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5 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

DMP-Teilnahme: was du unterschreibst, was das Programm verlangt und wie du wieder aussteigst

Was du mit der DMP-Teilnahmeerklärung unterschreibst, wer dich einschreibt, was das Programm von dir verlangt und wie du jederzeit wieder aussteigen kannst.

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Die Frage, die vor dem ersten Termin steht

Irgendwann fällt in der Praxis der Satz: Wir könnten Sie ins DMP einschreiben. Meist nebenbei, meist ohne dass jemand erklärt, was das für die nächsten Jahre bedeutet. Weil es nach Verwaltung klingt, unterschreiben die meisten entweder sofort oder gar nicht.

Diese Seite beantwortet die Frage davor: Lohnt sich ein DMP überhaupt für dich? Eine Empfehlung pro oder contra gibt es hier nicht, die hängt von deiner Erkrankung, deiner Praxis und deinem Alltag ab. Was hier steht, ist eine ehrliche Aufstellung dessen, was das Programm von dir verlangt und was es dir abnimmt. Wie der Termin selbst abläuft und was du mitbringst, steht im DMP-Quartalstermin.

Wer dich einschreibt: Hausarzt oder Krankenkasse?

Die Praxis. Deine Krankenkasse bietet das Programm an, der Gemeinsame Bundesausschuss legt die Anforderungen fest, und die Kasse bestätigt am Ende deine Teilnahme schriftlich. Angestoßen wird die Einschreibung aber im Behandlungszimmer, nicht per Brief. Deine Ärztin oder dein Arzt legt dir die Teilnahmeerklärung vor, füllt die Erstdokumentation aus und schickt beides weiter.

Zwei Voraussetzungen gibt es. Erstens muss die Diagnose gesichert sein und den Kriterien des jeweiligen Programms entsprechen, ein Verdacht reicht nicht. Zweitens muss die Praxis selbst am DMP-Vertrag teilnehmen. Das tut nicht jede. Wenn deine Praxis nicht dabei ist, bleibt der Wechsel zu einer koordinierenden Praxis oder der Verzicht auf das Programm.

DMP einschreiben: wie geht das?

Die Anmeldung ist unspektakulär. Du bringst deine Gesundheitskarte mit, die Praxis nimmt die Vorgeschichte auf, du unterschreibst, deine Kasse bestätigt. Erst mit dieser Bestätigung bist du eingeschrieben. Du bekommst eine Kopie der Teilnahmeerklärung, heb sie auf.

Plan für diesen ersten Termin mehr Zeit ein als sonst. Die Erstdokumentation fragt Begleiterkrankungen, die aktuelle Dauermedikation, Krankenhausaufenthalte und den bisherigen Verlauf ab. Ein aktueller Medikationsplan und die Arztbriefe der letzten Zeit sparen hier viele Rückfragen. Kosten entstehen dir nicht, die Leistungen laufen wie sonst über die Karte.

Was du mit der Teilnahmeerklärung unterschreibst

Drei Dinge auf einmal, und nur eines davon ist offensichtlich.

Erstens die Teilnahme selbst, gebunden an eine koordinierende Praxis. Die führt dich durch das Programm, veranlasst die vorgesehenen Untersuchungen und stellt Überweisungen aus.

Zweitens eine Einwilligung in die Datenverarbeitung. Die Dokumentationen aus deinen Terminen gehen an eine Datenstelle und an deine Krankenkasse. Deine Kasse erfährt dadurch regelmäßig, wie es um deine Behandlung steht, und darf dich zu Terminen und Schulungen anschreiben. Wer das nicht will, sollte hier genau hinsehen, denn dieser Punkt lässt sich nicht wegstreichen.

Drittens die Bereitschaft, die vorgesehenen Termine wahrzunehmen und eine empfohlene Schulung zu besuchen.

Was du nicht unterschreibst: keine Mindestlaufzeit, keine Behandlungspflicht und keine Zusage, jeder Empfehlung zu folgen. Welche Therapie stattfindet, bleibt Absprache zwischen dir und deinem Behandlungsteam. Was du zusagst, ist das Erscheinen zu den vorgesehenen Terminen - auch wenn es dir gut geht. Genau das ist der Punkt, und genau das ist für viele der lästige Teil.

Therapieziele, die wiederkommen

Am Ende des Termins vereinbart ihr Ziele, und beim nächsten Mal werden sie wieder aufgerufen. Rauchstopp, Gewicht, Bewegung, Werte. Wer nicht gern Rechenschaft ablegt, wird das als Druck empfinden. Wer leichter dranbleibt, wenn jemand nachfragt, empfindet das als Rückenwind.

Ein Schulungsangebot

Zu den meisten Programmen gehört eine strukturierte Patientenschulung, die dir angeboten wird. Sie kostet dich nichts, aber Zeit, oft an mehreren Terminen.

Die Koordination über eine Praxis

Eine Praxis behält den Überblick. Für die meisten ist das ein Gewinn, für alle, die gern direkt zum Facharzt gehen, eine Einschränkung.

Was es dir abnimmt

Die Termine finden statt, und zwar bevor es schlimmer wird. Die vorgesehenen Untersuchungen werden abgearbeitet, weil sie im Bogen stehen und nicht, weil jemand daran denkt. Beim Diabetes-Programm etwa gehören Fuß- und Augenuntersuchung dazu und werden regelmäßig abgefragt, statt still hinten runterzufallen.

Dazu kommt: Dein Verlauf steht schwarz auf weiß und liegt beim nächsten Termin vor, auch bei einem Praxiswechsel. Überweisungen zu Fachärztinnen und Fachärzten sind geregelt statt improvisiert. Die Schulung bekommst du als Leistung angeboten, nicht als Selbstsuche im Internet. Und manche Kassen rechnen die Teilnahme in ihrem Bonusprogramm an, das ist allerdings Kassensache und kein Bestandteil des Programms.

Vorteile und Nachteile für Patienten, nüchtern

Dafür spricht: verlässliche Termine, ein Untersuchungskatalog, der nicht vergessen wird, dokumentierter Verlauf, geregelte Überweisungen, Schulung inklusive.

Dagegen spricht: fester Terminrhythmus auch in beschwerdefreien Phasen, Zeitaufwand, Bindung an eine koordinierende Praxis, und die Datenübermittlung an Datenstelle und Krankenkasse.

Wer ohnehin regelmäßig geht und die Termine gut vorbereitet, gewinnt vor allem Struktur. Wer jahrelang keinen Kontrolltermin hatte, gewinnt am meisten.

Was passiert, wenn Dokumentationen ausbleiben

Ein verpasster Termin ist kein Drama, solange die Dokumentation im laufenden Zeitraum nachgeholt wird. Ruf an und mach einen neuen aus.

Bleiben die Dokumentationen über mehrere Zeiträume hinweg aus oder wird eine empfohlene Schulung ohne Grund nicht wahrgenommen, endet die Teilnahme, du wirst ausgeschrieben. Wie viele Zeiträume das genau sind, ist im jeweiligen Programm geregelt und unterscheidet sich, frag in der Praxis oder bei deiner Kasse nach. Eine Strafe ist es nicht. Deine Behandlung läuft weiter wie vorher, du verlierst nur den Programmrahmen. Wieder einsteigen kannst du später, dann beginnt es erneut mit einer Erstdokumentation.

DMP kündigen und wieder aussteigen

Die Teilnahme ist freiwillig, und zwar durchgehend, nicht nur am Anfang. Du kannst jederzeit wieder aussteigen, ohne Grund und ohne Frist. Eine formlose schriftliche Nachricht an deine Krankenkasse genügt, sag der Praxis Bescheid, damit dort nicht weiter dokumentiert wird. Nachteile bei der Versorgung entstehen dir dadurch nicht. Auch der Wechsel der koordinierenden Praxis innerhalb des Programms ist möglich.

Bin ich eingeschrieben? So findest du es raus

Drei Wege, alle schnell. Frag in deiner Praxis, dort ist es sofort sichtbar. Frag deine Krankenkasse, telefonisch oder in ihrer App. Oder such das Bestätigungsschreiben und die Kopie deiner Teilnahmeerklärung heraus. Ein gutes Indiz ist auch der Ablauf: Wenn du regelmäßig quartalsweise bestellt wirst und dort jedes Mal derselbe Fragenkatalog abgearbeitet wird, bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit eingeschrieben.

So hilft dir Sam

Sam schreibt dich nicht ein, ist kein Teil eines DMP, wird nicht verordnet, nicht erstattet und ersetzt den Dokumentationsbogen deiner Praxis nicht. Was Sam dabei übernehmen kann: den Verlauf zwischen zwei Terminen festhalten, damit du beim nächsten etwas in der Hand hast.

Konkret sind das Medikamentenerinnerungen, die du pro Dosis abhakst, Symptome und Krankheitstage im Verlauf statt aus dem Gedächtnis rekonstruiert, und ein PDF-Bericht, den du dir vor dem Termin ziehst und mitnimmst.

Sam kostenlos ausprobieren

Sam ist ein Wellness-Begleiter, kein Medizinprodukt. Sam diagnostiziert nichts, bewertet keine Messwerte und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose, Zielwerte und Therapie legt immer dein Behandlungsteam fest.

Quellen
  • Gemeinsamer Bundesausschuss: DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL)
  • Sozialgesetzbuch V, Paragraf 137f: Strukturierte Behandlungsprogramme bei chronischen Krankheiten
  • GKV-Spitzenverband: Informationen zu strukturierten Behandlungsprogrammen
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung: Hinweise zu Einschreibung und Dokumentation in DMP

Häufige Fragen

Wer schreibt mich ins DMP ein, der Hausarzt oder die Krankenkasse?+

Die Praxis. Deine Krankenkasse bietet das Programm an und bestätigt am Ende deine Teilnahme schriftlich, aber der Vorgang startet im Behandlungszimmer. Deine Ärztin oder dein Arzt legt dir die Teilnahmeerklärung vor, füllt die Erstdokumentation aus und schickt beides weiter. Ein Brief von der Kasse allein schreibt dich nicht ein. Voraussetzung ist außerdem, dass die Praxis selbst am DMP-Vertrag teilnimmt, das tut nicht jede.

DMP-Anmeldung: was brauche ich dafür?+

Wenig. Die Gesundheitskarte, eine gesicherte Diagnose, die den Kriterien des jeweiligen Programms entspricht, und Zeit für die Erstdokumentation, die etwas länger dauert als ein normaler Termin. Hilfreich sind ein aktueller Medikationsplan und Arztbriefe zu Klinikaufenthalten oder Facharztbefunden, weil beim ersten Mal die Vorgeschichte aufgenommen wird. Kosten entstehen dir durch die Teilnahme nicht.

Was bedeutet es, die DMP-Teilnahmeerklärung zu unterschreiben?+

Du erklärst dreierlei auf einmal: dass du am Programm teilnimmst und dich von einer koordinierenden Praxis führen lässt, dass du in die Übermittlung der Dokumentationsdaten an die zuständige Datenstelle und an deine Krankenkasse einwilligst, und dass du die vorgesehenen Termine und ein empfohlenes Schulungsangebot wahrnehmen willst. Eine Mindestlaufzeit unterschreibst du nicht, und einer Therapieempfehlung musst du auch danach nicht folgen.

Kann ich ein DMP kündigen und wieder aussteigen?+

Ja, jederzeit. Die Teilnahme ist freiwillig, du brauchst keinen Grund und keine Frist einzuhalten. Eine formlose schriftliche Nachricht an deine Krankenkasse reicht, sag der Praxis am besten Bescheid. An deiner normalen Behandlung ändert der Austritt nichts, sie läuft wie vorher über die Gesundheitskarte weiter. Später wieder einsteigen ist möglich, dann beginnt es erneut mit einer Erstdokumentation.

Was passiert, wenn ich DMP-Termine verpasse?+

Ein einzelner verpasster Termin ist kein Problem, solange die Dokumentation im laufenden Zeitraum noch nachgeholt wird. Bleiben die Dokumentationen über mehrere Zeiträume hinweg aus oder wird eine empfohlene Schulung ohne Grund nicht wahrgenommen, endet die Teilnahme, du wirst ausgeschrieben. Wie viele Zeiträume das genau sind, ist im jeweiligen Programm geregelt, das sagt dir deine Praxis oder deine Kasse. Eine Strafe ist es nicht, deine Behandlung läuft normal weiter.