5 Min. LesezeitSanoLabs Editorial

DMP-Diabetes Typ 2: Gesundheitspass, Blutzuckertagebuch und was du zum Termin mitbringst

Welche Unterlagen der DMP-Termin bei Typ-2-Diabetes braucht: Gesundheitspass, Blutzuckertagebuch, Augenarztbefund, Fußstatus - und woher sie kommen.

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Der Termin ist kurz, die Papiere entscheiden

Ein DMP-Termin bei Typ-2-Diabetes dauert selten lange. Die Praxis arbeitet einen Dokumentationsbogen ab, der feste Felder hat, und füllt ihn mit dem, was auf dem Tisch liegt. Was nicht auf dem Tisch liegt, muss nachgereicht werden oder bleibt leer.

Deshalb geht es hier nicht darum, welche Werte gut oder schlecht sind - das gehört in das Gespräch mit deiner Praxis. Es geht um die vier Papiere, die den Termin tragen: Gesundheitspass Diabetes, Blutzuckertagebuch, Augenarztbefund und Fußstatus. Woher sie kommen, wer sie ausfüllt und wann du sie besorgen musst.

Was ein DMP überhaupt ist und wie ein Quartalstermin generell läuft, steht im Beitrag DMP-Quartalstermin vorbereiten. Hier geht es nur um Typ 2.

Gesundheitspass Diabetes: was wird eingetragen

Der Gesundheitspass Diabetes ist ein kleines Heft, in das die Praxis die wiederkehrenden Kontrollen mit Datum einträgt. Typischerweise stehen darin HbA1c, Blutdruck, Gewicht, die Fußuntersuchung, der Augenbefund, Nieren- und Urinwerte, die Medikation, besuchte Schulungen und Impfungen.

Ausfüllen ist Sache der Praxis. Deine Aufgabe ist simpel: das Heft mitbringen. Jedes Mal, auch wenn du denkst, es passiert diesmal nichts Neues.

Zwei Dinge lohnen sich vorher. Blättere den Pass am Abend davor durch. Wenn beim Augenbefund seit über einem Jahr kein Eintrag steht, ist das dein erstes Thema im Gespräch. Und trenne die beiden Dokumente im Kopf: Der Pass gehört dir und geht mit dir nach Hause. Der Dokumentationsbogen wird von der Praxis ausgefüllt und gemeldet - da hast du nichts einzutragen.

Pass verlegt? Frag in der Praxis oder bei deiner Krankenkasse nach einem neuen Exemplar. Die alten Einträge sind meist über die Praxisakte rekonstruierbar.

Blutzuckertagebuch mitnehmen zum Arzt - auch mit Lücken

Nicht jeder mit Typ 2 misst täglich. Ob und wie oft, hängt an deiner Therapie und daran, was ihr besprochen habt. Wer misst, bringt die Werte mit.

Drei Wege funktionieren gleich gut: das Papierheft, ein Ausdruck aus der App deines Messgeräts, oder das Gerät selbst - die Praxis kann den Speicher auslesen. Frag beim Terminmachen kurz nach, was denen lieber ist.

Brauchbar wird ein Tagebuch durch Kontext, nicht durch Vollständigkeit. Datum und Uhrzeit, vor oder nach dem Essen, Unterzuckerungen deutlich markiert, und bei Ausreissern ein Wort dazu: Infekt, Feier, Dosis vergessen, schlecht geschlafen. Ein lückenhaftes Heft ist deutlich mehr wert als keins. Nachtragen oder schönen bringt niemandem etwas.

Unterzuckerungen sind ein eigener Punkt in der Dokumentation. Wenn seit dem letzten Termin etwas war, schreib es auf, bevor du es vergisst.

HbA1c-Termin vorbereiten: erst Blut, dann Gespräch

Frag beim Terminmachen, ob die Blutabnahme vorab laufen soll. Viele Praxen legen den Labortermin ein paar Tage vor das Gespräch, damit der HbA1c beim Termin schon vorliegt. Sonst wirst du zweimal kommen oder telefonisch nachhören.

In dieselbe Tasche gehört alles, was seit dem letzten Mal an Befunden aufgelaufen ist: Laborwerte aus anderen Praxen, Arztbriefe, Entlassungsberichte aus dem Krankenhaus. Deine Hausarztpraxis bekommt vieles davon, aber nicht zuverlässig alles.

Der Augenarztbefund kommt aus einer anderen Praxis

Das ist das Papier, das am häufigsten fehlt - weil es als Einziges nicht dort entsteht, wo dein DMP-Termin stattfindet.

Wie oft du zum Augenarzt musst, wird gemeinsam festgelegt und hängt vom letzten Befund und deinem Risiko ab. Häufig ist der Abstand ein Jahr, bei unauffälligem Befund kann er länger sein. Frag konkret nach, welcher Abstand für dich vereinbart ist, statt zu schätzen.

Der Ablauf: Überweisung holen, Termin machen, hingehen, und den Befundbericht entweder mitnehmen oder direkt an deine Praxis schicken lassen. Wartezeiten von mehreren Wochen sind normal, deshalb buchst du diesen Termin am besten in dem Moment, in dem der DMP-Termin steht - nicht danach. Wenn die Pupillen erweitert werden, fährst du anschließend nicht selbst Auto.

Fußuntersuchung beim Diabetes-Termin: Schuhe und Socken

Der Fußstatus ist fester Bestandteil des Programms. Angeschaut werden Haut, Nägel, Schwielen, Druckstellen, Verletzungen und die Fußform, dazu werden die Pulse getastet und die Sensibilität geprüft, meist mit Stimmgabel oder Monofilament. Daraus ergibt sich eine Risikoeinstufung, und daraus wiederum der Abstand bis zur nächsten Untersuchung.

Jetzt die Kleinigkeit, die im Wartezimmer erstaunlich viel Zeit spart: Schuhe und Socken sollten schnell auszuziehen sein. Schnürstiefel und Kompressionsstrümpfe kosten drei Minuten, die dann beim Gespräch fehlen. Nimm Slipper und normale Socken.

Füße vorher waschen, aber morgens keine Creme auftragen - das macht die Haut rutschig und überdeckt genau die trockenen Stellen, um die es geht. Nagellack besser ab. Wenn du selbst eine Druckstelle oder eine kleine Wunde bemerkt hast, sag es aktiv, warte nicht, ob es auffällt. Und wenn du diabetesadaptierte Einlagen oder Schuhe hast, bring sie mit; die werden mitbeurteilt.

Diabetes-Schulung im DMP: teilnehmen oder begründen

Zum Programm gehört ein Schulungsangebot, und ob du es wahrgenommen hast, wird dokumentiert. Wenn deine letzte Schulung Jahre her ist, sprich eine Auffrischung von dir aus an - Therapien und Geräte ändern sich.

Frag dabei gleich nach Ort, Termin und Zeitaufwand und danach, wie die Kosten laufen. Das ist in fünf Sätzen geklärt und spart dir eine spätere Telefonrunde.

Wie oft zum Arzt, und was passiert bei Ausfällen

Die Teilnahme wird je nach Programm und Einschreibedauer pro Quartal oder pro Halbjahr dokumentiert. Welcher Rhythmus für dich gilt, sagt dir deine Praxis - das ist keine Zahl, die du dir merken musst, aber eine, die du einmal erfragen solltest.

Termine einfach ausfallen zu lassen, ist die eine Sache, die dich das Programm kosten kann. Wenn etwas dazwischenkommt, verschieb den Termin, statt ihn platzen zu lassen.

Die Tasche für den Termin

  • Gesundheitspass Diabetes
  • Blutzuckertagebuch oder das Messgerät
  • aktueller Medikationsplan, plus alles, was du zusätzlich nimmst, inklusive frei verkäuflicher Mittel
  • letzter Augenarztbefund
  • Laborbefunde und Arztbriefe seit dem letzten Termin
  • Blutdruckwerte, falls du zu Hause misst
  • eine Notiz, was sich verändert hat und seit wann
  • zwei bis drei Fragen, aufgeschrieben
  • Schuhe, die du in zehn Sekunden aus hast

Wo eine App hilft und wo nicht

Für Typ-2-Diabetes hat Sam kein medizinisches Programm. Sam misst keinen Blutzucker, bewertet keine Werte und ersetzt weder den Gesundheitspass noch den Dokumentationsbogen der Praxis.

Was bleibt, ist trotzdem die halbe Vorbereitung: Symptome und Krankheitstage im Verlauf, Gewicht, Bewegung und Schlaf aus Apple Health im monatlichen PDF-Bericht, und deine Medizinischen Dokumente für Augenarztbefund, Laborbefunde und Arztbriefe. Damit die Papiere nicht in drei Ordnern und einer Schublade liegen, wenn du sie am Terminmorgen suchst.

Quellen
  • Gemeinsamer Bundesausschuss: DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL)
  • Sozialgesetzbuch V, § 137f: Strukturierte Behandlungsprogramme bei chronischen Krankheiten
  • GKV-Spitzenverband: Informationen zu strukturierten Behandlungsprogrammen
  • Bundesamt für Soziale Sicherung: Zulassung von Disease-Management-Programmen
  • Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes (Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF)
  • Deutsche Diabetes Gesellschaft: Praxisempfehlungen

Häufige Fragen

Was wird in den Gesundheitspass Diabetes eingetragen?+

Die Praxis trägt dort die wiederkehrenden Kontrollen mit Datum ein: HbA1c, Blutdruck, Gewicht, die Fußuntersuchung, den Augenbefund, Nieren- und Urinwerte, die Medikation, besuchte Schulungen und Impfungen. Ausfüllen ist Sache der Praxis, mitbringen ist deine. Der Pass gehört dir und ersetzt nicht den Dokumentationsbogen, den die Praxis an die Datenstelle meldet.

Muss ich mein Blutzuckertagebuch zum Arzt mitnehmen, auch wenn Lücken drin sind?+

Ja. Ein lückenhaftes Tagebuch ist deutlich brauchbarer als gar keins, und nachtragen oder schönen bringt niemandem etwas. Wenn du kein Heft führst, nimm einfach das Messgerät mit - die Praxis kann den Speicher auslesen. Markiere Unterzuckerungen und schreib in einem Wort dazu, was los war: Infekt, Feier, Dosis vergessen.

Wie oft muss ich bei Diabetes zum Augenarzt?+

Der Abstand wird im Programm gemeinsam festgelegt und hängt vom letzten Befund und deinem Risiko ab - häufig jährlich, bei unauffälligem Befund kann er länger sein. Frag in deiner Praxis, welcher Abstand für dich vereinbart ist; im Gesundheitspass steht das Datum der letzten Untersuchung. Buch den Augenarzttermin früh, Wartezeiten von Wochen sind normal.

Wie oft muss ich im DMP-Diabetes Typ 2 zum Arzt?+

Die Teilnahme wird je nach Programm und Einschreibedauer pro Quartal oder pro Halbjahr dokumentiert. Deine Praxis sagt dir, welcher Rhythmus für dich gilt. Termine solltest du nicht einfach platzen lassen: Wer längere Zeit gar nicht erscheint, kann aus dem Programm fallen. Lieber verschieben und in der Praxis nachfragen, welche Fristen für dich gelten.

Was wird bei der Fußuntersuchung im DMP gemacht?+

Angeschaut werden Haut, Nägel, Schwielen, Druckstellen und Verletzungen, dazu werden die Fußpulse getastet und die Sensibilität geprüft, meist mit Stimmgabel oder Monofilament. Daraus ergibt sich eine Risikoeinstufung und der Abstand bis zur nächsten Untersuchung. Praktisch heißt das: Schuhe und Socken sollten schnell auszuziehen sein.

Welche Unterlagen brauche ich für den Diabetes-Arztbesuch?+

Gesundheitspass Diabetes, Blutzuckertagebuch oder Messgerät, aktueller Medikationsplan samt allem, was du zusätzlich nimmst, der letzte Augenarztbefund, Laborbefunde und Arztbriefe seit dem letzten Termin, deine Blutdruckwerte falls du zu Hause misst, und zwei bis drei aufgeschriebene Fragen.

Ist Sam Teil des DMP oder wird die App erstattet?+

Nein. Sam ist kein Teil eines DMP, keine DiGA, wird nicht verordnet und von der Krankenkasse nicht erstattet. Sam ist ein Wellness-Begleiter, kein Medizinprodukt, und ersetzt weder den Gesundheitspass noch den Dokumentationsbogen der Praxis.