitsverlauf zeigt Symptomtage und Periodentage als Punkte, nicht welches Symptom es war; Zyklusbericht und Monatsbericht nimmst du als PDF mit.

Sam hält Stuhlform und Zahl der Stuhlgänge nicht fest, Zyklus-Tracking und Symptomtagebuch haben kein Feld für freie Notizen, und in Kalender, Statistik und Berichten rechnet Sam keinen Zusammenhang aus. Für den Monatsbericht gelten die Voraussetzungen oben. Mehr in der Übersicht zum Reizdarmsyndrom.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Warum wird mein Reizdarm vor der Periode schlimmer?+

Ganz geklärt ist das nicht. In einer systematischen Übersicht, in der 13 Studien den Zyklus untersuchten, berichteten Frauen mit und ohne Reizdarm während der Periode über mehr Darmbeschwerden als zu anderen Zeiten des Zyklus, bei Frauen mit Reizdarm waren sie stärker. Nach der deutschen S3-Leitlinie legen neuere Studien nahe, dass Geschlechtshormone am Reizdarm beteiligt sind; wie genau, ist laut Fachübersichten wenig verstanden. Laut IQWiG lösen die Regelkrämpfe bei einigen Frauen zudem Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall aus. Ob das bei dir zusammenhängt, beurteilt deine Ärztin oder dein Arzt.

Ist Durchfall während der Periode normal, wenn ich Reizdarm habe?+

Häufig, auch ohne Reizdarm, aber nicht automatisch harmlos. In einer Befragung von 156 gesunden Frauen gaben 28 Prozent Durchfall während der Periode an und 24 Prozent in den fünf Tagen davor; die Studie war klein und beruhte auf Erinnerung. Laut einer Übersicht berichten rund um die Periode mehr Frauen über mehr Durchfall als über mehr Verstopfung. Die wichtigsten Zeichen, die nicht warten dürfen, stehen in der Frage 'Welche Darmbeschwerden rund um die Periode dürfen nicht warten?'. Die Liste ist nicht vollständig.

Wie halte ich Darmbeschwerden und Periode zusammen fest?+

Jeder Tag bekommt einen Eintrag, auch die guten: ob du blutest und wie stark, welche Bauchbeschwerden du hattest und wie stark, Zahl und Form der Stuhlgänge, Regelschmerzen und Schmerzen beim Stuhlgang getrennt von Bauchschmerzen, und was dir der Tag genommen hat. In Sam trägst du die Blutung im Zyklus-Tracking ein und die Bauchbeschwerden im selben Fenster oder im Symptomtagebuch; das sind zwei getrennte Aufzeichnungen. Stuhlform und Zahl der Stuhlgänge hält Sam nicht fest, die schreibst du auf Papier.

Wie viele Zyklen sollte ich aufschreiben?+

Eine feste Vorgabe für Reizdarm und Zyklus nennen die Quellen nicht. Für Beschwerden rund um die Periode rät das IQWiG beim PMS-Tagebuch zu mindestens zwei bis drei Monaten. Frag deine Praxis, welchen Zeitraum sie sehen möchte. Das Tagebuch ist kein Grund, einen Termin aufzuschieben: Werden die Beschwerden schlimmer oder tritt eines der Zeichen aus der Frage 'Welche Darmbeschwerden rund um die Periode dürfen nicht warten?' auf, gehst du früher.

Wann können Bauchschmerzen rund um die Periode etwas anderes sein, etwa Endometriose?+

Endometriose kann ähnliche Beschwerden machen. Der NHS nennt das Reizdarmsyndrom unter den Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen. Laut IQWiG können Endometriose-Herde am Darm Probleme und Schmerzen beim Stuhlgang verursachen. Die europäische ESHRE-Leitlinie nennt unter anderem Regelschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang und schmerzhafte Blutungen aus dem After als Anlass, an Endometriose zu denken. Die S3-Leitlinie zum Reizdarm sieht in der Basisdiagnostik eine gynäkologische Vorstellung vor. Was dahintersteckt, klärt die Praxis. Dass ein Tagebuch schneller zur Diagnose führt, ist laut ESHRE nicht belegt.

Verändert sich der Reizdarm in den Wechseljahren?+

Das ist wenig untersucht. Eine Übersicht von 2010 fand zu wenige Daten, um die Wirkung der Wechseljahre auf Reizdarm-Beschwerden zu beurteilen, und eine Übersicht von 2014 beschreibt widersprüchliche Studien. In der Perimenopause kann die Periode laut NHS unregelmäßig, schwächer oder stärker werden. Halte deshalb die tatsächlichen Blutungstage fest. Kommt nach mehr als zwölf Monaten ohne Periode eine Blutung, lässt du sie ärztlich abklären.

Legt Sam Bauchbeschwerden und Periodentage übereinander?+

Nur als Punkte im Kalender, nicht als Auswertung. Zyklus-Tracking und Symptomtagebuch sind zwei getrennte Aufzeichnungen. Der Monatskalender im Gesundheitsverlauf kann an einem Tag einen Punkt für Symptome und einen für die Periode zeigen; welches Symptom es war und wie stark, zeigt der Punkt nicht. In Kalender, Statistik und Berichten ordnet Sam deine Bauchbeschwerden keinem Zyklustag zu, zählt sie nicht pro Zyklus und rechnet keinen Zusammenhang aus. Beim Eintragen kann Sam dir anbieten, die Symptome von gestern oder vom gleichen Tag der letzten Periode zu übernehmen; das ist eine Eintragshilfe, die du selbst antippst. Ob es ein Muster gibt, beurteilt deine Praxis.

Welche Darmbeschwerden rund um die Periode dürfen nicht warten?+

Hol dir noch heute einen dringenden Arzttermin bei Blut im Stuhl, Blut aus dem After oder blutigem Durchfall, deutlichem ungewolltem Gewichtsverlust, einem harten Knoten oder einer Schwellung im Bauch, bei Beschwerden, die sich plötzlich deutlich verschlimmern, bei Bauchschmerzen mit ungewöhnlicher Blutung oder auffälligem Ausfluss aus der Scheide sowie bei Atemnot mit Herzklopfen und blasser Haut, auch wenn ein Reizdarm schon festgestellt wurde und auch wenn die Zeichen nur rund um die Periode auftreten. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Lass außerdem ärztlich abklären, bevor von Reizdarm die Rede ist, und auch dann, wenn ein Reizdarm schon festgestellt wurde: Fieber, eine Blutarmut im Blutbild, auffällige Blässe, Beschwerden, die stetig zunehmen, Durchfall, der dich nachts weckt, Beschwerden, die erst nach dem 50. Lebensjahr begonnen haben, geringerer ungewollter Gewichtsverlust sowie Darmkrebs, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Zöliakie in der Familie. Die Listen sind nicht vollständig und kein Selbsttest. Auch ohne eines dieser Zeichen gehören neue oder anhaltende Darmbeschwerden in die Praxis. Bei plötzlich einsetzenden, sehr starken Bauchschmerzen, viel Blut aus dem After, schwarzem, klebrigem Stuhl, Erbrechen von Blut, grünem oder kaffeesatzartigem Erbrochenem, wenn gar kein Stuhl und keine Winde mehr abgehen, bei starker Atemnot oder plötzlichen Schmerzen oder Druck in der Brust wählst du die 112.