DMP-KHK Termin vorbereiten: Belastbarkeit, Blutdruckpass und die Unterlagen, die meist fehlen
Beim DMP-KHK Termin wird nach deiner Belastbarkeit gefragt: ab welcher Anstrengung, wie viele Stockwerke. Was du vorher aufschreibst und mitnimmst.
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Der Termin, bei dem es um deine Belastbarkeit geht
Beim DMP koronare Herzkrankheit dreht sich ein großer Teil des Gesprächs um eine einzige Sache: wie belastbar du gerade bist. Nicht heute im Wartezimmer, sondern im Alltag der letzten Wochen. Und das ist die Frage, die kaum jemand aus dem Kopf beantwortet, weil man sich Anstrengung nicht merkt, sondern sie umgeht. Man nimmt den Aufzug. Man geht den flacheren Weg zum Supermarkt. Man bleibt auf halber Treppe stehen und schaut aufs Handy. Im Sprechzimmer kommt dann der Satz, der nichts dokumentiert: Geht eigentlich ganz gut.
Was ein DMP überhaupt ist, wie oft dokumentiert wird und welche Grundausstattung in jede Arzttasche gehört, steht im Überblick zum DMP-Quartalstermin. Hier geht es nur um die KHK: um die Belastbarkeitsfrage, um den Blutdruckpass und um die Unterlagen, die typischerweise fehlen.
Was beim DMP-KHK gefragt wird
Die Praxis füllt einen einheitlichen Dokumentationsbogen aus. Der Bogen fragt nicht nach deinem Befinden im Moment, sondern nach dem, was seit der letzten Dokumentation passiert ist. Bei der KHK gehören dazu: der Blutdruck, Größe und Gewicht, der Rauchstatus, Begleiterkrankungen, deine Dauermedikation, Ereignisse wie ein Herzinfarkt, ein Krankenhausaufenthalt oder eine Notfallbehandlung, ob eine Schulung empfohlen und wahrgenommen wurde, und die gemeinsam vereinbarten Therapieziele. Dazu die Angina-pectoris-Beschwerden und die Frage, wie es um deine Belastbarkeit steht.
Den Bogen füllst nicht du aus. Aber den Inhalt lieferst zu großen Teilen du. Und für zwölf Wochen Rückblick hat der Termin keine zwölf Wochen Zeit.
Belastbarkeit in Treppen, Stockwerken und Steigung beschreiben
Wenn du dem Arzt deine Belastbarkeit beschreiben sollst, ist die brauchbarste Antwort keine Zahl auf einer Skala, sondern eine konkrete Situation aus deinem Alltag, die sich wiederholt. Treppen sind dafür so gut geeignet, weil sie immer gleich hoch sind.
Drei Angaben machen eine Antwort verwertbar:
- Ab wann. Nach wie vielen Stockwerken, nach wie vielen Metern, ab welcher Steigung. "Im zweiten Stock muss ich stehen bleiben" sagt mehr als "Treppen sind anstrengend".
- Was genau. Druck hinter dem Brustbein, Enge, Luftnot, Ziehen in den Arm oder in den Kiefer, Schwitzen. Beschreibe es mit deinen Worten, nicht mit Fachbegriffen.
- Wie schnell es weggeht. Nach einer Minute Stehenbleiben, erst nach fünf Minuten, nur nach einem Spray.
Nimm dafür zwei oder drei feste Strecken, die du sowieso regelmäßig gehst: die Treppe zu deiner Wohnung, der Weg zur Haltestelle, der Anstieg beim Spazierengehen. Diese Strecken sind dein Maßstab.
Hat sich seit dem letzten Mal etwas verschoben
Das ist der eigentliche Kern. Die Praxis will wissen, ob die Grenze gewandert ist. Früher drei Stockwerke ohne Pause, jetzt zwei. Früher der ganze Hügel, jetzt bis zur Bank auf halber Höhe. Früher nur bei Kälte, jetzt auch im Warmen. Solche Verschiebungen erkennst du nur, wenn du beim letzten Termin schon etwas aufgeschrieben hattest.
Wenn Beschwerden neu sind, schneller auftreten als bisher, stärker werden oder schon in Ruhe kommen, gehört das nicht in den nächsten Quartalstermin, sondern sofort ärztlich abgeklärt. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt gilt die 112.
Angina-pectoris-Beschwerden aufschreiben, solange sie frisch sind
Beschwerden verblassen schnell. Zwei Wochen später weißt du noch, dass es "ein paar Mal" war, aber nicht mehr, wann, wobei und wie lange. Deshalb lohnt sich eine Zeile am selben Tag: Datum, Situation, Dauer, ob Bedarfsmedikation nötig war und ob sie geholfen hat.
Drei bis vier solcher Zeilen pro Quartal ändern das Gespräch mehr als jede Erinnerungsleistung im Sprechzimmer. Sie zeigen ein Muster: immer beim Treppensteigen nach dem Essen, immer bei Kälte, immer nach der Arbeit. Muster sind das, womit eine Praxis arbeiten kann.
Blutdruckpass ausfüllen und mitnehmen
Der Blutdruck ist in der KHK-Dokumentation ein Pflichtfeld. Er wird in jedem Quartal erfasst. Der Wert, der in der Praxis entsteht, ist aber genau ein Wert, gemessen an einem Tag, an dem du dich beeilt hast, um pünktlich zu sein. Eine Messreihe von zu Hause ist einfach das bessere Material.
Blutdruck zu Hause messen: ein Protokoll für den Arzt
- Miss über eine bis zwei Wochen vor dem Termin, morgens und abends.
- Vorher fünf Minuten ruhig sitzen, Arm auf Tischhöhe, Manschette auf Herzhöhe, nicht direkt nach Kaffee oder Zigarette.
- Schreib jeden Wert mit Datum und Uhrzeit auf, auch die, die dir nicht gefallen. Ausgewählte Werte sind wertlos.
- Notiere daneben, wenn etwas ungewöhnlich war: schlecht geschlafen, Infekt, Streit, Medikament vergessen.
Ob du das in einem gedruckten Blutdruckpass von der Apotheke führst, in einem Heft oder in einer App, ist egal. Wichtig ist nur, dass du es mitnimmst und dass Datum und Uhrzeit dranstehen. Mehr zum Alltag mit erhöhten Werten steht im Bluthochdruck-Hub.
Unterlagen nach Herzkatheter, Klinik und Reha mitnehmen
Das sind die drei Papiere, die in der Hausarztpraxis am häufigsten fehlen, weil alle davon ausgehen, dass sie schon irgendwie angekommen sind:
- Der Entlassbrief nach einem Klinikaufenthalt. Er steht selten vollständig in der Hausarztakte, vor allem wenn die Klinik in einer anderen Stadt war.
- Der Katheterbericht. Nach einer Herzkatheteruntersuchung bekommst du einen Befund, oft mit Angaben zu den Gefäßen und zu gesetzten Stents. Wenn ein Stent gesetzt wurde, gehört auch der Stent- oder Implantatpass dazu, den du ohnehin immer dabeihaben solltest.
- Der Reha-Abschlussbericht. Er kommt Wochen nach der Reha per Post, wird abgeheftet und dann vergessen. Dabei steht darin, was du dort an Belastung geschafft hast, also genau der Vergleichswert, den die Belastbarkeitsfrage braucht.
Sammle diese Briefe an einer Stelle, digital oder in einem Ordner, und pack sie vor dem Termin zusammen ein. Ein Foto oder Scan reicht in der Regel für das Gespräch, das Original bleibt bei dir.
KHK-Medikamentenliste für den Arzttermin
Die Dauermedikation wird bei jeder Dokumentation erfasst. Welche Wirkstoffgruppen im Bogen einzeln abgefragt werden, unterscheidet sich; für dich heißt das nur, dass deine Liste vollständig und aktuell sein muss.
Vollständig bedeutet: alles, auch was ein Facharzt verordnet hat, auch was du dir selbst in der Apotheke holst, und auch Nahrungsergänzungsmittel. Aktuell bedeutet: die Klinik hat vielleicht etwas umgestellt und der Plan zu Hause zeigt noch den Stand von vorher. Auf den bundeseinheitlichen Medikationsplan hast du nach § 31a SGB V Anspruch, wenn dir mindestens drei verordnete Arzneimittel gleichzeitig über voraussichtlich mindestens 28 Tage angewendet werden. Wenn du etwas nicht so nimmst wie verordnet, sag das. Eine Liste, die stimmt, ist mehr wert als eine Liste, die gut aussieht.
So hilft dir Sam
Sam ist kein Teil eines DMP, wird nicht verordnet oder erstattet und ersetzt den Dokumentationsbogen deiner Praxis nicht. Sam kümmert sich um deine Seite: dass du mit Aufzeichnungen statt mit Erinnerungslücken ankommst.
Sam hat kein KHK-Programm. Wenn bei dir zusätzlich Bluthochdruck behandelt wird, gibt es dafür ein eigenes Medizin-Programm - ob das für dich passt, entscheidest du mit deiner Praxis. Es begleitet fünf Signale aus Apple Health und stellt dir einmal im Monat den MEDAS-14-Fragebogen zu deinen Ernährungsgewohnheiten. Im Blutdruckprotokoll hältst du Systole, Diastole und Puls fest, dazu Alltagsfaktoren wie Alkohol, salziges Essen, Koffein, Stress oder schlechten Schlaf und eine Notiz, Krankheitstage kommen dazu, in deinen Medizinischen Dokumenten liegen Entlassbrief, Katheterbericht und Reha-Bericht sortiert, und den PDF-Bericht rufst du dir ab, wann immer du ihn für den Termin brauchst.
Ausdrücklich: Sam misst keinen Blutdruck und bewertet keine Werte. Die Werte selbst bleiben in deinem Messgerät und in deinem Blutdruckpass. Sam ist ein Wellness-Begleiter, kein Medizinprodukt. Diagnose, Zielwerte und Therapie legt immer dein Behandlungsteam fest.
Sam kostenlos ausprobierenQuellen
- Gemeinsamer Bundesausschuss: DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL), Anforderungen an das DMP koronare Herzkrankheit
- Sozialgesetzbuch V, Paragraf 137f: Strukturierte Behandlungsprogramme bei chronischen Krankheiten
- Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK (Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF)
- Deutsche Hochdruckliga: Hinweise zur Blutdruck-Selbstmessung
Häufige Fragen
Wie oft ist der Termin im DMP koronare Herzkrankheit?+
Dokumentiert wird in der Regel einmal pro Quartal, in welchem Abstand genau, ist im jeweiligen Programm geregelt. Welcher Rhythmus für dich gilt, sagt dir deine Praxis. Zwischendurch kannst du natürlich jederzeit kommen, wenn sich Beschwerden verändern.
Was wird beim DMP-KHK gefragt?+
Blutdruck, Größe und Gewicht, Rauchstatus, Begleiterkrankungen, deine Dauermedikation, Ereignisse seit der letzten Dokumentation wie Herzinfarkt, Krankenhausaufenthalt oder Notfallbehandlung, Schulungen und die vereinbarten Therapieziele. Dazu Angina-pectoris-Beschwerden und deine Belastbarkeit im Alltag.
Wie beschreibe ich dem Arzt meine Belastbarkeit?+
An festen Strecken, die du regelmäßig gehst. Sag, nach wie vielen Stockwerken du stehen bleiben musst, ab welcher Steigung oder nach wie vielen Metern Beschwerden kommen, wie sie sich anfühlen und wie schnell sie wieder weggehen. Und ob sich das seit dem letzten Termin verschoben hat.
Wie führe ich einen Blutdruckpass für den Arzttermin?+
Miss ein bis zwei Wochen vor dem Termin morgens und abends, jeweils nach fünf Minuten Ruhe, und schreib jeden Wert mit Datum und Uhrzeit auf. Auch die Werte, die dir nicht gefallen. Notiere daneben Besonderheiten wie einen Infekt oder eine vergessene Tablette. Ob Papierpass, Heft oder App, ist egal.
Welche Unterlagen soll ich nach Herzkatheter oder Reha mitnehmen?+
Den Entlassbrief aus der Klinik, den Katheterbericht und, falls ein Stent gesetzt wurde, den Stent- oder Implantatpass, dazu den Reha-Abschlussbericht. Diese drei fehlen in der Hausarztpraxis am häufigsten, weil alle annehmen, sie seien schon angekommen. Kopien oder Scans reichen für das Gespräch.
