Reizdarm beim Arzt: Beschwerden aufschreiben, aber was?
Reizdarm beim Arzt: was die Praxis wissen will, wie die Leitlinie die Diagnose beschreibt, zwei Wochen Tagebuch als Beispiel und wann es eilt.
Auf dieser Seite
Im Sprechzimmer kommen die Fragen schnell: Wie oft, wie stark, seit wann, und wie ist der Stuhlgang? Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung kannst du pro Tag als leicht, mittel oder stark im Symptomtagebuch von Sam festhalten, und Schlaf und Stresslevel aus deinen Apple-Health-Daten liegen in derselben App, wenige Taps entfernt.
Was will die Praxis über deine Darmbeschwerden wissen?
Am Anfang steht das Gespräch. Nach der deutschen S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom hat die sorgfältige Anamnese den wichtigsten Stellenwert. Gefragt wird nach Dauer und Verlauf der Beschwerden, nach einem Darminfekt davor und gezielt nach Warnzeichen. Laut IQWiG geht es auch um bekannte Unverträglichkeiten, Vorerkrankungen und deine Lebensumstände, etwa ob die Beschwerden bei Stress häufiger sind. Der britische Gesundheitsdienst NHS nennt außerdem, wie oft sie kommen und ob sie nach bestimmten Speisen auftreten.
Daraus ergibt sich eine Liste, die du vor dem Termin füllen kannst:
- Seit wann: der Monat, in dem es anfing, und ob es seitdem gleich blieb, besser oder schlechter wurde.
- Wie oft: an wie vielen Tagen pro Woche du Bauchschmerzen oder Blähungen hattest.
- Wie stark: immer auf derselben Skala, zum Beispiel 0 bis 10.
- Was es dir nimmt: Fehltage, abgesagte Termine, Wege, die du wegen der Toilette meidest.
- Stuhlgang: wie oft am Tag und welche Form, dazu unten die Bristol-Skala.
- Bezug zum Stuhlgang: ob die Schmerzen danach besser, schlechter oder gleich sind.
- Begleitendes: Pressen, plötzlicher Stuhldrang, das Gefühl unvollständiger Entleerung, Schleim im Stuhl.
- Essen: ob es nach dem Essen schlimmer wird und nach welchen Speisen.
- Was sich verändert hat: ein Darminfekt vor Beginn, neue oder geänderte Medikamente, Schichtarbeit, mehr Stress, schlechter Schlaf.
- Was du genommen hast, auch rezeptfreie Mittel, und ob es geholfen hat.
- Familie: Darmkrebs, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Zöliakie bei Verwandten.
Die Rom-IV-Kriterien im Anhang der S3-Leitlinie nennen wiederkehrende Bauchschmerzen, im Mittel mindestens einmal pro Woche in den letzten drei Monaten, bei Beginn vor mehr als sechs Monaten. Dazu kommen mindestens zwei von drei Merkmalen: Bezug zum Stuhlgang, veränderte Stuhlhäufigkeit, veränderte Stuhlform. Das sind Kriterien für die Praxis, kein Selbsttest. Den Schweregrad beschreibt die S3-Leitlinie über drei Fragen: Wie beständig sind die Beschwerden, wie stark, und wie sehr schränken sie den Alltag ein?
2026 sind die überarbeiteten Rom-V-Kriterien erschienen. Laut dem Nachrichtendienst der US-Fachgesellschaft AGA erfassen sie auch Unwohlsein im Bauch und senken die geforderte Häufigkeit von einmal pro Woche auf drei Tage im Monat. Das sind Kriterien für Fachleute und Studien, kein Selbsttest: Eine Diagnose stellt die Praxis. Wie du den ganzen Termin vorbereitest, steht in der Checkliste für den Arzttermin bei chronischer Erkrankung.
Wie stellt die Ärztin oder der Arzt einen Reizdarm fest?
Nach der S3-Leitlinie liegt ein Reizdarmsyndrom vor, wenn drei Punkte zusammenkommen. Erstens bestehen Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Blähungen länger als drei Monate oder kehren immer wieder. Meist verändert sich dabei der Stuhlgang. Zweitens sind sie so stark, dass du Hilfe suchst oder dir Sorgen machst und deine Lebensqualität spürbar leidet. Drittens gibt es keine für eine andere Erkrankung typischen Befunde, die die Beschwerden wahrscheinlich erklären.
Die Diagnose ist mehr als ein Ausschlussverfahren. Die Leitlinie verlangt zwei Teile: Vorgeschichte, Muster und Ausmaß der Beschwerden passen zu einem Reizdarm. Und andere relevante Erkrankungen sind ausgeschlossen, gezielt je nach deinen Beschwerden. Zur Basisdiagnostik gehören:
- ein ausführliches Gespräch mit gezielten Fragen nach Warnzeichen,
- die körperliche Untersuchung, auch am After,
- Blutwerte, darunter Zöliakie-Antikörper,
- Stuhluntersuchungen auf Entzündungszeichen und Erreger,
- ein Ultraschall des Bauchs,
- bei Frauen eine Vorstellung in der gynäkologischen Praxis.
Danach sieht die S3-Leitlinie in der Regel weitere, einzeln ausgewählte Untersuchungen vor, etwa eine Darm- und eine Magenspiegelung. Welche Untersuchungen bei dir sinnvoll sind, entscheidet deine Praxis. Wer sie macht und was Blutwerte, Stuhltests und Spiegelung zeigen, steht im Beitrag Reizdarm: welcher Arzt? Darmspiegelung und Blutwerte.
Bestehen die Beschwerden erst seit einigen Wochen, reicht das nach der Leitlinie noch nicht für die Diagnose. Abgeklärt werden sollen sie trotzdem. Der NHS rät zum Hausarzttermin, wenn du einen Reizdarm vermutest und die Beschwerden seit mehr als vier Wochen bestehen.
Was ist die Bristol-Skala, und warum zwei Wochen?
Die Bristol-Stuhlformen-Skala teilt Stuhl in sieben Typen ein. Nach der S3-Leitlinie gelten Typ 1 und 2 als hart, Typ 6 und 7 als dünnflüssig. Typ 3 bis 5 zählen als normale Konsistenz. Für die Einteilung in einen Verstopfungs-, Durchfall- oder Mischtyp beschreibt die Leitlinie nach Rom IV ein zweiwöchiges Stuhltagebuch.
Die Einteilung macht die Praxis. Für dich zählt, dass jeder Tag einen Eintrag bekommt, auch die guten. Bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit empfiehlt die Leitlinie zusätzlich ein Ernährungs- und Symptomtagebuch; das Vorgehen besprichst du mit der Praxis.
Wie sieht ein Tagebuch über zwei Wochen aus?
So könnten zwei Wochen auf Papier aussehen. Die Spalte "Bauch" ist die Schmerzstärke von 0 bis 10, "Stuhl" die Zahl der Stuhlgänge und der Bristol-Typ.
| Tag | Bauch | Stuhl | Notiz |
|---|---|---|---|
| Mo | 5 | 3x, Typ 6 | nach dem Mittagessen, nach dem Stuhlgang besser |
| Di | 2 | 2x, Typ 5 | - |
| Mi | 0 | 1x, Typ 4 | - |
| Do | 6 | 4x, Typ 6 | Stuhldrang am Morgen, Termin abgesagt |
| Fr | 3 | 2x, Typ 5 | Blähungen am Abend |
| Sa | 0 | 1x, Typ 4 | - |
| So | 0 | 1x, Typ 3 | - |
| Mo | 4 | 3x, Typ 6 | erste Spätschicht |
| Di | 4 | 2x, Typ 6 | Schleim bemerkt |
| Mi | 1 | 1x, Typ 4 | - |
| Do | 0 | 1x, Typ 4 | - |
| Fr | 5 | 3x, Typ 6 | nach dem Stuhlgang besser |
| Sa | 2 | 1x, Typ 5 | Blähungen |
| So | 0 | 1x, Typ 4 | - |
Das Beispiel ist erfunden: keine echte Person, kein Maßstab, kein Befund. Verschiebe keinen Termin, weil ein Tagebuch harmlos aussieht. Wird es schlimmer oder tritt eines der Zeichen aus dem letzten Abschnitt auf, gehst du früher, auch mitten in den zwei Wochen.
Zusammengefasst stehen im Beispiel an 9 von 14 Tagen Bauchschmerzen, zweimal mit dem Vermerk "nach dem Stuhlgang besser". Ob das Muster zu einem Reizdarm passt und zu welchem Typ, beurteilt die Praxis, nicht das Tagebuch. Ob dir Papier oder App besser liegt, vergleicht der Beitrag Symptomtagebuch für den Arzt. Werden die Beschwerden rund um die Periode schlimmer, schreibst du über mehrere Zyklen auf; wie das aussieht, steht im Beitrag Reizdarm vor der Periode.
Was hält Sam fest, und was nicht?
Im Symptomtagebuch von Sam stehen unter Verdauung Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Blähungen, übermäßige Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit und Verdauungsstörung zur Wahl. Jedes Symptom bekommt pro Tag einen Eintrag: leicht, mittel oder stark. Es gibt keine Uhrzeit, kein Notizfeld und keine Körperstelle. Was in der Liste fehlt, etwa Stuhldrang oder Schleim im Stuhl, legst du unter "Andere" als eigenes Symptom an; das Feld nimmt nur den Namen auf. Vergessene Tage trägst du im Gesundheitsverlauf nach.
Die Schlafdauer kommt aus Apple Health. Schlafqualität und Stresslevel berechnet Sam aus deinen Schlaf-, Herzfrequenz- und HRV-Daten. Sie liegen als Verlauf in derselben App, wenige Taps von deinen Symptomtagen entfernt. In Statistik und Monatsbericht rechnet Sam keinen Zusammenhang zwischen ihnen und deinen Bauchtagen aus. Ob es bei dir einen gibt, besprichst du mit der Praxis.
Deine Medikamente führst du in der Medikamentenliste. An feste Einnahmezeiten kann Sam dich erinnern, an Mittel bei Bedarf nicht. Ein Bedarfsmittel hakst du auf dem Symptomblatt von heute unter "Etwas genommen?" ab.
Das Symptomtagebuch hat keine Bristol-Skala und zählt keine Stuhlgänge. Es kennt keine Mahlzeiten, keine Auslöser-Markierung und keine FODMAP-Erfassung. Für Reizdarm gibt es in Sam kein eigenes Tagebuch. Was Sam bei Reizdarm sonst zeigt, steht in der Übersicht zum Reizdarmsyndrom.
Sodbrennen steht ebenfalls in der Symptomliste. Hat eine Ärztin oder ein Arzt Reflux festgestellt, gibt es in Sam ein eigenes Reflux-Tagebuch. Es hält auch Speisen und Umstände fest.
"Blut im Stuhl" kannst du als Symptom eintragen, als vorhanden. Im Monatsbericht zählt er wie jedes andere Symptom als Symptomtag und wird nicht gesondert hervorgehoben. Blut im Stuhl ist ein Grund, noch heute die Praxis anzurufen, nicht etwas, das ein Tagebuch erledigt.
Was steht im Monatsbericht, und was nicht?
Den Monatsbericht über den Vormonat erstellst du selbst. Dafür müssen Mitteilungen erlaubt, Apple Health freigegeben und deine Angabe zu chronischen Erkrankungen gespeichert sein. Ab dem zweiten Bericht kommt eine Bedingung dazu. Du musst an mindestens 15 der letzten 30 Tage festgehalten haben, wie es dir ging: gut, etwas angeschlagen oder krank. Symptomeinträge zählen dafür nicht.
Auf der Seite "Lifestyle & Symptome" zeigt der Bericht deine Symptomtage im Kalender. Dazu kommen die Tage ohne erfasstes Symptom und deine fünf häufigsten Symptome. Dazu kommen Seiten zu Aktivität, Schlaf und Stress. Zu den Symptomtagen druckt er einen allgemeinen Satz, etwa dass mehrere Symptomtage am Stück meist zu einer Episode gehören. Auf den Seiten zu Schlaf, Stress und Aktivität stehen allgemeine Empfehlungszeilen. Beides ist keine ärztliche Einschätzung und bezieht sich nicht auf deinen Darm.
Die Stärke pro Tag, Stuhlform, Mahlzeiten und eine Medikamentenliste stehen nicht im Bericht.
Wann wartest du nicht auf den Termin?
Diese Zeichen brauchen noch heute einen dringenden Arzttermin, auch wenn ein Reizdarm schon festgestellt wurde:
- Blut im Stuhl, Blut aus dem After oder blutiger Durchfall.
- Deutlicher ungewollter Gewichtsverlust.
- Ein harter Knoten oder eine Schwellung im Bauch.
- Beschwerden, die sich plötzlich deutlich verschlimmern.
- Atemnot mit Herzklopfen und blasser Haut.
Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Lass außerdem ärztlich abklären, bevor von Reizdarm die Rede ist, und auch dann, wenn ein Reizdarm schon festgestellt wurde:
- Fieber.
- Eine Blutarmut im Blutbild.
- Auffällige Blässe.
- Beschwerden, die stetig zunehmen.
- Durchfall, der dich nachts weckt.
- Beschwerden, die erst nach dem 50. Lebensjahr begonnen haben.
- Geringerer ungewollter Gewichtsverlust.
- Darmkrebs, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Zöliakie in der Familie.
Die Listen sind nicht vollständig und kein Selbsttest. Auch ohne eines dieser Zeichen gehören neue oder anhaltende Darmbeschwerden in die Praxis. Die erste Liste folgt den Zeichen, bei denen der NHS einen dringenden Arzttermin rät; Blut im Stuhl sollte laut IQWiG grundsätzlich ärztlich untersucht werden. Die S3-Leitlinie nennt unter anderem Fieber und andere Entzündungszeichen, Blutarmut, Gewichtsverlust, sichtbares oder verborgenes Blut im Stuhl und stetig zunehmende Beschwerden. Laut IQWiG deuten deutlicher Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber oder Blässe eher auf eine andere Darmerkrankung hin. Eine Zusammenfassung der Leitlinie der US-Fachgesellschaft AGA nennt zusätzlich nächtlichen Durchfall, einen Beginn nach dem 50. Lebensjahr, Eisenmangel-Blutarmut und die Erkrankungen in der Familie. Sie erschien 2023 in der Fachzeitschrift American Family Physician.
Wähle die 112 bei plötzlich einsetzenden, sehr starken Bauchschmerzen und bei viel Blut aus dem After oder schwarzem, klebrigem Stuhl. Dasselbe gilt bei Erbrechen von Blut oder Erbrochenem, das grün oder wie Kaffeesatz aussieht, und wenn gar kein Stuhl und keine Winde mehr abgehen. Auch starke Atemnot und plötzliche Schmerzen oder Druck in der Brust sind ein Fall für die 112. Warte nicht ab, ob es vorbeigeht. Sam ist dafür nicht gemacht: Die App ersetzt weder den Notruf noch eine Untersuchung.
Bauchtage in Sam festhalten und als Monatsbericht mitnehmen
Du kommst mit gezählten Bauchtagen statt mit "mal so, mal so" in die Praxis und musst sie am Vorabend nicht zusammensuchen.
- Statt Zettel in der Schublade: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung tippst du pro Tag als leicht, mittel oder stark an. Vergessene Tage trägst du nach.
- Statt Schlafdaten in einer zweiten App: Schlaf und Stresslevel aus deinen Apple-Health-Daten liegen in derselben App, wenige Taps entfernt.
- Statt Strichliste: Den Monatsbericht erstellst du selbst; er zeigt deine Symptomtage im Kalender und die fünf häufigsten Symptome als PDF.
Stuhlform, Zahl der Stuhlgänge, Uhrzeiten und Mahlzeiten hält das Symptomtagebuch nicht fest, dafür bleibt Papier. Für den Monatsbericht gelten Voraussetzungen, die oben stehen. Mehr in der Übersicht zum Reizdarmsyndrom.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
- Reizdarm: welcher Arzt? Darmspiegelung und Blutwerte
- Reizdarm vor der Periode: Beschwerden im Zyklus festhalten
- Symptomtagebuch für den Arzt: Was hineingehört
- Sodbrennen beim Arzt: Termin vorbereiten, Nächte festhalten
- Arzttermin bei chronischer Erkrankung: Checkliste für dich
Quellen
Stand: Oktober 2026
- DGVS und DGNM: S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom, Update 2021 (PDF). Layer P et al., Z Gastroenterol 2021;59:1323-1415, AWMF 021-016 (Stand Juni 2021, Gültigkeit laut Dokument bis 2026 geschätzt; laut DGVS in Aktualisierung)
- IQWiG (gesundheitsinformation.de): Reizdarmsyndrom (aktualisiert 22. Februar 2023)
- NHS: Irritable bowel syndrome (IBS) - Diagnosis und Symptoms (geprüft 17. März 2025, englisch)
- NHS: Stomach ache (geprüft 20. Oktober 2026, englisch)
- NHS: Chest pain (geprüft 8. August 2023, englisch)
- Arnold MJ: Practice Guidelines: Irritable Bowel Syndrome. Am Fam Physician 2023;108(5):527-529, Tabelle 1 (Zusammenfassung der AGA-Leitlinie, englisch)
- GI & Hepatology News (AGA): Rome V criteria capture more people with IBS, but a milder group (20. August 2026, englisch)
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117
Mehr zu Reizdarmsyndrom
Häufige Fragen
Was sollte ich bei Reizdarm-Beschwerden für den Arzttermin aufschreiben?+
Seit wann die Beschwerden bestehen und wie sie sich entwickelt haben, an wie vielen Tagen sie kommen und wie stark sie sind, was sie dir im Alltag nehmen, ob sie mit dem Stuhlgang besser oder schlechter werden, wie oft du zur Toilette gehst und wie der Stuhl aussieht, ob es nach dem Essen schlimmer wird und was sich zuletzt verändert hat, etwa ein Darminfekt, neue Medikamente, Schichtarbeit oder mehr Stress. Dazu kommt, was du genommen hast und ob es geholfen hat.
Wie wird ein Reizdarmsyndrom festgestellt?+
Das entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt. Nach der deutschen S3-Leitlinie gehören zwei Teile dazu: Die Beschwerden passen nach Vorgeschichte, Muster und Ausmaß zu einem Reizdarm, und andere relevante Erkrankungen sind je nach Beschwerden gezielt ausgeschlossen. Welche Blutwerte, Stuhltests und Spiegelungen dazugehören und wer sie macht, steht im Beitrag Reizdarm: welcher Arzt? Darmspiegelung und Blutwerte. Welche Untersuchungen bei dir nötig sind, entscheidet die Praxis.
Was ist die Bristol-Skala, und hat Sam sie?+
Die Bristol-Stuhlformen-Skala ordnet Stuhl in sieben Typen ein. Nach der S3-Leitlinie gelten die Typen 1 und 2 als hart, 6 und 7 als dünnflüssig und 3 bis 5 als normale Konsistenz. Für die Einteilung in Verstopfungs-, Durchfall- oder Mischtyp beschreibt die Leitlinie nach den Rom-IV-Kriterien ein zweiwöchiges Stuhltagebuch. Sam hat keine Bristol-Skala und zählt keine Stuhlgänge; beides schreibst du auf Papier auf.
Wie lange sollte ich vor dem Termin aufschreiben?+
Frag deine Praxis, welchen Zeitraum sie sehen möchte. Für die Einteilung des Stuhlmusters beschreibt die S3-Leitlinie zwei Wochen Stuhltagebuch; für die Diagnose selbst zählen Beschwerden über mehr als drei Monate. Das Tagebuch ist kein Grund, einen Termin aufzuschieben: Werden die Beschwerden schlimmer oder tritt eines der Zeichen aus der Frage 'Wann gehören Darmbeschwerden dringend in die Praxis?' auf, gehst du früher.
Wann gehören Darmbeschwerden dringend in die Praxis?+
Hol dir noch heute einen dringenden Arzttermin bei Blut im Stuhl, Blut aus dem After oder blutigem Durchfall, deutlichem ungewolltem Gewichtsverlust, einem harten Knoten oder einer Schwellung im Bauch, bei Beschwerden, die sich plötzlich deutlich verschlimmern, sowie bei Atemnot mit Herzklopfen und blasser Haut, auch wenn ein Reizdarm schon festgestellt wurde. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Lass außerdem ärztlich abklären, bevor von Reizdarm die Rede ist, und auch dann, wenn ein Reizdarm schon festgestellt wurde: Fieber, eine Blutarmut im Blutbild, auffällige Blässe, Beschwerden, die stetig zunehmen, Durchfall, der dich nachts weckt, Beschwerden, die erst nach dem 50. Lebensjahr begonnen haben, geringerer ungewollter Gewichtsverlust sowie Darmkrebs, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Zöliakie in der Familie. Die Listen sind nicht vollständig und kein Selbsttest. Auch ohne eines dieser Zeichen gehören neue oder anhaltende Darmbeschwerden in die Praxis. Bei plötzlich einsetzenden, sehr starken Bauchschmerzen, viel Blut aus dem After, schwarzem, klebrigem Stuhl, Erbrechen von Blut, grünem oder kaffeesatzartigem Erbrochenem, wenn gar kein Stuhl und keine Winde mehr abgehen, bei starker Atemnot oder plötzlichen Schmerzen oder Druck in der Brust wählst du die 112.
Was hält Sam bei Reizdarm fest, und was nicht?+
Im Symptomtagebuch von Sam trägst du Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Blähungen, übermäßige Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit oder Verdauungsstörung pro Tag als leicht, mittel oder stark ein, ohne Uhrzeit und ohne Notizfeld. Schlaf und Stresslevel aus deinen Apple-Health-Daten liegen in derselben App. Eine Stuhlform-Skala, die Zahl der Stuhlgänge, Mahlzeiten, Auslöser oder FODMAP hält das Symptomtagebuch nicht fest, und für Reizdarm gibt es in Sam kein eigenes Tagebuch.
Was passiert, wenn ich 'Blut im Stuhl' in Sam eintrage?+
Der Eintrag wird als vorhanden gespeichert und zählt im Monatsbericht wie jedes andere Symptom als Symptomtag; der Bericht hebt ihn nicht gesondert hervor. Blut im Stuhl sollte grundsätzlich ärztlich untersucht werden, schreibt das IQWiG. Das erledigt kein Tagebuch: Ruf noch heute die Praxis an, bei viel Blut die 112.