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8 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

MOS Sleep Scale: was die 12 Fragen erfassen, wie der Score entsteht und was er zeigen kann

Wie die MOS Sleep Scale mit 12 Fragen ausgewertet wird, was der Sleep Problems Index von 0 bis 100 bedeutet und warum es keinen Grenzwert gibt.

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Die MOS Sleep Scale stellt 12 Fragen dazu, wie du in den letzten vier Wochen geschlafen hast, und macht daraus Werte von 0 bis 100. Du kannst sie auf Papier ausfüllen oder im monatlichen Schlaf-Check-in von Sam, wo deine Werte neben dem durchschnittlichen Schlafscore stehen können, den Sam aus deinen Nächten in Apple Health bildet. Dieser Text erklärt die Fragen, die Auswertung und was ein Wert aussagen kann und was nicht.

Anders als ein Schlaftagebuch, das du jeden Morgen führst, blickt die MOS Sleep Scale auf einen ganzen Monat zurück. Sie eignet sich deshalb dafür, Monate zu vergleichen, nicht dafür, eine schlechte Nacht zu bewerten.

Was fragt die MOS Sleep Scale?

Die Skala stammt aus der Medical Outcomes Study, einer US-Studie von RAND. Hays und Stewart haben sie 1992 beschrieben. Entwickelt wurde sie mit Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen. Das Auswertungshandbuch nennt Daten von 3.445 Menschen aus dieser Studie.

Alle 12 Fragen beziehen sich auf die letzten vier Wochen. Wir beschreiben sie mit eigenen Worten, denn der Wortlaut gehört RAND:

  • Eine Frage will wissen, wie lange du meist zum Einschlafen gebraucht hast, in fünf Stufen von 0 bis 15 Minuten bis mehr als 60 Minuten.
  • Eine Frage will wissen, wie viele Stunden du in einer durchschnittlichen Nacht geschlafen hast.
  • Zehn Fragen wollen wissen, wie oft etwas vorkam, in sechs Stufen von "immer" bis "nie".

Die zehn Häufigkeitsfragen betreffen unruhigen Schlaf, ausgeruhtes Aufwachen und Aufwachen mit Atemnot oder Kopfschmerzen. Dazu kommen Müdigkeit am Tag, Probleme beim Einschlafen und nächtliches Aufwachen, nach dem du nicht wieder einschläfst. Die letzten vier betreffen Probleme, tagsüber wach zu bleiben, Schnarchen, Nickerchen und ob du so viel Schlaf bekommen hast, wie du gebraucht hast.

Wie wird die MOS Sleep Scale ausgewertet?

Das Auswertungshandbuch von Spritzer und Hays (2003) arbeitet in zwei Schritten. Zuerst wird jede Antwort in einen Wert von 0 bis 100 umgerechnet. Dann werden die Antworten gemittelt, die zu einer Skala gehören.

Bei den Häufigkeitsfragen werden die sechs Antworten zu 0, 20, 40, 60, 80 und 100. Bei der Einschlafdauer werden die fünf Stufen zu 0, 25, 50, 75 und 100. Ein höherer Wert heißt immer: mehr von dem, wonach die Skala benannt ist. Eine Skala lässt sich schon berechnen, wenn eine ihrer Fragen beantwortet ist.

Schlafstörung

Vier Fragen: Einschlafdauer, unruhiger Schlaf, Probleme beim Einschlafen und Aufwachen ohne Wiedereinschlafen. Höher heißt: mehr Störung.

Ausreichender Schlaf

Zwei Fragen: ausgeruht aufwachen und so viel Schlaf bekommen, wie du brauchst. Höher heißt: ausreichender Schlaf.

Tagesschläfrigkeit

Drei Fragen: Müdigkeit am Tag, Probleme wach zu bleiben und Nickerchen. Höher heißt: mehr Schläfrigkeit am Tag.

Schnarchen

Eine Frage. Höher heißt: häufigeres Schnarchen.

Atemnot oder Kopfschmerz

Eine Frage zum Aufwachen mit Atemnot oder Kopfschmerzen. Höher heißt: häufiger.

Schlafdauer

Deine durchschnittlichen Stunden pro Nacht, als einfache Zahl. Das Handbuch nennt 7 oder 8 Stunden außerdem "optimalen Schlaf".

Zwei zusammenfassende Werte bündeln mehrere davon. Der Sleep Problems Index II mittelt neun Fragen: alle außer Schlafdauer, Schnarchen und Nickerchen. Der Sleep Problems Index I nutzt sechs davon. Beide reichen von 0 bis 100, und höher heißt: mehr Schlafprobleme. In beiden werden die zwei Fragen zum ausreichenden Schlaf umgedreht, sodass zu wenig Schlaf als Problem zählt.

Ein Beispiel mit erfundenen Antworten: Deine neun umgerechneten Werte sind 25, 40, 60, 20, 40, 60, 40, 20 und 60. Zusammen ergeben sie 365. Geteilt durch neun sind das etwa 41.

Der Wellness-Score-Rechner auf dieser Seite nutzt den kürzeren Index I. Seine Schlafzahl ist deshalb nicht dieselbe wie in Sam.

Wie liest du deinen Wert?

Das Handbuch von RAND nennt keinen Grenzwert, ab dem ein Wert normal oder zu hoch wäre. Stattdessen nennt es Mittelwerte der 3.445 Menschen aus der Medical Outcomes Study:

  • Sleep Problems Index II: Mittelwert 29,2, Standardabweichung 18,0.
  • Schlafstörung: Mittelwert 29,2, Standardabweichung 23,4.
  • Ausreichender Schlaf: Mittelwert 60,7, Standardabweichung 25,4.
  • Tagesschläfrigkeit: Mittelwert 26,4, Standardabweichung 19,8.

Diese Menschen lebten mit chronischen Erkrankungen. Ihre Mittelwerte sind ein Bezugspunkt, kein Normalbereich. Ein Wert darüber heißt nicht, dass etwas nicht stimmt. Ein Wert darunter heißt nicht, dass alles gut ist.

Am meisten hilft der Vergleich mit dir selbst. Angenommen, dein Index lag im März bei 41 und im Mai bei 28. Dann beschreiben deine Antworten im Mai weniger Schlafprobleme als im März. Was das für dich bedeutet, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Schlafprobleme sind häufig. Im Panel "Gesundheit in Deutschland" 2024 des Robert Koch-Instituts gaben 16,3 Prozent der Erwachsenen Einschlafstörungen an, 31,7 Prozent Durchschlafstörungen. Gezählt wurde, wer das in den letzten vier Wochen dreimal pro Woche oder öfter hatte. Zusammen waren es 35,3 Prozent. Das RKI hat dafür andere Fragen genutzt als die MOS Sleep Scale.

Der ISI-Test zur Schlaflosigkeit ist ein anderer Fragebogen mit eigenen Score-Bereichen. Seine Zahlen lassen sich nicht mit MOS-Werten vergleichen.

Was kann die MOS Sleep Scale nicht sagen?

Die Skala misst, wie du deinen Schlaf einschätzt. Sie nutzt keinen Sensor und kein Schlaflabor. Was ein Problem verursacht, kann sie nicht sagen.

Eine Skala ist weniger stabil als die anderen. Die Tagesschläfrigkeit erreichte in der ursprünglichen Studiengruppe eine innere Konsistenz von 0,75. Bei 1.011 Erwachsenen in den USA waren es 0,63 (Hays und andere, 2005). In der deutschen Fassung waren es 0,61 (Viala-Danten und andere, 2008). Die Studie von 2008 setzte 0,70 als Schwelle an. Lies einen einzelnen Wert zur Tagesschläfrigkeit deshalb besonders vorsichtig.

Schnarchen und Aufwachen mit Atemnot oder Kopfschmerzen sind jeweils eine einzige Frage. Die Skala zählt, wie oft das vorkam, nicht warum. Der britische NHS nennt lautes Schnarchen, Keuchen, Schnauben oder Würgegeräusche, häufiges Aufwachen und Kopfschmerzen beim Aufwachen als mögliche Zeichen einer Schlafapnoe. Er rät dann zu einem Termin in der Hausarztpraxis und schlägt vor, jemanden mitzubringen, der die Beschwerden beobachtet hat.

Hat deine Apple Watch dir eine Mitteilung zur Schlafapnoe gezeigt, beschreibt der Beitrag Apple Watch Schlafapnoe-Mitteilung: Was jetzt tun? die nächsten Schritte. Tage, an denen du mit Kopfschmerzen aufwachst, hältst du im Symptomtagebuch von Sam in wenigen Tippern fest.

Warum Monate vergleichen statt einzelner Werte?

Jeder Wert umfasst vier Wochen. Eine Erkältung, eine Abgabefrist oder ein Urlaub in diesem Zeitraum kann ihn verschieben, ohne dass sich etwas dauerhaft ändert. Mehrere Werte hintereinander zeigen, ob eine Veränderung bleibt.

In einer Arzneimittelstudie mit 173 Menschen mit Nervenschmerzen veränderten sich die Skalen im Lauf der Studie messbar (Hays und andere, 2005). Die Skala kann sich also bewegen, wenn sich der Schlaf ändert. Ein Zielwert für dich folgt daraus nicht.

Fragen, die du an deine eigene Reihe stellen kannst:

  • Bewegt sie sich über mehrere Monate in eine Richtung?
  • Passt ein Sprung zu etwas, an das du dich erinnerst?
  • Bleibt ein hoher Wert hoch, wenn dieses Ereignis vorbei ist?

Bring diese Beobachtungen zu deiner Ärztin oder deinem Arzt mit.

Wie nutzt Sam die MOS Sleep Scale?

In Sam gehört der Fragebogen zum Schlafprogramm, einem der Lifestyle-Programme von Sam. Du setzt dir ein Ziel für deinen nächtlichen Schlafscore. Sam stellt dir die MOS Sleep Scale zum Start und danach alle 30 Tage. Ist ein Check-in fällig, erinnert Sam dich einmal und drei Tage später noch einmal, falls er noch offen ist. Dazwischen kannst du einen zusätzlichen Check-in ausfüllen, ohne den Monatsrhythmus zu verschieben.

Sam stellt alle 12 Fragen mit denselben Antwortstufen. Der englische Wortlaut folgt RAND eng. Der deutsche Wortlaut ist eine eigene Übersetzung von Sam. Deine Schlafstunden wählst du auf einem Regler, in ganzen Stunden.

Aus deinen Antworten berechnet Sam einen Wert: den Sleep Problems Index II, von 0 bis 100. Niedriger heißt: weniger Probleme. Die einzelnen Skalen wie Schnarchen oder Tagesschläfrigkeit zeigt Sam nicht als eigene Werte. Neben der Zahl steht eine von vier Beschreibungen: wenige, einige, häufige oder sehr häufige Schlafprobleme angegeben. Die Stufen liegen bei 25, 50 und 75. Diese Beschreibungen sind Sam's eigene Worte für deine Antworten, keine veröffentlichten Grenzwerte.

Wenn nicht schon alle gut aussehen, zeigen deine Antworten außerdem auf einen Bereich: Einschlafen, Durchschlafen oder tagsüber wach bleiben. Sam schlägt dir dafür eine Gewohnheit bis zum nächsten Check-in vor.

Unter "Deine Fragebögen" steht jeder Wert in einem Diagramm. Wenn genug Nächte aufgezeichnet sind, zeigt eine zweite Linie deinen durchschnittlichen Schlafscore der 30 Tage vor jedem Check-in. Von dort exportierst du ein PDF mit bis zu deinen 12 letzten Werten, den Beschreibungen von Sam, der Veränderung zwischen den Check-ins und deinen neuesten Antworten. Der Monatsbericht ergänzt eine Seite mit deinem letzten Wert und der Veränderung seit deinem ersten Check-in. Wie du diese Seite liest, erklärt der Beitrag Monatlicher Gesundheitsbericht lesen.

Das Lifestyle-Programm Training funktioniert genauso, mit einem anderen Fragebogen, dem PAVS.

Die MOS Sleep Scale in Sam festhalten und als PDF mitnehmen

Deine monatlichen Schlafwerte liegen an einem Ort, neben den Nächten dahinter, bereit für deinen nächsten Termin.

  • Statt Fragebogen auf Papier: Sam stellt die 12 Fragen alle 30 Tage, berechnet den Index und erinnert dich, wenn der nächste Check-in fällig ist.
  • Statt Apple Health allein: Sobald genug Nächte aufgezeichnet sind, stehen deine Werte in einem Diagramm mit deinem durchschnittlichen Schlafscore der 30 Tage vor jedem Check-in.
  • Statt Erinnerung aus dem Kopf: Das PDF listet deine Werte, die Veränderung zwischen den Check-ins und deine neuesten Antworten.

Sam hält deine Antworten fest und zeigt sie im Verlauf; was sie bedeuten, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Mehr zum Schlaftracking in Sam.

Sam kostenlos ausprobieren

Sam ist ein Wellness-Begleiter und kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert, behandelt, heilt oder verhindert keine Erkrankung und keinen Gesundheitszustand. Konsultiere bei medizinischen Entscheidungen immer qualifiziertes Fachpersonal.

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Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Was misst die MOS Sleep Scale?+

Sie stellt 12 Fragen zu deinem Schlaf in den letzten vier Wochen: wie lange du zum Einschlafen brauchst, wie viele Stunden du schläfst und wie oft du unruhig geschlafen hast, tagsüber müde warst, geschnarcht hast und Ähnliches. Sie misst, wie du deinen Schlaf selbst einschätzt. Ein Diagnosetest ist sie nicht.

Was ist der Sleep Problems Index?+

Ein zusammenfassender Wert aus dem Auswertungshandbuch von RAND. Index II mittelt 9 der 12 Fragen, nachdem sie auf 0 bis 100 umgerechnet wurden. Schlafdauer, Schnarchen und Nickerchen zählen nicht mit. Index I nutzt 6 Fragen. Bei beiden heißt ein höherer Wert: mehr Schlafprobleme. Sam erfasst Index II.

Gibt es einen Grenzwert für einen schlechten Wert?+

Das Auswertungshandbuch von RAND nennt keinen Grenzwert für einzelne Personen. Es nennt Mittelwerte der ursprünglichen Studiengruppe, und die sind kein Normalbereich. Am meisten sagt der Vergleich mit deinen eigenen früheren Werten. Einordnen kann sie deine Ärztin oder dein Arzt.

Gibt es die MOS Sleep Scale auf Deutsch?+

Ja. Eine deutsche Fassung wurde in einer internationalen Arzneimittelstudie bei Menschen mit schmerzhafter diabetischer Nervenschädigung geprüft (Viala-Danten und andere, 2008). Ihre Skala zur Tagesschläfrigkeit erreichte dort eine innere Konsistenz von 0,61, unter der Schwelle von 0,70, die die Studie ansetzte. Die deutschen Fragen in Sam sind eine eigene Übersetzung von Sam.

Wie oft sollte ich die MOS Sleep Scale ausfüllen?+

Das Handbuch legt keinen Rhythmus fest. Jede Antwort deckt vier Wochen ab, einmal im Monat ergibt also einen Wert pro Monat ohne Überschneidung. In Sam ist alle 30 Tage ein Check-in fällig, dazwischen kannst du einen zusätzlichen ausfüllen.

Kann mir die MOS Sleep Scale sagen, ob ich eine Schlafstörung oder Schlafapnoe habe?+

Nein. Sie hält fest, wie du deinen Schlaf einschätzt, und Sam zeichnet diese Antworten auf und zeigt sie im Verlauf. Ob eine Schlafstörung dahintersteckt, beurteilt deine Ärztin oder dein Arzt.

Nutzt Sam noch den Insomnia Severity Index (ISI)?+

Nein. Das Schlafprogramm in Sam nutzt die MOS Sleep Scale. Der ISI hat eine andere Skala von 0 bis 28, und es gibt keinen anerkannten Weg, den einen Wert in den anderen umzurechnen. Ältere ISI-Ergebnisse zeigt Sam nicht neben den MOS-Werten.