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10 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

Arthrose-Schmerztagebuch: Was du aufschreibst

Arthrose-Schmerztagebuch: welches Gelenk, wie stark, wie lange steif, bei welcher Tätigkeit. Was Praxis und Physiotherapie fragen und wann es eilt.

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Zwischen zwei Arztterminen vergehen Wochen, und im Sprechzimmer bleibt von den schlechten Gelenktagen oft nur ein Gefühl. Ein Schmerztagebuch hält fest, welches Gelenk wie stark wehtat, wie lange es morgens steif war und was du davor gemacht hast; auf Papier geht das mit einer Skala von 0 bis 10. Im Symptomtagebuch von Sam tippst du Gelenkschmerzen oder Morgensteifigkeit einmal am Tag als leicht, mittel oder stark an, und der Monatsbericht, den du bei erfüllten Voraussetzungen selbst erstellst, zählt die Tage mit Beschwerden. Hier steht, was in ein gutes Tagebuch gehört, was Praxis und Physiotherapie fragen und wann du nicht auf den Termin wartest.

Was gehört in ein Arthrose-Schmerztagebuch?

In einem Schmerztagebuch notierst du, wann und wo Schmerzen auftraten und wie stark sie waren. So beschreibt es die Stiftung Gesundheitswissen, die ein Schmerztagebuch für Menschen mit Arthrose zum Ausdrucken anbietet. Für Arthrose lohnen sich diese Angaben:

  • Datum: jeder Tag, auch die guten. Sonst weiß später niemand, ob ein leerer Tag schmerzfrei oder vergessen war.
  • Gelenk und Seite: "rechtes Knie", "linke Hüfte", "Daumengelenk rechts".
  • Schmerzstärke: immer dieselbe Skala. Im Tagebuch der Stiftung heißt 0 schmerzfrei und 10 der stärkste Schmerz.
  • Tätigkeit davor und ihre Dauer: Treppen, Aufstehen, zwei Stunden Sitzen, Gartenarbeit, ein Schraubglas öffnen.
  • Morgensteifigkeit in Minuten: wie lange es nach dem Aufstehen dauert, bis das Gelenk wieder beweglich ist.
  • Schwellung: ob das Gelenk dick war und ob es sich warm anfühlte.
  • Ruhe und Nacht: ob das Gelenk auch im Sitzen, im Liegen oder nachts wehtat.
  • Was du genommen oder getan hast, und ob es danach besser, schlechter oder gleich war.
  • Was nicht ging: die Treppe ohne Pause, der Weg zum Bäcker, die Flasche öffnen.

Eine Beispielzeile: "Di, rechtes Knie, 6 von 10 nach drei Etagen Treppe, morgens 10 Minuten steif, abends leicht geschwollen, nicht warm". Die Stiftung empfiehlt, den Verlauf über mehrere Wochen zu notieren. Welchen Zeitraum deine Praxis sehen möchte, fragst du am besten vorher. Ob Papier oder App besser zu dir passt, vergleicht der Beitrag Symptomtagebuch für den Arzt.

Warum fragt die Praxis zuerst nach deinen Beschwerden und nicht nach dem Röntgenbild?

Arthrose lässt sich meist anhand der typischen Beschwerden und einer Untersuchung feststellen, im Zweifel kommt laut IQWiG ein Röntgenbild dazu; die Behandlung richtet sich nach deinen Beschwerden und deiner Situation, nicht nach dem Bild. Die britische NICE-Leitlinie NG226 sieht bei Menschen ab 45 mit belastungsabhängigen Gelenkschmerzen und keiner oder höchstens 30 Minuten Morgensteifigkeit eine Feststellung ohne Bildgebung vor; das sind Kriterien für die Praxis, kein Test für zu Hause. Auch wenn alle drei auf dich zutreffen, stellt erst die Ärztin oder der Arzt die Diagnose, und trifft eines nicht zu, ist das keine Entwarnung. Wann geröntgt wird, wer zuständig ist und was Blutwerte zeigen, steht in Arthrose: Welcher Arzt? Röntgen, Blutwerte und Diagnose.

Arthrose oder Arthritis: Was ist der Unterschied?

Die Wörter klingen ähnlich, meinen aber Verschiedenes. Arthritis heißt Gelenkentzündung, von griechisch arthron für Gelenk und -itis für Entzündung. Dazu zählen die rheumatoide Arthritis und die Gicht. Bei Arthrose verändert sich das Gelenk, unter anderem wird die schützende Knorpelschicht dünner. Entzündungen tragen dazu bei, sind aber anders als bei Rheuma nicht die Ursache.

Für dein Tagebuch sind die Unterschiede wichtig, die sich aufschreiben lassen:

MerkmalTypisch bei ArthroseTypisch bei rheumatoider Arthritis
Steifigkeitnach Ruhe, löst sich beim Bewegen relativ schnellmorgens, über 30 Minuten, meist sogar über eine Stunde, bis die Gelenke wieder beweglich sind
Schmerzvor allem bei Belastungauch in Ruhe
Schwellungfest, nicht ungewöhnlich warmwarm und geschwollen
Verteilungoft Knie, Hüfte, kleine Fingergelenkemeist auf beiden Körperseiten die gleichen Gelenke

Länger als 30 Minuten Steifigkeit am Morgen deutet laut IQWiG eher auf eine rheumatische Gelenkentzündung hin. Das ist ein Anhaltspunkt für die Praxis, kein Test für zu Hause. Notiere deshalb die Minuten, nicht nur "steif", und sprich lange Steifigkeit an. Welche Erkrankung vorliegt, klärt die Ärztin oder der Arzt. Ein warmes, geschwollenes Gelenk gehört unabhängig von der Ursache dringend ärztlich abgeklärt, mehr dazu im letzten Abschnitt. Zwei entzündliche Formen vergleicht der Beitrag Gicht oder rheumatoide Arthritis.

Was fragen Arztpraxis und Physiotherapie?

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle. Dort geht es zuerst um deine Beschwerden, danach wird das Gelenk untersucht. Die europäische Rheumatologie-Fachgesellschaft EULAR empfiehlt, die Einschätzung bei Hüft- und Kniearthrose breit anzulegen. Dazu gehören die körperliche und seelische Verfassung, der Alltag, die Arbeit sowie soziale und Umweltfaktoren. Daraus ergeben sich Fragen wie diese:

  • Welche Gelenke tun weh, seit wann und auf welcher Seite?
  • Wann schmerzt es: beim Gehen, auf der Treppe, beim Aufstehen, in Ruhe, nachts?
  • Wie lange bist du morgens steif?
  • Was geht im Alltag oder bei der Arbeit nicht mehr?
  • Wie schläfst du, und wie geht es dir damit?
  • Was hast du genommen oder ausprobiert, und was hat es gebracht?

Die Frage nach Schlaf und Stimmung ist kein Smalltalk. Arthrose kann aufs Gemüt schlagen und den Schlaf stören, schreibt das IQWiG.

In der Physiotherapie kommt die Funktion dazu. Für Knie- und Hüftarthrose empfiehlt die internationale Arthrose-Fachgesellschaft OARSI ein Kernset aus drei Tests: wie oft du in 30 Sekunden vom Stuhl aufstehst, ein zügiger Gang über 40 Meter und Treppensteigen. Welche Tests deine Praxis nutzt, entscheidet sie selbst. Dein Tagebuch ergänzt solche Messungen um die Wochen dazwischen. Am meisten hilft eine Zahl: "Treppe in den 2. Stock nur mit einer Pause" oder "15 Minuten zum Bäcker, danach Knie 5 von 10". Wie du den ganzen Termin vorbereitest, steht in der Checkliste für den Arzttermin bei chronischer Erkrankung.

Gehört der Schmerz beim Training auch hinein?

Ja, gerade der. Aktiv zu bleiben und das Gelenk gezielt zu trainieren, gehört laut IQWiG zum Wichtigsten, was Menschen mit Arthrose tun können. NICE sieht für alle Menschen mit Arthrose eine auf sie zugeschnittene Bewegungstherapie vor. EULAR empfiehlt sie für Hüft- und Kniearthrose auf der höchsten Evidenzstufe.

NICE sagt auch, was am Anfang passieren kann: Gelenkschmerzen können zu Beginn einer Bewegungstherapie zunehmen. Regelmäßige Übungen seien auf lange Sicht trotzdem gut für die Gelenke. Nimmt der Schmerz nach dem Training deutlich zu oder bleibt er länger als sonst, sprich es mit der Arztpraxis oder der Physiotherapie an. Ein Tagebuch zeigt dir und der Physiotherapie, wie sich die Schmerzen über die Wochen entwickeln. Notiere dafür die Übungseinheit, die Schmerzstärke danach und am nächsten Morgen.

NICE rät außerdem, sich wieder zu melden, wenn der vereinbarte Plan in der abgesprochenen Zeit nicht wirkt oder du mit ihm nicht zurechtkommst. Mit Einträgen kannst du das konkret sagen. Wie viel und welche Bewegung zu deinem Gelenk passt, klärst du mit Arztpraxis oder Physiotherapie.

Wie hältst du einen Arthrose-Schub fest?

Manche Menschen mit Arthrose haben Schübe. Die Schmerzen steigen dann plötzlich an und sind eher stechend, pochend oder brennend. Das Gelenk kann vorübergehend anschwellen und steifer werden. Meist klingt ein Schub nach einigen Tagen ab, schreibt das IQWiG. Nehmen Schmerz oder Schwellung weiter zu oder kommen immer wieder, sprichst du es zeitnah in der Hausarztpraxis an. NICE beschreibt einen Schub als vorübergehende Verschlechterung von Schmerz, Schwellung und Steifigkeit, die Schlaf, Aktivität und Stimmung beeinträchtigen kann.

Für den Termin zählen drei Dinge: wann der Schub begann, wie lange er dauerte und was davor war. Wurden Schmerz und Schwellung in einem Gelenk plötzlich stark, wurde das Gelenk rot oder heiß oder hattest du Fieber, Schüttelfrost oder ein allgemeines Krankheitsgefühl, wartest du nicht auf den Termin (siehe unten).

Was hält Sam fest, und was bleibt auf Papier?

Im Symptomtagebuch von Sam stehen Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit, Schwellung und Muskelkrämpfe zur Wahl. Jedes Symptom bekommt pro Tag einen Eintrag: leicht, mittel oder stark. Bei Gelenkschmerzen und Schwellung tippst du eine Körperregion an. Die Regionen sind grob, etwa "Gelenke" oder "Linker Oberschenkel"; Knie oder Hüfte gibt es nicht. Ein bestimmtes Gelenk benennst du über ein eigenes Symptom unter "Andere", zum Beispiel "Linkes Knie". Gehört es zu deinen fünf häufigsten Beschwerden, erscheint es dort mit diesem Namen. Vergessene Tage trägst du im Gesundheitsverlauf nach.

Schritte, Trainingsminuten und Treppen aus Apple Health liegen als Verlauf in derselben App. Weitere Gehwerte, zum Beispiel Gehgeschwindigkeit und Schrittlänge, blendest du unter "Metriken anpassen" mit der Gruppe Gehstabilität ein, ab Werk ist sie aus. Sam zeigt dann den zuletzt gemessenen Wert mit Verlauf. Es sind Schätzungen von iPhone oder Apple Watch, kein ärztlicher Test. Tippst du auf einen Wert, kann unter "Was dies bedeutet" ein automatisch erstellter Text erscheinen, der den letzten Wert mit früheren Werten vergleicht; das ist kein Befund zu Gang oder Gelenk. Mehr dazu in Arthrose und Apple Watch.

Bedarfsmedikamente aus deiner Medikamentenliste hakst du auf dem Symptomblatt von heute unter "Etwas genommen?" ab. Eine Erinnerung gibt es für sie nicht. Ab dem 1. eines Monats erstellst du den Monatsbericht für den Vormonat selbst. Er fasst Symptomtage im Kalender, deine fünf häufigsten Beschwerden, Aktivität und Schlaf zusammen. Voraussetzung sind erlaubte Benachrichtigungen, die Freigabe von Apple Health und eine Angabe zu chronischen Erkrankungen. Ab dem zweiten Bericht musst du außerdem an mindestens 15 der letzten 30 Tage festgehalten haben, wie es dir ging; Symptom-Einträge zählen dafür nicht. Gehwerte und eine Medikamentenliste enthält er nicht. Die Aktivitätsseite druckt allgemeine Hinweise zur Bewegung, die deine Gelenke nicht kennen. Was für dich passt, klärst du mit der Physiotherapie.

Was das Symptomtagebuch nicht festhält, gehört auf Papier: die Skala von 0 bis 10, die Minuten der Morgensteifigkeit, Uhrzeiten, die Tätigkeit vor dem Schmerz und was geholfen hat. Was Sam bei Arthrose sonst zeigt, steht in der Übersicht zu Arthrose.

Wann wartest du nicht auf den nächsten Termin?

Sprich es zeitnah in der Hausarztpraxis an, wenn Gelenkschmerzen dich im Alltag oder im Schlaf einschränken. Das gilt auch, wenn Schmerz oder Schwellung zunehmen oder immer wiederkommen, oder wenn die Gelenke nach dem Aufwachen länger als 30 Minuten steif sind. So nennt es der britische Gesundheitsdienst NHS.

Plötzlich starke Schmerzen und Schwellung in einem Gelenk, ein gerötetes oder überwärmtes Gelenk oder Gelenkschmerzen mit Fieber, Schüttelfrost oder allgemeinem Krankheitsgefühl gehören dringend ärztlich abgeklärt. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, oder du gehst in die Notaufnahme. Im Notfall wählst du 112. Bei Arthrose fühlt sich ein geschwollenes Gelenk in der Regel fest und nicht ungewöhnlich warm an, schreibt das IQWiG. NICE zählt ein heißes, geschwollenes Gelenk zu den Zeichen, die nicht zu einer typischen Arthrose passen.

Sofort in die Notaufnahme oder über den Notruf 112 gehören sehr starke Gelenkschmerzen nach einem Sturz oder einer Verletzung, ein herausgesprungenes Gelenk und Kribbeln oder Taubheit um ein verletztes Gelenk. Dasselbe gilt, wenn du nicht mehr gehen oder ein Gelenk nicht belasten kannst. Warte bei diesen Zeichen nicht ab, ob es vorbeigeht. Dafür ist Sam nicht gemacht: Die App ersetzt weder den Notruf noch eine Untersuchung.

Gelenktage in Sam festhalten und als Monatsbericht mitnehmen

Du kommst mit gezählten Gelenktagen statt mit einem Eindruck in die Praxis und musst am Vorabend nichts nachrechnen.

  • Statt Heft, das zu Hause liegt: Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit und Schwellung tippst du am Handy als leicht, mittel oder stark an, ein eigenes Symptom wie "Linkes Knie" eingeschlossen.
  • Statt Schrittzähler in einer zweiten App: Schritte und Trainingsminuten aus Apple Health liegen in derselben App als Verlauf.
  • Statt Strichliste: Den Monatsbericht erstellst du selbst; er zeigt deine Symptomtage im Kalender und deine fünf häufigsten Beschwerden als PDF.

Minuten, Uhrzeiten und eine Skala von 0 bis 10 hält das Symptomtagebuch nicht fest, dafür bleibt Papier. Ab dem zweiten Monatsbericht musst du an mindestens 15 der letzten 30 Tage festgehalten haben, wie es dir ging; Symptom-Einträge zählen dafür nicht. Mehr dazu in der Übersicht zu Arthrose.

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Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Was schreibe ich in ein Arthrose-Schmerztagebuch?+

Pro Tag das Datum, welches Gelenk auf welcher Seite, die Schmerzstärke auf einer festen Skala wie 0 bis 10, wie viele Minuten du morgens steif warst und was du vor dem Schmerz gemacht hast. Dazu kommen Schwellung, Schmerzen in Ruhe oder nachts, was du genommen oder getan hast und was im Alltag nicht ging.

Wie lange sollte ich ein Schmerztagebuch bei Arthrose führen?+

Über mehrere Wochen, so empfiehlt es die Stiftung Gesundheitswissen in ihrem Schmerztagebuch für Menschen mit Arthrose. Welchen Zeitraum deine Praxis oder Physiotherapie sehen möchte, fragst du am besten vorher. Trag auch die guten Tage ein.

Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis?+

Arthritis heißt Gelenkentzündung, etwa bei rheumatoider Arthritis oder Gicht. Bei Arthrose verändert sich das Gelenk, unter anderem wird die Knorpelschicht dünner. Entzündungen tragen dazu bei, sind aber anders als bei Rheuma nicht die Ursache. Typisch für Arthrose ist Steifigkeit nach Ruhe, die sich beim Bewegen relativ schnell löst. Welche Erkrankung vorliegt, klärt die Ärztin oder der Arzt.

Wie lange dauert die Morgensteifigkeit bei Arthrose?+

Die Dauer ist ein Anhaltspunkt für die Praxis, kein Test für zu Hause: Notiere die Minuten und sprich lange Steifigkeit an. Typisch bei Arthrose ist eine kurze Steifigkeit nach Ruhe, die sich beim Bewegen relativ schnell löst. Hält sie morgens länger als 30 Minuten an, deutet das laut IQWiG eher auf eine rheumatische Gelenkentzündung hin, und auch der britische NHS rät dann zu einem Termin in der Praxis. Die NICE-Leitlinie nennt für Menschen ab 45 mit belastungsabhängigen Gelenkschmerzen keine oder höchstens 30 Minuten Morgensteifigkeit als passend zur Arthrose.

Was fragt die Physiotherapie bei Arthrose?+

Rechne mit Fragen danach, wann und wo es wehtut, was im Alltag schwerfällt und wie sich die Schmerzen nach den Übungen entwickeln. Für Knie- und Hüftarthrose empfiehlt die Arthrose-Fachgesellschaft OARSI außerdem Funktionstests: wie oft du in 30 Sekunden vom Stuhl aufstehst, einen zügigen Gang über 40 Meter und Treppensteigen. Dein Tagebuch ergänzt diese Messungen um die Tage dazwischen.

Was ist ein Arthrose-Schub?+

Eine vorübergehende Verschlechterung. Die Schmerzen steigen plötzlich an, das Gelenk kann anschwellen und steifer werden. Meist klingt ein Schub nach einigen Tagen ab, schreibt das IQWiG. Werden Schmerz und Schwellung in einem Gelenk plötzlich stark, wird das Gelenk rot oder heiß oder hast du Fieber, Schüttelfrost oder ein allgemeines Krankheitsgefühl, wartest du nicht auf den Termin. Nehmen Schmerz oder Schwellung weiter zu oder kommen immer wieder, sprichst du es zeitnah in der Hausarztpraxis an. Für den Termin notierst du Beginn, Dauer und was davor war.

Kann ich ein Arthrose-Schmerztagebuch in Sam führen?+

Teilweise. Im Symptomtagebuch von Sam tippst du Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit oder Schwellung einmal am Tag als leicht, mittel oder stark an. Ein bestimmtes Gelenk legst du als eigenes Symptom an, etwa 'Linkes Knie'. Eine Skala von 0 bis 10, Minuten, Uhrzeiten und Notizen gibt es dort nicht; die gehören weiter auf Papier.

Wann muss ich mit Gelenkschmerzen sofort zum Arzt?+

Plötzlich starke Schmerzen und Schwellung in einem Gelenk, ein gerötetes oder überwärmtes Gelenk oder Gelenkschmerzen mit Fieber, Schüttelfrost oder allgemeinem Krankheitsgefühl gehören dringend ärztlich abgeklärt, außerhalb der Sprechzeiten in Deutschland über den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder in der Notaufnahme; im Notfall wählst du 112. Sehr starke Schmerzen nach einem Sturz oder einer Verletzung, ein herausgesprungenes Gelenk, Kribbeln oder Taubheit um ein verletztes Gelenk, oder wenn du nicht mehr gehen oder ein Gelenk nicht belasten kannst: Dann gehst du sofort in die Notaufnahme oder wählst 112.