11 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Rückenschmerzen ohne Befund: Was das MRT nicht zeigt

MRT ohne Befund, und der Rücken schmerzt weiter: was unspezifische Rückenschmerzen sind, was du jetzt festhältst und wann erneut untersucht wird.

rueckenschmerzenmrtunspezifische-rueckenschmerzenchronische-rueckenschmerzenkreuzschmerzensymptomtagebucharzttermin
Auf dieser Seite

Das MRT ist ausgewertet, im Bericht steht "ohne Befund", und der Rücken tut trotzdem weh. Damit bist du nicht allein: Bei über 85 Prozent der Menschen mit Rückenschmerzen lässt sich laut IQWiG keine eindeutige Ursache finden. Schmerzen im unteren Rücken trägst du in den Wochen danach im Symptomtagebuch von Sam für jeden Tag als leicht, mittel oder stark ein, und der Monatsbericht, den du selbst erstellst (dafür gelten Voraussetzungen, siehe unten), zeigt deine Symptomtage im Kalender. Hier steht, was der Bericht bedeutet, was die Patientenleitlinie (Fassung von 2017, nicht mehr gültig) als Nächstes beschreibt, was du festhältst und wann erneut untersucht wird.

Ab wann Rückenschmerzen als chronisch gelten und warum die Praxis meist nicht gleich ein Bild macht, erklärt der Beitrag Chronische Rückenschmerzen: Ab wann, was festhalten. Hier geht es um die Zeit nach dem Bild. Was Sam bei Rückenschmerzen festhält, zeigt die Übersicht zu chronischen Rückenschmerzen.

Was heißt "ohne Befund" im MRT-Bericht?

Der Vermerk "ohne Befund", kurz "o. B.", bedeutet laut dem österreichischen Gesundheitsportal: Mit den Untersuchungsmethoden, die angewendet wurden, ließ sich keine nachweisbare Krankheit feststellen. Er wird vor allem in der Bildgebung verwendet.

Bei anhaltenden Kreuzschmerzen kann ein Bild laut Patientenleitlinie helfen auszuschließen, dass doch eine spezifische Ursache vorliegt. Gemeint ist eine eindeutige Ursache, die eine besondere Behandlung braucht. Die Leitlinie nennt als Beispiele einen Knochenbruch, eine Infektion oder, sehr selten, Krebs.

Steht im Bericht zusätzlich etwas über Verschleiß oder altersbedingte Veränderungen, frag nach, was das für dich bedeutet. Röntgen- und MRT-Bilder zeigen solche Veränderungen häufig, schreibt die Patientenleitlinie. Meist ist unklar, ob sie der Grund für die Schmerzen sind, denn sie finden sich auch bei Menschen ohne Beschwerden.

Wichtig ist auch, was der Vermerk nicht sagt. Er gilt nur für die Untersuchung, die gemacht wurde, und für den Stand an diesem Tag. Er sagt nicht, dass der Rücken gesund ist. Kommen später neue Beschwerden dazu, beantwortet ein altes Bild sie nicht.

Bei einem Röntgenbild gilt dasselbe. Ein gewöhnliches Röntgenbild dient laut NHS vor allem dazu, die Knochen zu prüfen, etwa auf einen Bruch. Ob danach noch ein MRT nötig ist, entscheidet die Praxis.

Was sind unspezifische Rückenschmerzen?

Nicht-spezifisch oder unspezifisch nennen Fachleute Kreuzschmerzen, bei denen es keine Hinweise auf eine gefährliche Ursache gibt, die besondere Maßnahmen erfordert. So steht es in der Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz. Von spezifischen Kreuzschmerzen spricht man, wenn sich eine Ursache feststellen lässt. Unspezifisch sind die Schmerzen laut Leitlinie bei etwa 85 bis 90 von 100 Betroffenen.

Diese Fassung der Leitlinie stammt von 2017. Laut der Seite der Nationalen VersorgungsLeitlinien ist sie nicht mehr gültig.

Unspezifisch beschreibt, was nicht gefunden wurde. Es sagt nichts darüber, wie stark die Schmerzen sind. Das IQWiG beschreibt chronische Kreuzschmerzen als sehr unterschiedlich, von leicht, aber ständig spürbar bis stark und über längere Zeit anhaltend. Die Patienteninformation zur Leitlinie hält fest, dass dauerhafte Kreuzschmerzen belasten und den Alltag erheblich einschränken können. Schmerzen ohne Befund sind echte Schmerzen.

Warum tut es weh, wenn das Bild nichts zeigt?

Im Rücken liegen viele Strukturen dicht beieinander: Muskeln, Faszien, Bänder und Wirbelgelenke. Weil oft mehrere Ursachen zusammenspielen, erlaubt auch ein MRT meist keine sichere Diagnose, schreibt das IQWiG. Es nennt Faktoren, die unspezifische Rückenschmerzen auslösen können, darunter:

  • Bewegungsmangel und langes, unbewegliches Sitzen.
  • Einseitige oder ungewohnte schwere körperliche Arbeit.
  • Muskelverspannungen.
  • Psychische Belastungen wie Stress am Arbeitsplatz, finanzielle oder familiäre Sorgen.
  • Ausgeprägte Ängstlichkeit oder Selbstzweifel und Erkrankungen wie eine Depression.
  • Veränderungen der Schmerzwahrnehmung im zentralen Nervensystem, die chronische Schmerzen verursachen können.
  • Familiäre Veranlagung.

Dass psychische Belastungen mitwirken können, heißt nicht, dass die Schmerzen eingebildet sind.

Daneben gibt es Ursachen, die ein MRT schlecht zeigt oder die außerhalb der Wirbelsäule liegen. Das IQWiG nennt das Facettensyndrom, eine Reizung von Nervenenden durch altersbedingte Veränderungen der Wirbelgelenke. Es sei sehr schwer festzustellen, das MRT sei dafür nicht aussagekräftig. Gelegentlich haben Rückenschmerzen auch Ursachen, die nichts mit Wirbelsäule, Muskeln oder Bändern zu tun haben, etwa Nierensteine, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase, eine Endometriose oder eine Gürtelrose.

Ob so etwas bei dir infrage kommt, klärt die Praxis in Gespräch und Untersuchung. Ein Tagebuch klärt es nicht. Die Patienteninformation zur Leitlinie hält aber auch fest: Bei nicht-spezifischen Kreuzschmerzen ist es nicht nötig, die Ursache unbedingt zu finden. Wer ständig nach einer Erklärung sucht, kann damit die Beschwerden ebenfalls beeinflussen.

Wie geht es nach einem unauffälligen MRT weiter?

Ein MRT ohne Befund beendet die Behandlung nicht. Weil unspezifische Kreuzschmerzen keine bekannte strukturelle Ursache haben, zielt die Behandlung auf die Schmerzen und ihre Folgen, schreibt eine Übersichtsarbeit im Fachjournal The Lancet. Für Schmerzen, die trotz Behandlung über Wochen anhalten, beschreiben die Patientenleitlinie (Fassung von 2017, nicht mehr gültig) und die Patienteninformation diese Schritte:

  • Seelische oder berufliche Probleme können dazu beitragen, dass Kreuzschmerzen bleiben. Deshalb soll die Ärztin oder der Arzt dich auf Belastungen im Privatleben und am Arbeitsplatz ansprechen. Halten die Schmerzen trotz Behandlung länger als vier Wochen an, sollte sie oder er seelische Belastungen gezielt erfassen, etwa mit einem Fragebogen oder in einem strukturierten Gespräch.
  • Ein Bild soll nicht wiederholt werden, solange sich die Beschwerden nicht auffällig ändern.
  • Mehrere Fachleute sollen gemeinsam untersuchen und die Behandlung planen, etwa aus Schmerztherapie, Psychologie oder Psychiatrie und Physiotherapie. Das gilt, wenn heftige, einschränkende Schmerzen trotz Behandlung länger als sechs Wochen anhalten und seelische oder arbeitsplatzbezogene Belastungen dazukommen, wenn sie länger als zwölf Wochen anhalten oder wenn chronische Kreuzschmerzen schlimmer werden.

Welche Behandlung zu dir passt, besprichst du mit deiner Praxis. Was die Leitlinien zu Schonung und Bewegung sagen, steht im Beitrag zu chronischen Rückenschmerzen.

Du darfst nachfragen. Die Patientenleitlinie rät, um eine Erklärung von Fachausdrücken zu bitten und noch einmal nachzufragen, wenn etwas unklar geblieben ist. Vor einer Untersuchung schlägt sie unter anderem die Frage vor, wie zuverlässig das Ergebnis ist. Nach einem unauffälligen MRT kannst du zum Beispiel fragen:

  • Was bedeuten die Wörter in meinem Bericht?
  • Welche Ursachen sind damit unwahrscheinlicher, und welche zeigt das Bild nicht?
  • Wie geht die Behandlung weiter, und wann sehen wir uns wieder?
  • Bei welchen Veränderungen soll ich früher kommen?

Fühlst du dich nach dem Termin nicht ernst genommen, findest du im Beitrag Arzt nimmt mich nicht ernst: was Dokumentation ändert, wie du das nächste Gespräch vorbereitest. Wie du an eine Kopie deines Befunds kommst, steht in der Checkliste für den Arzttermin bei chronischer Erkrankung.

Was gehört nach dem MRT ins Tagebuch?

Nach dem Bild zählt vor allem, was sich verändert. NICE rät Ärztinnen und Ärzten, bei jeder Kontrolle an andere Ursachen zu denken, besonders wenn neue oder veränderte Beschwerden auftreten. Und wiederholt werden soll ein Bild laut Patientenleitlinie nur, wenn sich die Beschwerden auffällig ändern. Ein Protokoll ab dem Tag der Untersuchung hilft dir, deiner Praxis zu schildern, was sich seitdem verändert hat:

  • Datum und Art der Untersuchung, was im Bericht stand und wie es dir in dieser Woche ging. Das ist dein Ausgangspunkt.
  • Neue oder veränderte Beschwerden, jeweils mit Datum: Schmerzen, die ins Bein oder über das Knie hinaus ausstrahlen, Taubheit, Kribbeln, Schwäche, Schmerzen nachts oder in Ruhe.
  • An wie vielen Tagen pro Woche der Rücken schmerzt und wie stark, auf einer Skala, die du immer gleich verwendest.
  • Was im Alltag oder bei der Arbeit seitdem nicht mehr geht oder wieder geht.
  • Schlaf, Stress und Stimmung, kurz in einem Wort.
  • Welche Behandlung seit dem MRT dazugekommen ist, etwa Physiotherapie oder ein Medikament aus deiner Praxis, und ob sich danach etwas verändert hat.
  • Deine Fragen für den nächsten Termin.

Ein erfundenes Beispiel, kein Richtwert: "MRT der Lendenwirbelsäule am 3. März, ohne Befund. Damals Schmerzen an fünf von sieben Tagen, meist 4 von 10. Seit 14. April zusätzlich Ziehen links bis unter das Knie, an drei Tagen pro Woche." Der zweite Teil ist eine Veränderung, die du ärztlich abklären lässt.

Manches gehört nicht nur ins Protokoll. Bei Problemen mit Blase oder Darm wählst du die 112, bei neuer Taubheit oder zunehmender Schwäche in einem Bein holst du dir sofort ärztliche Hilfe. Die Liste der Zeichen steht weiter unten. Ein Protokoll führt nicht von selbst zu einer Ursache oder zu einem neuen Bild. Es gibt dem Termin etwas Konkretes statt "eigentlich wie immer". Ob Papier oder App besser zu dir passt, vergleicht der Beitrag Symptomtagebuch für den Arzt.

Im Symptomtagebuch von Sam trägst du Schmerzen im unteren Rücken pro Tag als leicht, mittel oder stark ein. Bei Taubheit oder Kribbeln und bei Muskelschwäche kannst du eine grobe Körperregion antippen, etwa linker Oberschenkel oder linker Unterschenkel. Pro Symptom gibt es einen Eintrag am Tag, ohne Uhrzeit, ohne Notiz und ohne Skala von 0 bis 10. Das MRT-Datum, den Bericht und wohin der Schmerz ausstrahlt, schreibst du deshalb weiter auf Papier. Sam gibt zu deinen Einträgen keine medizinische Einschätzung ab.

Den Monatsbericht über den Vormonat erstellst du selbst. Auf der verlinkten Seite steht auch der Arztbericht; den gibt es nur in den Tagebüchern bestimmter Erkrankungen, für Rückenschmerzen nicht. Das PDF zeigt deine Symptomtage im Kalender, deine fünf häufigsten Beschwerden und Seiten zu Aktivität, Schlaf und Stress. Voraussetzung sind erlaubte Mitteilungen, der Zugriff auf Apple Health und eine Antwort auf die Frage nach chronischen Erkrankungen. Ab dem zweiten Bericht brauchst du außerdem an mindestens 15 der letzten 30 Tage einen Eintrag, wie es dir ging: gut, etwas angeschlagen oder krank. Symptomeinträge zählen dafür nicht.

Wann wird erneut untersucht?

Ob und wann wieder untersucht oder ein neues Bild gemacht wird, entscheidet deine Praxis. Die Quellen geben dafür einen Rahmen:

  • Ein neues Bild soll es laut Patientenleitlinie (Fassung von 2017, nicht mehr gültig) nur geben, wenn sich die Beschwerden auffällig ändern.
  • Halten die Beschwerden nach Wochen an oder werden sie schlechter, werden laut IQWiG manchmal weitere Untersuchungen empfohlen.
  • Der britische Gesundheitsdienst NHS rät zum Hausarzttermin, wenn Rückenschmerzen nach einigen Wochen nicht besser werden, wenn sie dich bei alltäglichen Dingen stoppen oder wenn du dir wegen der Schmerzen Sorgen machst.

Werden die Schmerzen schlimmer oder kommen neue Beschwerden dazu, meldest du dich früher in der Praxis. Bei den Zeichen im nächsten Abschnitt wartest du nicht auf einen Termin.

Welche Zeichen brauchen trotz unauffälligem MRT ärztliche Hilfe?

Ein früheres MRT ohne Befund ändert nichts an diesen Zeichen. Die Stufen folgen dem britischen NHS, dem IQWiG, der Patientenleitlinie (Tabelle 2; Fassung von 2017, nicht mehr gültig) und der Patienteninformation zur Leitlinie.

Wähle sofort die 112 oder geh in die Notaufnahme, wenn zu Rückenschmerzen eines davon kommt:

  • Schmerzen, Kribbeln, Schwäche oder Taubheit in beiden Beinen.
  • Taubheit im Gesäß-, Genital- oder Analbereich.
  • Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang oder Kontrollverlust über Blase oder Darm.
  • Ein verändertes Gefühl an Penis oder Scheide beim Sex, Erektionsprobleme oder kein Orgasmus mehr.
  • Brustschmerzen.
  • Schmerzen nach einem schweren Unfall, etwa einem Autounfall.

Fahr in diesen Fällen nicht selbst. Lass dich fahren oder ruf über die 112 den Rettungsdienst.

Hol dir sofort ärztliche Hilfe und warte nicht auf deinen nächsten Termin, wenn eines davon auftritt. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

  • Lähmungserscheinungen, starke Beschwerden, neue Taubheit oder zunehmende Schwäche in einem Bein.
  • Fieber, Schüttelfrost, Nachtschweiß oder ein allgemeines Krankheitsgefühl.
  • Sehr starke Schmerzen, die plötzlich beginnen oder schnell zunehmen.

Lass es ärztlich abklären, wenn eines davon zutrifft:

  • Ungewollter Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit oder ein Gefühl allgemeiner körperlicher Schwäche.
  • Eine frühere Krebserkrankung.
  • Starke Schmerzen nachts oder in Ruhe.
  • Schmerzen, die nachts schlimmer werden, in Rückenlage zunehmen oder sich in Ruhe nicht bessern.
  • Schmerzen nach einem Sturz oder, bei Osteoporose, nach schwerem Heben oder einer unglücklichen Drehung der Wirbelsäule.
  • Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen, besonders über das Knie hinaus oder bis in den Fuß, auch mit Taubheit, Kribbeln oder Schwäche.
  • Mehrere Hinweise auf einen entzündlichen Rückenschmerz zusammen: Schmerzen über mehr als zwölf Wochen, schleichender Beginn, Morgensteifigkeit mit Besserung bei Bewegung und Verschlimmerung in Ruhe.
  • Rückenschmerzen zusammen mit Schuppenflechte, einer entzündlichen Darmerkrankung, Gelenk- oder Sehnenentzündungen oder einer Entzündung der mittleren Augenhaut.
  • Eine Beule oder Schwellung am Rücken, oder der Rücken hat seine Form verändert.
  • Schmerzen, die beim Niesen, Husten oder Stuhlgang schlimmer werden.
  • Schmerzen oben zwischen den Schulterblättern statt im unteren Rücken.
  • Rückenschmerzen, die nach einigen Wochen Behandlung zu Hause nicht besser werden, dich bei alltäglichen Dingen stoppen oder dir Sorgen machen.

Bei den Zeichen der ersten beiden Gruppen wartest du nicht ab, ob es vorbeigeht. Auch bei der dritten Gruppe ersetzt ein Eintrag im Tagebuch die ärztliche Abklärung nicht.

Rückentage nach dem MRT in Sam festhalten und mitnehmen

Du kommst mit gezählten Symptomtagen statt mit einem "eigentlich wie immer" zum nächsten Termin und musst die Wochen seit dem MRT nicht aus dem Gedächtnis zusammensetzen.

  • Statt Heft, das zu Hause liegt: Schmerzen im unteren Rücken trägst du am Handy pro Tag als leicht, mittel oder stark ein.
  • Statt Schrittzähler in einer zweiten App: Schritte und Trainingsminuten aus Apple Health liegen als Verlauf in derselben App.
  • Statt Strichliste: Den Monatsbericht erstellst du selbst; das PDF zeigt deine Symptomtage im Kalender und deine fünf häufigsten Beschwerden.

Das MRT-Datum, eine Skala von 0 bis 10, Uhrzeiten und Notizen hält das Symptomtagebuch nicht fest, und für den Monatsbericht gelten die Voraussetzungen von oben. Mehr in der Übersicht zu chronischen Rückenschmerzen.

Sam kostenlos ausprobieren

Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

Mehr zum Thema

Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Was bedeutet ein MRT ohne Befund bei Rückenschmerzen?+

Der Vermerk 'ohne Befund' bedeutet laut Gesundheitsportal Österreich, dass mit der angewendeten Untersuchung nichts Nachweisbares gefunden wurde. Er gilt nur für diese Untersuchung und diesen Tag. Er sagt nicht, dass die Schmerzen nicht echt sind oder dass der Rücken gesund ist. Bei anhaltenden Kreuzschmerzen kann das Bild laut Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie (Fassung von 2017, nicht mehr gültig) helfen, eine spezifische Ursache auszuschließen, etwa einen Knochenbruch oder eine Infektion.

Was sind unspezifische Rückenschmerzen?+

So nennen Fachleute Kreuzschmerzen, bei denen es keine Hinweise auf eine gefährliche Ursache gibt, die besondere Maßnahmen erfordert. Laut Patientenleitlinie (Fassung von 2017, nicht mehr gültig) trifft das auf etwa 85 bis 90 von 100 Betroffenen zu, laut IQWiG lässt sich bei über 85 Prozent der Menschen mit Rückenschmerzen keine eindeutige Ursache finden. Unspezifisch sagt nichts darüber, wie stark die Schmerzen sind oder wie sehr sie den Alltag einschränken.

Sind Schmerzen ohne Befund eingebildet?+

Nein. Unspezifisch beschreibt, dass keine eindeutige Ursache gefunden wurde, nicht, dass die Schmerzen eingebildet sind. Das IQWiG nennt mehrere Faktoren, die zusammenspielen können, darunter Muskelverspannungen, Bewegungsmangel, psychische Belastungen wie Stress, Sorgen oder ausgeprägte Ängstlichkeit und Veränderungen der Schmerzwahrnehmung im zentralen Nervensystem. Die Patienteninformation zur Leitlinie hält fest, dass dauerhafte Kreuzschmerzen belasten und den Alltag erheblich einschränken können.

Was sollte ich nach einem unauffälligen MRT aufschreiben?+

Das Datum der Untersuchung und was im Bericht stand, dazu, wie es dir damals ging. Danach vor allem, was sich ändert, jeweils mit Datum: neue Ausstrahlung ins Bein, Taubheit, Kribbeln, Schwäche, Schmerzen nachts oder in Ruhe, an wie vielen Tagen pro Woche es schmerzt, was im Alltag nicht mehr geht und welche Behandlung seitdem dazugekommen ist. Probleme mit Blase oder Darm sind ein Notfall: Wähle die 112. Neue Taubheit oder zunehmende Schwäche in einem Bein brauchen sofort ärztliche Hilfe. Die weiteren Zeichen stehen in der letzten Frage.

Wird das MRT wiederholt, wenn die Schmerzen bleiben?+

Nicht automatisch. Laut Patientenleitlinie (Fassung von 2017, nicht mehr gültig) soll ein Bild nicht wiederholt werden, solange sich die Beschwerden nicht auffällig ändern. Die britische Leitlinie NICE NG59 rät, bei jeder Kontrolle an andere Ursachen zu denken, besonders bei neuen oder veränderten Beschwerden. Ob und wann erneut untersucht wird, entscheidet deine Praxis. Werden die Schmerzen schlimmer oder kommen neue Beschwerden dazu, meldest du dich früher. Bei den Zeichen aus der letzten Frage wartest du nicht auf einen Termin.

Ist ein Röntgen ohne Befund dasselbe wie ein MRT ohne Befund?+

Nicht ganz. Ein gewöhnliches Röntgenbild dient laut NHS vor allem dazu, die Knochen zu prüfen, etwa auf einen Bruch. Der Vermerk 'ohne Befund' gilt immer nur für die Untersuchung, die gemacht wurde. Ob nach einem Röntgen noch ein MRT nötig ist, entscheidet die Praxis, etwa wenn einschränkende Schmerzen trotz Behandlung über Wochen anhalten oder Hinweise auf eine ernste Ursache bestehen.

Welche Beschwerden brauchen trotz unauffälligem MRT ärztliche Hilfe?+

Sofort 112 oder Notaufnahme bei Schmerzen, Kribbeln, Schwäche oder Taubheit in beiden Beinen, Taubheit im Gesäß-, Genital- oder Analbereich, Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang oder Kontrollverlust über Blase oder Darm, einem veränderten Gefühl an Penis oder Scheide beim Sex, Erektionsproblemen oder ausbleibendem Orgasmus, Brustschmerzen oder Schmerzen nach einem schweren Unfall. Sofort ärztliche Hilfe, ohne auf einen Termin zu warten, in Deutschland außerhalb der Sprechzeiten über 116 117, bei Lähmungserscheinungen, starken Beschwerden, neuer Taubheit oder zunehmender Schwäche in einem Bein, Fieber, Schüttelfrost, Nachtschweiß oder allgemeinem Krankheitsgefühl und bei sehr starken Schmerzen, die plötzlich beginnen oder schnell zunehmen. Ärztlich abklären lassen: ungewollter Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit oder ein Gefühl allgemeiner körperlicher Schwäche, eine frühere Krebserkrankung, starke Schmerzen nachts oder in Ruhe, Schmerzen, die nachts schlimmer werden oder in Rückenlage zunehmen, Schmerzen, die sich in Ruhe nicht bessern, Schmerzen nach einem Sturz oder, bei Osteoporose, nach schwerem Heben oder einer unglücklichen Drehung der Wirbelsäule, ins Bein ausstrahlende Schmerzen, besonders über das Knie hinaus oder bis in den Fuß, auch mit Taubheit, Kribbeln oder Schwäche, mehrere Hinweise auf einen entzündlichen Rückenschmerz zusammen (Schmerzen über mehr als zwölf Wochen, schleichender Beginn, Morgensteifigkeit mit Besserung bei Bewegung und Verschlimmerung in Ruhe), Rückenschmerzen zusammen mit Schuppenflechte, einer entzündlichen Darmerkrankung, Gelenk- oder Sehnenentzündungen oder einer Entzündung der mittleren Augenhaut, eine Beule, Schwellung oder Formveränderung am Rücken, Schmerzen, die beim Niesen, Husten oder Stuhlgang zunehmen, Schmerzen oben zwischen den Schulterblättern sowie Rückenschmerzen, die nach einigen Wochen Behandlung zu Hause nicht besser werden, dich bei alltäglichen Dingen stoppen oder dir Sorgen machen. Ein früheres MRT ohne Befund ändert daran nichts.