10 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Endometriose: Beschwerden fürs Arztgespräch aufschreiben

Endometriose-Verdacht: wie du Schmerzen, Blutung, Darm- und Blasenbeschwerden fürs Arztgespräch aufschreibst, was die Leitlinie sagt und wann es eilt.

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Beim ersten Termin wegen Verdacht auf Endometriose steht ein ausführliches Gespräch über deine Beschwerden am Anfang. Leichter wird es, wenn du vorher festhältst, wann im Zyklus es wehtut, wo, wie stark und was du deshalb nicht tun konntest. Das geht auf Papier oder im Symptomtagebuch von Sam, wo du Beschwerden wie Beckenschmerzen pro Tag als leicht, mittel oder stark einträgst und die Tage mit Beschwerden und die Periodentage aus dem Zyklus-Tracking im selben Monatskalender siehst. Dass ein Tagebuch schneller zur Diagnose führt, ist nicht belegt, aber es bereitet das Gespräch vor.

Was fragt die Praxis beim ersten Termin wegen Endometriose?

Die erste Anlaufstelle ist meist die Frauenarzt- oder die Hausarztpraxis, schreibt das IQWiG. Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch, die Anamnese, danach die gynäkologische Untersuchung. Laut IQWiG ist es wichtig, über alle Symptome zu berichten:

  • seit wann die Schmerzen bestehen
  • wie stark sie sind
  • wo du sie spürst
  • wie sie sich anfühlen
  • unter welchen Umständen sie auftreten

Dazu kommt, wie sich die Schmerzen auswirken: ob sie regelmäßig deinen Alltag stören und was du schon ausprobiert hast, mit welchem Erfolg.

Die deutsche S2k-Leitlinie zur Endometriose von 2025 nennt, was die Praxis erfragen soll. Dazu gehören unter anderem Regelschmerzen, Unterbauchschmerzen mit dem Zyklus oder unabhängig davon, Schmerzen beim Stuhlgang, beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr, Blut im Stuhl oder Urin und Erschöpfung. Auch deine Zyklusgeschichte, frühere Behandlungen, Operationen, Medikamente und die Familiengeschichte stehen auf der Liste. Die britische NICE-Leitlinie rät, nach Endometriose bei Verwandten ersten Grades zu fragen, etwa bei Mutter oder Schwester, weil das die Wahrscheinlichkeit erhöht. Die typischen Beschwerden kann die Praxis laut Leitlinie auch mit einem Fragebogen speziell für Endometriose erfragen. Wer Endometriose oder chronische Unterbauchschmerzen hat, soll außerdem eine strukturierte Schmerzanamnese bekommen.

Die WHO schreibt, dass eine sorgfältige Zyklusgeschichte mit Schmerzen, Blutungsstärke und Begleitbeschwerden bei der Diagnose helfen kann. Wie du den Termin insgesamt vorbereitest, steht in der Checkliste für den Arzttermin bei chronischer Erkrankung.

Wie beschreibst du Endometriose-Schmerzen konkret?

Ein "Ich habe oft Bauchweh" lässt sich schwer einordnen. Diese Angaben machen deine Schmerzen greifbar:

  • Wann im Zyklus: vor, während oder nach der Blutung, zwischen den Perioden oder ständig. Die Leitlinie unterscheidet Unterbauchschmerzen, die mit dem Zyklus kommen, von solchen ohne Bezug zum Zyklus.
  • Wo: Unterbauch, eine Seite, unterer Rücken, Beine. Schreib dazu, ob es beim Stuhlgang, beim Wasserlassen oder beim Sex wehtut.
  • Wie stark: immer dieselbe Skala, zum Beispiel leicht, mittel, stark oder 0 bis 10 auf Papier.
  • Wie es sich anfühlt: krampfartig, stechend, ziehend, brennend.
  • Was es dich kostet: abgesagte Termine, Fehltage in Arbeit oder Schule, Nächte, in denen du aufgewacht bist. Wiederholte Fehltage nennt die Leitlinie als Risikofaktor dafür, dass Schmerzen chronisch werden.
  • Was du genommen hast: den Namen von der Packung, wie oft, und ob es half.
  • Seit wann: auch wenn es seit der Jugend so ist. Bis zu zwei Drittel der erwachsenen Frauen mit operativ gesicherter Endometriose berichten laut Leitlinie, dass ihre Schmerzen schon in der Jugend begannen.

Ein ausgedachtes Beispiel für eine Zeile: "1. Blutungstag: Unterbauch krampfartig, stark, ab mittags; Schmerzen beim Stuhlgang; Arbeit abgebrochen; zweimal Schmerzmittel, half kaum." Das Beispiel ist kein Maßstab. Auch Schmerzen, die seltener oder schwächer sind, darfst du abklären lassen.

Warte mit dem Termin nicht, bis du "genug" notiert hast. Was du bis dahin hast, reicht fürs Gespräch. Wie du Blutung und Beschwerden zusammen aufschreibst, zeigt der Beitrag Zyklustagebuch: was gehört rein?.

Gehören Darm, Blase und Erschöpfung auch dazu?

Ja. Endometriose kann laut WHO Stuhlgang, Wasserlassen und Geschlechtsverkehr beeinträchtigen; Blähungen und Übelkeit zählt die WHO zu den Beschwerden. Sitzt Endometriose am Darm, beschreibt die S2k-Leitlinie je nach Abschnitt Schmerzen beim Stuhlgang, ein Druckgefühl, Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder einen veränderten Stuhlgang. Bei Endometriose der Blase sind Schmerzen über dem Schambein, häufiges Wasserlassen mit Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen am häufigsten.

Viele dieser Beschwerden haben auch andere Ursachen. Der britische Gesundheitsdienst NHS nennt zum Beispiel das Reizdarmsyndrom. Laut Leitlinie kann Endometriose auch zusammen mit anderen chronischen Schmerzsyndromen auftreten, etwa einem Reizdarm- oder Blasenschmerzsyndrom. Notiere deshalb alles, auch was nicht nach Unterleib klingt. Woher die Beschwerden kommen, klärt deine Ärztin oder dein Arzt.

Erschöpfung steht ebenfalls in der Leitlinie. Notiere, an welchen Tagen du erschöpft warst und ob das mit der Blutung zusammenfällt. Blut im Stuhl oder im Urin lässt du dringend ärztlich abklären, auch wenn es nur um die Periode herum auftritt (mehr im letzten Abschnitt).

Was sagt die Leitlinie zur Diagnose, und was heißt ein unauffälliger Ultraschall?

Nach dem Gespräch untersucht dich die Praxis gynäkologisch, mit einem Blick in die Scheide und einer Tastuntersuchung. Als ersten Schritt der Bildgebung sieht die S2k-Leitlinie standardmäßig den Ultraschall durch die Scheide vor, die transvaginale Sonografie. Ein MRT kommt in zweiter Linie dazu, wenn der Ultraschall allein nicht genug zeigt. Mit Ausnahme der Endometriose am Bauchfell lässt sich die Diagnose laut Leitlinie per Ultraschall oder MRT ausreichend zuverlässig stellen. Gesichert ist sie nur mit einer Gewebeprobe, die aber eine Operation voraussetzt und deshalb nicht immer sinnvoll ist.

Ein unauffälliger Ultraschall schließt Endometriose nicht aus. Darauf weist die europäische ESHRE-Leitlinie in einer starken Empfehlung hin, besonders für oberflächliche Herde am Bauchfell. Bleibt die Bildgebung unauffällig oder hat eine Behandlung nicht geholfen, kann laut ESHRE eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) infrage kommen. Die WHO hält fest, dass eine Behandlung nicht in jedem Fall erst nach einer Operation beginnen muss.

Einen Bluttest für Endometriose gibt es nicht: Biomarker eignen sich laut S2k-Leitlinie nicht für die Diagnose. Ist der Ultraschall unauffällig, die Schmerzen aber nicht, sprich das an. Deine Aufzeichnungen zeigen, dass die Beschwerden geblieben sind.

Warum dauert die Diagnose so lange, und hilft ein Tagebuch?

Im Durchschnitt vergehen laut WHO vier bis zwölf Jahre bis zur Diagnose. Für Deutschland spricht das Bundesgesundheitsministerium von häufig mehr als sieben Jahren. Die WHO beschreibt die Beschwerden als sehr unterschiedlich und breit gestreut, deshalb sind sie nicht leicht einzuordnen. Laut IQWiG halten viele selbst starke Beschwerden für "normale" Regelschmerzen. Die WHO betont: Die chronischen Beckenschmerzen bei Endometriose sind nicht normal.

Dass ein Tagebuch diese Zeit verkürzt, ist nicht belegt. Die ESHRE-Leitlinie hält fest, dass es keinen Nachweis gibt, dass ein Symptomtagebuch, ein Fragebogen oder eine App die Zeit bis zur Diagnose verkürzt. Sie sieht aber einen möglichen Nutzen als Ergänzung zum Arztgespräch: Schmerzen werden greifbarer, und du kannst deine Beschwerden besser zeigen. Die britische NICE-Leitlinie sagt, ein Schmerz- und Symptomtagebuch kann das Gespräch unterstützen. Genau dafür ist es da, als Vorbereitung und nicht als Abkürzung.

Fühlst du dich mit deinen Schmerzen nicht ernst genommen, hilft der Beitrag Arzt nimmt mich nicht ernst: was Dokumentation ändert.

Was hält Sam fest, und was bleibt auf Papier?

Im Symptomtagebuch von Sam gibt es fertige Einträge für Beckenschmerzen, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Schmerzen im unteren Rücken, Schmerzen beim Wasserlassen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit und Erschöpfung. Jedes Symptom bekommt pro Tag einen Eintrag: leicht, mittel oder stark. Schlafstörungen, Blut im Stuhl und Blut im Urin trägst du als vorhanden ein. Für Regelschmerzen oder Schmerzen beim Stuhlgang gibt es keinen fertigen Eintrag. Du legst sie unter "Andere" als eigenes Symptom in deinen Worten an.

Die Blutung hältst du im Zyklus-Tracking fest: die Stärke von Schmierblutung bis stark und unter "Wie es war" zum Beispiel "Hat meine Pläne geändert" oder "Hat mich nachts geweckt". Im Gesundheitsverlauf stehen Symptomtage und Periodentage als Punkte im selben Monatskalender. Steht in den Einstellungen bei Geschlecht "Männlich", blendet Sam das Zyklus-Tracking aus.

Für den Termin gibt es zwei PDFs. Der Zyklusbericht zählt deine Zyklen und die Tage mit Blutung zwischen den Perioden, nennt Zykluslänge und Blutungstage pro Periode und listet deine letzten 30 Einträge. Den Monatsbericht erstellst du ab dem 1. eines Monats selbst für den Vormonat. Er zeigt Symptomtage im Kalender und deine fünf häufigsten Symptome, aber keine Periodentage und keine Medikamente. Voraussetzung sind erlaubte Mitteilungen, die Freigabe von Apple Health und eine Angabe zu chronischen Erkrankungen. Ab dem zweiten Bericht musst du außerdem an mindestens 15 der letzten 30 Tage festgehalten haben, wie es dir ging: gut, etwas angeschlagen oder krank. Symptomeinträge zählen dafür nicht.

Schmerzmittel, die du bei Bedarf nimmst, legst du in der Medikamentenliste an. Auf dem Symptomblatt von heute hakst du sie unter "Etwas genommen?" ab, eine Erinnerung gibt es dafür nicht. Der Katalog ist eine Auswahl, keine Empfehlung; die Stärke prüfst du auf deiner Packung.

Auf Papier bleiben Uhrzeiten, eine Skala von 0 bis 10, wie sich der Schmerz anfühlt und ob ein Mittel geholfen hat. Weder das Symptomtagebuch noch das Zyklus-Tracking hat ein Feld für freie Notizen. Sam stellt Beschwerden nicht nach Zyklustag dar und kann nicht sagen, ob deine Schmerzen von Endometriose kommen. Was Sam bei Endometriose sonst festhält, steht in der Übersicht zu Endometriose.

Wann wartest du nicht auf den Termin?

Wähle sofort die 112 bei Beckenschmerzen, die sehr stark sind, plötzlich heftig einsetzen, schlimmer werden oder bei Bewegung oder Berührung wehtun. Dasselbe gilt für Beckenschmerzen zusammen mit:

  • Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht
  • Schmerzen in der Schulterspitze
  • Atemnot
  • starker Blutung aus der Scheide
  • plötzlicher Verwirrtheit
  • Fieber oder dem Gefühl, dass dir heiß, kalt oder fröstelig ist

Schwere Atemnot, plötzliche Brustschmerzen, die nicht weggehen, oder Brustschmerzen zusammen mit Atemnot, Schwitzen, Übelkeit oder Benommenheit sind ein Fall für die 112, auch wenn sie rund um die Periode auftreten. Endometriose kann manchmal auch im Brustkorb sitzen, schreibt der NHS. Warte bei diesen Zeichen nicht ab, ob es vorbeigeht. Hustest du mehr als ein paar Pünktchen oder Streifen Blut, oder hustest du Blut und bekommst schwer Luft, hast einen sehr schnellen Herzschlag oder Schmerzen in Brust oder oberem Rücken, wähle ebenfalls die 112. Hustest du nur ein paar kleine Pünktchen oder Streifen Blut oder siehst Blut im Auswurf oder Taschentuch, lass das dringend ärztlich abklären.

Dringend ärztlich abklären lässt du Regel- oder Beckenschmerzen, die sehr stark oder stärker als sonst sind. Das gilt erst recht, wenn Schmerzmittel nicht geholfen haben. Dasselbe gilt für Beckenschmerzen zusammen mit:

  • Blut im Urin oder im Stuhl
  • Problemen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder häufigerem Harndrang als sonst
  • ungewöhnlichem Ausfluss oder ungewöhnlicher Blutung aus der Scheide
  • Erbrechen und Durchfall oder Übelkeit
  • einer Schwangerschaft oder wenn du schwanger sein könntest

Ruf dafür deine Praxis an und bitte um einen dringenden Termin. In Deutschland erreichst du außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Die Listen stammen aus verschiedenen Quellen und überschneiden sich. Im Zweifel gilt die dringendere Stufe.

Einen regulären Termin in der Frauenarztpraxis machst du, wenn:

  • du vermutest, dass du Endometriose haben könntest
  • Beckenschmerzen kommen und gehen oder nicht weggehen
  • Regelschmerzen dich von deinem normalen Alltag abhalten
  • Beschwerden Arbeit oder Beziehungen belasten
  • deine Perioden schmerzhafter, stärker oder unregelmäßig werden
  • es beim Sex, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang wehtut
  • du zwischen den Perioden blutest
  • du Binde oder Tampon alle ein bis zwei Stunden wechselst oder durch die Kleidung blutest
  • du merkst, dass du mehr oder weniger Wasser lässt oder Stuhlgang hast als sonst, oder dein Bauch geschwollen ist
  • Blähungen, Durchfall oder Verstopfung nicht weggehen
  • du ungewollt abnimmst, schnell satt bist oder keinen Appetit hast
  • eine Behandlung nicht geholfen hat

Passt keiner dieser Punkte, du machst dir aber Sorgen? Dann darfst du deine Beschwerden trotzdem jederzeit ärztlich abklären lassen. Werden die Beschwerden schlimmer, wartest du nicht auf diesen Termin. Sam ersetzt weder den Notruf noch eine Untersuchung.

Schmerztage und Blutung in Sam festhalten und zum Termin mitnehmen

Du gehst mit gezählten Schmerztagen und Blutungstagen ins Gespräch statt mit "eigentlich jeden Monat".

  • Statt Zettel in der Handtasche: Beckenschmerzen, Bauchschmerzen, Blähungen oder Schmerzen beim Wasserlassen trägst du im Symptomtagebuch pro Tag als leicht, mittel oder stark ein, Regelschmerzen als eigenes Symptom.
  • Statt zwei getrennter Listen: Periodentage aus dem Zyklus-Tracking und Symptomtage stehen im Gesundheitsverlauf im selben Monatskalender.
  • Statt Rückrechnen im Wartezimmer: Den Zyklusbericht nimmst du als PDF mit, den Monatsbericht mit Symptomtagen und häufigsten Symptomen erstellst du selbst.

Uhrzeiten, eine Schmerzskala von 0 bis 10 und freie Notizen hält Sam hier nicht fest, dafür bleibt Papier. Mehr in der Übersicht zu Endometriose.

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Mehr zum Thema

Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Wie beschreibe ich Endometriose-Schmerzen bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt?+

Möglichst konkret: seit wann die Schmerzen bestehen, wann im Zyklus sie auftreten, wo du sie spürst, wie stark sie sind, wie sie sich anfühlen und was du ihretwegen nicht tun konntest. Diese Punkte nennt das IQWiG für das erste Gespräch. Dazu gehört, was du schon genommen oder ausprobiert hast und wie gut es geholfen hat.

Was sollte ich vor dem ersten Termin aufschreiben?+

Neben Regel- und Unterbauchschmerzen nennt die deutsche S2k-Leitlinie Schmerzen beim Stuhlgang, beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr, Blut im Stuhl oder Urin, Erschöpfung und deine Zyklusgeschichte. Notiere außerdem, wie stark die Blutung war, frühere Behandlungen und Operationen, deine aktuellen Medikamente und ob jemand in deiner engen Familie Endometriose hat.

Kann ein Ultraschall Endometriose ausschließen?+

Nein. Der Ultraschall durch die Scheide ist nach der S2k-Leitlinie der erste Schritt der Bildgebung, ein MRT kann ergänzen. Die europäische ESHRE-Leitlinie betont in einer starken Empfehlung, dass ein unauffälliger Befund Endometriose nicht ausschließt, vor allem nicht oberflächliche Herde am Bauchfell. Was danach sinnvoll ist, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Gibt es einen Bluttest für Endometriose?+

Nein. Biomarker eignen sich laut S2k-Leitlinie nicht für die Diagnose einer Endometriose. Am Anfang stehen das Gespräch über deine Beschwerden, die gynäkologische Untersuchung und der Ultraschall.

Warum dauert die Diagnose bei Endometriose so lange?+

Die WHO nennt im Durchschnitt vier bis zwölf Jahre bis zur Diagnose, das Bundesgesundheitsministerium für Deutschland häufig mehr als sieben Jahre. Die Beschwerden sind laut WHO sehr unterschiedlich und breit gestreut. Laut IQWiG halten viele selbst starke Beschwerden für normale Regelschmerzen. Die WHO betont: Die chronischen Beckenschmerzen bei Endometriose sind nicht normal.

Komme ich mit einem Schmerztagebuch schneller zur Diagnose?+

Dafür gibt es keinen Nachweis. Die ESHRE-Leitlinie hält fest, dass bisher nichts dafür spricht, dass ein Tagebuch, ein Fragebogen oder eine App die Zeit bis zur Diagnose verkürzt. Sie sieht aber einen möglichen Nutzen als Ergänzung zum Arztgespräch. Auch die britische NICE-Leitlinie sagt, dass ein Schmerz- und Symptomtagebuch das Gespräch unterstützen kann.

Wann muss ich mit Unterleibsschmerzen sofort Hilfe holen?+

Die 112 wählst du bei Beckenschmerzen, die sehr stark sind, plötzlich heftig einsetzen, schlimmer werden oder bei Bewegung oder Berührung wehtun, und bei Beckenschmerzen mit Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht, mit Schmerzen in der Schulterspitze, mit Atemnot, mit starker Blutung aus der Scheide, mit plötzlicher Verwirrtheit oder mit Fieber oder dem Gefühl, dass dir heiß, kalt oder fröstelig ist. Schwere Atemnot, plötzliche Brustschmerzen, die nicht weggehen, oder Brustschmerzen zusammen mit Atemnot, Schwitzen, Übelkeit oder Benommenheit sind ein Fall für die 112, auch rund um die Periode. Hustest du mehr als ein paar Pünktchen oder Streifen Blut, oder hustest du Blut und bekommst schwer Luft, hast einen sehr schnellen Herzschlag oder Schmerzen in Brust oder oberem Rücken, wähle ebenfalls die 112. Hustest du nur ein paar kleine Pünktchen oder Streifen Blut oder siehst Blut im Auswurf oder Taschentuch, lass das dringend ärztlich abklären. Dringend ärztlich abklären lässt du Regel- oder Beckenschmerzen, die sehr stark oder stärker als sonst sind, erst recht wenn Schmerzmittel nicht geholfen haben, und Beckenschmerzen mit Blut im Urin oder Stuhl, mit Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang, mit Schmerzen beim Wasserlassen oder häufigerem Harndrang als sonst, mit ungewöhnlichem Ausfluss oder ungewöhnlicher Blutung aus der Scheide, mit Erbrechen und Durchfall oder Übelkeit, und wenn du schwanger bist oder sein könntest. Im Zweifel gilt die dringendere Stufe. In Deutschland erreichst du außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Kann ich das in Sam festhalten?+

Teilweise. Im Symptomtagebuch trägst du zum Beispiel Beckenschmerzen, Bauchschmerzen oder Schmerzen beim Wasserlassen pro Tag als leicht, mittel oder stark ein, Regelschmerzen oder Schmerzen beim Stuhlgang als eigenes Symptom. Die Blutung hältst du im Zyklus-Tracking fest. Uhrzeiten, eine Skala von 0 bis 10 und freie Notizen gibt es dort nicht; die gehören auf Papier.