12 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

PCOS: Zyklus und Beschwerden für die Praxis aufschreiben

Verdacht auf PCOS: was du für den ersten Termin aufschreibst, was die Leitlinien nennen, wann du nicht wartest und was PMOS bedeutet.

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Die letzte Blutung ist zwei Monate her, die davor kam nach fünf Wochen, und beim Termin bleibt davon nur "ziemlich unregelmäßig". Bei Verdacht auf PCOS zählen genau diese Abstände über Monate, dazu Haut, Haare und Stimmung. Im Zyklus-Tracking von Sam trägst du jeden Blutungstag mit Stärke ein, und Sam zählt daraus deine Zykluslängen vom kürzesten bis zum längsten Zyklus, statt dass du im Kalender zurückrechnest. Akne, Haarausfall und Erschöpfung hältst du im Symptomtagebuch fest.

Welche Zyklusdaten braucht die Praxis bei PCOS-Verdacht?

Zuerst den Zyklus. Die internationale, evidenzbasierte PCOS-Leitlinie von 2023 legt fest, ab wann Zyklen als unregelmäßig gelten. Die Grenzen hängen davon ab, wie lange deine erste Periode zurückliegt:

  • im ersten Jahr: unregelmäßige Zyklen gehören laut Leitlinie zur Pubertät, eine starke Blutung gehört trotzdem abgeklärt
  • ein bis drei Jahre: Zyklen unter 21 oder über 45 Tage
  • ab drei Jahren bis zu den Wechseljahren: Zyklen unter 21 oder über 35 Tage oder weniger als acht Zyklen im Jahr
  • ab einem Jahr: jeder einzelne Zyklus über 90 Tage

Treten solche Zyklen auf, soll laut Leitlinie an PCOS gedacht werden. Eine Blutung zeigt normalerweise, dass ein neuer Zyklus beginnt, schreibt das IQWiG. Das gilt, solange du nicht schwanger bist und keine Hormonpräparate nimmst, die den Zyklus unterdrücken. Gezählt wird also vom ersten Blutungstag bis zum ersten Blutungstag der nächsten Periode.

Notiere deshalb vor allem den ersten Tag jeder Blutung, dazu die Zahl der Blutungstage und die Stärke. Die Periode dauert bei den meisten Frauen drei bis sieben Tage, so das IQWiG. Schmierblutungen zwischen den Perioden schreibst du getrennt auf. Ein Protokoll über Monate zeigt mehr als eines über vier Wochen, denn ein einzelner langer Zyklus kann über zwei Monate dauern. Warte darauf aber nicht. Fang heute an, trag nach, woran du dich erinnerst, und vereinbare den Termin sofort. Ärztin oder Arzt kannst du auch mit wenigen Einträgen oder ganz ohne Protokoll sehen.

Ein erfundenes Beispiel, keine echte Person und kein Richtwert:

ZyklusLänge
133 Tage
252 Tage
329 Tage
497 Tage

Nach der Leitlinie wären ab drei Jahren nach der ersten Periode die Zyklen 2 und 4 länger als 35 Tage. Zyklus 4 dauert zudem über 90 Tage, ein Grund für eine zeitnahe Abklärung (siehe unten). Ob dein Zyklus im ärztlichen Sinn unregelmäßig ist, entscheidet deine Praxis. Verschieb keinen Termin, weil deine Zahlen unauffällig aussehen.

Was gehört außer der Blutung ins Protokoll?

Laut Leitlinie fragen Fachleute gründlich nach Zeichen erhöhter männlicher Hormone, also nach Akne, Haarausfall nach weiblichem Muster und verstärktem Haarwuchs, dem Hirsutismus. Ungewollten Haarwuchs und Haarausfall sollen sie ernst nehmen, egal wie leicht sie wirken. Viele Frauen entfernen solche Haare, und dann wirken die Zeichen bei der Untersuchung schwächer, hält die Leitlinie fest. Deine eigene Einschätzung gilt dagegen als sehr aussagekräftig. Notiere deshalb:

  • Akne: wo, wie stark und ob sie kommt und geht.
  • Kopfhaar: ob es dünner wird.
  • Haarwuchs an Gesicht oder Körper: an welchen Stellen und wie oft du Haare entfernst.
  • Beginn und Verlauf: seit wann, und ob es langsam oder schnell zugenommen hat.
  • Dunkle, verdickte Hautstellen an Nacken oder Achseln: Der britische NHS zählt sie zu den möglichen Zeichen.
  • Erschöpfung und Stimmung: gedrückte Stimmung, Angst, Stimmungsschwankungen.
  • Schlaf: ob du schnarchst, unerholt aufwachst oder tagsüber sehr müde bist.
  • Medikamente: alles, was du nimmst, auch hormonelle Mittel, mit Beginn und Ende.

Beginn und Tempo zählen, weil neu und stark auftretende oder rasch zunehmende Zeichen laut Leitlinie weitere Untersuchungen brauchen. So lassen sich andere Ursachen ausschließen.

Stimmung und Schlaf gehören dazu, weil die Leitlinie empfiehlt, bei allen Erwachsenen mit PCOS nach Depression und Angst zu fragen. Die WHO nennt außerdem Essstörungen und ein negatives Körperbild. Obstruktive Schlafapnoe ist bei PCOS häufiger, unabhängig vom BMI. Die Leitlinie fragt deshalb nach Schnarchen zusammen mit unerholtem Aufwachen, Tagesmüdigkeit oder Erschöpfung. Mehr dazu im Beitrag Schlafapnoe: Was du vor Schlaflabor und Kontrolle notierst.

Hormonelle Mittel gehören auf die Liste. Unter einem kombinierten Hormonpräparat zum Einnehmen lassen sich männliche Hormone im Blut laut Leitlinie kaum zuverlässig beurteilen. Auch der AMH-Wert kann dann niedriger ausfallen. Solche Präparate unterdrücken den normalen Zyklus. Eine Blutung unter ihnen ist eine Entzugsblutung und meist schwächer als eine Menstruation, so familienplanung.de. Ändere nichts ohne Rücksprache mit deiner Praxis. Wie eine vollständige Liste aussieht, zeigt der Beitrag Medikamentenliste für den Arzt.

Und das Gewicht? PCOS betrifft nicht nur Frauen mit höherem Gewicht. Nach gesund.bund.de haben 50 bis 80 Prozent der Frauen mit PCOS Übergewicht, viele also nicht. Die Leitlinie nennt das erhöhte Diabetesrisiko ausdrücklich unabhängig von Alter und BMI. Gewicht ist für sie ein Gesundheitsfaktor unter mehreren, und Fachleute sollen vor dem Wiegen um Erlaubnis fragen.

Welche Merkmale nennen die Leitlinien für die Diagnose?

Bei Erwachsenen braucht es nach der internationalen Leitlinie zwei von drei Merkmalen, nachdem andere Ursachen ausgeschlossen sind:

  • Zeichen erhöhter männlicher Hormone, sichtbar wie beim Hirsutismus oder im Blut gemessen
  • eine Zyklusstörung, meist in Form unregelmäßiger Zyklen
  • auffällige Eierstöcke im Ultraschall oder ein erhöhter AMH-Wert

Die deutsche S2k-Leitlinie, die die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie mit weiteren Fachgesellschaften erstellt hat, nutzt laut Deutschem Ärzteblatt dieselbe Regel. Sie lässt einen hohen AMH-Wert als Kriterium zu. Die WHO nennt dieselbe Regel zwei von drei, als drittes Merkmal aber nur den Ultraschall. Für das Blut nennt die internationale Leitlinie Gesamt- und freies Testosteron.

Den AMH-Wert braucht es nicht, wenn unregelmäßige Zyklen und Zeichen erhöhter männlicher Hormone schon vorliegen. Er soll nie der einzige Test sein und bei Jugendlichen noch nicht genutzt werden. Alter, Gewicht, hormonelle Präparate und der Zyklustag beeinflussen ihn.

Bei der Diagnose sieht die Leitlinie außerdem eine Prüfung des Zuckerstoffwechsels vor. Danach folgt sie alle ein bis drei Jahre, je nach Risiko. Am genauesten ist der orale Glukosetoleranztest. Was bei dir sinnvoll ist, entscheidet deine Praxis.

Wird aus PCOS jetzt PMOS, und warum steht hier PCOS vorn?

Am 12. Mai 2026 erschien im Lancet das Ergebnis eines internationalen Konsensprozesses: Aus dem polyzystischen Ovarsyndrom wird das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom, kurz PMOS. Fünf deutsche Fachgesellschaften begrüßen das, darunter die für Endokrinologie, Diabetes und Gynäkologie. In ihrer Stellungnahme vom 26. Juni 2026 nennen sie diese Gründe:

  • Im Ultraschall sieht man kleine Follikel, keine Zysten.
  • Die Erkrankung betrifft Hormone und Stoffwechsel, mit erhöhtem Risiko etwa für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Bis zu 70 Prozent der Betroffenen bleiben undiagnostiziert.
  • Der Blick allein auf die Eierstöcke hat zu Stigmatisierung beigetragen.

Vorgesehen sind drei Jahre Übergang. So lange empfehlen die Gesellschaften die Schreibweise "PMOS (ehemals PCOS)", der Diagnoseschlüssel E28.2 bleibt zunächst gleich. Der britische NHS hat seine Seite schon umbenannt.

Wir schreiben PCOS trotzdem zuerst, weil du den Begriff wahrscheinlich so kennst und so gesucht hast. Gemeint ist dasselbe Krankheitsbild, und in der Praxis können dir beide Namen begegnen.

Wie bereitest du den ersten Termin vor?

Zyklusstörungen können viele Ursachen haben, die ausgeschlossen werden müssen, schreiben die Deutsche Diabetes Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie. Ihr Rat: unregelmäßige Blutungen, lange Zyklusabstände oder Zeichen erhöhter männlicher Hormone ärztlich abklären lassen. Das gehört in die Tasche:

  • dein Zyklusprotokoll, auf Papier oder als Zyklusbericht aus Sam
  • deine Notizen zu Haut, Haaren, Stimmung und Schlaf, mit Beginn und Verlauf
  • eine Medikamentenliste mit hormonellen Mitteln, Beginn und Ende
  • frühere Laborberichte und Arztbriefe
  • deine Fragen, etwa: Welche Untersuchungen sind bei mir sinnvoll? Beeinflusst mein hormonelles Mittel die Blutwerte? Wann wird mein Zuckerstoffwechsel geprüft?

Frühere Laborberichte kannst du in den Medizinischen Dokumenten von Sam ablegen. Nach deiner Einwilligung liest Sam die Werte aus. Blutzucker, HbA1c, Cholesterin oder ALT ordnet Sam als bekannte Werte zu. Testosteron, LH, FSH, AMH oder Östradiol gehören nicht dazu. Bei diesen Zeilen bleiben Name, Wert und Einheit wie gedruckt, dazu kommt der erste Referenzbereich, den dein Labor druckt. Zu jedem Wert mit gedrucktem Bereich zeigt Sam den Hinweis "Hoch", "Niedrig" oder "Im Normbereich", gerechnet nur gegen den ersten gedruckten Bereich. Bei Zeilen wie Testosteron, LH oder FSH ist er keine Einordnung deiner Werte und kann falsch sein, etwa wenn dein Labor getrennte Bereiche für Frauen und Männer druckt. Prüfe die Werte gegen den Originalbericht. Was die Werte bedeuten, besprichst du mit deiner Praxis.

Wie du Beschwerden kurz schilderst, steht in der Checkliste für den Arzttermin bei chronischer Erkrankung. Fühlst du dich nicht ernst genommen, hilft der Beitrag Arzt nimmt mich nicht ernst.

Wann wartest du nicht auf den Termin?

Eine starke Blutung gehört ärztlich abgeklärt. Als Anzeichen nennt gesund.bund.de, dass Binden oder Tampons oft schon nach ein bis zwei Stunden gewechselt werden müssen oder viele dicke Blutklumpen abgehen. Der NHS nennt als Grund für einen Arzttermin auch starke Schmerzen während der Periode und Blutungen zwischen den Perioden oder nach dem Sex.

Um einen dringenden Termin bittest du, wenn plötzlich neues dickes, dunkles Haar an Gesicht und Körper wächst, deine Stimme tiefer wird oder deine Muskeln zunehmen. So steht es beim NHS. Neu und stark auftretende oder rasch zunehmende Zeichen männlicher Hormone gehören laut Leitlinie außerdem weiter untersucht.

Bleibt die Blutung länger als 90 Tage aus, lass das zeitnah ärztlich abklären. Kann eine Schwangerschaft die Ursache sein, warte nicht so lange: Laut MSD Manual ist sie bei Frauen in den fruchtbaren Jahren die häufigste Ursache, wenn die Periode ausbleibt. Weitere Gründe für einen Termin laut MSD Manual: drei ausgebliebene Perioden, weniger als neun im Jahr oder eine plötzliche Veränderung im Ablauf.

Kommen zu einer starken Blutung Schwindel, Atemnot oder Herzrasen, such noch am selben Tag ärztliche Hilfe. gesund.bund.de nennt diese Beschwerden als mögliche Zeichen einer stärkeren Blutarmut. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Ist die Atemnot stark, gilt nicht dieser Weg, sondern die 112.

Wähl die 112 bei:

  • starker Atemnot, bei der du nach Luft ringst oder kaum sprechen kannst
  • plötzlichen, sehr starken Unterleibsschmerzen zusammen mit Schwindel oder Ohnmacht
  • einer Ohnmacht mit Brustschmerzen, Herzrasen, Herzklopfen oder unregelmäßigem Herzschlag
  • einer Ohnmacht beim Sport oder im Liegen
  • einer Ohnmacht mit schwerer Verletzung oder mit Krampfanfall (Zittern oder Zucken)
  • einer Ohnmacht, von der du dich nicht vollständig erholst oder nach der dir Sprechen oder Bewegen schwerfällt
  • jemandem, der nach einer Ohnmacht nicht atmet oder nicht innerhalb einer Minute aufwacht
  • einer Blutung, die sich nicht stoppen lässt

Warte bei diesen Zeichen nicht ab, ob es vorbeigeht. Hast du Gedanken, dir etwas anzutun, ruf die 112 an oder in Deutschland die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111. Sie ist kostenfrei und rund um die Uhr erreichbar. Sam ersetzt weder den Notruf noch eine Untersuchung.

Was hält Sam fest, und was bleibt auf Papier?

Im Zyklus-Tracking wählst du für jeden Blutungstag die Stärke: Schmierblutung, leicht, mittel oder stark. Unter "Wie es war" wählst du aus vorgegebenen Antworten, wie die Blutung deinen Tag beeinflusst hat, etwa "Hat meine Pläne geändert". Schmierblutungen zählt Sam getrennt und nicht zur Periode. Blutungstage, die schon in Apple Health stehen, übernimmt Sam beim Öffnen des Zyklus-Tracking, sofern du Apple Health freigegeben hast, bis zu zwei Jahre rückwirkend. Übernommen werden Tage mit Stärkeangabe; Tage ohne Stärkeangabe und Schmierblutungen aus Apple Health übernimmt Sam nicht. Vergessene Tage trägst du nachträglich ein. Ab zwei erfassten Perioden zeigt die Karte "Deine Zyklen" deine Zykluslänge und die Tage deiner Periode. Fehlt eine ganze Periode, werden zwei Zyklen zu einem langen.

Der Zyklusbericht als PDF umfasst dein ganzes Protokoll: erfasste Zyklen, Zykluslänge, Blutungstage pro Periode und Tage mit Blutung zwischen den Perioden. Wo es zutrifft, kommen die Zeilen "Zyklen außerhalb von 21-35 Tagen" und "Perioden länger als 8 Tage" dazu. Die Spanne von 21 bis 35 Tagen ist fest eingestellt. Sie berücksichtigt weder dein Alter noch die Zeit seit deiner ersten Periode. Sam stuft keinen Zyklus als regelmäßig oder unregelmäßig ein. Der Bericht vermerkt selbst, dass die Zahlen selbst erfasst und Mindestwerte sind. Was sie bedeuten, ordnet deine Ärztin oder dein Arzt ein.

Im Symptomtagebuch stehen Akne, Haarausfall, Erschöpfung, gedrückte Stimmung, Angstgefühle und Beckenschmerzen, jeweils als leicht, mittel oder stark. Du erreichst es auch über "Außerdem bemerkt" im selben Fenster. Stimmungsschwankungen und Schnarchen trägst du als vorhanden ein. Für verstärkten Haarwuchs gibt es keinen Eintrag; du legst ihn unter "Andere" als eigenes Symptom an. Jedes Symptom bekommt einen Eintrag pro Tag, ohne Uhrzeit und ohne Notizfeld.

Den Monatsbericht mit Symptomtagen und deinen fünf häufigsten Beschwerden erstellst du selbst, ab dem 1. für den Vormonat. Dafür müssen Mitteilungen erlaubt, Apple Health freigegeben und die Frage nach deinen Erkrankungen beantwortet sein. Ab dem zweiten Bericht brauchst du an mindestens 15 der letzten 30 Tage einen Eintrag, wie es dir ging. Symptomeinträge zählen dafür nicht.

Auf Papier bleibt, wo Haare wachsen, wie oft du sie entfernst, seit wann etwas begonnen hat und alles in eigenen Worten. Was Sam bei PCOS sonst zeigt, steht in der Übersicht zu PCOS.

Zyklus und Beschwerden in Sam festhalten und als Zyklusbericht mitnehmen

Du kommst mit gezählten Zykluslängen statt mit "ziemlich unregelmäßig" in die Praxis und musst am Vorabend nichts zurückrechnen.

  • Statt Kalender durchblättern: Du trägst jeden Blutungstag mit Stärke ein, und Sam zählt Zykluslängen und Blutungstage, Schmierblutungen getrennt.
  • Statt Zettel in der Handtasche: Akne, Haarausfall oder gedrückte Stimmung tippst du pro Tag als leicht, mittel oder stark an, verstärkten Haarwuchs als eigenes Symptom.
  • Statt loser Notizen: Den Zyklusbericht nimmst du als PDF mit, deine Symptomtage zeigt der Monatsbericht, den du selbst erstellst.

Sam zählt nur, was du einträgst oder aus Apple Health übernimmst, und stellt keine Diagnose; Uhrzeiten und freie Notizen bleiben auf Papier. Mehr in der Übersicht zu PCOS.

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Mehr zum Thema

Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Ab wann gilt ein Zyklus als unregelmäßig?+

Die internationale PCOS-Leitlinie von 2023 nennt ab drei Jahren nach der ersten Periode bis zu den Wechseljahren Zyklen unter 21 oder über 35 Tage oder weniger als acht Zyklen im Jahr. Ab einem Jahr nach der ersten Periode zählt auch ein einzelner Zyklus von mehr als 90 Tagen. Im ersten Jahr gehören unregelmäßige Zyklen zur Pubertät, bis zum dritten Jahr liegen die Grenzen bei 21 und 45 Tagen. Ob das auf dich zutrifft, klärt deine Praxis.

Was schreibe ich vor dem ersten Termin bei PCOS-Verdacht auf?+

Den ersten Tag jeder Blutung, wie viele Tage sie dauert und wie stark sie ist, Schmierblutungen getrennt. Dazu Akne, dünner werdendes Kopfhaar und verstärkten Haarwuchs an Gesicht oder Körper, auch wie oft du Haare entfernst und seit wann. Außerdem Erschöpfung, Stimmung, Schlaf und alle Medikamente, auch hormonelle Mittel, mit Beginn und Ende. Je länger du aufschreibst, desto mehr zeigt der Verlauf. Du musst aber nicht auf ein langes Protokoll warten: Den Termin vereinbarst du vorher, und mit wenigen Einträgen oder ganz ohne Protokoll kannst du hingehen.

Braucht man für die PCOS-Diagnose einen AMH-Test?+

Nicht immer. Nach der internationalen Leitlinie braucht es bei Erwachsenen zwei von drei Merkmalen: eine Zyklusstörung, Zeichen erhöhter männlicher Hormone und auffällige Eierstöcke im Ultraschall oder einen erhöhten AMH-Wert. Liegen die ersten beiden vor, sind Ultraschall und AMH für die Diagnose nicht nötig. AMH soll nie der einzige Test sein und bei Jugendlichen noch nicht genutzt werden. Welche Tests du bekommst, entscheidet deine Praxis. Welche Blutwerte dazugehören, erklärt der Beitrag PCOS-Blutwerte: welche Werte die Praxis bestimmt und warum.

Wird PCOS in PMOS umbenannt?+

Ja, der Name wechselt über eine Übergangszeit von drei Jahren. Am 12. Mai 2026 erschien im Lancet ein internationaler Konsens für den Namen polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS). Fünf deutsche Fachgesellschaften begrüßen ihn und empfehlen für diese Zeit die Schreibweise PMOS (ehemals PCOS). Dir begegnen deshalb beide Begriffe.

Kann man PCOS auch mit Normalgewicht haben?+

Ja. Nach gesund.bund.de haben zwischen 50 und 80 Prozent der Frauen mit PCOS Übergewicht, viele also nicht. Die internationale Leitlinie nennt das erhöhte Risiko für Typ-2-Diabetes ausdrücklich unabhängig von Alter und BMI. Gewicht ist für sie nur ein Gesundheitsfaktor unter mehreren, und Fachleute sollen fragen, bevor sie über Gewicht sprechen oder wiegen.

Kann Sam mir sagen, ob ich PCOS habe?+

Nein. Sam stellt keine Diagnose und misst keine Hormone. Im Zyklus-Tracking zählt Sam die Tage zwischen deinen erfassten Blutungen. Was die gezählten Zykluslängen für dich bedeuten, ordnet deine Ärztin oder dein Arzt ein.

Wann sollte ich nicht bis zum Termin warten?+

Eine starke Blutung gehört ärztlich abgeklärt, ebenso starke Schmerzen während der Periode und Blutungen zwischen den Perioden oder nach dem Sex. Um einen dringenden Termin bittest du, wenn plötzlich neues dickes, dunkles Haar an Gesicht und Körper wächst, deine Stimme tiefer wird oder deine Muskeln zunehmen. Bleibt die Blutung länger als 90 Tage aus, lass das zeitnah ärztlich abklären. Kann eine Schwangerschaft die Ursache sein, warte nicht so lange: Laut MSD Manual ist sie bei Frauen in den fruchtbaren Jahren die häufigste Ursache, wenn die Periode ausbleibt. Kommen zu einer starken Blutung Schwindel, Atemnot oder Herzrasen, such noch am selben Tag ärztliche Hilfe, in Deutschland außerhalb der Sprechzeiten über 116 117. Starke Atemnot, bei der du nach Luft ringst oder kaum sprechen kannst, plötzliche, sehr starke Unterleibsschmerzen mit Schwindel oder Ohnmacht, eine Blutung, die sich nicht stoppen lässt, und eine Ohnmacht mit Brustschmerzen, Herzrasen, Herzklopfen oder unregelmäßigem Herzschlag, beim Sport, im Liegen, mit schwerer Verletzung oder Krampfanfall, ohne vollständige Erholung oder mit Problemen beim Sprechen oder Bewegen sind ein Notfall: Wähl die 112. Das gilt auch, wenn jemand nach einer Ohnmacht nicht atmet oder nicht innerhalb einer Minute aufwacht. Bei Gedanken, dir etwas anzutun, ruf die 112 oder in Deutschland die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111 an.