Regelschmerzen normal oder Endometriose? Ab wann zum Arzt
Ob Regelschmerzen normal sind oder von Endometriose kommen, kann niemand zu Hause klären. Worauf Ärzte laut Leitlinien achten und wann du zum Arzt gehst.
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Fast jeden Monat Krämpfe, manchmal so stark, dass der Tag gelaufen ist. Und die Frage, ob das noch normal ist oder Endometriose sein könnte. Das kann niemand von zu Hause aus entscheiden, auch keine Liste und keine App. Bis zum Termin hältst du Schmerztage auf Papier fest oder im Symptomtagebuch von Sam, das sie mit den Periodentagen aus dem Zyklus-Tracking im selben Monatskalender zeigt.
Hier steht, was Leitlinien über den Unterschied sagen und ab wann du mit Regelschmerzen in die Praxis gehst. Wie du deine Beschwerden fürs Gespräch genau aufschreibst, steht im Beitrag Endometriose: Beschwerden fürs Arztgespräch aufschreiben. Was Sam bei Endometriose festhält, zeigt die Übersicht zu Endometriose. Bei sehr starken, plötzlich heftig einsetzenden oder schlimmer werdenden Schmerzen wartest du nicht auf einen Termin; die Notfallzeichen stehen im Abschnitt "Ab wann solltest du mit Regelschmerzen zum Arzt?".
Kannst du selbst unterscheiden, ob es Endometriose ist?
Nein. Die Beschwerden bei Endometriose sind laut WHO sehr unterschiedlich und breit gestreut, und manche Betroffene haben gar keine. Chronische Unterbauchschmerzen nennt die deutsche S2k-Leitlinie ein unspezifisches Symptom. Sie können also viele Ursachen haben.
Einen Selbsttest, der das klärt, gibt es nicht, auch keinen geeigneten Bluttest: Biomarker eignen sich laut S2k-Leitlinie nicht für die Diagnose. Ob du Endometriose hast, klärt deine Ärztin oder dein Arzt. Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch, die gynäkologische Untersuchung und meist ein Ultraschall durch die Scheide. Ein unauffälliger Befund schließt Endometriose nicht aus, schreiben die europäische ESHRE-Leitlinie und die britische NICE-Leitlinie.
Auch deine Aufzeichnungen beantworten die Frage nicht, in Sam genauso wenig wie auf Papier. Sie geben dem Gespräch aber etwas Konkretes: an welchen Tagen es wehtut und was du dann nicht tun konntest.
Wie häufig sind Regelschmerzen, und was heißt primär?
Regelschmerzen sind weit verbreitet. Laut IQWiG haben die meisten Mädchen und Frauen während der Periode zeitweise mehr oder weniger starke Schmerzen. Bei 1 von 10 Frauen sind sie so stark, dass jeden Monat an 1 bis 3 Tagen kein normaler Alltag möglich ist.
Medizinisch werden zwei Arten unterschieden:
- Primäre Regelschmerzen entstehen laut IQWiG allein dadurch, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Botenstoffe, die Prostaglandine, spielen dabei eine wichtige Rolle. Häufiger sind sie bei Frauen unter 30 und bei starker Blutung.
- Sekundäre Regelschmerzen haben eine andere Ursache, oft gutartige Geschwulste der Gebärmutter wie Myome oder Polypen. Starke Schmerzen können auch auf eine Endometriose hinweisen.
Der britische Gesundheitsdienst NHS schreibt, dass Regelschmerzen meist bis zu drei Tage dauern und oft zum Zyklus gehören. Ob das für deine Schmerzen gilt, sagt dir dieser Satz nicht. Starke Schmerzen, die jeden Monat an mehreren Tagen den Alltag beeinträchtigen, sind laut IQWiG nichts, was man als "natürlich" hinnehmen müsste. Die WHO zählt starke Schmerzen während der Periode zu den Beschwerden bei Endometriose.
Woran denken Ärztinnen und Ärzte bei Endometriose?
Die britische NICE-Leitlinie beschreibt, wann Ärztinnen und Ärzte an Endometriose denken sollen, auch bei Mädchen unter 18. Dazu gehören unter anderem:
- Chronische Beckenschmerzen.
- Regelschmerzen, die Alltag und Lebensqualität beeinträchtigen.
- Tiefe Schmerzen beim oder nach dem Sex.
- Darmbeschwerden, die mit der Periode oder im Zyklus kommen, vor allem Schmerzen beim Stuhlgang.
- Blasenbeschwerden, die mit der Periode oder im Zyklus kommen, vor allem Blut im Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen.
Die europäische ESHRE-Leitlinie nennt außerdem Erschöpfung und Beschwerden außerhalb des Beckens, etwa zyklischen Husten oder Brustschmerz.
Wie Regelschmerzen mit einer anderen Ursache oft verlaufen, beschreiben das IQWiG und die US-Fachgesellschaft der Frauenärzte ACOG. Sie beginnen oft erst, wenn die Periode schon einige Jahre da ist. Sie können auch außerhalb der Blutung auftreten, etwa schon Tage vor der Periode, und nach ihrem Ende bleiben. Laut ACOG werden sie mit der Zeit eher stärker und halten länger an als übliche Regelkrämpfe.
Das sind Anhaltspunkte für Ärztinnen und Ärzte, kein Test für dich selbst. Passt keiner davon, ist das keine Entwarnung. Passt einer, ist das keine Diagnose.
Endometriose kann auch schon in der Jugend beginnen. Bis zu zwei Drittel der erwachsenen Frauen mit operativ gesicherter Endometriose berichten laut S2k-Leitlinie, dass ihre Schmerzen schon damals anfingen. Die Leitlinie hält fest, dass alle Formen anhaltender Unterbauchschmerzen in der Jugend Symptome einer Endometriose sein können, auch Regelschmerzen. Die ESHRE-Leitlinie nennt Fehltage in der Schule, die sich mit dem Zyklus wiederholen, als möglichen Anlass, an Endometriose zu denken. Zugleich sind Regelschmerzen unter 20 laut IQWiG meist stärker und lassen bei vielen einige Jahre nach der ersten Periode nach. Beides stimmt. Darum entscheidet nicht das Alter, ob du die Schmerzen abklären lässt.
Was kann außer Endometriose hinter starken Regelschmerzen stecken?
Endometriose ist nicht die einzige mögliche Ursache. Der NHS nennt für schmerzhafte Perioden unter anderem:
- Eine Adenomyose. Dabei wächst Gewebe wie Gebärmutterschleimhaut in der Muskelwand der Gebärmutter (Beschreibung nach ACOG).
- Myome, also gutartige Geschwulste in und an der Gebärmutter.
- Eine Entzündung von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken.
Das IQWiG nennt außerdem Polypen der Gebärmutter. Beckenschmerzen allgemein können laut NHS auch von Verstopfung, einem Reizdarm oder einer Harnwegsinfektion kommen. Manche Ursachen sind laut NHS ernst und müssen dringend versorgt werden. Endometriose und Reizdarm können laut S2k-Leitlinie auch zusammen auftreten.
Der NHS rät ausdrücklich davon ab, sich selbst eine Diagnose zu stellen. Woher deine Schmerzen kommen, klärt deine Ärztin oder dein Arzt. Manchmal braucht es dafür mehrere Untersuchungen, weil sich die Beschwerden verschiedener Erkrankungen ähneln.
Ab wann solltest du mit Regelschmerzen zum Arzt?
Wähle sofort die 112 bei Beckenschmerzen, die sehr stark sind, plötzlich heftig einsetzen, schlimmer werden oder bei Bewegung oder Berührung wehtun. Dasselbe gilt für Beckenschmerzen zusammen mit:
- Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht.
- Schmerzen in der Schulterspitze.
- Atemnot.
- starker Blutung aus der Scheide.
- plötzlicher Verwirrtheit.
- Fieber oder dem Gefühl, dass dir heiß, kalt oder fröstelig ist.
Schwere Atemnot, plötzliche Brustschmerzen, die nicht weggehen, oder Brustschmerzen zusammen mit Atemnot, Schwitzen, Übelkeit oder Benommenheit sind ein Fall für die 112, auch wenn sie rund um die Periode auftreten. Endometriose kann manchmal auch im Brustkorb sitzen, schreibt der NHS. Warte bei diesen Zeichen nicht ab, ob es vorbeigeht. Hustest du mehr als ein paar Pünktchen oder Streifen Blut, oder hustest du Blut und bekommst schwer Luft, hast einen sehr schnellen Herzschlag oder Schmerzen in Brust oder oberem Rücken, wähle ebenfalls die 112. Hustest du nur ein paar kleine Pünktchen oder Streifen Blut oder siehst Blut im Auswurf oder Taschentuch, lass das dringend ärztlich abklären.
Dringend ärztlich abklären lässt du Regel- oder Beckenschmerzen, die sehr stark oder stärker als sonst sind. Das gilt erst recht, wenn Schmerzmittel nicht geholfen haben. Dasselbe gilt für Beckenschmerzen zusammen mit:
- Blut im Urin oder im Stuhl.
- Problemen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang.
- Schmerzen beim Wasserlassen oder häufigerem Harndrang als sonst.
- ungewöhnlichem Ausfluss oder ungewöhnlicher Blutung aus der Scheide.
- Erbrechen und Durchfall oder Übelkeit.
- einer Schwangerschaft oder wenn du schwanger sein könntest.
Ruf dafür deine Praxis an und bitte um einen dringenden Termin. In Deutschland erreichst du außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Die Listen stammen aus verschiedenen Quellen und überschneiden sich. Im Zweifel gilt die dringendere Stufe. Dieselben Stufen stehen auch im Beitrag fürs Arztgespräch.
Bei starken Regelschmerzen ist laut IQWiG die Frauenarztpraxis die erste Anlaufstelle. Einen regulären Termin machst du, wenn:
- du vermutest, dass du Endometriose haben könntest.
- Beckenschmerzen kommen und gehen oder nicht weggehen.
- Regelschmerzen dich von deinem normalen Alltag abhalten.
- Beschwerden Arbeit oder Beziehungen belasten.
- deine Perioden schmerzhafter, stärker oder unregelmäßig werden.
- es beim Sex, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang wehtut.
- du zwischen den Perioden blutest.
- du Binde oder Tampon alle ein bis zwei Stunden wechselst oder durch die Kleidung blutest.
- du merkst, dass du mehr oder weniger Wasser lässt oder Stuhlgang hast als sonst, oder dein Bauch geschwollen ist.
- Blähungen, Durchfall oder Verstopfung nicht weggehen.
- du ungewollt abnimmst, schnell satt bist oder keinen Appetit hast.
- eine Behandlung nicht geholfen hat.
Passt keiner dieser Punkte, du machst dir aber Sorgen? Dann darfst du deine Beschwerden trotzdem jederzeit ärztlich abklären lassen. Werden die Beschwerden schlimmer, wartest du nicht auf diesen Termin. Sam ersetzt weder den Notruf noch eine Untersuchung.
Hörst du in der Praxis, das sei normal, obwohl die Schmerzen deinen Alltag bestimmen? Dann hilft der Beitrag Arzt nimmt mich nicht ernst: was Dokumentation ändert.
Was schreibst du zu deinen Regelschmerzen bis zum Termin auf?
Für die Frage, ob es mehr ist als übliche Regelschmerzen, helfen vor allem Angaben über mehrere Zyklen:
- An welchen Tagen es wehtut: nur während der Blutung, schon Tage davor, danach oder auch dazwischen.
- Was du an diesen Tagen nicht tun konntest, etwa Arbeit, Schule oder Termine.
- Ob ein Schmerzmittel geholfen hat, mit dem Namen von der Packung.
- Ob es beim Sex, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang wehtut.
- Seit wann es so ist und ob es stärker geworden ist.
Wie du jede Angabe konkret formulierst, zeigt der Beitrag fürs Arztgespräch. Was in ein Zyklustagebuch gehört, steht im Beitrag Zyklustagebuch: was gehört rein?.
In Sam gibt es keinen fertigen Eintrag für Regelschmerzen. Du legst sie im Symptomtagebuch unter "Andere" als eigenes Symptom in deinen Worten an. Alternativ nutzt du fertige Einträge wie Bauchkrämpfe oder Beckenschmerzen. Jedes Symptom bekommt pro Tag einen Eintrag: leicht, mittel oder stark. Eine Uhrzeit, eine Skala von 0 bis 10 und freie Notizen gibt es dort nicht.
Die Blutung trägst du im Zyklus-Tracking ein, mit der Stärke von Schmierblutung bis stark. Unter "Wie es war" wählst du vorgegebene Antworten wie "Hat meine Pläne geändert" oder "Hat mich nachts geweckt". Ein Feld für eigene Notizen gibt es auch hier nicht. Unter "Außerdem bemerkt" trägst du zum Beispiel Bauchkrämpfe gleich mit ein; sie landen als Symptom im Symptomtagebuch. Hast du den Zugriff auf Apple Health erlaubt, holt Sam dort gespeicherte Periodentage bis zu zwei Jahre zurück ins Zyklus-Tracking.
Im Gesundheitsverlauf stehen Symptomtage und Periodentage als Punkte im selben Monatskalender. Schmerzmittel für den Bedarf legst du in der Medikamentenliste an. Auf dem Symptomblatt von heute hakst du sie unter "Etwas genommen?" ab. Der Katalog ist eine Auswahl, keine Empfehlung; die Stärke prüfst du auf deiner Packung. Ob ein Mittel geholfen hat, bleibt auf Papier. Sam stellt Symptome nicht nach Zyklustag dar und kann nicht sagen, ob deine Schmerzen normal sind oder von Endometriose kommen.
Regelschmerzen und Periodentage in Sam festhalten
Du gehst mit gezählten Schmerztagen in die Praxis statt mit dem Gefühl, dass es "jeden Monat schlimm" ist.
- Statt Zettel: Regelschmerzen trägst du als eigenes Symptom in deinen Worten pro Tag als leicht, mittel oder stark ein. Bauchkrämpfe und Beckenschmerzen gibt es als fertige Einträge.
- Statt zwei Listen: Periodentage aus dem Zyklus-Tracking und Symptomtage stehen im Gesundheitsverlauf im selben Monatskalender. Frühere Perioden aus Apple Health kommen dazu.
- Statt Rückrechnen: Der Zyklusbericht als PDF zählt Zyklen und Blutungstage pro Periode. Er zählt auch die Tage, an denen du Angaben wie "Hat meine Pläne geändert" gemacht hast.
Uhrzeiten, eine Skala von 0 bis 10 und Notizen bleiben auf Papier; ob es Endometriose ist, sagt dir Sam nicht. Mehr in der Übersicht zu Endometriose.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
- Endometriose: Beschwerden fürs Arztgespräch aufschreiben
- Endometriose: welcher Arzt? Frauenarzt, Zentrum, Überweisung
- Zyklustagebuch: was gehört rein?
- Arzt nimmt mich nicht ernst: was Dokumentation ändert
- Symptomtagebuch für den Arzt: Was hineingehört
Quellen
Stand: Oktober 2026
- IQWiG (gesundheitsinformation.de): Regelschmerzen (aktualisiert 22. März 2023), Abschnitte Ursachen, Häufigkeit und Verlauf, Leben und Alltag, Weitere Informationen
- DGGG, OEGGG und SGGG: S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Endometriose, AWMF 015/045 (Stand April 2025; veröffentlicht in Geburtshilfe und Frauenheilkunde 2026;86(2):133-188), Empfehlung 3.E7, Statements 7.S21 und 7.S25, Kapitel Biomarker
- NICE: Endometriosis: diagnosis and management (NG73), Recommendations (zuletzt aktualisiert 11. November 2024, englisch), Empfehlungen 1.3.1 und 1.5.4
- ESHRE Endometriosis Guideline Group: ESHRE guideline: endometriosis. Human Reproduction Open 2022(2):hoac009 (englisch), Kapitel Diagnose und Endometriose in der Jugend
- WHO: Endometriosis, Fact sheet (15. Oktober 2025, englisch)
- ACOG: Dysmenorrhea: Painful Periods (zuletzt geprüft Januar 2022, englisch)
- NHS: Period pain (geprüft 18. März 2026, englisch) und Pelvic pain (geprüft 24. November 2025, englisch)
- NHS: Endometriosis (geprüft 27. August 2024, englisch)
- NHS: Shortness of breath (geprüft 30. Januar 2024), Chest pain (geprüft 8. August 2023) und Coughing up blood (geprüft 13. Juni 2024), alle englisch
- Techniker Krankenkasse: Akuter Bauch (Abdomen, akutes) (22. Dezember 2020)
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117, Fälle für die 112
Mehr zu Endometriose
Häufige Fragen
Sind starke Regelschmerzen normal oder ein Zeichen für Endometriose?+
Das lässt sich von zu Hause aus nicht entscheiden. Regelschmerzen sind häufig, laut IQWiG sind sie aber bei 1 von 10 Frauen so stark, dass jeden Monat an 1 bis 3 Tagen kein normaler Alltag möglich ist. Die WHO zählt starke Schmerzen während der Periode zu den Beschwerden bei Endometriose, die britische NICE-Leitlinie nennt Regelschmerzen, die Alltag und Lebensqualität beeinträchtigen, als Grund, an Endometriose zu denken. Ob es bei dir so ist, klärt deine Ärztin oder dein Arzt. Bei sehr starken, plötzlich heftig einsetzenden oder schlimmer werdenden Beckenschmerzen wählst du sofort die 112. Wann du sonst einen Termin machst und wann es dringend ist, steht in den nächsten Antworten.
Ab wann sollte ich mit Regelschmerzen zum Arzt gehen?+
Bei sehr starken, plötzlich heftig einsetzenden oder schlimmer werdenden Beckenschmerzen, bei Ohnmacht, Atemnot, Fieber oder starker Blutung wählst du sofort die 112; die ganze Liste steht in der nächsten Antwort. Einen Termin in der Frauenarztpraxis machst du, wenn du vermutest, dass du Endometriose haben könntest, Beckenschmerzen kommen und gehen oder nicht weggehen, Regelschmerzen dich von deinem normalen Alltag abhalten, Beschwerden Arbeit oder Beziehungen belasten, deine Perioden schmerzhafter, stärker oder unregelmäßig werden, es beim Sex, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang wehtut, du Zwischenblutungen hast, du Binde oder Tampon alle ein bis zwei Stunden wechselst, du mehr oder weniger Wasser lässt oder Stuhlgang hast als sonst oder dein Bauch geschwollen ist. Dasselbe gilt bei Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, die nicht weggehen, bei ungewolltem Gewichtsverlust, schnellem Sattsein oder fehlendem Appetit und wenn eine Behandlung nicht geholfen hat. Passt nichts davon, du machst dir aber Sorgen, darfst du deine Beschwerden trotzdem jederzeit ärztlich abklären lassen.
Wann sind Regel- oder Unterleibsschmerzen ein Notfall?+
Die 112 wählst du bei Beckenschmerzen, die sehr stark sind, plötzlich heftig einsetzen, schlimmer werden oder bei Bewegung oder Berührung wehtun, und bei Beckenschmerzen mit Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht, mit Schmerzen in der Schulterspitze, mit Atemnot, mit starker Blutung aus der Scheide, mit plötzlicher Verwirrtheit oder mit Fieber oder dem Gefühl, dass dir heiß, kalt oder fröstelig ist. Schwere Atemnot, plötzliche Brustschmerzen, die nicht weggehen, oder Brustschmerzen zusammen mit Atemnot, Schwitzen, Übelkeit oder Benommenheit sind ein Fall für die 112, auch rund um die Periode. Hustest du mehr als ein paar Pünktchen oder Streifen Blut, oder hustest du Blut und bekommst schwer Luft, hast einen sehr schnellen Herzschlag oder Schmerzen in Brust oder oberem Rücken, wähle ebenfalls die 112. Hustest du nur ein paar kleine Pünktchen oder Streifen Blut oder siehst Blut im Auswurf oder Taschentuch, lass das dringend ärztlich abklären. Dringend ärztlich abklären lässt du Regel- oder Beckenschmerzen, die sehr stark oder stärker als sonst sind, erst recht wenn Schmerzmittel nicht geholfen haben, und Beckenschmerzen mit Blut im Urin oder Stuhl, mit Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang, mit Schmerzen beim Wasserlassen oder häufigerem Harndrang als sonst, mit ungewöhnlichem Ausfluss oder ungewöhnlicher Blutung aus der Scheide, mit Erbrechen und Durchfall oder Übelkeit, und wenn du schwanger bist oder sein könntest. Im Zweifel gilt die dringendere Stufe. In Deutschland erreichst du außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Kann ich selbst testen, ob ich Endometriose habe?+
Nein. Kein Selbsttest, keine Liste von Beschwerden und keine App kann das klären. Laut deutscher S2k-Leitlinie eignen sich Biomarker nicht für die Diagnose, also auch kein Bluttest. Am Anfang stehen das Gespräch über deine Beschwerden, die gynäkologische Untersuchung und meist ein Ultraschall durch die Scheide. Ein unauffälliger Ultraschall schließt Endometriose nicht aus.
Was ist der Unterschied zwischen primären und sekundären Regelschmerzen?+
Primäre Regelschmerzen entstehen laut IQWiG allein dadurch, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Sekundäre Regelschmerzen haben eine andere Ursache, zum Beispiel Myome, Polypen oder eine Endometriose. Sie beginnen laut IQWiG oft erst, wenn die Periode schon einige Jahre da ist, und können auch außerhalb der Blutung auftreten. Welche Art du hast, kannst du nicht selbst einordnen; das klärt die Praxis.
Was kann starke Regelschmerzen außer Endometriose verursachen?+
Der NHS nennt unter anderem eine Adenomyose, Myome und eine Entzündung von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken, das IQWiG außerdem Polypen der Gebärmutter. Beckenschmerzen allgemein können laut NHS auch von Verstopfung, einem Reizdarm oder einer Harnwegsinfektion kommen. Woher deine Schmerzen kommen, klärt deine Ärztin oder dein Arzt, manchmal mit mehreren Untersuchungen.
Können starke Regelschmerzen in der Jugend schon Endometriose sein?+
Ja, das ist möglich. Laut S2k-Leitlinie können alle Formen anhaltender Unterbauchschmerzen in der Jugend Symptome einer Endometriose sein, auch Regelschmerzen. Bis zu zwei Drittel der erwachsenen Frauen mit operativ gesicherter Endometriose berichten, dass ihre Schmerzen schon in der Jugend begannen. Das IQWiG schreibt zugleich, dass Regelschmerzen unter 20 meist stärker sind und bei vielen einige Jahre nach der ersten Periode nachlassen. Halten Schmerzen dich vom Alltag oder von der Schule ab, lass sie abklären.