Chronische Rückenschmerzen: Ab wann, was festhalten
Ab wann Rückenschmerzen chronisch sind, was du zwischen den Terminen notierst, was die Praxis fragt und welche Anzeichen nicht bis zum Termin warten.
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Seit Wochen meldet sich der Rücken, und im Sprechzimmer bleibt davon oft nur ein "mal besser, mal schlechter". Als chronisch gelten Kreuzschmerzen, wenn sie länger als zwölf Wochen anhalten, auch wenn ihre Stärke schwankt. Im Symptomtagebuch von Sam hältst du Schmerzen im unteren Rücken pro Tag als leicht, mittel oder stark fest, und Schritte und Trainingsminuten aus Apple Health liegen in derselben App. Hier steht, was zählt, was du notierst, was Praxis und Physiotherapie fragen und wann du nicht auf den Termin wartest.
Ab wann gelten Rückenschmerzen als chronisch?
Entscheidend ist die Dauer, nicht die Zahl der Schmerztage. Die deutsche Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz teilt so ein:
| Bezeichnung | Dauer |
|---|---|
| akut | weniger als sechs Wochen |
| subakut | sechs bis zwölf Wochen |
| chronisch | länger als zwölf Wochen |
| wiederkehrend | Schmerzen kommen nach mindestens sechs beschwerdefreien Monaten zurück |
Diese Fassung stammt von 2017. Laut der Seite der Nationalen VersorgungsLeitlinien ist sie nicht mehr gültig und wird überarbeitet. Die britische Leitlinie NICE NG59 wurde im Juli 2026 zuletzt aktualisiert. Sie nennt Kreuzschmerzen ab drei Monaten chronisch und hält fest, dass die Stärke im Lauf der Zeit schwanken kann. Eine Mindestzahl an Schmerztagen pro Monat nennen beide nicht.
Das IQWiG beschreibt, wie verschieden chronische Kreuzschmerzen sein können: mal mehr, mal weniger stark, leicht, aber ständig spürbar, oder stark und lange anhaltend. Bei etwa 7 von 100 Menschen mit Kreuzschmerzen werden die Beschwerden chronisch, schreibt die Patientenleitlinie.
Für Studien gibt es eine engere Festlegung. Eine Arbeitsgruppe der US-Gesundheitsbehörde NIH spricht von chronischen Kreuzschmerzen, wenn sie seit mindestens drei Monaten bestehen und an mindestens der Hälfte der Tage der letzten sechs Monate auftraten. Die Gruppe schreibt ausdrücklich, dass diese Definition für die Forschung gedacht ist, nicht für die Versorgung in der Praxis.
Auch der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) geht in seinen Anforderungen an ein DMP für chronischen Rückenschmerz von mehr als zwölf Wochen aus. Ein DMP ist eine strukturierte Betreuung über Praxis und Krankenkasse. Sam ist kein DMP und kein Behandlungsprogramm: Sam hält fest, was du einträgst. Ob deine Beschwerden chronisch sind, beurteilt deine Ärztin oder dein Arzt. Sam stuft deine Beschwerden nicht ein.
Was solltest du zwischen den Terminen festhalten?
Was die Praxis wissen will, lässt sich vorher aufschreiben. Die Patientenleitlinie nennt die Fragen, die im Gespräch typisch sind (siehe nächster Abschnitt). Daraus ergibt sich, was in ein Rückenschmerz-Tagebuch gehört:
- Das Datum, auch an guten Tagen. Sonst bleibt offen, ob ein leerer Tag schmerzfrei oder vergessen war.
- Die Stärke auf einer festen Skala. Fachleute empfehlen laut Patientenleitlinie eine Skala von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (stärkste vorstellbare Schmerzen).
- Wo der Schmerz sitzt und wohin er ausstrahlt: eine Seite, ins Gesäß, ins Bein, über das Knie hinaus.
- Wann er stärker oder schwächer ist: morgens, abends, nachts, im Sitzen, im Liegen, beim Gehen.
- Wie lange du morgens steif bist, in Minuten, und ob Bewegung die Steifigkeit bessert.
- Was im Alltag oder bei der Arbeit nicht ging: Socken anziehen, eine Stunde sitzen, den Einkauf tragen.
- Was du getan oder genommen hast, und ob es danach besser, schlechter oder gleich war.
- Schlaf, Stress und Stimmung, kurz in einem Wort.
- Neue Beschwerden wie Taubheit, Kribbeln oder Schwäche in einem Bein. Sie gehören nicht nur ins Tagebuch, sondern zur Ärztin oder zum Arzt (siehe Abschnitt zu den Anzeichen, die nicht warten).
Ein erfundenes Beispiel, kein Richtwert: "Mi, unterer Rücken links, zieht ins Gesäß, 5 von 10 nach zwei Stunden Sitzen, morgens 20 Minuten steif, abends Wärmflasche, danach unverändert, schlecht geschlafen".
Die Morgensteifigkeit hat einen eigenen Grund. Steifigkeit am Morgen, die sich bei Bewegung bessert und in Ruhe schlimmer wird, zählt laut Patientenleitlinie zu den Hinweisen auf einen entzündlich-rheumatischen Rückenschmerz. Ein schleichender Beginn gehört ebenfalls dazu. Notiere deshalb die Minuten, nicht nur "steif", und sprich es in der Praxis an.
Über welchen Zeitraum deine Praxis Einträge sehen möchte, fragst du am besten vorher. Ob Papier oder App besser zu dir passt, vergleicht der Beitrag Symptomtagebuch für den Arzt.
Was fragen Ärztin, Arzt und Physiotherapie?
Die wichtigste Grundlage ist das Gespräch, schreibt die Patientenleitlinie. Typische Fragen sind:
- Wo hast du Schmerzen, und strahlen sie aus?
- Wann traten die Beschwerden zum ersten Mal auf, und hattest du früher schon Kreuzschmerzen?
- Ist dir eine Schwäche der Muskeln oder ein verändertes Gefühl in den Beinen aufgefallen?
- Hast du Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang?
- Wann sind die Beschwerden stärker oder schwächer, tagsüber oder nachts?
- Haben sich die Schmerzen in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten verändert?
- Wie stark sind sie, und schränken sie dich bei alltäglichen Dingen ein?
- Welche Behandlungen hattest du bisher?
- Hast du Stress oder Ängste, oder fühlst du dich oft angespannt?
Das IQWiG nennt dazu Fragen nach einem Unfall, nach weiteren Erkrankungen und nach deinem Ausgleich, etwa durch Sport oder Entspannung. Verlauf, Stärke und Alltag beantwortest du mit einem Tagebuch aus Einträgen statt aus dem Gedächtnis.
Die Frage nach Stress und Stimmung ist kein Smalltalk. Die Patientenleitlinie zählt Stress, Niedergeschlagenheit und Ängste zu den Umständen, die dazu beitragen können, dass Kreuzschmerzen bleiben. Halten die Schmerzen trotz Behandlung länger als vier Wochen an, sollte die Ärztin oder der Arzt seelische Belastungen gezielt erfassen, mit einem Fragebogen oder in einem strukturierten Gespräch. Auch Schwierigkeiten am Arbeitsplatz können zur Sprache kommen.
Halten starke, einschränkende Schmerzen trotz Behandlung länger als zwölf Wochen an, sollen laut Leitlinie mehrere Fachleute gemeinsam untersuchen und die weitere Behandlung planen. Genannt werden etwa Schmerztherapie, Psychologie und Physiotherapie. Dasselbe gilt, wenn chronische Kreuzschmerzen schlimmer werden. Wie du den ganzen Termin vorbereitest, steht in der Checkliste für den Arzttermin bei chronischer Erkrankung. Welche Praxis bei welchem Problem die richtige ist, erklärt der Beitrag Rückenschmerzen: Welcher Arzt hilft wann?.
Warum macht die Praxis nicht gleich ein MRT?
Ergeben Gespräch und körperliche Untersuchung keine Hinweise auf eine gefährliche Ursache, sollen laut Patientenleitlinie zunächst keine weiteren Untersuchungen folgen. Das heißt auch: kein Röntgen, kein MRT und keine Blutuntersuchung. Der Grund ist, dass Röntgen und MRT oft Veränderungen an der Wirbelsäule zeigen, die auch Menschen ohne Schmerzen haben. Das IQWiG nennt Zahlen aus MRT-Studien: Etwa 20 Prozent der 20- bis 40-Jährigen und mehr als 80 Prozent der über 70-Jährigen haben eine vorgewölbte Bandscheibe, aber gar keine Rückenschmerzen.
Halten einschränkende Schmerzen trotz Behandlung vier bis sechs Wochen an, prüft die Ärztin oder der Arzt, ob eine Bilduntersuchung angezeigt ist. Wiederholt werden soll sie nur, wenn sich die Beschwerden deutlich ändern. Werden die Schmerzen schlimmer oder kommen neue Beschwerden dazu, meldest du dich früher in der Praxis. NICE rät außerhalb spezialisierter Einrichtungen ebenfalls von routinemäßiger Bildgebung ab. In spezialisierten Einrichtungen soll sie nur erwogen werden, wenn das Ergebnis die Behandlung wahrscheinlich ändert.
Anders ist es, wenn sich Hinweise auf eine ernste Ursache zeigen, etwa die Zeichen im Abschnitt zu den Anzeichen, die nicht warten. Dann veranlasst die Praxis je nach Dringlichkeit weitere Untersuchungen wie Bildgebung oder Laborwerte oder überweist an eine Fachpraxis. Ob bei dir ein Bild nötig ist, entscheidet die Praxis. Liegt schon ein MRT ohne Befund vor, steht im Beitrag Rückenschmerzen ohne Befund, was das heißt.
Schonen oder bewegen: Was sagen die Leitlinien?
Bettruhe ist bei Kreuzschmerzen ohne Hinweise auf eine ernste Ursache nicht empfohlen. Die Patientenleitlinie schreibt, dass Bettruhe die Beschwerden eher verstärkt. Sie rät, die normalen Alltagsaktivitäten so weit wie möglich beizubehalten. Auch das IQWiG hält es bei chronischen Schmerzen für wichtig, aktiv zu bleiben. Der G-BA nennt die Rolle körperlicher Aktivität bei chronischem Rückenschmerz entscheidend.
Welche Bewegung und wie viel zu dir passt, klärst du mit deiner Praxis oder der Physiotherapie. Sam gibt keine Übungen für den Rücken vor; die allgemeinen Bewegungstipps in der App kennen deinen Rücken nicht. Für dein Tagebuch reicht es, festzuhalten, was du gemacht hast und wie der Rücken danach war.
Welche Anzeichen warten nicht bis zum Termin?
Einige Zeichen gehören sofort in die Notaufnahme oder zur Ärztin oder zum Arzt, andere lässt du ärztlich abklären, auch wenn Rückenschmerzen nur selten eine ernste Ursache haben. Die Stufen folgen dem britischen Gesundheitsdienst NHS, dem IQWiG und der Patienteninformation zur Leitlinie.
Wähle sofort die 112 oder geh in die Notaufnahme, wenn zu Rückenschmerzen eines davon kommt:
- Schmerzen, Kribbeln, Schwäche oder Taubheit in beiden Beinen.
- Taubheit im Gesäß-, Genital- oder Analbereich.
- Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang oder Kontrollverlust über Blase oder Darm.
- Ein verändertes Gefühl an Penis oder Scheide beim Sex, Erektionsprobleme oder kein Orgasmus mehr.
- Brustschmerzen.
- Schmerzen nach einem schweren Unfall, etwa einem Autounfall.
Fahr in diesen Fällen nicht selbst. Lass dich fahren oder ruf über die 112 den Rettungsdienst.
Hol dir sofort ärztliche Hilfe und warte nicht auf deinen Termin, wenn eines davon auftritt. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
- Lähmungserscheinungen, starke Beschwerden, neue Taubheit oder zunehmende Schwäche in einem Bein.
- Fieber, Schüttelfrost, Nachtschweiß oder ein allgemeines Krankheitsgefühl.
- Sehr starke Schmerzen, die plötzlich beginnen oder schnell zunehmen.
Lass es in deiner Praxis ärztlich abklären, wenn eines davon zutrifft:
- Ungewollter Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit oder ein Gefühl allgemeiner körperlicher Schwäche.
- Eine frühere Krebserkrankung.
- Starke Schmerzen nachts oder in Ruhe.
- Schmerzen, die nachts schlimmer werden, in Rückenlage zunehmen oder sich in Ruhe nicht bessern.
- Schmerzen nach einem Sturz oder, bei Osteoporose, nach schwerem Heben oder einer unglücklichen Drehung der Wirbelsäule.
- Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen, besonders über das Knie hinaus oder bis in den Fuß, auch mit Taubheit, Kribbeln oder Schwäche.
- Mehrere Hinweise auf einen entzündlichen Rückenschmerz zusammen: Schmerzen über mehr als zwölf Wochen, schleichender Beginn, Morgensteifigkeit mit Besserung bei Bewegung und Verschlimmerung in Ruhe.
- Rückenschmerzen zusammen mit Schuppenflechte, einer entzündlichen Darmerkrankung, Gelenk- oder Sehnenentzündungen oder einer Entzündung der mittleren Augenhaut.
- Eine Beule oder Schwellung am Rücken, oder der Rücken hat seine Form verändert.
- Schmerzen, die beim Niesen, Husten oder Stuhlgang schlimmer werden.
- Schmerzen oben zwischen den Schulterblättern statt im unteren Rücken.
- Rückenschmerzen, die nach einigen Wochen Behandlung zu Hause nicht besser werden, dich bei alltäglichen Dingen stoppen oder dir Sorgen machen.
Bei den Zeichen der ersten beiden Gruppen wartest du nicht ab, ob es vorbeigeht. Ein Eintrag im Tagebuch ersetzt diese Abklärung nicht. Sam gibt zu deinen Einträgen, auch zu Taubheit oder Kribbeln, keine medizinische Einschätzung ab.
Was hält Sam fest, und was bleibt auf Papier?
Im Symptomtagebuch von Sam stehen unter anderem Schmerzen im unteren Rücken, Gliederschmerzen, Nackenschmerzen oder Nackensteifheit, Morgensteifigkeit, Taubheit oder Kribbeln und Muskelkrämpfe zur Wahl. Jedes Symptom bekommt pro Tag einen Eintrag: leicht, mittel oder stark. Bei Gliederschmerzen, Taubheit oder Kribbeln und Muskelkrämpfen kannst du eine Körperregion antippen, etwa Rücken oder linker Oberschenkel. Die Regionen sind grob. Eine Uhrzeit, eine Notiz oder eine Skala von 0 bis 10 gibt es nicht.
Schritte und Trainingsminuten aus Apple Health liegen als Verlauf in derselben App, wenige Taps vom Eintrag entfernt. In Statistik und Monatsbericht setzt Sam sie nicht rechnerisch mit deinen Einträgen in Beziehung. Bedarfsmedikamente aus deiner Medikamentenliste hakst du auf dem Symptomblatt von heute unter "Etwas genommen?" ab. Eine Erinnerung gibt es dafür nicht. Sam empfiehlt keine Dosierung.
Den Monatsbericht über den Vormonat erstellst du selbst. Das PDF zeigt deine Symptomtage im Kalender, deine fünf häufigsten Beschwerden und Seiten zu Aktivität, Schlaf und Stress. Voraussetzung sind erlaubte Mitteilungen, der Zugriff auf Apple Health und eine Antwort auf die Frage nach chronischen Erkrankungen. Ab dem zweiten Bericht musst du außerdem an mindestens 15 der letzten 30 Tage festgehalten haben, wie es dir ging: gut, etwas angeschlagen oder krank. Symptomeinträge zählen dafür nicht. Eine Medikamentenliste enthält der Bericht nicht. Die Aktivitätsseite druckt allgemeine Hinweise zur Bewegung, die deinen Rücken nicht kennen.
Auf Papier bleibt, was das Symptomtagebuch nicht festhält: die Skala von 0 bis 10, Uhrzeiten, wohin der Schmerz ausstrahlt, die Minuten der Morgensteifigkeit und was geholfen hat. Was eine App grundsätzlich leisten kann, steht im Beitrag Was eine App bei chronischer Erkrankung kann und was nicht. Was Sam bei Rückenschmerzen sonst zeigt, steht in der Übersicht zu chronischen Rückenschmerzen.
Rückentage in Sam festhalten und als Monatsbericht mitnehmen
Du kommst mit gezählten Symptomtagen statt mit einem Eindruck in die Praxis und musst am Vorabend nichts zusammensuchen.
- Statt Heft, das zu Hause liegt: Schmerzen im unteren Rücken, Morgensteifigkeit oder Taubheit oder Kribbeln trägst du am Handy pro Tag als leicht, mittel oder stark ein.
- Statt Schrittzähler in einer zweiten App: Schritte und Trainingsminuten aus Apple Health liegen als Verlauf in derselben App.
- Statt Strichliste: Den Monatsbericht erstellst du selbst; das PDF zeigt deine Symptomtage im Kalender und deine fünf häufigsten Beschwerden.
Eine Skala von 0 bis 10, Uhrzeiten und Notizen hält das Symptomtagebuch nicht fest, dafür bleibt Papier. Für den Monatsbericht gelten Voraussetzungen, die oben stehen. Mehr in der Übersicht zu chronischen Rückenschmerzen.
Sam kostenlos ausprobierenSam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.
- Rückenschmerzen ohne Befund: Was das MRT nicht zeigt
- Rückenschmerzen: Welcher Arzt hilft wann?
- Symptomtagebuch für den Arzt: Was hineingehört
- Arzttermin bei chronischer Erkrankung: Checkliste für dich
- Was eine App bei chronischer Erkrankung kann und was nicht
- Arthrose-Schmerztagebuch: Was du aufschreibst
Quellen
Stand: Oktober 2026
- Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (BÄK, KBV, AWMF): Patientenleitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, 2. Auflage (PDF) (2017; laut Themenseite nicht mehr gültig, wird überarbeitet)
- Nationale VersorgungsLeitlinien: Themenseite Kreuzschmerz (Gültigkeitsstatus, abgerufen Oktober 2026)
- Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin: Patienteninformation "Aktiv gegen dauerhafte Kreuzschmerzen" (PDF) (4. Auflage 2018, beruht auf der Patientenleitlinie von 2017)
- IQWiG (gesundheitsinformation.de): Rücken- und Kreuzschmerzen (aktualisiert 20. August 2025)
- IQWiG (gesundheitsinformation.de): Rückenschmerzen: Wann zur Ärztin oder zum Arzt? (aktualisiert 20. August 2025)
- Gemeinsamer Bundesausschuss: G-BA aktualisiert DMP zu chronischem Rückenschmerz (Pressemitteilung vom 18. Juni 2026)
- NICE: Low back pain and sciatica in over 16s: assessment and management (NG59), Recommendations (2016, zuletzt aktualisiert 29. Juli 2026, englisch)
- NHS: Back pain (geprüft 5. März 2026, englisch)
- Deyo RA et al.: Report of the NIH Task Force on Research Standards for Chronic Low Back Pain. J Pain 2014;15(6):569-585 (englisch)
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117
Mehr zu Chronische Rückenschmerzen
Häufige Fragen
Ab wann sind Rückenschmerzen chronisch?+
Entscheidend ist die Dauer. Die deutsche Patientenleitlinie Kreuzschmerz (Fassung von 2017, nicht mehr gültig) spricht von chronischen Kreuzschmerzen, wenn sie länger als zwölf Wochen bestehen. Die britische Leitlinie NICE NG59 nennt drei Monate oder länger und hält fest, dass die Stärke schwanken kann. Eine Mindestzahl an Schmerztagen pro Monat nennen beide nicht. Ob deine Beschwerden dazugehören, beurteilt deine Ärztin oder dein Arzt.
Sind Rückenschmerzen chronisch, wenn sie zwischendurch besser werden?+
Das kann sein. NICE hält fest, dass die Stärke chronischer Kreuzschmerzen schwanken kann. Das IQWiG beschreibt, wie verschieden sie sein können: mal mehr, mal weniger stark, oder leicht, aber ständig spürbar. Kommen Schmerzen erst nach mindestens sechs beschwerdefreien Monaten wieder, nennt die Patientenleitlinie sie wiederkehrend. Für Studien nutzt eine Arbeitsgruppe der US-Gesundheitsbehörde NIH eine engere Definition: mindestens drei Monate und Schmerzen an mindestens der Hälfte der Tage der letzten sechs Monate.
Was sollte ich in ein Rückenschmerz-Tagebuch schreiben?+
Pro Tag das Datum, auch an guten Tagen, die Stärke auf einer festen Skala von 0 bis 10, wo der Schmerz sitzt und wohin er ausstrahlt, wann er stärker oder schwächer ist und wie lange du morgens steif bist. Dazu kommen, was im Alltag nicht ging, was du getan oder genommen hast und ob es danach anders war, sowie kurz Schlaf, Stress und Stimmung.
Was fragt die Ärztin oder der Arzt bei chronischen Rückenschmerzen?+
Laut Patientenleitlinie unter anderem: Wo sitzt der Schmerz, strahlt er aus, seit wann, wann ist er stärker, wie hat er sich verändert, wie stark schränkt er dich ein, welche Behandlungen du bisher hattest, ob dir Schwäche oder Gefühlsstörungen in den Beinen oder Probleme beim Wasserlassen aufgefallen sind und ob du unter Stress oder Ängsten leidest. Halten die Schmerzen trotz Behandlung länger als vier Wochen an, sollten seelische Belastungen gezielt erfasst werden.
Brauche ich bei chronischen Rückenschmerzen ein MRT?+
Nicht automatisch. Ergeben Gespräch und Untersuchung keine Hinweise auf eine ernste Ursache, sollen laut Patientenleitlinie zunächst keine Bilder gemacht werden. Bei einschränkenden Schmerzen, die trotz Behandlung vier bis sechs Wochen anhalten, prüft die Praxis, ob eine Bilduntersuchung nötig ist. Bei Hinweisen auf eine ernste Ursache veranlasst sie je nach Dringlichkeit weitere Untersuchungen. MRT-Bilder zeigen auch bei vielen Menschen ohne Rückenschmerzen Veränderungen, schreibt das IQWiG.
Bei welchen Rückenschmerzen brauche ich ärztliche Hilfe, und wie schnell?+
Sofort 112 oder Notaufnahme bei Schmerzen, Kribbeln, Schwäche oder Taubheit in beiden Beinen, Taubheit im Gesäß-, Genital- oder Analbereich, Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang oder Kontrollverlust über Blase oder Darm, einem veränderten Gefühl an Penis oder Scheide beim Sex, Erektionsproblemen oder ausbleibendem Orgasmus, Brustschmerzen oder Schmerzen nach einem schweren Unfall. Sofort ärztliche Hilfe, ohne auf einen Termin zu warten, in Deutschland außerhalb der Sprechzeiten über 116 117, bei Lähmungserscheinungen, starken Beschwerden, neuer Taubheit oder zunehmender Schwäche in einem Bein, Fieber, Schüttelfrost, Nachtschweiß oder allgemeinem Krankheitsgefühl und bei sehr starken Schmerzen, die plötzlich beginnen oder schnell zunehmen. Ärztlich abklären lassen: ungewollter Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit oder ein Gefühl allgemeiner körperlicher Schwäche, eine frühere Krebserkrankung, starke Schmerzen nachts oder in Ruhe, Schmerzen, die nachts schlimmer werden oder in Rückenlage zunehmen, Schmerzen, die sich in Ruhe nicht bessern, Schmerzen nach einem Sturz oder, bei Osteoporose, nach schwerem Heben oder einer unglücklichen Drehung der Wirbelsäule, ins Bein ausstrahlende Schmerzen, besonders über das Knie hinaus oder bis in den Fuß, auch mit Taubheit, Kribbeln oder Schwäche, mehrere Hinweise auf einen entzündlichen Rückenschmerz zusammen (Schmerzen über mehr als zwölf Wochen, schleichender Beginn, Morgensteifigkeit mit Besserung bei Bewegung und Verschlimmerung in Ruhe), Rückenschmerzen zusammen mit Schuppenflechte, einer entzündlichen Darmerkrankung, Gelenk- oder Sehnenentzündungen oder einer Entzündung der mittleren Augenhaut, eine Beule, Schwellung oder Formveränderung am Rücken, Schmerzen, die beim Niesen, Husten oder Stuhlgang zunehmen, Schmerzen oben zwischen den Schulterblättern sowie Rückenschmerzen, die nach einigen Wochen Behandlung zu Hause nicht besser werden, dich bei alltäglichen Dingen stoppen oder dir Sorgen machen.
Kann ich ein Rückenschmerz-Tagebuch in Sam führen?+
Teilweise. Im Symptomtagebuch von Sam trägst du Schmerzen im unteren Rücken, Morgensteifigkeit oder Taubheit oder Kribbeln pro Tag als leicht, mittel oder stark ein, bei Gliederschmerzen mit der Körperregion Rücken. Eine Skala von 0 bis 10, Uhrzeiten und Notizen gibt es dort nicht; die gehören weiter auf Papier.